Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 43 (24.10.1924)
- Date
- 1924-10-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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וויי m ימי חיקי־י^הי^ד^י׳יר ד tp.: :^י*ז״731מ^ןףיד^*' י^ייייזןמ״יי^•׳*,^1■* #.;”<?> " V. b. b. ORGAN DIE INTERESSEN DES ORTHfi Tjnlvcrsttä teW^iotbök t., jraBS-p&sritig• •wutiii 1 UMS■ Redaktion und Administration] Wien, 11., Malzgasse 12 a. — Telephon 49.054. tschecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreise t Ganzjährig: Für Oesterreich K 80.000, Deutschland Ooldmark 8, Polen Zloty 8, Tschecho-Slowakei KO. 70, Schweiz Frcs. 10, Amerika Dollar 2, Hallen Lire 25, England shiUtng 7, Rumänien Lei 800, Jugoslawien Dinar 100, Ungarn K 100.000. Einzelnummer öst. K 2.000. Zahlungen für Oesterreich: PostspsrkasseaaaitWlen, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkassenaait Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn 1 Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170: für Tschechoslowakei: Postsparkassauunt Prag. Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram,Ko. N. 40.217: f.Ramfinien: Banca Marmarosch Blanc fr Co für Floren* fr Co, Bukarest; für die Schweiz: Postschecks Luzern VII. 1470. Np. 48 Wran-Bratislava, 24. Oktober 1924 ,כ*ו תשרי תים*ה :TODDjnBTUjn >T3 10■ Jahpg■ Oie Wahlen in die Kultusgemeinde. Die Vorbereitungen zu den am 9. November stattfindenden Wahlen des Vorstandes ■der Israelitischen Kultusgemeinde sind in vollem Gange. Die Konstellation der am Wahlkampfe teilnehmenden Parteien bietet ein merkwürdiges und vielleicht auch unerwartetes BäM. Der selbstverständliche Wunsch, dass Parteien ausschliesslich auf Grund fester Prinzipien gebildet werden, konnte auch diesmal, infolge persönlicher Ambitionen nicht erfüllt werden. Anfangs wollten alle in Betracht!kommenden Parteien einen Wahlkompromiss schliessen, der alle Wünsche ׳berücksichtigend und alle Gegensätze überbrückend, den Wahlkampf überflüssig gemacht hätte. Die d'uTCh die allgemeine schlechte wirtschaftliche Lf&ge hervorgerufene, gespannte Situation in Oesterjeich einerseits, die berechtigte Scheiu vor Ausgäbe grosser Summen , die ein Wahlkampf verschlingen muss andererseits, Hessen einen solchen Kompromissvorschlag als den geeignetsten ersdhei- Ben. Wie bereits bemerkt wurde, scheiterte dieser Vorschlag an der Klippe persönlicher Aspirafionen, aus dem* grossen, alle Parteien umfassenden Kompromiss, ׳wurde nur ein Wahlbündnis der drei, bismm in der Kultusgemeinde vertretenen Parleien. Obwohl nun diese drei Parteien, die Union deutschösterreichischer Juden, die Zionisten und die auch ׳bei den letzten Wahlen unter dem Namen ״Vereinigte glaubenstreue Wahlgiemeinschaft“ auftretendie unabhängige Orthodoxie, diametral entgegengesetzte Weltanschauungen vertreten, haben sie bei aller Wahrung ihrer Prinzipien und ihrer Bewegungsfreiheit einen rein technischen Wahlkompromiss geschlossen, der bloss für die Wahlen in Funktion tritt, um somit eine grosse Summe von materiellen und moralischem Werten vor zweckloser Vernichtung zu bewahren. Ebenso seinen dieser Konpromiss geeignet, die gehässige Stirnmung, die unter den jüdischen Parteien während der letzten Wahlen herrschte, nicht aufkommen zu lassen. Es ist selbstverständlich, dass ein solcher Kornpromiss nicht alle Kreise der unabhängigen Orthodoxie befriedigen kann. Wenn man auch so manchen triftigen Grund gegen diesen Kompromiss Vorbringen kann, sio wollen wir mit Genugtuung feststellen, dass die Führer der Orthodoxie, die den Wahlkompromiss geschlossen haben, an der imneren Zersplitterung der Orthodoxie sich nicht mitschuldig gemacht haben. Auch die (Befürchtung, dass der Wahlkampf hassliehe Formen annehmen ׳werde, ist leider allzu bald — auch unter den orthodoxen Parteien in Erfüllung gegangen, wie der Kampf zeigt, der zwischen dem Misrachi der unter dem Pseudonym ״Religiöser Block“ auf tritt und zwischen Achdus tobt, ein erbitterter Kampf, der tatsächlich nur zwischen entzweiten Brüdern toben kann. Dass die genannten Gruppen, nach ihren Wahlreden zu schliessen, es für absolut unzulässig betrachten, mit Niahtorthodioxen, auch nur während der Wahlen •zu rein technischen Wählzwecken, zusammenzugehen, begrüssen wir auf das freudigste. Wir vertraten immer diese Anschauung, vertraten sie damals, als es sich um viel wichtigere und grössere Dinge handelte, als es rein technische Komkompromisse sind. Hoffentlich bleibt dieses Prinzip auch nach den Wahlen aufrecht und es wird vielleicht dank dieses Prinzipes zu der von uns oftmals geforderten Selbständigkeit dieser Parteien und somit zu einer Einheitsfront der Orthodoxie ׳kommen. Weniger erfreulich ist die Gehässigkeit, mit welcher die zwei Gruppen, Misrachi und Achdus, sich gegenseitig die Berechtigung zur Vertretung der 36 (?) orthodoxen Bethausvereine absprechen. Der erbitterte Plakatenkampf dieser Parteien, das Recht diese, zumändst nicht so grosser Zahl vorkommenden Bethausvereinezu vertreten, •sich in geharnischten Aufrufen streitig zu machen, kann füglich von jenen mit wohlwollendem Lächeln aufgenommen werden, gegen welche die Existenz und der Zusammenschluss dieser angeblichen 36 ׳Bethausvereine seit Jahr und Tag politisch ausgebeutet wurde. Wogegen aber an dieser Stelle energisch protestiert werden muss, ist die beschämende Tatsache, dass religiöse Parteien kein Verantwortungsgefühl besitzen und die in Wien lebenden Ostjuden zu politischen Zwecken missbrauchen. Der Krieg hat eine grosse Anzahl von Flüchtlingen aus dem Osten nach Wien gebracht, die sich in den Jahren ihres —I I I 1■ 1 1 I — II..I — II I — II. ■ I ■■ Aufenthaltes in Wien vollständig in 1das Leben der jüdischen Bevölkerung eingefügt haben. Sie bilden keine einheitlichen Gruppen und sind nach ihrer Weltanschauung, den religiösen, sozialen und politisehen jüdischen Gruppen beigotreten. Dass die Ostjuden von jeher zu politischen und gar zu Wahlzwecken von antisemitischen Parteien missbraucht wurden, ist eine Ungeheuerlichkeit, für die jedoch bis nun Juden und besonders orthodoxe Juden keine Verantwortung zu tragen hatten. Dass nun aber religiös sich nennende Gruppen denselben Missbrauch treiben und so inneriialb des Judentums eine lächerliche und unwürdige ״Rassenpolütik“ treiben, erfordert eine energische und! warkungsvolle Abwehr. Man erweist unseren Brüdern aus dem Osten dien dien'kbär schlechtesten Dienst, wenn man sie, statt sie im Leben des Wiener Judentums als einen wertvollen Bestandteil wirken zu lassen, sie als einen gesonderten Teil behandelt und; zu Walhlziwecken missbraucht. In Anbetracht dieses Umstandes erachten wir den Wahlkompromiss, wenn wir ihn von unserem prinzipiellen Standpunkt nicht billigen können, als der Uebel Kleinstes. Zumal die Charakterfestigkeit und das jüdisch-religiöse Streben der auf der gemeinsamen Liste figurierenden Kandidaten genug bekannt sind, um nicht durch vorübergehende Wahlkompromisse erschüttert zu werden. * Zu den Wahlen in die Kultusgemeinde. In der Wählerversammlung der ״Vereinigten jüdisehen Parteien“ vom 21. Oktober 1. J. im Hotel Continental hat Herr Kaltusvorsteher Wolf Pappenheim namens des! glaubenstreuen Gruppe des Vorstandes nachstehende Erklärung abgegeben: < Wir gehen von der Ansicht aus, dass die Erhaltung der Kultusgemeinde ein dringendes Bedürfnis der Wiener Judenschaft ist, ohne dass wir dabei unserem Standpunkt,1 der die grösstmögliche Autonomie für uns erstrebt, etwas' vergeben. In Würdigung des Umstandes, dass die inf Kultusvorstand derzeit vertretenen drei Parteien durch anif gestrengte Arbeit, die bei unserem Antritt bankrotte Gemeinde soweit saniert haben, dass man eine dauernde Konsolidierung hoffen darf; in Anbetracht des Umstandes, dass die wirtschaftliche Krise, in der wir uns befinden, Der Traum des Rabbi. (Fortsetzung.) In einer zweistündigen Besprechung war der Oberrabbiner mit dem Vorsteher zu voller Einigung gelangt. Es bedurfte keines Zuredens und keines Ueberredens seitens des Rabbi, um von seinem Freund!die Zustimmung au erhalten, dasis er Perez mit sich nach Frankreich nehmen werde. Ja, dieser war es, der schliesslich dem Ofberrabbiner beruhigend sagte: ״Sorget Buch nicht, Rabbi; nach dem klaren Bild, das Ihr mar entworfen* würde ich nicht (den geringsten Grund sehen, mit Angst an die Ausführung des so wohlerwogenen Planes ziu schreiten, selbst wenn es sich nicht 1um die Rettung eines Mannes handelte, der Euch der Hilfe so׳ ׳würdig erscheint.“ ״Ach mein, teurer Freund“, unterbrach ihn der Oberrabbiner, ״ich kann Euch nicht sagen, wie wert mir Perez der Rettung dünkt, er, der einst zu den Grossen unseres Volkes ׳zählen wird. Kein! Opfer, das ich für •ihn bringen müsste, erschiene mir zu hoch, aber das beseitigte nicht meine B׳edlenken, von Euch ׳ein solches Opfer zu erbitten. Ich bin unsäglich froh, aus Eurem Miundle zu hören, dass Ihr keine Gefahr bei der Unterstützung seiner Flucht erblickt.“ ״Nein . . . nach menschlichem Ermessen keine. Ich geniesse, wie Ihr wisst, Rabbi, dank dem Umständle, dass ich so glücklich war, dem König während! des fetzten Krieges durch meine finanziellen Verbindungen gefällig zu sein, auch die Begünstigung, dass ich einen freien Geleitschein für die Personen erhalte, die in meinen Diensten stehen, deren Begleitung mir eventuell auf •meinen Geschäftsreisen erwünscht ist. Nun wird* nebst meinem ältesten Sohn Jose auch mein Neffe Perez in miednem Wagen Platz nehmen, und niemand wird mich während der Fahrt auch nur mit der Frage behelligen dürfen, wer er sei.“ Auf atmend sagte der Oberrabbiner: ״Ihr beglückt ׳mich durch Eure beruhigenden Worte . . . Wenn ich nur noch Rat ׳wüsste, -welche letzten Voibereitungen Perez machen müsste, um...“ ״Verzeiht, Rabbi“, unterbrach lächelhd der Vorsteher ׳den Oberrabbiner, ״überlasset diese Sorge getrost mir, den sie wahriiaftdg wenig drückt. Darüber werde ich mich mit Perez allein verständigen.“ * Vier Monate waren seit der Flucht Perez‘ vergangen. Ein Gerücht, das von dem Selbstmord eines Priesters aufgetaucht war, um 'bald wieder zu verstummen, gab die beglückende Bestätigung, dass die Flucht gelungen sei. Und! nun war auch der Tag gekommen, an dem der Oberrabbiner Mitteilungen über das Weitere Schicksal seines Schützlings aus dem Munde des Vorstehers erhalten sollte, der nicht, wie er geplant, drei Wochen, ׳sondern volle vier Monate vom Hause ferngeblieben war. Ein Augenleiden, das dien vortrefflichen Mann schon seit längerer Zeit belästigt hatte, war kurz nach seiner Ankunft in der grossen französischen ,Stadt mit solcher Heftigkeit aufgetreten, dass fihm!die völlige Erblindung drohte ־und nur noch in einer schleunigst vorgenommenen Operation die Möglichkeit einer Rettung gegeben war. Die Operation hatte den besten Erfolg, aber erforderte eine lange Zeit der Schonung . . . Der Oberrabbiner duldete nicht, dlass sein von der Reise ermüdeter Freund, der seinen Besuch $«0י fort nach seiner Ankunft angekündigt hatte, das ׳Haus verlasse, und begab sidh zu ihm, um׳ ihn zu begrüssen. Der Vorsteher dankte gerührt für diese Ehre. ״Glaubt mär, Rabbi“, sagte er dann in scherzhaftem Tone, der aber die tiefste Ergriffenheit durchklingen Hess, ״ich weiss nicht, wie ich die Gnade Gottes preisen soll, dass ich die Ehre und die Freude habe, Euch zu sehen.“ Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Siel es nicht Wiens GRÖSSTE InternetlonaloTONSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN . OTHMAR SCHIFF. WIEN. I., KXRNTNERRING Nr. « t"«!g1B.nS.«aVr3Sn aufzusuchon I Liefert seit mehr alt anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialistin Brautscheiteln. Die Herstellung einer Jeden einzelnen Perücke erfolgt aus GARANTIERT DAUERGEWELLTEM NATURHAAR, lndlvidueli dam Gesichte angepasst. EN GROS. Grosses Lager u. reichhaltigst• Auswahl In Portioken modernster Frisuren. EN DETAIL. 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