Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1924-10-24 · 43 (24.10.1924) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
43 (24.10.1924)
Date
1924-10-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2629891-2630051-2630091--1610-2633399
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Nr. 43 JÜBfSCHE PRESSE, Seite 287 Erklärung. An Herrn D r. S iim o n R 0 s e n b a׳u m, Minister *ür jüdische Angelegenheiten und Präsident des Jüdisehen Nationairates in Kowno, iLitaiuem, zu Händen seinens Vertreter, ,Herrn Dr. Ludw i g Gelbe r, Rechtsanwalt in Wien, I., Wollzeile 16. In der ״Jüdischen Presse“ vom 28. März 1924 ist ein Artikel unter dem Titel ׳״Der jüdische Minister“ über die Haltung des Herrn Dr. Simon Rosenbaum, Ministers für jüdische Angelegenheiten in Litauen, in Sachen des litauischen Sonntagsruhegesetzes und der Befreiung der dortigen Jesohibothzöglingc vom Militärdienstc erschienen. Die: er Artikel beruht auf Informationen, die Herr Minister Dr. Rosenbaum als vollkommen unrichtig bezeichnet. Aus der Pflicht journalistischer Loyalität ziehen wir daher die in oberwähntem Artikel veröffentlichten Angriffe gegen Herrn Minister Dr. Rosenbaum mit dem Ausdrucke tiefsten ■Bedauerns zurück. Wir haben die Verhältnisse in •Litauen •zum Inhalte eines eingehenden objektiven Studiums gemacht, dessen Resultate wir veröffentlichen werden. Wien, am 7. Tischri 5685 (5. Oktober 1924). Die Redaktion der ״Jüdischen Press e“. lei nachrichtüQB Die wichtigsten Beschlüsse der Krakauer Zentralratstagung betreffs wirtschaftlicher Erez Jisroel- Arbeit. Krakau. (A. J. P. B.) Mit Hinweis auf das talmudische כל אדם שיש לו קרקע עולה לרגל ושאין לו קרקע אין עולה לרגל(פסח ים ח,) fordert der Zentralrat jeden Agudisten auf, möglichst noch im Laufe des Monates Tischri für sich und seine männlichen Familienangehörigen mindestens ein Quadratmeter Boden in Erez Jisroel zum Preise von 1 Schilling1 (1 Goldmark) zu erwerben. Die Namen der Käufer werden in ein Sofer Hajischuw eingetragen. Jeder Käufer erhält, ein Zertifikat. 1. Der Boden wird von der Palästinazentrale der Agudas Jisroel verwaltet. 2. Der Zentralrat bittet den Rabbinischen Rat, einen Aufruf zu erlassen, in welchem er auf die Wichtigkeit des Keren Erez Jisroel zur Erfüllung der Mizwas JischuW Erez Jisroel hinweist. 3. Jede Landesorganisation der Agudas Jisroel ist verpflichtet, ihre für Erez Jisroel gesammelten Gelder unverzüglich der Palästina-Zentralkasse zu übergeben. 4. Jede Ortsgruppe der Agudas Jisroel ist verpflichtet, mindestens ein Exemplar des ״Kol Jisroel‘‘ zu abonnieren und den Abonnementsbetrag in der Höhe von eineinviertel Pfund Sterling unverzüglich zu zahlen. 5. Jede Landesorganisation hat dafür Sorge zu tragen, dass für ihr Land ein ״Keren Hoaulim“ eingcrichtet wird, dessen Aufgabe darin besteht, für mittellose Aulim des Landes die Kosten für die Reise und den ersten Aufenthalt in Erez Jisroel zu tragen. 6. Der Zentralrat beschliesst, dass die erste Siedlung der Agudas Jisroel den Namen ״Agudas Jisroel“ trägt. : 7. Der Zentralrat der Agudas Jisroel beschliesst, in Jerusalem ein Haus zu bauen, welches der Vertretung der agudistischen Interessen gewidmet ist, vor allem aber der ersten Unterbringung agudistischer Aulim dient. Dr. Nathan Birnbaum in Wien. Wien. Auf der Durchreise aus Polar ist Dr. Natlian B.i r n,b a u m in Wien eingetroffen. Systematische Agudaarbeit in Deutschland. Frankfurt am Main. (A. J. P. B.) Wie das Nach-1 richtenblatt der Agudas Jisroel-Jugendorganisation in Deutschland mitteilt, wird jetzt in Deutschland durch die Zusammenfassung einzelner Gruppen in Bezirksgruppen eine erhöhte und systematische Propagandaarbeit für Agudas Jisroel ermöglicht. Zur Belebung der Werbearbeit werden Bezirkstage veranstaltet. So fand am Sonn־^ tag den 14. September in Ansbach eine Verbandstagung der bayerischen gesetzestreuen Jugendvereine statt. Es waren etwa 300 Gäste erschienen. Nach einem Schiur erstattete Gustav Münz im Namen der Verbandsleitung den Tätigkeitsbericht. Dr. Kohen (Köln) hielt über ״Jüdische Gebetserfüllung“ einen Vortrag. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Brader sprach über ״Agudas Jisroel“, Henri Pels (Hamburg) sprach als Abgesandter des Landesdirektoriums des Keren Hathora in Deutschland über die ״Bedeutung des Keren Hathora und seine Ziele“, Moritz Klugmann (Nürnberg) referierte im Namen der Palästinazentrale über deren Tätigkeit in Erez Jisroel. SCHUHE־ Abrahamowla Wien, II.. Taborstrasse 33 Jede Familie deckt ihren Bedarf an 8CNUHKN vor den hohen Feiertagen bei dieser empfehlensw. Firma. Scheitöl uirdPageti köpfe aus naturgekraustem Haar tambouriert, unkenntlich im Tragen und unverwüstlich. Minimale Regie, kleine Preise. Bei Berufung auf die ״Jüdische Presse“ 5 Prozent Nachlass. Anna Weiner, Wien, II., Rotensterngasae 10/15. An dem Badischen Bezirkstag haben auch über 200 Personen teilgenommen. Nach der Eröffnungsansprache des Bezirkssekretärs Posen (Heilbronn) referierten Rabbiner Michalski (Karlsruhe) und Rabbiner Dr. Feinberg (Heilbronn). An die Referate schloss sich eine eifrige Diskussion an. 1 An der Bezirkstagung in Leer nahmen ungefähr 350 Gäste aus Emsland, Ostfriesland, Oldenburg und Bremen teil. Nach der Begrüssung des Herrn Landrabbiners Dr. de Haar (Oldenburg) hielt Lehrer Wolf (Aurich) die Eröffnungsrede. Nachdem Sekretär S. Boley den Tätigkeitsbericht der Bezirkstagung erstattete, hielt Herr Wolf Jakobsohn (Hamburg), Mitglied des Landesdirektoriums des Keren Hathora, sein Referat über Keren Hathora. Gründung eines Provlnzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege Brandenburg. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden hat am 7. September 1924 Vertreter von jüdischen Gemeinden, Organisationen und interessierte Einzelpersönlichkeiten צ Rabbiner, Lehrer usw., aus der Provinz Brandenbu1£* zu einer Gründungsversammlung eines Provinzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege nach Berlin eingeladen. Herr Dr. Segall, Geschäftsführer der Zenträlwohlfahrtsstelle, sprach einführend über: ״Notwendigkeit, Zweck und Ziel des Provinzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege“ und Rabbiner Dr. Salomonsky (Frankfurt a. d. O.) über: ״Gegenwartsaufgaben der jüdischen Wohlfahrtspflege“. Beide Redner wiesen auf die Notwendigkeit der Konzentration auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege hin, weil die einzenen Gemeinden, Vereine und Anstalten nicht mehr so stark genug seien, um aus eigenen Kräften und Mitteln alle Lasten zu tragen. Eine völlige Reorganisation der Wanderarmenfürsorge, Aufstellung eines Minimaletats, Mittelbeschaffung für Erhaltung von Wohlfahrtseinrichtungen in der Provinz, Beteiligung an der Linderung allgemeiner jüdischer Not und Vertretung den Be* hörden gegenüber, namentlich im Verkehr mit dem Fürsorgelasten verband, sollen die nächsten und wichtigsten Aufgaben sein. ׳; Nachdem die Anwesenden ausnahmslos im Prinzip für die Gründung des Provinzialverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege Brandenburg gestimmt haben, wurden die Satzungen beraten, Frankfurt a. d. O. als Sitz für den Provinzialverband bestimmt und Rabbiner Dr. Salomonsky zum ersten Vorsitzenden gewählt. Der neue Pro* vinzialverbänd nahm sofort seine Tätigkeit auf. Agudastimmen. Köln. (A. J.P. B.) Das zweite Heft des Tendenzblattes, jetzt ״Agudastimmen“ genannt, ist erschienen und zum Preise von 20 Pfennig per Stück von dem Vorstand der Agudas Jisroel-Jugendorganisation zu beziehen. Vortrag Dr. Nathan Birnbaums in Krakau. Krakau. (A.J.P. B.) Dr. Nathan Birnbaum, der anlässlich der Zentralratstagung in Krakau war, hielt für die Zöglinge der Beth Jakob-Schule einen Vortrag, in welchem der gefeierte Denker seine Gedanken und Ansichten über das religiöse Judentum den jugendlichen Zuhörtrinnen in meisterhafter Form verdeutlichte. Der Vortrag war von tiefer Wirkung. Ein warmer Aufruf des aschkenasischen Rabbinates in Uebersiedlung der Slobotkaer Jeschiwah nach Chebron. Chebron. (A. J. P. B.) Die aus Slobotko nach Chebron übersiedelte Jeschiwah begann ihre Tätigkeit noch vor Rosch-Haschano. Einstweilen sind sieben Bachurim nach Chebron übersiedelt. Die übrigen Zöglinge wer* den sukzessive nachkommen. Gründung einer neuen Jeschiwah. Jerusalem# (A. J. P. B.) Ein anonymer Wohltäter hat in der amerikanischen Kolonie Ranania zur Besiedlung von thorabeflissenen Bachurim Boden zur Verfügung gcstellt, damit sie ihre Zeit teils dem Lernen, teils der Bearbeitung des Bodens widmen. Die Jeschiwah führt den Namen ״Nachaliel“. Zurzeit beschäftigen sich die Mitglieder der Kolonie, mit Rücksicht auf das Schinitohjahr, mit der Herstellung der Unterkunftsräume. Nach dem Schmitohjahr werden sie mit der Bebauung des Bodens beginnen. Fünf Stunden im Tag sind dem Limud Hathora1 gewidmet. Die Konferenz der Zeirei Jisroel in Litauen. Kowno. (A. J. P. B.) Die Konferenz der Zeirei Jisroel, die für den 23. und 24. Elul bestimmt war, wurde auf den 29. Tischri verlegt. Am 23. und 24. Elul hat bloss eine Vorkonferenz stattgefunden. Die Vorkonferenz wurde am 23. Elul vom Präsidenten Herrn 1. Schmulowitsch eröffnet. Folgende Punkte standen auf der Tages- Ordnung: 1. Organisation und Arbeit; 2. Programm der Zeirei Jisroel; 3. Vorbereitung der Konferenz; 4. Presse. Nachdem man über all diese Punkte ausführlich debat ieite, wurden folgende Beschlüsse angenommen: Der Zeitpunkt det Konferenz wird endgültig mit dem 29. Tischri bestimmt und zur Durchführung der notwendigen Massnahmen ein Organisationskomitee gewählt. Ein Bärte-Ver bot in Kowno. Kowno. (J. T. A.) Der Kownoer Poiizelohef hat zwei jüdischen ■Dosohkenkutsohern die Fahnlilzeniz entzogen?, weil!sie Bärte tragen. Jiddischlstlsche Mlnjanlm in der Ukraine. Riga. (J. T. A.) Die ״Jewsektia“!in der Ukraine hat nach dem Bankrott der sogenannten ״lebenden Synagoge“ ■ziu einem neuen Mittel gegriffen, um jüdische religiöse Einrichtungen dem Kommunismus •dienstbar zu machen. Es wurden kommunistische ,jMinjanim“ (Beter-Gemeinden) geschahen, wo in Jiddisch gebetet wird!und auch der T'hora-Aibsohnitt •während der Andachtsübung in jiddischer Sprache vor getragen wird. Zu diesem Zwecke •wurden die Bücher Mose von einem Kommunisten, einem gewesenen Thora-Schreiber (Ssaufer), in Jiddisch übertragen. Die neue Leitung der Aguda in Argentinien. Buenos Aires. (A. J. P. B.) ln der neugewählten Leitung der Aguda in Buenos Aires kommen sowohl die ' aschkenasischen wie die sephardischen Gruppen der hiesigvn thoratreuen Judenschaft zur Geltung. An der Spitze des Vorstandes steht Herr Leb Salzmann, feiner Herr Josef Rosenthal, Obmannstellvertreter, Isser Masol, Abraharn Gewenski als Kassiere. Dem Beirat gehören noch Herr Jakob Stahon, Präses der sephardischen Gemeinde, wie auch Aron Frumkin, Tobias Fuhrmann, Chaim Kalodne, Gerschon Ginsburg, Dawid Goldmann an. Nebst der Ortsbesteht auch eine Jugendgruppe. Von dem neuen Vorstande erwartet man eine erhöhte Intensivierung de Agudaarbeit. Ehrensekretär des Vorstandes ist N. I. Parnett. Die Gründung einer grossen jüdischen Mädchenschule in Wiliamsburg. New York. (A. J. P. B.) Wie das New Yorker ortho-, doxe Organ ״Das jüdische Licht“, mitteilt, ist in Williams-' bürg an der Jeschiwah ״Thora w'daat“ eine Mädchenschule gegründet worden, um dem furchtbaren Mangel an orthodoxen Erziehungsanstalten für Mädchen abzuhelfen. Ein Chicagoer Rabbiner im Alter von 107 Jahren gestorben. Chicago. (J. T. A.) Rabbiner Salomon Milles, der älteste Bürger Chicagos, ist dieser Tage im Alter von 107 Jahren verschieden. Rabbiner Milles hat seine Frau, fünf Söhne, drei Töchter, zweiundzwanzig Enkel und fünf Urenkel überlebt. Jerusalem für die Unterstützung der wirtschaftlichen Erez Jisroel-Arbeit der Aguda. Jerusalem. (A. J. P. B.) Rabbi Jizchok Jeruchom Diskin und Rabbi Josef Chaim Sonnenfeld haben einen warmen Aufruf erlassen, in dem sie alle thoratreuen Juden auffordern, die Bestrebungen der Palästinazentrale, die bisher auf dem Gebiete der Errichtung und Unterstützung von Schulen sowie für die Erhaltung des jüdischen Geistes in Erez Jisroel viel geleistet hat, auch bei der Durch* fiihrung von ihren wirtschaftlichen Projekten kräftigst zu unterstützen. Die Nachlassensdiaft Kaddoris und die Aguda. Jerusalem. (A. J. P. B.) Die Bemühungen der Aguda in Erez Jisroel, das grosse Schullegat Kadooris für Jeschiwoth und Talmud Thoras zu sichern, haben bis jetzt keinen Erfolg gehabt. Nach dem Beschluss der Regierung soll die Hälfte des Legats jüdischen Schulwerken, die nicht! auf religiöser Grundlage stehen, zufallen. Der Hinterlasser; Kadoori selbst, war ein thoratreuer Jude und sicherlich hat er seine Stiftung religiösen Thoralehranstalten zugedacht. Da aber in dem Testament der religiöse Charakter der zu unterstützenden Anstalten nicht ausdrücklich angegeben ist, hat die Regierung sich nicht verpflichtet gefühlt, das Geld in diesem Sinne zu verwenden. Bekanntermassen nützen die Lückenhaftigkeit des Testaments auch die Araber aus. Nachdem Kadoori seine Hinterlassenschaft nicht ausdrücklich für jüdische Schulen bestimmt hat, erhoben auch die Araber Anspruch auf einen Teil des Geldes. Silberne Hochzeit des Fürsorgerates Israel Vortrefflich. Dieser weisen seines <gemeiintn'üt!z.i1&en •Wirkens beii allen Schichten der Wiener Bevölkerung ohne Unterschied der Konfession ebenso geschätzte w׳ie •beliebte thoratreue Juide, war dieser Tage •anläßlich ׳der Feier seiner silbernen Hochzeit Gegenstand zahlreicher Ehrungen. •Herr Vortrefflich•, der bei allen Behörden persona grata ist, übt seit mehr als 14 Jahren תו verdienstvollster Weise das Amt eines städtischen F ׳ii r s 0 r g e r a t e s aus und hat sowohl in dieser Eigenschaft als auch sonst bei jeder Gelegenheit Ausserordentliches an Geinilasschassodim, Chachnossas kailoh und Pidjan scheiwiim geleistet. •Den zahlreichen Gratulanten des Jubelpaares scMiesst auch die ״Jüdische Presse“ sich mit!den!herzlichsten Glückwünschen an. Die Firma M. I n t r e t e r teilt mit, dass sie ihre Bureaus und Lagerräume in die Adlergasse 4 verlegt hat. FERTIGE HERREN- KNABEN- KINDERKLEIDER Massäbteilung bis zu den feinsten englischen Stoffen. Feinste, eleganteste Ausführung / Neueste Modejoumale liegen auf / Auf Vermeidung von שעטנין wird streng geachtet / Um geneigten Zuspruch bittet hochachtungsvoll1 ). STERN, II., GLOCKENG. 15• Tel. 46-9-13

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.