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Jüdische Presse · 1924-09-26 · 39-40 (26.9.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
39-40 (26.9.1924)
Date
1924-09-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 262 S JÜDISCHE PRESSE Mr. 39/40 der OrtihodQxen ergeben sich aus den gefassten Resolutionen. < Zu teilweise leidenschaftlichen Erörterungen führten die politischen Eree-Jisroel־P9r0־ Meine• Der Zentralrat erblickt i׳n dem Qeimeindegesetz des Waad Leutni die schwerste Gefahr, die dem jüdisehen Leiben in Erez Jisroel seit langer Zeit gedroht hat,.und er ruft die ganze Diaspora auf, durch rücksichtsfose Bekämpfung dieses Entwurfes die Zukunft "der Thora in ihrem Lande zu retten. Der Gegenentwurf, den der G. A. dem High Commissiober einreichte, fand, von wenigen Einzelheiten abgesehen, die Zustimmung des Zentralrates und der anwesenden Mitglieder des ,Rabbiniischen!Rates. Einmütig war die Versammlung in dem Entschluss, den ganzen Einfluss der organisierten Orthodoxie für die Unabhängigkeit und Gleichberechtigung der Sonnenfeldschen Gerneinde in Jerusalem einzusetzen, deren Unter- ״Keren Hathora“ geschaffen. Sind seine Eingänge in dem ersten Jahre in Höhe von ungefähr 25.000 Dollar im Verhäftnis zur Grösse der Aufgabe auc׳h winzig genug, so kann man doch diesem Fonds eine grosse Zukunft voraussagen. Auch durch Schaffung von grossziigügen Hilfswerken hat die europäische thoratreue Judenheit versucht, die entseizliche Not zu!indem. Die jüdischen Hilfswe ke in Wien und Berlin bedeuten verheissungsvollen Anfang eine:, aut das Vertrauen in die Selbsthilfe gegründeten, sozialen Fürsorge, ln beiden Ländern wurden die Grundsteine ׳zu diesem stolzen Bau in einer Zeit der grössten Wirtschaft- ׳־liehen und politischen Not gelegt. Es ist zu ׳hoffen, dass' die Besserung der äusseren Lebensverhältnisse, den Antrieb zur Linderung des Elends nicht verringern wird. Unter den äusseren Faktoren, welche dias jüdische Leben im letzten Jahre noch immer sehr stark beeinflusst!haben, ist nebst der wirtschaftlichen Depression der mit thr im engen Zusammenhang stehende A n t i s e m i t i sm u s zu nennen, der zwar mit dem Abflauen der kommunistischen und nationalistischen Welle in Europa in den letzten Monaten seinen exzessiven Charakter eingebaisst hat, dessen Verheerungen in Zentral- und Osteuropa aber noch lange Zeit fühlbar sein werden. Antisemitische Ausschreitungen, wie sie im letzten Jahre so häufig in Rumänien, Polen, Ungarn und Deutschland vorkamen, sind nicht nur tieftraurige Erscheinungen entmenschter Bestialität, sondern, da die Anführer zumeist der akademischen Jugend angehören, auch ein Zeichen des geistigen Niederganges der künftigen Generation. Diesen Ausschreitungen sind nicht nur jüdische Menschenleben zum Opfer gefallen, sie übten auch verhängnisvolle Wirkung auf den jüdischen Geist aus. Als tieftraurüges Zeichen einer Wechselwirkung auch auf diesem Gebiete ist die Tatsache zu verzeichnen, dass selbst im innerjüdisch m Kampfe, der bis jetzt zumeist mit geistigen Waffen geführt כשי Hotel-Restaurant כשי J. GUTH, Wien, 11״ Hollandstraese 14 (ehemalige Stefanieitraaae) Anerkannt baata KO oh•! drück ung den elementarsten Grundsätzen der religi- Ösen Gewissensfreiheit ׳widerspricht. 'Die Zusammenfassung der in Wien, Berlin und anderen Grosstädten bereits reich entwickelten soz i a I! e n Institutionen der Aguda zu einem e i n h e i tliehen H i 1 f s w e r k macht gute Fortschritte. Die Leitung der Aguda .wird aus der Krakauer Tagung starke Antriebe zu vielseitiger Tätigkeit schöpfen. ויחי נועם ח׳ אלק׳ עלינו ומעשה ידעו כוננה עלני יד". wurde, eine früher nie geahnte Verrohung emtra•. Dieser innerjüdische Kampf tobte in diesem Jahre n den heftigsten Formen, fast in allen Ländern und erstreckte sich auf die verschiedensten Gebiete jüdischer Lebensbe׳ütigung. Wenn auch selbstverständlich der Gebrauch roher Kampfmethoden schärfstens zu verurteilen ist, so ist der Kampf an und für sich als!wertvolles Symptom der unverwüstliehen Vitalität unseres Volkes und als treuer Ausdruck der geistigen Strömungen und des Willens, von ׳J:non die verschiedenen Teile des jüdischen Volkes beherrscht sind, einer eingehenden Schilderung wert. Der Kampf gegen das traditionelle Judentum wurde auf zwei Fronten geführt, von den Sozialisten und den Nationalisten. Die sozialistischen Bestellungen haben selbstverständlich in Sowjetrussland ihre Hauptstärke. Die berüchtigte jüdische Sektion in ■Vuskau hat das Bestreben, jedes jüdische Wollen, das nicht kommunistisch ist, mit der Wurzel auszurotteu. Unte* ihrer Herrschaft litten die rein rationalistisch orientierten Juden ebenso wie die grosse iMiasse der thoratreuen Judenheit. Die Unterdrückung des Thorastudiiums, die Störung der Mizwohausübung, haben dem thoratreuen Judentum gewaltigen Schaden zugefügt. Neben dieser auf erbarmungslose Vernichtung abzielenden Tätigkeit versuchten diese Kreise, durch neue Schöpfungen das Alte zu ersetzen. Der Versuch, die Synagoge und das Lehrhaus im eigenen Sinne umzugestalten, liess die Kommunisten eine sogenannte!lebendige Synagoge und einen jüdischen Gottesdienst schaffen, ja selbst das grosszügige Projekt der Gründung einer zusammenhängenden jüdischen Siedlung in der Krim!hat wahrscheinlich keine andere Tendenz, als eben die, die Herrschaft der Kommunisten innerhalb der russischen Judenheit dauernd zu sichern. Der Widerstand der andersgerichteten Kreise und besonders der Orthodoxie gegen diese Bestrebungen war nie Agudaleitung vorgelegten Gesetzentwurfes, der das jüdische Gelneinschaftsleben in Erez Jisroel auf Grund der Thora regelt. Das Referat *hat einen tiefen Eindruck ,auf die ganze Versammlung gemacht. Rabbiner Horowitz legte dann die Resolutionen vor, die aus dem Referat fHessen. Die Resolutionen wurden dann in der Nachtsitzung nach langen und scharfen Debatten mit einigen Aenderungeu einstimmig angenommen. Das Referat über die soziale Fürsorge. Krakau. (A. J. P. B.) Das Referat über die soziale Arbeit der Aguda erstattete Herr Heinrich Pappenheim (Wien). Er entwarf ein anschauliches Bild von der Arbeit des ״Jüdischen Hilfswerkes“ der Aguda in Berlin, das besonders auf dem Gebiete der sanitären Fürsorge und Stellenvermittlung geradezu musterhafte Arbeit leistet. Das ״Jüdische Hilfswerk“ in Wien hat durch die Schaffung der Lehrwerkstätten das Problem der Berufsum- Schichtung der jüdischen Jugend zu lösen versucht. Die Zog-- linge der Lehrwerkstätten lernen sowohl Thora als ,auch ein Handwerk und verwirklichen so das alte jüdische Ideal. Die Kriegswaisenfonds der Aguda in der Schweiz! Deutschland, Oesterreich arbeiten auf dem Gebiete der Waisenfürsorge vortrefflich. Auch die Emigrationsfrage beschäftigt die Fürsorgestellen eingehend. Soweit der Emigrationsstrom über Wien ging, hat das ״Jüdische Hilfswerk“ initiativ und mit grossen Opfern zur gedeihliehen Lösung beigetragen. Referent schlug die Gründung von Hilfswerken in allen Landesorganisationen vor, die jniteinander in engem Zusammenhang arbeiten sollen. Schliissitzung. Die Resolutionen» Krakau. (A. J. P. B.) Die Schlusssitzung der Zentralratstagung fand Mittwoch nachts von 11 bjs 3 Uhr statt. Die Sitzung wurde mit den Abstimmungsdebatten ausgefüllt. Es wurden folgende Resolutionen angenommen: Organisation. 1. Der G. A. wird ersucht, alle Mittel anzuwenden, um die von der Kenessio Gedauio beschlossene Amerikadelegation im Interesse der Hebung des religiösen Lebens in Amerika zustande zu bringen. 2. Der Zentralrat ersucht den G. A., Ausführungsbestimmungen zu demjenigen Teile der Satzungen zu erlassen, der die Beziehungen del־ Landesorganisationen zur Zentrale regelt. 3. Der Zentralrat ersucht den G. A., eingehende 1Be- Stimmungen über die Beziehungen der Jugendgruppen zu den Landesorganisationen auszuarbeiten. Chisuk Hadas. 1. Der Zentralrat beschliesst, unseren Brüdern in Sowjetrussland zum Zwecke der Wiedererrichtung der zerstörten Mikwoaus zu Hilfe zu kommen. Keren Hathora. 1. Der Zentralrat bewilligt für den Keren Hathora für das Jahr 5685 ein Budget von Dollar 100.000. Zur Aufbringung dieser Summe wird das Direktorium ermächtigt» Coupons in Maximalhöhe von einem Dollar herauszugeben. Der Zentralrat anerkennt es als eine Pflicht jedes JehudU zur Aufrechterhaltung unserer Thoralehfctätten und zur Linderung der unbeschreiblichen Not, welche gegenwärtig dort herrscht, wenigstens einen Coupon im Jahre zu erwerben. excessiv. Man 1begnügte sich mit dem passiven Widerstand gegen die Verordnung der Jüdischen Sektion. Intervemtionen aus prominenter jüdischer Stelle bei der Zentral- Sowjetregierung blieben insofern erfolglos, als die Z1sagen und Verordnungen der Zentral-Regierung von den lokalen Sowjets nicht immer respektiert werden. Da so- ׳ziafle Bewegungen durch Grenzpfähle nicht absiperrbar sind, ist es selbstverständlich, dass die sozialistische Wette auch in den russischen Randstaaten mächtig gearug war, «m das jüdische Leben stark zu beeinflussen, ln Lettland, Litauen, Polen und Rumänien waren auch im vorigen Jahre starke sozialistische Gruppen tätig, um das jüdische äff entliehe Leben in ihrem Sinne umzugestalten. Sie besitzen in diesen Ländern Schulorganisationen und Presseorgane, die die Jugend und öffentliche Meinung nach Kräften zu beeteflussen suchen. Obwohl sie das religiöse Judentum prinzipiell ablehnen, so haben sie sich aus praktischen Gründen doch entschlossen, am Leben der religiösen Kultusgemeinde teilzunehmen, um so das religiöse Judentum auoh von innen bekämpfen zu können. So haben sich die Bun-!disten und andere sozialistische Gruppen an den Gem-emdewahlen in Polen 'beteiligt, mit der!eingestandenen Absicht, innerhalb der Mauern der religiösen Gemeinde die Tribüne für ihre Propaganda gegen die Religion zu errichten. Diese Gruppen beeinflussen auoh das Leben in!Erez Jisroel. Trotz ihrer zablenmässigen Winzigkeit verstanden sie, durch ihre gute Organisation wichtige Stellen ׳zu besetzen und das öffentliche Leben — oft auch mit terroristischen Mitteln — zu beherrschen. Die finanzielle Hilfe zu ihrer Arbeit gewinnen s'ie teils aus eigenen Mitteln, teils aus der Unterstützung ihrer amerikanischen Gesinnungsgenossen. Da zwischen diesen sozialistische* Gruppen und der thoratreuen Judenheit kaum ein ZaiSammenhang besteht, war der Kampf zwischen!diesen beiden Richtungen etwas distanziert. Dessenungeachtet Die Zentpalflatssitzung der* flgudas Jisroel (Weitere Berichte über die Zentralratstagung.) Krakau. (A. J.P. B.) Aus dem von Dr. Deutschländer erstatteten Tätigkeitsbericht des Keren Hathora ist noch hervorzuheben, dass die Geschäfte der Zentrale bisher von einem provisorischen Direktorium geleitet wurden, das ein provisorisches Statut ausgearbeitet hat. Die Sammelarbeit wurde hauptsächlich von Oberrabbiner Sejmdeputat Schapira, Piotrkow, Oberrabbiner Kalmanowitsch, Rakow, Oberrabbiner Kosowski, Augustow, und von Dr. Deutschländer, Wien, geleitet, mit Aufrufen haben die Werbearbeit der Chofez Chaitn, Rabbi Chaim Oser Grodzenski, Rabbi I. I. t)iskin, Rabbi Chaim Sonnenfeld, Grossrabbiner M. Friedmann aus Sadagora unterstützt. In den meisten Ländern gelang es,!Ker£n Hathora- Komitees zu organisieren, die ständige Werbearbeit für den Keren Hathora leisten. Die Gründung der Lu bl in er Jeschiwah ist ein weithinleuchtendes Zeichen für die Be- Strebungen des Keren Hathora. Subventionen, hauptsächlieh für die Thoralehranstalten in Litaue n, Polen und Erez Jisroel, wurden in der Höhe von 25.000 Dollar bewilligt. Unter den künftigen Plänen hob Herr Dr. Deutschländer die Arbeit für die Thora, Lehrer und Lehranstalten in Sowjetrussland hervor. An der darauffolgenden Debatte beteiligten sich hauptsächlich die Jeschiwahleiter vom Wilnaer Gebiet und der Sokolower Rebbe, sowie Doktor Niemczewicz, Bialystok. Die Jeschiwahleiter haben in eindringlichen Worten die gewaltige materielle Krise geschildert, in welcher sich die Jeschiwoth befinden, und haben praktische Vorschläge für den Ausbau des Keren Hathora gemacht. Dr. Niemchewich beschäftigte sich mit dem Erziehungsproblem in Polen; an der Hand eines!erschöpfen־ den, statistischen Materials wies er den grossen Verlust nach, den die thoratreue Judenheit an ihren Kindern erfährt, die Schulen besuchen, deren Geist vom religiösen Standpunkt aus verwerflich ist. Er schlug die Schaffung einer Organisation zur Gründung von Volksschulen und die Schaffung einer Lehrerorganisation vor und begrüsst freudig den Vorschlag des Referenten zur Einberufung einer Lehrerkonferenz, die aber mit Rücksicht auf die Verschiedenartigkeit des Problems in den verschiedenen Ländem in der Form von Landeskonferenzen abzuhalten wären. Dr. Nathan Birnbaum trat in markanten Worten für die Notwendigkeit der Gründung von Mädchenschulen ein, da der areligiöse Geist gerade unter den Frauen die grössten Verheerungen anrichtet. Tätigkeitsbericht der Erez Jisroel-Zentrale in Frankfurt. Krakau. (A. J. P. B.) Den Tätigkeitsbericht der Erez Jisroel-Zentrale erstattete Dr. Salomo Ehrmann. Beim Referat, das mit der grössten Aufmerksamkeit entgegengenommen wurde, war auch der Gerer Rebbe anwesend. Aus dem Referat ist zu entnehmen, dass nebst der Haupt-■ zentrale in Frankfurt noch in Deutschland, Polen, Schweiz, Oesterreich, Amerika, Litauen, Ostgalizien, Tschecho- Slowakei, Lettland, Frankreich, und in Erez Jisroel Landes- Palästina-Zentralen vorhanden sind. Dank der Erez Jisroel- Zentrale gemessen tausend Kinder in Erez Jisroel eine Erziehung in echt jüdischem Geiste. Das Erziehungsbudget macht ungefähr 2000 Pfund jährlich aus. Ausserdem war die Palästina-Zentrale bemüht, auf sanitärem wie auf wirtschaftlichem Gebiete die Beschlüsse der Kenessio in Wirklichkeit umzusetzen. Die Privatinitiative agudistischer Kreise wurde von der Palästina-Zentrale kräftig gefördert• Im letzten Monat gelang es, nach schwierigen Verhandlungen 4000 Dunam Land in Emek Israel ,zu erwerben. Das gesamte Budget machte in diesem Kalenderjahr über 10.000 Pfund aus. Das mit grossem Beifall aufgenommene Palästinareferat gab die!geeignete Grundlage für die darauf* folgende Debatte, die ein imposantes Bild von dem ehrliehen Arbeitswillen der Zentralräte der Aguda für Erez Jisroel bot. Die politischen Erez Jisroel-Problerae. Krakau. (A. J. P. B.) Ueber die politischen Erez Jisroel-Probleme erstattete Rabbiner I. Horowitz (Jerusalem) ein glänzendes Referat, das sich hauptsächlich; mit dem Gemeindegesetzentwurf des Waad Leumi und mit dem Gegenentwurf der Aguda beschäftigte. Er wies mit eindringlicher Klarheit die für das religiöse Prinzip äussertt gefährliche Tendenz des Gesetzentwurfes des Waad Leumi nach. Er erläuterte dann die Grundzüge des seitens der ■■ ■ aus dauergewelltem JT G ^TTTXl'ü Naturhaar, garantiert iC&UClOlj[ Ol/XH-T JF ■ wi Uvltwll unsiditbar im Tragen, Wien, 1. Bezirk, Kärntnerstrasse ft liefert kurzfristig (nickst dm Stefaasplats, am die Ecke)

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