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Jüdische Presse · 1924-09-26 · 39-40 (26.9.1924) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
39-40 (26.9.1924)
Date
1924-09-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Tjnivorsitä tsbibliothok; yux v ui öj-vu -׳<•**״-׳י- JÜIISCHE (HESSE Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 18a. - Telephon 49.054. Techecho-Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. - Redaktionsschluss: Ffir Artikel Sonntag,«» Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig: Für Oesterreich K80.000, Deutschland Goldmark 8, Polen Zloty 8, Tschecho-Slow&kei Kd. 70, Schweiz Frcs.’ 10, Amerika Dollar 8, Italien Lire 86, England shUUng 7, Rumänien Lei 800, Jugoslawien Dinar 100, Ungarn K 100.000. Einzelnummer öst. K 8.000. Zahlungen für Oesterreich 1 PastsparkaasenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Poatsparkassenamt Warschau. Konto Nr. 190.40S; für Ungarn 1 Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. S0.170: für Tschechoslowakei: Postsparhassenamt Prag, Konto Nr. &386; für Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram. Ko. N. 40.217:!.Rumänien: Banca Marmarosch Blaue 81 Co für Floren» ft Co, Bukarest;fflr die Schweis: Postscheckk. Luzern VII. 1470. H1>. 39/40 Wien-Bratislava, 26. September 19S4 .ב״ה ויענזדפחנססגורג כ־ז אלול תיפ*ד IO. Jahrg. ראש השנה Wien a׳m 26. Eiul. Seit Jahrtausenden bemühen sich , die jüdischen Kinder, im vollen Umfang all dlie Geheimoisse zu ergründen, welche im!Rufe des שופר zu ihrem Herzen sprechen, an die Pforte ihrer Seele pochen. Soll diese Bemühung von Erfolg gekrönt sein, so müssen diese suchenden und fragenden Menschen vor allen Dingen mit einem hohen Grad von Verantwortlichikeitsibe־ wusstsein getragen sein. Man hat wohl die Begleitgedanken zum שופר-Ruf bereits in feste Form gebracht und ernste Beter versenken sich und ihi* Gemüt unmittelbar vor dem »Anhören des שופר in die auch der Form nach feste Aufzeichnung dieser Gedanken. Wir ׳möchten nur mit einer kleinen Reminiszenz unseren Lesern das Verständnis erleichtern, allerdings einer Reminiszenz, die, wenn!wir nur wollen, lebensvolle Gegenwart werden kann. Da ist ein alter Erklärer, welcher uns verrät, dass der Ton des שופד die Wiederholung der Bitte ist, welche einst Jakob an Josef gerichtet hat: So geh’ denn hin und geh’ hin und sieh’, ob!Ihr wohl geeint zu mir zurück- und sieh‘, ob Du ihre Abneigung beziwingen magst, geh‘ hin und! sieh‘, ob Ihr wohl geeint zurückkehret• kehret. »Geh’ hin und suche die Harmonie des Lehens 5m Ergehen Deiner Brüder. Geh’ zurück »bis an den Anfang der Dinge, und! wisse, dass, wenn Dich ein Weg zu einem Menschen führt, es der Weg׳ zu seinem Bruder ist. Geh‘ hin und lies in der Seele Deiner Brüder, als sie am Sinai standen oder an den Trümmern von Tempel und Reich, als sie ihr Ohr den Worten der Propheten liehen oder sich ihnen versagten, geh‘ hin und suche die Ewigkeit in ihrer Freude und in ihrem Leid- Geh‘ hin und hilf ihren Trotz überwinden, wenn der Ewige sie zur Umkehr mahnet, auf dass Auflehnung sich löse in! heilige Sehnsucht nach Wiederfinden dies Allmächtigen. Geh‘ hin und stehe Deinen Brüdern zur Seite, wenn der Ewige sie richtet, auf dass in rauschenden Akkorden die Gnade des Weltenrichters sie erlöse. Geh‘ bin und suche die längst Dahingegangenen und suche Dich selbst, in der Stunde, da zur brüderlichen Einheit der Allmächtige die Toten zum Leben ruft. Geh‘ hin! und hilf Deinen Brüdern, auf dass sie in grosser harmonischer Linie den Tod durch das Leben meistern. Geh‘ hin und künde Deinen Brüdern die Stunde der Erlösung Zions, hilf ihnen, Bausteine ' ׳sammeln zum Wiederaufbau dies Heiligtums auf Moria. Geh‘ hin zu allen Lebensgestaltungen des Menschenwollens, zu jedem Hauch zarter Hoffnung, lehre Deine Brüdei die Kunst des Segnens und zeige ihnen im Lallen des Kindes, im Wort des Vaters, im Lächeln der glückliehen Mutter zu erschauen und׳ zu vernehmen: Sieh‘ da, in Euch ist Euer G-tt. Das ist des Schotfars ■Bitte und Trost. Nach der Sitzung des Zentralrates. Von Jakob Rosenheiili, Frankfurt a. M.!Die erste Sitzung des Zentralrates nach der Kenessio Gedaulo hat naturgemäss in demjenigen Lande stattgefunden, das!mit seiner jüdischen Millionenbevölkerung geradezu den Grundpfeiler des organisatorischen Aufbaues der ״Agudas Jisroel“ bildet, in Polen. Krakau hat gezeigt, dass es die Bedeutung der ,yAgudas Jisroel“ aufs tiefste würdigt• Von den staatlichen Behörden und der Kultusgemeinde bis zu den Jüngsten der Jugendgruppe, wetteiferte alles in dem Bestreben, der Tagung einen würdigen Rahmen zu geben und ihre praktische Arbeit zu fordern. Es war eine rechte Arbeitstagung und das Demonstrative, Propagandistische verschwand hinter stiller und ernster Beratung. Ernst und1 still, aber nicht nüchtern. Denn hinter jedem phrasenlosen Wort der Kritik oder der Anregung, glühte das Feuer der Liebe zu Gott und seinem Volke. Im Mittelpunkt standen Fragen der *Organisationsdisziplin, namentlich in finanziellen Angelegenheiten. Man sagte sich gründlich die Wahrheit und; es besteht alle Veranlassung, zu glauben, dass die Erkenntnis der a׳ g u d' i s t i s c h e n S t e u e r- Pflicht als Kriterium der Zugehörigkeit zum organisierten Klall Isroel erhebliche Fortschritte gemacht hat. Die ruhige Weiterarbeit der Aguda scheint mit G-ttes Hilfe gesichert. Keren H a t h 0 r a hat nunmehr seine feste Satzung. Die Klärung des polnisch-litauischen Gegensatzes hinsichtlich der Verwaltung, der Keren Hathora-Gelder ist .zum guten Teil. gelungen, und der vom Zentralrat angenommene Plan der Ausgabe von Zertifikaten des Keren Hathora kann, so gross er auch angelegt scheint, gelingen, wenn vor allem die Rabbiner ihre Autorität im Interesse des Liniud Hathora dafür vorbehaltlos einsetzen. Gut die Hälfte der Beratungen waten E r e z Jisroel gewidmet. Die wirtschaftliche Arbeit der Aguda hat durch den Bodenkauf in Emek Israel eine neue Gundlage erhalten und1 es ist erfreulich, dass eines der wirtschaftlich hervorragendsten Mitglieder des G. A. dafür gewonnen worden ist, seine ■Energie und seine reichen kaufmännischen Erfahrungen fortan intensiv dem ökonomischen Erez Jisroel-Ressort der Aguda zu widmen. Die Einzelheiten des nächsten wirtschaftlichen und kulturellen Jisehuw-Programmes Vom Jahre. Das Jahr 5684 hat wiederum den Beweis erbracht, wie innig die Wechselwirkungen zwischen dem jüdischen Volk und seinen Wirtsvölkern sind, seitdem das früher naoh innen gekehrte Leben unseres Volkes eine tiefgreifende Umwandlung erfahren ׳hat. Das jüdische Volk ist i׳n den letzten Jahrzehnten, zunächst in Europa, dann aber auch in immer stärkerem Masse im Orient politisiert worden. Es verlangt aktive Betätigung im politischen Völkerleben. Die erste ■Folge dieser Aktivität ist, dass die Strömungen, von denen die europäischen Völker ergriffen werden, auch auf unser Volk von sichtbarem Einfluss sind. Dass auch das orthodoxe Judentum, das uns in dieser Darstellung vor allem interessiert, ebenfalls diesen Einflüssen unterworfen war, ist die selbstverständliche Folge der Politisierung der Orthodoxie. Trotz der konservativen Tendenzen der Orthodoxie musste si׳e, der Not gehorchend, diesen Politisierungsprozess in ihrem Kampfe für Existenz und Geltung d׳uroh׳maahen. Auf den verschiedenen Etappen dieses Prozesses musste sie sich, ob zum Vorteil oder Nachteil, darüber wird eine spätere Geschichtsschreibung zu urteilen haben, — mit den Pro- Meinen, welche die nichtorthodoxe ünd nichtjüdische Welt ׳beschäftigen, auseinandersetzen. Seit der Wiener Kenessio der Aguda im Blul vorigen Jahres, welche den Bestrebungen der Orthodoxie ein weithin sichtbare Tribüne errichtet hat, führt die Orthodoxie den' Kampf um Geltung in erhöhtem Masse und mit grösserem Erfolg. Die!Kenessio hat den versprengten Gliedern der Orthodoxie das Bewusstsein seiner organischen Einheit gegeben, und aus dieser Quelle schöpft sie den M׳u׳t z׳u׳m Kampfe. Am lehrreichsten ist die Beobachtung,• die man in Russland machen konnte. Trotz aller Absperrung von der Aussenweit haben unsere russischen Brüder nicht nur die Zeichen ׳brüderlichen Mitempfindens durch die Vermittlung der Wiener Agudazentrale erhalten, sondern haben auch die Botschaft d׳er thoratreuen Judenheit vernommen, ihnen in ihrem tragischen Kampfe gegen den antireligiösen W!ah'»1 der Sowietregierung. besonders der berüchtigten Jcw- Sektion, bei׳zustehen. Es wlird Aufgabe einer späteren Zeit sein, den grandiosen Heldenmut unserer thoratreuen Brüder in Russland zu schildern, die trotz höchster Bedriiekung treu beim Gesetz der Väter ausharrten. Alle Bemühungen der Sowjetregierung, sie mit Gewalt oder ■mit verlockenden Versprechungen ihrem Ideal •zu entfremden, finden ein klägliches Ende. Versuche, eine sogenannte lebendige Synagoge mit roten Rabbinern, wie in Poltawa zu schaffen, blieben vereinzelt und konnten den eisernen unsichtbaren Ring der Glaubenstreuen nicht durchbrechen. Hoffentlich werden die jüngst un׳ternom־ menen Versuche, einen jiddischen Gottesdienst (statt des hebräischen) einzuführen, oder die Lehrer in besonderen kommunistischen Gruppen zu organisieren, ebenfalls scheitern. Dass bei derartigen Verhältnissen viele der Thoratreuen und Thorabeflissenen aus Russland zu entkommen versuchen, ist nur selbstverständlich. In den russischen Randstaaten, in Lettland, in Polnisch-Litauen, in Wolhynien und Bessarabien, sind viel Tausende solcher Juden, die das Flüchtlingssahiaksal dem langsamen Sterben in Russland vorgezogen haben. Diesen Flüclht- .!fingen tatkräftige Hilfe zu bringen, wurde im letzten Jahre mannigfach versucht — leider ohne hinreichenden Erfolg. Denn Europa ist in diesem Jahre von einer schweren Wirtschaftskrise heimgesuoht worden und auch Amerika zeigt Zeiohen der Ermüdung, trotzdem der Grossteil der amerikanischen Judenheit die geistigen und moralisehen Kräfte der thoratreuen Judenheit zu würdigen weiss. Es fehlt eben der amerikanischen Judenheit infolge seiner eigenartigen geistigen Struktur an der notwendigen Euergie, um diese Erkenntnis in die Tat umzusetzen. Auch die Hoffnungen, die man diesbezüglich an die grosse nach Amerika entsandte Rtabbinerdelegation (Rabbi K׳uk, Jerusalem, Rabbi Sobapira, Kowno, Rabbi Epstein, Slobotko) ■knüpfte, sind trotz aller Erfolge nicht voll verwirklicht worden. Mag sein, dass!dlie tiefere Wirkung ihrer Arbeit sich erst später zeigen wird. Wahrscheinlich ist es jedooh, dass erste einer Delegation, die sich ausschliesslich für C'hisuk Hadas nach Amerika begeben wird, ein voller Erfolg beschieden sein wird. Infolge der Liquidierung der amerikanischen Hilfstätigkeit wurde die europäische Jndenheit auf ihre eigenen Kräfte angewiesen. Zwecks grossztügiger Förderung der Thoralehranstalten wurde von der Kennessio Gelauloh der Bevor Sie eine Perücke kaufen, versäumen Sie es nicht Wiens GRÖSSTE internationale KUNSTWERKSTÄTTE und BILLIGSTE EINKAUFSQUELLE für PERÜCKEN, SCHEITEL U. TRANSFORMATIONEN » OTHMAR SCHIFF, WIEN, I., KÄRNTNERRING Nr. 6 fSB»BUST.F־rff2״ . aufzusuchon I Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen-Damen aller Länder Perücken. Spezialistin Brautscheiteln. Die Herstellung einer jeden einzelnen Perücke erfolgt •us GARANTIERT DAUERGEWELLTEM NATURHAAR, Indivlduell dem Gesichte engepasst. EN GROS. Grosses Lager u. reichhaltigste Auswahl In PerOoken modernster Frisuren. EN DETAIL. Verlangen Sie die kostenlose Zusendung meines nsu arschlawaaaw Kataloge»! Um war Irraftthraagm schQtzaa, bltta dan Vornamon OTHMAR und dlt Adrosso genau lubaichUnl *WM v

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