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Jüdische Presse · 1924-10-24 · 43 (24.10.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
43 (24.10.1924)
Date
1924-10-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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?«1."־,.w - ׳JK“w ׳ ׳;!?firg' IHRRi Sgite?86 JÜDISCHE PRESSE, Nr. 4fr es als Verbrechen, erscheinen Iiess, für einen Wahlkampf viele * hunderte Millionen auszugeben, äh die wüstes! Formen des Wahlkampfes vor vier Jahren eine Schmach för die Judeüschaft bedeuteten, haben, wir uns entschlossen, mit zwei numerisch grossen Parteien ein Wahlkompro•( miss zu schliessefi. Es ist der Versuch gemacht worden,' auch unsererseits im Einverständnis mit den anderen Oruppen, mit den neu aufgetretenen Parteien, die erst den Beweis zu erbringen haben, ob sie wirklich fruchtbringend in der Gemeinde arbeiten können und wollen, einen Vergleich zu schliessen, was aber an den ganz ungerecht•! fertigten Forderungen derselben scheitert. Wir hoffen, dass jeder, der an der Erhaltung der Gemeinde Interesse hat, seine Stimme den ״Vereinigten jüdischen Parteien“ geben wird. Auf einen Zwischenruf, mit welchen Orthodoxen die beiden Gruppen ein Kompromiss geschlossen haben, erwidert Herr Pappenheim, das sei diejenige. Gruppe der Orthodoxie, die seit Jahrzehnten für alle religiösen Bedürfnisse Sorge trägt, die die Institutionen allen Juden Wiens zur Verfügung stellt, und sei die einzige, die sich für die Kultuswahl im Jahre 1920 interessiert hat.1 Um den umlaufenden Angriffen gegen mich und meine Kollegen die Spitze zu bieten, teile ich mit, dass wir Herrn Osias März oftmals ersucht haben, die Kandidatur anzunehmen, wogegen Herr März aus jGesundheits- Rücksichten sich als nicht imstande erklärte, die Kandidatur anzunehmen. Wolf Pappenheim. Die Agudakolonie in Entek Jlzreel. Starke Beteiligung österreichischer Interessenten. In der am 11. Tischri stattgefundenen Plenarsitzung der österreichischen Erez Jisroel-Zentrale wurde der Be- Schluss zu eifriger Werbearbeit für den Bodenverkauf in Emek Jizreel mit einstimmiger Begeisterung aufgenommen, die ihren Höhepunkt in der Schlussrede des! Vorsitzenden, Se. Ehrwürden des Herrn Rabbiners Baumgarten, fand, in welcher er selbst sich an die Spitze der Bodenkäufer stellte. Seither sind zahlreiche Herren tätig, um noch vor Abschluss der Aktion möglichst vielen Oesterreichern Boden zu sichern. Im Sekretariat laufen nicht nur von Wien, sondern auch von der gesamten Provinz Anfragen und Kaufaufträge ein. Es zeigt sich wiederum, dass die wirtschaftliche Depression nicht genug stark ist, um einer guten Idee* die zugleich auch eine grosse Mizwoh ist, die Bahn zu verschliessen. Wohl. findet sich in der derzeitigen schlechten׳ ökonomischen Lage auch die Erklärung, denn die einzelnen/ Kaufleute sind bestrebt, neues Betätigungsgebiet zu finden.1 Der Preis von 2,5 engl. Pfund per Dun am ist selbst in1 Schlechten und noch nicht urbar. gemachten Landstrichen Palästinas sehr mässig und bedeutet daher einen guten ־Anlagewert. Die von der Agudas Jisroel ausgebotenen Grundstücke liegen im fruchtbarsten Teile des Heiligen Landes und sind bereits entsteint und in so gutem Zu- Stande, dass sofort die Bebauung für Gemüse, Obst, Getreide oder Tabak begonnen werden kann. Für Wasser ist durch zahlreiche Brunnen hinreichend gesorgt. Die derzeitigen Besitzer, zwei Araber, welche der Aguda Option für das Kaufrecht einräumten, sind in finanzielle Bedrängt nis geraten und mussten daher den Boden zu diesem für Sie keineswegs als günstig zu bezeichnenden Preis ver״ kaufen. Die Gegend ist herrlich schön und liegt etwa im Mittelpunkt zwischen Haifa und dem Jordan, nicht weit vön Tiberias. Für Leute, die vorderhand nicht nach Palästina auswandern, kommt selbstverständlich nur die gemeinwirtschaftliche Bearbeitung des Bodens durch die Aguda Der Oberrablbiner beglückwünschte den ׳Freund zu seiner Genesung urid lauschte dann mit inniger Anteilnahme, wie!der Vorsteher seinen!Bericht über <täe Erlebnisse in den letzten v!ier Monaten mfit den Worten begann: ״löh hatte eine Geschäftsreise vor, aber dlurch Eure lAttfbrderttng,!Rabbi, idh möge mich für die Rettung iPerez‘ entsetzen, wurde meine Reise auch ein frommes, gottgefälliges Werk. Mein Herz sagt es mir, dass ich diesem Werke die grossen Glücksfälle danke, die ich aiutf diesem Wege erfahren.“ ״Ich freue mich, m hören, dass ׳Eure gesdhäftliehen Unternehmungen so erfolgreich waren“, sagte der Obfcrralbbmer. ״ Ach, an die dachte ich jetzt nicht obgleich ich auch von diesen sprechen durfte. Anderes war mir im Stirne, zwei ganz andere Glücksfälle. Gott lenkte!keine Schritte in die Fremde, dass ich d!er Hilfe des Arztes teilhaftig werden konnte, ׳der gegenwärtig als dinzig, als der Grösste in. seiner Kunst dasteht Und mit dier notgedrungenen Verlängerung meines Aufenthaltes hängt die Erfüllung eines zweiten, von mir und meiner Gattin seit Jahren gehegten Herzenswunsätes zusammen . . Ueöerrascht fragte der Oberrabbiner: ״Mit dler ׳Verlängerung Eures Aufenthaltes?“ ״Ja! Ihr wisst es, Rabbi, dass ftns Öte weilte־ dxteetes ältesten Stintes, eine Gattin heimzuseit larigem betrübt, utüd 4äes nmtsdmehf, als מןיוצ V״, 'V•־ * '׳- 1. GUTH, Wien, IL tiilliuiistratte 14 (ehemalig» itofunittSUMM) Anerkannt hteat• KBoh•! SM ln Betracht, die nach einem einheitlichen fachmännischen1 Plane durchgeführt werden soll. Naturgemäss bindet die Schaffung einer solchen Siedlung gleich von Anfang an eine beträchtliche Anzahlvon Arbeitskräften. Eine Fläche von 4000 Dunam kann zum Beispiel bequem für 200 bis 300 Familien und für Hunderte von Schülern eines dort zu errichtenden landwirtschaftlichen Lehrinstitutes ausreichen. Hand in Hand mit der Bebauung des Bodens muss unter einheitlicher Leitung mit dem Bau von Wohn•! häusern, Stallungen etc. nach wenigen ausgewählten Typen begonnen werden. Hiebei ist auch ungelernten Kräften Verdienstgelegenheit gegeben. Und so ist für Hunderte freie Hände auf Jahre hinaus guter Erwerb und Beschäftigung für jede freie Stunde gesichert. Landwirte, die sich niederlassen wollen, können dies schon mit verhältnismässig geringen Mitteln. Im allgemeinen schätzt man die Kosten auf etwa 600 Pfund per Familie. Bei normalen Ansprüchen kann eine solche Familie bei eigenem Hause sowie Qemüse, Eiern, Milch' aus eigenem Betrieb mit 60 bis 100 Pfund pro Jahr ganz gut leben. Wer mehr besitzt, mag mehr für Oebäude sowie für seine Lebenshaltung ausgeben, aber für breitere Schichten muss man sich die obigen Ziffern vor Augen halten. Ein solches Jahreseinkommen lässt sich leicht aus einer kleinen Milchwirtschaft erzielen. Es genügen hiezu drei bis fünf Kühe, -«die auf 20 Dunam Boden bei rationellem Futterbau reichlich gesättigt werden können. Daneben hat noch Gemüsebau für die eigene Familie Platz sowie eine Geflügelhaltung, die auch für den Verkauf erhebliche Ueberschüsse abwerfen kann. Im Laufe dei* Zeit kann der Ansiedler sich eine Anzahl Obstbäume heranziehen und Kulturen schaffen, die seine erhöhten Bedürfnisse zu befriedigen imstande sind, ohne die Fläche von 20 Dunam überschreiten zu müssen. Ebenso günstig liegt es bei der Geflügelzucht. Doch besteht sogar die Möglichkeit, sich bloss mit einem Vermögen von 400 Pfund anzusiedeln und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Beide Zweige der Produktion haben den Vorteil, dass die Einnahmen sozusagen vom ersten Tage des Betriebes an' beginnen. Auf diese Weise hat jeder, der ernst bei def Sache ist, Gelegenheit, sich in verhältnismässig kurzer Zeit auf allen Gebieten der Landwirtschaft und der Bautätigkeit zu einem Fachmann auszubilden. Ausserdem aber können in einer solchen Ansiedlung die meisten Berufe ausgeübt werden, die den Einwanderern von Haus aus vertraut sind. Durch die Einrichtung von Gewerben und Industrien, eventuell hausgewerbficher Art, wird überdies für die Entwicklung der Kolonie aufs beste gesorgt. Der entsprechende Ritual- sowie Schulbetrieb sorgt gleichzeitig für die ideellen Bedürfnisse der Ansiedlung. Hiedurch hat wieder eine Reihe von Menschen Beschäftigung, und je grösser die Anzahl der Einwohner, umso besser werden sich alle fühlen. An alle Glaubensbrüder! Die Schaffung eines Keren Hathora zur Erhaltung aller Talmud Thoraus und Jeschiwoth kann wohl mit Recht als einer der bedeutendsten und wirkungsvollsten Beschlüsse bezeichnet werden, die anlässlich der vor Wir mit Sdhimerz walhmehmen mussten, dass dier einist!so heitere Sinn ׳unseres — ich darf auch als Vater die ׳schmeichelhafte Wahrheit sagen — mit so vielen edlen Tugenden!!geschmückten Jose allmählich dier Schwermut au weichen begann. Ihr kennt, Raibhi, auch!die Ursache . , . das soll gewiss keinen Schatten des Vorwurfes bedeuten ... dehn wer könnte so töricht, so sündhaft denken, Eurer Leah zu verlangen), dass sie bei der Wahl des Gatten ׳bloss der Stimme des eigenen Herzens folgen wäll.“ ״Dass ich und1 meine Gattin Euren Wunsch, teurer Freund, teilten, wisst Ihr ja“, bemerkte herzlieh der Oberrabfoiner. ״Nie ׳zweifelten wir daran“, :beteuerte der Vorsteher!und fuhr dann freudig erregt fort: ״Dem Himmel sei gedankt, durch unseren, wie gesagt, notgedrungen verlängerten Aufenthalt kam mefin Jose öfter in (das Haus Eures berühmten Freundes, des französischen Oberrabbüniers, an den Ihr, Ralbbi, mich emipfohlen. (Dort erblickte er etemal ׳die Enkelin des ÖberraJbbtaiers, und denkt Euch —־ welche FiÖgunfe — er Örtdet, dass sie ihn an Leah erinnert, dass sie ihr ähnMi sehe, ׳wie wenn die ihre Zwilfin^sdhwe stier ׳wäre. Er keimtet heim zu!mir und rillt fäsl Jbbehtä: ״Väter, ftilr ist, als oib löfi höute Leah gesehen hätte!“ Und daibei strahlen seine Augen, eite Lächeln, das wir wie lange schon bei ihm vermissten, eriteftt sein Antlite.“ Jahresfrist stattgefundenen Kene&fb Öidauloh, an der Qetenfm aller.; Weltteile feilgenommeh haben, gefasst wurden;. . Es bedarf wohl keiner besonderen Betonung, dass dadurch für das jüdische Geistesleben 4er Jdtetzeit eine bedeutungsvolle Schöpfung in die weit gereizt;wurde. Um so tecÜl1fc^|)||tthei1tt die Schaffung dieses grosses! Werkes, als dadurch die Möglichkeit rieh ergibt, $fere Jugend, die unter der Verrohung der Kriegs- und Nachkriegszeit leidet, in die richtige Bahn zu lenken und zum wahren Judentum zu führen. Wie könnte das aber besser möglich sein, als durch Erhaltung unserer Talmud Thoraus und Jeschiwaus, die ein Hort sind des jüdisehen Geisteslebens und der jüdischen Denkungsart. 1 Jeder Jude weiss, welche Opfer seine Eltern der Hochhaltung unserer heiligen Thora gebracht haben. Welche Entbehrungen und Anfeindungen sie still erdulden! mussten, um die Heiligkeit der Thora zu bewahren. Ist es da nicht die zwingende Pflicht aller unserer jetztlebenden Glaubensbrüder, im Sinne unserer Vorfahren zu handeln, und auch ihrerseits alles daranzusetzen, die Ehre der Thora, von der die Existenz des ganzen Juden■* tums abhängig ist, zu schützen? Spendet reichlich für den Keren Hathora! Die Keren-Hathora-Kommission in Oesterreich nimmt in ihrem Bureau, Wien; II., Malzgasse 12 a, Spenden entgegen. Bericht über die Tätigkeit der Agudas Jisroel Im Quartel Siwan, Tammus, Aw. (,Fortsetzung.) Erez Jisroel. Nebst den politischen Palästinaprablefnen widmete Agudas Jisroel auch den wirtschaftlichen Problemen in Eres Jisroel erhöhte Aufmerksamkeit. Das Interesse am Bodenkauf in Erez Jisroel wächst immer mehr. Unsere Landesgruppen in Amerika, Holland, Litauen und Bessarabien entfalten eine erfolgreiche Propaganda für Bereitstellung von Mitteln für Badenankauf in Erez Jisroel. Mit grosser Energie arbeitet auch die Palästinazentrale in Kolomea für Ostgalizien unter der Leitung von Dr. Benzion Fessler. Unter dem Eindruck der erhöhten Propaganda für Erez Jisroel verdichten sich auch verschiedene Projekte wirtschaftlicher Betätigung in Erez Jisroel, von denen die Gründung einer kooperativen Textilfabrik Lodzer Gesinnungsgenossen besonders hervorzuheben ist. In diesem Zusammenhalte zitieren wir hier aus dem Bericht Nr. 2 der Palästinazentrale der Agudas Jisroel folgende Stellen: Die Ergebnisse der polnischen Agudadelegation sind von unserer Warschauer Zentrale zusammengefasst: 1. BinjanHoorez: Vor zwei Jahren wurde durdt Initiative des Gerer Rebbe die Gesellschaft Binjan Hoorez gegründet, welche!bei Jaffa ein Stück Boden kaufte, na dort ein Geschäftshaus zu gründen. Durch gerichtliche Aaseinandersetzung mit dem vorigen Besitzer ׳war der Begina des Flaues verzögert. Anlässlich der Anwesenheit der Agudadelegation wurden jetzt alle Schwierigkeiten beseitigt und der Grundstein zu dem ersten Gebäude gelegt. 2. Tiberias. In der Nähe westlich von Tiberias wurde von Mitgliedern der Delegation ein grösseres Stück Land gekauft, um dort eine Gartenstadt zu gründen. Mit Hinblick auf die klimatischen Verhältnisse in Tiberias und auf die Heilquellen dürfte die Gründung der Gartenstadt sich als zukunftsreich erweisen. Es ist ferner in Tiberias von einem Mitglied der Delegation eine Holzfassfabrik gegründet worden, deren Existenz bereits durch Lieferungskontrakte auf 40.000 Fässer pro Jahr mit der Rothschildschen Zementfabrik in Tiberias gesichert ist. 3. Als Aktivposten der Delegation darf auch die Friedensvermittlung zwischen den streitenden orthodoxe■ Teilen in Jerusalem angesehen werden. 4. Tel-Awiw. In Tel-Awiw hat die Delegation de■ Platz für 31 Wohnhäuser gekauft, um dort ein orthodoxes Viertel zu gründen. Der Platz ist fünf Minuten von der Allenby-Strasse entfernt (Hauptstrasse von Tel-Awiw) uad wird der allweltlichen Palästinazentrale zur Verfügung gestellt werden; er wird orthodoxen Arbeitern Arbedtsmöglichkeit verschaffen. Von den 31 Bauplätzen ist einer für eine Synagoge bestimmt. Die polnische Aguda steht noch in Verhandlungen mit der Stadtverwaltung von Tel-Awiw wegen des Ankaufes eines grösseren Terrains. 5. Die Delegation hat sich in Jaffa und Petach Tikwah 2300 Dunam Boden gekauft, als letzten Rest des Bodens, der sich in dieser Gegend noch in nichtjädischen Hände■ befand. Es bestehen begründete Aussichten, dass durch dieses Grundstück hindurch die Hauptstrasse zwischen Jaffa und Petach Tikwah gelegt werden wird. 6. Die Delegation hat ausserdem eine Textilhbrik ״Matwe“ gegründet (die inzwischen ins palästinensische Handelsregister eingetragen ist); die dazu nötigen R^hraaieriall'en sind in Jerusalem selbst vorhanden. Die nötigen Maschinen sind in England und der Tschechoslowakei be-?teilt. Man hofft, dass bereits im kommenden Sommer die Fabrik in Betrieb gesetzt werden kann. Als Absatzgebiet kommen Aegypten und Syrien in Betracht. (Fortsetautlg foigO -—.*?■11■ g **■»■■* i I I I. I«!.II■*. 1 j -,.n ■■ i ’ ■4— klls tfäüefgtefrdltfefti Naturhaar, garantiert ürtfctehtbar im Tragen, liefert küiifrfetig Wien, 1. Bedrk, K&rntneratrasse Orant 4m Stefenspltes» am die Ecke) * /

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