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Jüdische Presse · 1924-11-21 · 47 (21.11.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
47 (21.11.1924)
Date
1924-11-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 47 IMMW bbmm sJUK^KKXIC ־IrVIDoQE• Seite 311 schlossen, sich neuerdings an die einzelnen {.andesorganisationen zu wenden, um die Durchführung dieses Planes zu beschleunigen. Gründung eines Hilfskomitees für die russischen JVUkwoaus in Jerusalem. Jerusalem. (A. J. P. B.) Auf Qrund der Aufforderung der Zentrale hat die hiesige Ortsgruppe bereits ein Hilfskomitee für die zerstörten russischen Mikwoaus eingesetzt, das seine Arbeiten mit gutem Erfolge begonnen hat. Sijumfeler im orthodoxen Betliaus, Wien. 1״ LazenhoS. hof. Am vergangenen מוצאי שנת fand im orthodoxen Bethaus, Wien I., eine solenne Sijumfeier auf ׳ בינותCD statt. Nachdem durch Herrn Rabbiner S. Neuwirth die letzten Stellen aus מם׳ בימת vorgetragen wurden, schilderte der verdienstvolle Obmann des Bethauses und bewährte Kämpfer der Orthodoxie, Herr B. Hofbauer, in beredten Worten die Geschichte des Bethauses. Herr Rabbiner Neuwirth besprach in begeisternden und zum Herzen gehenden Worten die Bedeutung des Sijumfestes für das jüdische Leben des ersten Bezirkes und־ hofft! dass die von ihm errichtete Talmud Thora der Grundstein einer neuen, von Thora durchdrungenen Zukunft sein werde. Nachdem noch die Herren Rabbiner Rubinstein, Ch. Gross und Siegmund Stern herrliche תויה Worte gesprochen, wurde gegen Mitternacht diese wahre שמחה של מצוד, geschlossen. Die Ankunft Oberrabbiners M. M. Epsteins in Europa. Wien. (A. J. P. B.) Oberrabbiner M. M. Epstein- S 1 o b o d k a trifft am 24. Cheschwan in Antvverpen ein, wo ihm seitens der dortigen Agudas Jisroel ein feierlicher Empfang bereitet wird. Hierauf begibt sich Oberrabbiner Epstein nach Berlin, wo er mit den Führern der Agudas jisroel Sonntag den 26. Cheschwan konferieren wird. Nächste Woche begibt sich Oberrabbiner Epstein nach Slobodka, das er vor einem Jahre verlassen hat. Die Reise Rabbiners Dr. J. Poilak nach Ungarn und Rumänien. Wien. (A. J. P. B.) Anfangs dieser Woche begab sich im Aufträge des Geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel, Rabbiner Dr. Joel Poilak nach Budapest, um die Beziehungen zwischen der ungarischen orthodoexn Landeskanzlei und der Agudas Jisroel enger zu knüpfen. Rabbiner Dr. Poilak überbringt der Landeskanzlei auch einen Beitrag des Keren Haturoh für die Jeschiwoth. Die Aktion für die Jeschiwoth in Ungarn selbst, ergab bisher einen Betrag von 20 Millionen Kronen monatlicher Spenden. Aus Budapest begibt sich Rabb. Dr. Poilak gemeinsam mit Herrn Wolf Pappenheim nach Oradea Mare, wo ein Sijum des Daf Jaumi Schiur stattfinden wird. Auch dort harren wichtige organisatorische Aufgaben, die Rabbiner Dr. Poliak im Aufträge des Q. A. zu lösen versuchen wird. Der Wirtschaftsrat der Aguda Jisroel. Frankfurt a. M. (A. J. P. B.) Die Arbeiten um die Siedlung der Agudas Jisroel in Emek Jisroel erfordern eine fachmännische ökonomische Leitung. Zu diesem Zwecke wurde ein Wirtschaftsrat gebildet. Diesem gehört unter Anderen auch der bekannte Statistiker und Kenner der Kolonisation Herr Dawis Trietsch an. Der Bodenkauf der Aguda in Erez Jisroel. Frankfurt. (A. J. P. B.) An dem Bodenkauf der Agudas Jisroel in Emek Esroel haben sich die Landes* Organisationen in Amerika, Polen, Schweiz, Litauen und in der Slowakei beteiligt, in Deutschland und Oesterreich wird die Aktion mit Erfolg fortgesetzt. Gründung einer Aguda-Ortsgruppe in Tel Awhv. Jerusalem. (A. J.P. B.) ln den Sukkothfeiertagen wurde in Tel Awiw eine Ortsgruppe der Agudas jisroel gegründet. Der Gerer Rebbe ln Warschau. Warschau. (A. J. P. B.) Die Wirtschaftskrise in Polen, die noch immer in ungelinderter Schärfe fortdauert, hat auch das Hauptorgan der Agudas, den ״Jud“, und andere Institutionen der Aguda in Mitleidenschaft gezogen. Um den drohenden Zusammenbruch dieser wichtigen Organe abzuwehren, hat sich der Gerer Rebbe entschlossen, nach Warschau zu fahren, um eine grosse Sammelaktion ein* zuleiten. Es gelang dem Qerer Rebbe, ganz namhafte Summen aufzubringen. Es ist noch immer notwendig, die Aktion fortzusetzen. Zur Unterstützung dieser Aktion ist Rabbi Tobias Horowitz, Mitglied des öeschäftsführenden Ausschusses von Wien, nach Warschau gefahren. Das Baukomitee der Lubliner Jeschiwah widerlegt die Vorwürfe gegen seine Tätigkeit. Lublin. (A. J.P. B.) Das Baukomitee der Lubliner Jeschiwah weist in einer Erklärung die Angriffe zurück, die von einer gewissen Seite gegen sein Gebaren systematisch geführt werden. Was die Vergebung der Arbeiten an eine nichtjüdische, beziehungsweise antisemitische Firma betrifft, erklärt das Komitee, dass die Firma eine Aktiengesellschaft ist, deren Leitung aus Juden besteht. Ferner verpflichtete sich die Firma, jüdische Arbeiter zu bevorzugen; auch der bauleitende Ingenieur ist •ein Jude und zurzeit machen die jüdischen Arbeiter 70 Prozent der an dem Bau Beschäftigten aus. Bei der Vergebung der Arbeiten Hess sich das Komitee ausschliesslieh von sachlichen Momenten leiten. Das einzige akzeptable Anbot sowohl was die Konditionen wie die Siekerheit der Durchführung der Arbeit betrifft, stammte von der Ballgesellschaft Beton, 4er auch die Arbeit vergeben wurde. Die Vergebung der Arbeit an diese Firma bedeutet 14.000 Dollar Ersparnis gegenüber einem zweiten in Betracht kommenden Angebot. Nebst dem annehmbaren Preis verpflichtete sich die Firma, das erste Gebäude bis zum Winter fertig zu stellen, ohne Rücksicht, ob Inzwischen Zahlungen geleistet werden oder nicht. Bericht Rabbi Beer friedmaiins über die jüdische Lage in Ost&iUzien. Wien. (A. J. P. B.) ln der Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Agudas Jisroel erstattete Rabbi Beer Friedmann-Czortkow ein ausführliches Referat über die allgemeine Lage der Judenheit in Ostgalizien und über die Aguda im besonderen. Er hob mit Nachdruck hervor, dass der agudistische Oedanke nunmehr Eingang findet, und dass es geglückt sei, besonderes Interesse der Jerejim für Keren Hathora und Keren Hoaulim zu erregen. Nebst der Arbeit zur Linderung der religiösen Not beantragte der Referent, eine Hilfsaktion für die zahlreichen tuberkulösen Kinder in die Wege zu leiten. Der Geschäftsführende Ausschuss hat beschlossen, die Anregungen jjRabbi Friedmanns ernstlich zu erwägen und einen besonderen Beauftragten nach Galizien und nach Czemowitz zu entsenden. Eine Rede Oberrabb. Zirelsons. Grosses Aufsehen auch in lüchtjüdischen Kreisen hat liier eine Rede des öberrabbmers Zirelson im Senat hervorgerufen. Rabbiner Zirdson brachte im Verlaufe einer Interpellatiönsbeßriindung Fälle zur Spraclie, in denen jüdische Kinder von Schulinspektoren gezwungen ־wurden, am christlichen Reüffionsunterricht und an christlichen ReliglonsÜbungen teilzunehmen. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung musste der Kultusminister die sofortige Abstellung dieser Uebelstände veranlassen. Generalversammlung der Aguda in Riga. Riga. (A.J.P.B.) Die diesjährige Oeneralversammlung der Aguda fand am 27. Tischri statt. Nach dem Gescbäftsbericht des abtretenden Vorstandes, der nach lebhaiter Diskussion zur Kenntnis genommen wurde, fanden die Wahlen statt. Als Vorsitzender wurde Herr Wolschanek, als Stellvertreter der Sejmabgeordnete Dubin und S. Dawidowicz gewählt. Die Zentrale wurde ersucht, möglichst bald einen Vertreter behufs Mithilfe bei der Durchführung der notwendigen Aktionen nach Lettland zu entsenden. .!' Sir Philipp Sassoon, Unterstaatssekretär des britischen Luttamtes. Zum Unterstaatssekretär des britischen Luftamtes im Kabinett Baldwin wurde Sir Philipp Sassoon ernannt. Sir Philipp, der der konservativen Partei angehört, ist seit 1912 Mitglied des englischen Parlaments. Bekanntlich war er längere Zeit der Privatsekretär von Lloyd George in dessen wichtigsten Regierungszeit. Die angesehene jüdische־ Familie der Sassoons, die zu den reichsten Nabobs von Indien gehört, und auch mit den Londoner Rothschilds verschwägert ist, zählt seit Jahrzehnten zu den engeren Freunden des englischen Königshauses. Der Vater von Sir Philipp Sassoon, der vor einem Jahrzehnt gestorben ist, lebte noch als streng gesetzestreuer Jude. Das Adelswappen der Sassoons ent* hält die hebräische Inschrift: ״Emes w*emunah“. Ormsby-Gore nimmt das Amt des Kolonien-UnW- Staatssekretärs an. Major William George Arthur Ormsby-Gore, der sich gegenwärtig in Ostafrika befindet, bat dem Premierminister Baldwin telegraphisch mitgeteilt, dass er das ihm angebotene Amt eines Unterstaatssekretärs für das Kolonialamt annimmt. Herr Ormsby-Oore, der älteste Sohn und Erbe Lord Halcchs, war schon in der letzten konservativen Regierung unter Baldwin Unterstaatssekretär für die Kolonien. Er gilt als eine Autorität in den Fragen Palästinas und der arabischen Halbinsel. Schon im Jahre 1918 war er politischer Assistent der Militärmacht in Palästina. 1919 war er Mitglied der britischen Delegation für die Friedenskonferenz, Sektion Mittlerer Osten. Er war auch der offizielie britische Repräsentant bei der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes. Die Aitsiedluftg von mindestens 4000 jüdischen Faimßen hn Jahre 1924-25 endgültig beschlossen. Moskau. <J. T. A.) Her SudarskL der Vizepräsident des Rates der Nationalen Minderheiten in der!Ukraine, gab am 25. Oktober ein Mitteilung heraus, wonach mmmehr an die praktische Ausführung es Beschlusses, 25 neue jüdische Kolonien mk je 150 Familien im Jahre 192405 auf dem Lande anzusiedeln, geschrieben wird. Abgesehen ׳von den ■weitgehenderen Plänen, die ■eventuell verwirklicht werden würden, sobald Kapital -zur Verfügung stehen ward, würde schon der kHednere Plan die Anskidfang von nahezu 4000 jüdischen Familien mit 20.000!bis 30.000 Seelen im Jahre möglich machen. Diese Kolonien werden in den Distrikten Jekaterhroslaw, Cherson und Odessa, und zwar nur!für Einwohner der Provinzen Kiew, Dodotöen. Tschemugow und PoKaiwa emgeitfchtet werden. AnsfedtongsfwiHe anderer Provinzen werden bis zur nächsten LandverteHiung warten müssen. ln dem Distrikt Atosär ifrtdne Laudfläche von 4000 DesjatSn für den Auftau einer Anzahl jiWfedier Kolonien bereftgestefttt worden. Achtung! Neue Adresse! 018 RtdaktlM oid MilftUtiti•! der ״JMiscfcN Presse‘1 befietfei lieh Wien, ll.9 Leopoldsgasse 26 1. Stiege, 1. Stock, Telephon Nr. 4594״־4׳׳- Sprechsaal. (Für diese Rubrik übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Auch eine ״Siegesfeier**. Der Misrachi hat bekanntlich bei den Wahlen zur Kultusgemeinde eine Niederlage erlitten, wenn man die grossen Kraftanstrengungen mit dem Mandatsergebnis vergleicht, ln so einer peinlichen Situation ist es das klügste, zu schweigen, wenn man sich nicht lächerlich machen will. Das Wiener Misrachiorgan ist weit entfernt, den Weg der Klugheit zu beschreiten, so müsste ja sonst seine ganze Vergangenheit verleugnen. Also dichtet es die Niederlage des religiösen Blockes zu einem grandiosen Sieg um. Wenn es damit seinen Anhängern Sand in die Augen streuen will, so ist dies seine Sache, um so mehr, als sich unter diesen nicht wenige befinden, die von jeher gegen ein isoliertes Vorgehen des Misrachi Ein- Spruch erhoben haben und für eine gemeinsame Front der Wiener Orthodoxie eingetreten sind. Aber, wie gesagt, die Tatsache einer Wahlniederlage den eigenen Partei- ' gängern durch Verkündung eines ״Sieges“ schmackhaft zu machen, ist eine Methode, die zwar nicht auf allzu grosse politische Denkfähigkeit schliessen lässt, jedenfalls aber als eine interne, innermisrachistische Angelegenheit anzusehen ist. * Vom Standpunkt der Beruhigung der jüdischen Oeffentlichkeit ist es aber scharf zu verurteilen, dass die ״Jüdische Wochenschrift” ihre Wahlnekrologe auf einem Niveau hält, das klar erkennen lässt, dass sie sich von ihrer Wahlpsychose noch nicht erholt hat. Dass ein taktisches Zusammengehen von orthodoxen Persönlichkeiten mit der Union und den Zionisten ״Aufgabe aller bisher verkündeten Prinzipien“ der Aguda bedeutet, wird nur jemand behaupten können, der anscheinend den Unterschied zwischen taktischem, wahltechnischem Zusammengehen und einer Gesinnungsverwässerung oder Prinzipien* Preisgabe nicht versteht. Dass der Misrachi, der, mit Ausnahme seines linken Flügels, noch immer auf allen Zionistenkongressen umgefallen ist, und zwar nicht nuf ״taktisch“ umgefallen ist, derartige Unterschiede nicht begreift, wird niemand verwundern können. Schliesslich und endlich musste doch der Ministerposten des Herrn Josef Pick irgendwie bezahlt werden: Und 60 war der Misrachi als zionistische Regierungspartei gezwungen, bei den entscheidenden Abstimmungen ja und amen zu sagen und dürfte diese prinzipienfeste und siegreiche Praxis auch für die nächste Zeit beibehalten. Was ihn aber nicht bindert, mit den brüderlichsten, jüdischesten, ״ge« setzestreuesten“ Worten über Andersdenkende herzufallen. Es ist reinste Wahlpsychose, wenn man am 14. Noveraber, also nach den Wahlen, noch schreibt: ״Der Achdusmann hat das eine errungene Mandat mit einem Preis bezahlt, dessen Höhe wohl seine eigene Tasche am besten fühlen wird..Wir erlauben uns die Fest- Stellung, da$9 eine derartige Kampfesweise mit den Begriffen Judentum und Oesetzestreue, die schliesslich und endlich ja auch dem Misrachi heilig sein sollten, unvereinbar ist. , Der einzige Satz aus dem Wahinekrolog des Misrachiorgans, der die ungeteilte Zustimmung aller finden wird, die über diese elenden, unjüdischen Wahlzänkereien objektiv zu denken versuchen, ist folgende naive Auslassung: ״Es ist aber nicht Sache des Misrachisten, Siege zu feiqfti und auf Lorbeeren auszuruhen ...“ Sehr richtig! Denn Siege wurden nicht errungen und Lorbeeren wahrlieh nicht geholt!” Wenn man aber mit einem Aufwand von soviel Mühe und Qeld, mit dem Aufgebot ganzer Armeen, armselige zwei Mandate erlangt, und dies erst mit Hilfe einiger dem Achduth entrissener Bethausvereine, 60 kann dies wahrlich keinen Anlass zu Triumphen geben. ( M. Hornstein. ' Wo •rfc&it man den wirklioa naturgetreuen SCHEITEL? Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeiten für orthodoxe Frauen, Frans B a 11 a, ist es nach jahrzehntolangen Bemühungen endlich gelungen Scheitel herzuatellen, die dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nach- Mahnt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des Herrn Baila wird sich jede orth. Braut leichten und freudigen Herzens entschüessen. das eigene Haar abschneiden zu lassen und einen Seheitel zti tragen. Die Damm werden zum Besuche des nachstehenden Ateliers höfliehst eingeladen, woselbst Modelle kostenlos .aasprobiert werden. Frass Balla, OTion, IT., Gusshausstrasse 26 Telephon 68-9-18

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