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Jüdische Presse · 1924-10-31 · 44 (31.10.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
44 (31.10.1924)
Date
1924-10-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 44 JÜDBCHE PRESSE. Seite 293 -gerufen, um das ungeheure/Attentat der Juden gegen die •katholische Kirche abzuwehren. Die •Kampagne macht .*geradezu den Eindruck eines mittelalterlichen Kreuzzuges und es besteht die Gefahr, -dass bald der kleine Anlass ׳ vergessen sein wird und im Bewusstsein der katholischen Welt wirklich der .Eindruck zurückbleibt, dass die Juden j«nd Zionisten zum .Zwecke der •Religionsschandung nach Palästina gekommen sind. Darum muss dieser Legende ••rechtzeitig ein Ende gemacht werden. Es ist richtig, dass ein journalistischer Schmock es nicht über sich gebracht hat, einen ׳Witz zu unterdrücken, der in seinem <60nst nicht sehr produktiven Gehirn aufgetaucht war. Der Witz ist weder gut noch ist er neu. Er hat ähnlich,wahr- «cheinlich schon in vielen Witzblättern der ganzen Welt gestanden. Aber dieser Schmock, für den das jüdische .Volk• oder die zionistische Bewegung ebenso wenig Verantwortung trägt, wie irgend ein anderes Volk für jede Dummheit, die in •einer Zeitung steht, hätte •allerdings •wissen müssen, dass man in Jerusalem nicht so sprechen '•darf, wie in einem internationalen Witzblatt. Jerusalem;•ist ein besonderer Boden. Viele tausend Jahre Geschichte *haben hier eine unvergleichbare, eigentümliche Atmo- •Sphäre geschaffen, die heiligsten Gefühle vieler Millionen Menschen sind mit dieser Stadt verbunden. Wenn an 'diesen Ort ein neugewordenes, zum Leben und zur Selbstachtung wieder erwachtes jüdisches Volk zurückkehrt, so muss es iir jeder Kleinigkeit die Haltung bewahren, die der . Sache und dem Orte angemessen ist. Wir, die so viel gelitten haben, durch Roheit, Taktlosigkeit, Hohn der .Völker, wir müssen, wie Schmarja Levin immer sagt, in . Palästina vollendete Gentlemen sein. Wir müssen sogar auf kleine Dinge, selbst wenn sie noch so sehr unser Menschenrecht zu sein scheinen, verzichten, wenn wir dadurch andere verletzen.“ Also nimmt die ״Jüdische Rundschau“ in Berlin in ihrer Nummer vom 17. Oktober zu dieser ominösen An-;gelegenheit Stellung. Wir schliessen uns rdstlos dieser Ansicht an; wir möchten nur bitten, dass dieselbe Rück- :sicht nicht nur anderen Konfessionen, sondern auch jüdi- «eben Heiligtümern und jüdischer Tradition gegenüber;gewahrt werde. ®I NACHRICHTBH. Die Aktion der Aguda für die zerstörten russischen Mtkwoaus. Wien. (A. J. P. B.) ln der Ausführung des Krakauer Zentralratsbeschlusses in bezug auf Einleitung einer Hilfsaktäon zugunsten deT zerstörten Mräkwoaus, du Russland haben alle Landesorganisatiönen die Sammeltätigkeit be-;gönnen. Es wird vor allem •die Arbeit auf die Reparierung der schadhaft gewordenen Mfikwaaais in der Ukraine konaentriert. In .der Ukraine selbst wurde bereits ein von «namhaften orthodoxen Führern bestehendes Komitee geschaffen, das die Arbeiten leiten und überwachen wird. Seitens .des Geschäftsführenden Ausschusses der Aguda in Wien führt Herr A. I. Hornstein, Kijew, zurzeit in Wien, die Aktion. Rabbi Tofaia Horowlte in Meidan gewählt. Wien. (A. J. P. B.) Rabbiner ToMa Hcrowüz, M.1igfted des Geschäftsführenden Ausschusses, wurde in Meidan ^WestgaMen) als Rabbiner gewählt. Sföim-Eeier im XX. Bezirke. Am Schemine Azereth fand um 4 Uhr nachmittags im 20. Bezirk, Bäuerlegasse 36, ein zahlreich besuchter Sium Haschass der Chewra ״Kowea Ittim Laihora“ unter Vorsitz Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners Gerson Hager aus Tluste statt. Mit einer geistreichen Rede schloss Herr Rabbiner Hager die Mesechtah Nidah und forderte die Mitglieder der Schass-Chewra zu einer regen Beteiligung an dem neu beginnenden Schass-Lemen auf. Die temperamentvollen Ausführungen des allseits verehrten Raw ernteten den reichen Beifall der Anwesenden. Es wurde hierauf die Verteilung des Schass für das neue Jahr vorgenommen. Herr Dr. Wundermann verband in!sympathischer Weise den Inhalt der soeben beendeten Mesechtah mit dem der zu beginnenden Mesechtah und geigte die eminente Wichtigkeit des Thorastudiums auf. Herr Moses Blech gab seiner Freude Ausdruck, dass die im 20. Bezirk wohnenden Kaufleute ihrer Pflicht der Thora gegenüber nachkommen und legte in einer äusaeret gediegenen und temperamentvollen Rede dar, wie wichtig das Lernen der Thora schebalpe sei. Die inhaltsreichen Ausführungen der Redner fanden den vollen Beifall der Zuhörer. Mit dem Beginn des Lernens der Mesechtah Brochaus schloss die schöne Feier. Hans Herz! katholisch. Haag. (J. T. A.) Der Londoner Korrespondent der katholischen Tageszeitung ״De Maasbode“, der getaufte Jude J. H. Boas, berichtet seinem Blatte, dass Hans Herzl, am Sonntag, den 19. Oktober nachmittags, in der Kirche des Londoner Liebfrauen-Klostere durch Pater Day S. J. in die katholische Kirche aufgenommen worden ist. Hans Herzl, der im Juli dieses Jahres in Wien evangelisch getauft wurde, klagte vor Pater Day, dass ihn der evangegsche Glaube nicht befriedige, er hoffe, Ruhe im Kathokzismus zu finden. Rabbinersemhiar za Berfin, Berln. Die Eröffnung des Winterhalbjahres wird Mütwoch, den 29. Oktober (1. Marcbeschwan), nachmittags 4 Uhr, stattfinden. In der üblichen (Welse •wird Herr ׳Doktor J. Wohlgemuth vor den Schülern die Veränderungen h der Hörerschaft sowie den Stundenplan «ad sonstige Vortrag von Dr. Nathan Birnbaum. Montag den 13• Cheschwan — 10. November findet im Festsaale des Hotel »Continental** II•» Tabor- Strasse 8, ein Vortrag ▼on XDr. RT&tlislzx Slrxxba.’u.xxx über Zeitgeist und Judentum statt. gar* Anfang präzise 8 Uhr abends. “Wai Karten ■ind erhältlich im; Karienbarean 0. Spitzer, I.. Mortinplate 6, Aid», II., Taborstoaase 6, Baehlia&dlang L. O. Htnehler,!., Rabeniteig S, Mitteilungen bekanntgeben. Der halachische Eröffnungsvortrag des Herrn Rabbiners Dr. J. Weinberg wird am Sonntag, den 2. November (5. Marcheschwan), vormittags 9 Uhr, stattfinden. Der Gemeindekonflikt in Grosswardein. Eine imposante Volksversammlung-, die am 4 d. M. in Grosswandein im!grossen Saale des Metropols stattgefunden hat, beschäftigte sich mit dem in der orthodoxjüdischen Gemeinde entstandenen Konflikt, über den wir bereits berichtet haben. Wenn in irgendeiner Gemeinde ein Konflikt entsteht, so ist das eine innere Angelegenheit dieser Gemeinde und gehört nicht vor die Oetfffentlichkeit. Aber nicht so ln Grosswardein! Diese ׳Gemeinde war immer eine feste Säuie des orthodoxen Judentums. Der Oberrabbiner von Grosswardein und die weltlichen Führer dieser Gemeinde waren immer führende Persönlichkeiten des ganzen orthodosten Judentums i׳m alten Ungarn. In allen wichtigen Angelegenheiten hat man zuerst die Ansicht des rühmlichst bekannten verewigten Oberrabbiners und die Ansicht deT Führer dieser Gemeinde befragt, und nichts ist rm jüdischen Gemeinwesen geschehen, nichts ist unternommen worden, ohne Wissen und vorherige Zustimmung der Grosswardeiner orthodoxen Gemeinde, welche einer der massgebendsten Faktoren des orthodoxen Judentums gewesen ist. Wenn also in dieseT Gemeinde ein Konflikt entsteht und besonders wenn dieser Konflikt seitens der heutigen Gemeindeleitung gegen dem allverehrten Herrn Otoerrabbkier B. Fuchs und gegen jene Gemeindemitgtieder heraufbeschworen worden ist, welche an die alten Traditionen der Gemeinde sich klammern, so ist es notwendig, dass diese Angelegenheit vor die Oetffentlichkeit gebracht wird. Der Sachverhalt ist folgender: Niemals und nirgends gründet die Agudas Jisroel eine Ortsgruppe ohne Zustimmung und Einwilligung des Ortsrabbiners. Weil die Aguda die Autorität der Rabonim, die Autorität des More deasre anerkennt und respektiert und weil sie den Frieden einer jeden Gemeinde über •ihre Parteüivt er essen hochhält und schätzt. Nicht so die Herren vom Misrachi! Die fragen nach keinen Rabonim, fragen nicht nach dem More deasne ,und nicht nach den Führern der Gemeinde. Sie unterordnen alles ihren ParteSinteressen, gründen ihre Vereine auch dort, wo diese Unfriede zur Folge haben urd wo sie mir Unheil stiften. So hat es auch Misrachi in Grosswaidein getan. Die Misrachi gründeten ihren Verein, bestürmten dann die Gemeinde, rissen die Leitung an sich, besetzten d׳e Gemeindesteälen mit ihren Leuten ׳und wollen ihre allem־ sehgsnachenden Ideale der ganzen Gemeinde aufbürden. Ihre Parole Ist die Einheit des Judentums, doch gefähTden sie durch ihr Vorgehen auf das äusserste die Einheit dieseT Gemeinde. Sie wollen als Verfechter der Thorainteressen gelten und arbeiten systematisch daran das Ansehen ,und die Ehre der echten Thoraträger, das Ansehen und die Ehre der Rabonim und des More deasre zu demolieren. Die am 4. d. M. abgehaltene Volksversammlung hat sich mH dieser Angelegenheit beschäftigt. V• ■ le Hunderte sind erschienen, um gegen das wiMküriiche Vorgehen der Geroeändelettung und gegen ihr Verhalten gegen den Obeiraöbiner scharfen Protest zu erheben. Die Vo'ksversammhmg nahm eine Resolution an, wonach sie die Gemeindeleitung auffordert, sich den Verfügungen des Herrn Oberrabbämers Fuchs unbedingt zu unterordnen und versichern den Herrn Oberrabbiner ihrer Treue und Bereitwilligkeit, sich seiner Leitung bedingungslos zu unterordnen. Hierauf begaben sich die Versammlungsteilnehmer in das Lokal der Schasschewra, wo dem Herrn Oberrabbiner, der seit dem gemeldeten Vorfälle in die Schul nicht gekommen Ist und im Lokale der Schasschewra sein Gebet verrichtet, wo die gefasste Resolution der Volks- Versammlung nach einer herzlichen Ansprache des Herrn Bela Kohn überreicht wuTde. D. K. Abban des Departements für jüdische religiöse Angelegenheiten in Polen. Warschau. (J.T. A.) Wie aus Regierungskreisen verlautet, wird das Ministerium für religiöse Angelegenheiten demnächst in der Weise reorganisiert werden, dass ein Departement für die katholische Religion und eines für die übrigen Religionen bestehen werden. Durch die Schaffung des letzten Departements wird das bisher bestehende besondere Departement für jüdisch-religiöse Angelegenheiten zu existieren aufhören. Die gesamte jüdische Beamtenschaft dieses Departements, bis auf einige unentbekrlichste Beamte, wird abgebaut Die Grftndang eknr gaffrheben Kolonie 1■ Emek Israel bevorstehend. Lwow. <A. J. P. R) Wie ״Der!«discLe We;“ mitteilt, beabsichtige■ orthodoxe Anäm in Galizien von dem nemerworbenea Bode■ der Agida Ai Emek jtraat dmxm FERTIGE HERREN- 1 KNABEN- KINDERKLBIDER MassabteUung bis zu den feinsten englischen Stoffen. Feinste, eleganteste Ausführung / Neueste Modejourhaie liegen auf / Auf Vermeidung von שעטניז wird streng geachtet / Um geneigten Zuspruch bittet hochachtungsvoll J. STERN, II., GLOCKENG. 25♦ Tel. 46*9'13 ansehnlichen Teil aur Gründung •einer Kolonie namens ״Nezach Israel“ zu erlangen. Die Leitung der Aktion befindet sich bei der Palästinazentrale der Aguda In Ostgalizten. Zehn ״Meladim“ in Russland verhaftet. Riga. (J.T. A.) Wie hieher gemeldet wird, wurden dieser Tage in Palosk zehn jüdische Kinderlehrer (MelanH dim) unter der Beschuldigung, in illegaler ]Weise Unterricht erteilt zu haben, verhaftet. Die Gerichtsverhandlung wird in kurzem stattfinden. Unter den Verhafteten befindet sich ein 104 Jahre alter Mann, der wegen seines hohen Alters bald wieder auf freien Fuss gesetzt wurde. Die Jeschiwah des Lubawiczer Rebbe in Not. Wien. (A. J. P. 1B.) Wie unser Berichterstatter von einem dem Lubawiczer Rebben nahestehenden Persönlichkert erfährt, ist ׳die Jeschiwah des Lubawiczer Kebben, deren Weiterführung vorn der Sowjetregierung erst kürzlieh bewilligt wurde, in schwerer finanzieller Not. Da eine Werbearbeit für die Jeschiwah in Russland selbst äusserst schwer ist, sieht der Rabbi mit grosser Sorge der Zukunft entgegen, zumal er selbst schon über 1000 Pfand Schulden infolge der Eröffnung der Jeschiwah hat. Schwerer Konflikt in der amerikanischen Misrachileitung. New-York. (A. J. P. B.) Seit Monaten befindet sich die Misrachi-Organisation in Amerika in einer schweren Krise. Der Konflikt unter den Misrachi-Führern entstand durch den Wunsch vieler Mitglieder der M׳?sraohi-Exekutive, die Beziehungen der Partei zu den allgemeinen Zionisten zu regeln. Die Auseinandersetzung ׳über diese Frage hat eine grosse Pressefehde hervorigerufen, in welcher sowohl die Anhänger eines Aufgehens in der allgemeinen zionistisehen Organisation, wie die Gegner dieses Schrittes eingehend zu Wort kamen. Der Konflikt end-ie mit dem Rücktritt vieler prominenter Mitglieder •der Exekutiv«:, wie Gedalia Bublik, Rabbiner Aron Teiltelbaum und des1 Parteisekretärs selbst. Der •Konflikt wurde durch Vorwürfe gegen die Person des Präsidenten, Herrn R. Meier, Berlin, noch verschärft. Erklärung. Ich erkläre hiemit, dass die von mir gegen! die Herren Sigmund Aschkenasä und Siegfried Richter erhobenen und zur Z. iUXII 1049-24 beim St. Bg. 1 mkrimimerten Beschuldigungen gänzlich unbegründet sind. Ich ibedautre, d&e volkommen!grundlose Besohuidigung erhoben zu haben, ziehe daher ׳dieselbe zurück und bitte die genannten Herren um Entschuldigung. Als Sühne erlege ich zugunsten des ׳Bücher- Einkaufes ■für ״Zeine Agudas Jisroel“ den Betrag von 20.000 Kronen. Sdhalom Lilienfeld. Vorträge des Herrn. Rabbiner Dr. Kantinka. Die Zuhörer der Vorträge des Herrn Dr. Kaininka haben aus ihrer Mitte ein Komitee unter dem Vorsitz des Herrn Karl Altmann, VI., Mariahilferetrasse 126, gewählt, welches die Aufgabe übernommen hat, ein selbständiges Institut für religiös-wissenschaftliche Studien (Bet-hamidrasch) unter Leitung des Herrn Dr. Kaminka zu errichten. Die Vorträge werden bis auf weiteres im Bethaus ״Schomer-lsrael“, Wien, III., Hetzgasse 40 (Ecke Untere Weissgärberetrasse), stattfinden, und zwar jeden Montag abends von 6 bis 7 Uhr Jesaja; 7 bis 8 Uhr Maimonides More Nebuchim, jeden Mittwoch abends 6 bis 7 Talmud,! 7 bis 8 Maimonides More Nebuchim, jeden Samstag von 3 bis 4 Uhr während des Wintersemesters Pentateuch mit Kommentaren. Die Eröffnung findet Sonntag, den 2. November 1924 um 3 Uhr nachmittags durch einen Vortrag über die ethischen Grundlagen des Moses Maimonides statt. (Entgeltlich.) Wo erhält man den wirklien naturgetreuen SCHEITEL? Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeit an fftr orthodoxe Frauen, F r an z B a 11 a, ist es nach Jahrzehntelangen Bemühungen endlich gelungen Scheitel herzustellen, die dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nachgeahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des Herrn B&lla wird sich jede orth. Braut leichten und freudigen Herzens entschlossen, das eigene Haar abschneiden zu lassen und einen Scheitel zu tragen. Die Damen werden zum Besuche des nachstehenden Ateliers höflichst eingeladen, woselbst Modelle kostenlos ausprobiert werden. Franz Balla, Wien, IV, Gusshausstrasse 28 Telephon 68-9-18

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