Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 38 (19.9.1924)
- Date
- 1924-09-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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מייל.זזל!ז»ד.wiprwr Seite 256 Ueber den Chinuch sprach der Letter des Keren Hathora Dr. L. D e u t s c h t a n d e r. In der hierauf folgenden Debatte beteiligten sich die meisten ii tauisehen Roscbweschi jos. In Anwesenheit des zur Zentralratssitzung angelangten G e r e r R e b b e hielt Dr. S. E h r m a n n, Leiter der Palästinazentrale der Agudas Jisroel in Tr _JÜDISCHE PRESSE_ Frankfurt a. M., das Referat über die bisherige Arbeit in Erez Jisroel. An!der Debatte über die zukünftige Tätigkeit beteiligten sich: Dr. Niemcewiez, Bialystök, Dr. ■N. Birnbaum, Hamburg, Seimabgeordneter K׳irehbraun, Warschau und der Sluker Raw-Lirkis. In der Naohmittagssitzung wird die Debatte fortgesetzt.. _Nr. 38 SCHUHE Abrahamovricz Wien, II., taborstrasse 33 Jede Fami>ie deckt ihren Bedarf an 8CHUHKN vor den hohen Feiertagen bei dieser empfehlensw. Firma! kleiner zu machen, sogar in eine Niederlage umzudeuten, andererseits erörtern sie in spaltenlangen Artikeln die Gefahren, welche durch den Sieg der Agudas Jisroel den Errungcnschaften der neuen jüdischen Generation auf dem Gebiete des Sports, Theaters und anderer Kulturschöpfungen drohen. Zusammenfassend kann behauptet werden, dass Agudas Jisroel anlässlich der polnischen Kehilohwahlen einen grossen Erfolg errang, der aber erst durch systematisehe, zielbewusste, hingebungsvolle Arbeit in den Gemeinden für die Interessen der thoratreuen Judenheit gesichert werden muss. (Fortsetzung folgt.) Die feierliche Eröffnungssitzung des Zentralrates der Agudas Jisroel. Von unserem Sonderberichterstater. Die Kongresse, Tagungen, der Agudas Jisrod haben bis jetzt immer die auf sie gesetzten Hoffnungen übertroffen, So war der Kenessio Gedaulo eine Manifestation, wie sie das thoratreue Judentum und' das ganze jüdische Volk seit Jahrhunderten nicht erlebt haben. Dass solche grandiosen Feiern eine langandauernde Stimmung schaffen, in der die zu bewältagende Arbeit rascher und. erfolgreicher von statten geht, ist natürlich. Der Montag 6 Uhr abends feierlich eröfnete Zentralratssitzung der Agudas Jisroel wurde also als der ersten Konfrenz nach der Kenessio Ge■־׳ daulo grosse ׳Bedeutung beigeniessen. Und schön der Charakter, den die Eröffnungssitzung trug, genügt, um vorauszusehen, dass die Beratungen des Zentralrates d enerhofften Erfolg bringen werden. Montag 9 Uhr vormittags tagte der gesamte Gescbäftsführeiide Ausschuss mit dem Präsidium des Zentralstes, die gleichzeitig als Permanenzansschuss fungieren, den ganzen Tag und die ganze Nacht hindurch. Die'Hauptprobleme der Beratung waren Organisation und Finanzen. ־;?t> Diese Arbeitsintensität verleiht der ganzen Tagung den Charakter einer rein sachlichen, für die Gesamtorganisation eminent wichtigen Beratung, die nur der Lösung praktischer Arbeiten gewidmet ist. Es entsprach der Ansicht der Mehrheit der Mitglieder des Zentralrates, dass ein Jahr nach der Kenessio Gedaulo *die Zentralratssitzung die klaren und geraden Linien der weiteren Agudaarbeit vorzeichneii soll• Die bisherigen Beratungen tragen diesem Wunsche Rechnung. Montag präzise 6 Uhr abends fand die feierliche Eröffnung statt. Der grosse Saal des jüdischen Theaters war überfüllt. Hunderte konnten nicht Einlass finden. Der Zuschauerraum wies eine beängstigende ■Fülle auf. Das chassiddsche Element überwog. Der Wojewode des Krakauer Bezirkes, das Polizei- Präsidium und ■der Schulrat waren durch Delegierte vertreten. Um 6.15 Uhr eröffnet Oberrabbiner Sejmdeputierter Aron Lewin mit einer meisterhaften Anspiache in jüdischer Sprache, in der er die Arbeit Seidenstoffe Samte, Jaokenfuttai* in Preis, Auswahl un i Qualität unerreicht im Seidenhaus Komorner Wien, I.» Flecherstiege 3 u. II.! Taborstrasse 14. BERICHT über die Tätigkeit der Agudas Jisroel im Quartal Siwan, Tamus, Aw Zentralratssitzun«. Der Termin der Zentralratssitzung wurde mit dem '16. Elul — 15. September — festgesetzt. Die Tagung findet in Krakau statt. Oberrabbiner L e w i n, Sambor, Vorsitzender des Zentralrates, hat bei den polnischen Behörden sowohl Erleichterungen in ■bezug auf die Einreisevisa, wie auch eine Fahrpreisermässigung von 33,33 Prozent erwirkt. Der Zentralrat der Agudas Jisroel besteht aus 100 Mitgliedern, die von der Wiener Kenessio im vorigen Jahre mit Berücksichtigung der landsmannschaftlichen Gruppen gewählt wurden. Die Tagung in Krakau stellt die durch die Satzun• gen ■der Aguda für die Jahre ohne Kenessio vorgesehene regelmässige Zusammenkunft des Zentralrates dar und es werden in erster Reihe innenorganisatorische Fragen sein, die auf der Tagesordnung stehen. Organisation und Propaganda. Die Somermonate haben die Arbeiten für die Organisation selbstverständlich nicht vorteilhaft beeinflusst. Auch die Wirtschaftskrise in Mittel- und Osteuropa hat sowohl die Organisationsarbeiten wie dife Durchführung der Trumas 'Chower-Aktionen und die Ablieferung der Schillingbeiträge sehr nachteilig berührt. All diese Umstände haben wohl eine Verlangsamung, doch nicht eine völlige Einstellung der organisatorischen und propagandistischen Arbeit bewirkt. Mit Ausnahme von Polen, wo bis in die Mitte ׳des Monats Tamus alle aktiven Kräfte der Aguda durch die Teilnahme an den Kehflohwablen gebunden waren, zeigte sich in allen Landesgruppen das Bestreben,’ mindestens das Erreichte zu halten. Eine Reihe von Konferenzen und Tagungen ortho- ■doxer Körperschaften, die der Aguda nahestehen, haben die Örganisationsbestrebungen der Orthodoxie wesentlich gefördert. So die grosse Rabbinerkonferenz in Wilna Anfang Tamus, die alle Probleme, welche die orthodoxe Judenheit bewegen, zum Gegenstand ihrer Beratung hatten. Ferner die orthodoxe Landesver- Sammlung in ■der Slowakei am 15. Siwan. Es soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass Landespräses Oberrabbiner Weber die Kenessio Gedaulo der Agudas Jisroel und die wohltätigen Wirkungen der Kenessio auf das religi- Öse Leben in der Slowakei besonders gewürdigt hat. Programmatisch erklärte er ferner, dass ״der erweiterten An- ■griffstätigkeit gegen die Orthodoxie eine erweiterte Abwehraktion entgegenzustellen ist und dass die Solidarität der Thoragegner die Solidarität der Thoraanhänger erfordert. In Litauen haben sowohl die Anhänger der orthodoxen Jabne-Schulorganisation wie jene Gruppe, die durch Wo erhält man den . wirklion naturgetreuen SCHEITEL? Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeiten für orthodoxe Frauen, Franz B a 11 a, ist es nach Jahrzehntelangen Bemühungen endlich gelungen Scheitel herzustellen, die dem eigeuen Haare mit verblüffendster Täuschung nachgeahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des Herrn Balla wird sich jede orth. Braut leichten und freudigen Herzens entschlossen, das eigene Ha*r abschneiden zu lassen und einen Scheitel zu tragen. Die Damen werden zjxm Besuche des nachstehenden Ateliers höflichst eingeladen, woselbst Modelle kostenlos ausprobiert werden. Franz Balla, Wien, IV., Gusshauistrasse 26 Telephon &8-9-12 die Vermittlung der Palästinazentrale Boden kaufen wollen, Konferenzen abgehalten, *die vor allem zur Stärkung der Organisation geführt haben. In Deutschland arbeitet besonders der Aguda-Jugendorganisation, die jetzt drei Bezirkssekretariate, erstens das württembergische mit dem Sitz in Heilbronn, das sächsische mit dem Sitz in Leipzig und das ostfriesischen mit dem Sitz in Emden, ferner einige Herren, die nebenamtlich tätig sind, in den Dienst der Organisation gestellt hat. Es ist bereits eine lebhaftere Agudatätigkeit auf diesem Gebiete zu beobachten. Auch haben zahlreiche hervorragende Agudafiihrer in der Berichts- Periode eine rege Tätigkeit entfaltet, die sowohl propagandistisch wie organisatorisch für die Aguda grossen Vorteil brachte. Die Propagatodareise von Oberrabbiner S c h ap i r a, Piotrkow, in Wien, Bratislava, Strassburg und London und Rabbiner Kalmanowitsch im Rheinland und Belgien (in Antwerpen wurde anfangs Siwan das neue Bureau der Aguda eingeweiht) hat nicht nur für Keren Hathora, dem hauptsächlich diese Reisen galten, gewirkt, sondern auch für die Vertiefung ■der Agudaidee. Die Reise von Grossrabbiuer Markus Friedmann aus Sadagora in | Ostgalizien, die Vortragstournee von Dr. Nathan Birnbaumln Polen, wie eine Tournee von Rabbi Mosche Chaim Lau aus Suczawa in der Bukowina haben für die Aguda neue Anhänger gewonnen. Rabbiner Dr. Winkler in Kopenhagen hat in Norwegen eine propagandistische Tätigkeit entfaltet. Die Anwesenheit von Mitgliedern ■des Geschätf'sfiiihren/den Ausschusses, Herrn Wolf Pappen- 11 e i m und Rabb. Tobias H o r 0 w i t z in Karlsbad, hat ihnen Gelegenheit gegeben hervorragende rabbinische Führer eingehend über die Tätigkeit der Aguda zu informieren und hierdurch für die Aguda wertvolle Sympathien zu gewinnen. In Holland hat besonders neben der Tätigkeit der Jugend, die Gnippe in Rotterdam eine propagandistische Tätigkeit entfaltet. Unsere palästinensische Landesorganisation, die anlässlich der ־Wahlen, in Waad Hair, Haaschkenasi am 2. Siwan einen, schönen׳ Erfolg davontrug, hat trotz deS schrecklichen Mordes an Prof, de Haan ihre praktischen Arbeiten auf dem Gebiete des Schulwesens und der wirtschaftlichen Arbeit mit gutem Erfolg fortsetzeri können. Auch in Amerika und in Argentinien ■hat Agudas Jisroel ihre Tätigkeit gedeihlich fortsetzen können. Die Gemeindewahlen in Polen. Die Gemeindewahlen in ■Polen, die zwischen Mitte Siwan und Mitte Tamus stattfanden, bedeuten eine historisehe Epoche für die Aguda in Polen. Unsere Landesgruppc hat den festen Kristallisationspunkt des religiösen Blocks j gebildet, der mit grosser Energie den Kampf gegen jene TSestrebungen aufgenommen hat, welche die jetzigen Gemeindewahlen benützen wollten um den religiösen Charakter der Gemeinde zu verwischen oder geradezu zu vernichten. Der religiöse Block hat 60 Prozent der Mandate erobert und ist in den Grosstädten Warschau und Lodz als stärkste Partei aus den Wahlen hervorgegangen, in der etsten mit 17 unter 50, in der zweiten mit 13 unter 35. Nebst dem unmittdoaren Erfolg hat Agudas jisroel erreicht dass auch andere Gruppen infolge des starken Einflusses der Aguda zu den religiösen Forderungen eine positive Stellung nehrrer. mussten. Man musste anlässlich der Wahlkampagne zu der Stellung 4er religiösen Forderungen in der Gemeinde unbedingt Farbe bekennen. Der grosse Erfolg der Aguda äussert sich negativ in der Stellungnahme der antiagudistischen Presse zu den Resultaten ■der Gemeindewählen. Sie versuchen einerseits ■den Erfolg der Aguda dieners, •des alten, würdigen Rabbi Isaak, verbrachte. Seine letzten ■Lebensstunden waren gekommen, und wir Jünger der Jeschibot teilten uns in dem frommen Werke, i!n der Nacht!lernend und betend ׳bei ihm!zu wachen. Mein Gefährte war eingeschlummert und ■nur ich hörte, wie der!Kranke, in Fieberphantasien auf seinem Lager sich wälzend, flüsterte: »,Nicht vergessen das Geheimnis! Die Thorarollen dürfen nicht mehr auf den Boden fallen! Der König!braucht es nicht m wissen! Leere Hüllen! Nur leere Hüllen! Der König braucht es nicht zu wissen! Ein Geheimnis! Ein Geheimnis!“ Ich legte damals den in Fieberddirien ausgestossenen Worten eines Sterbenden •keine ׳Bedeutung bei, ■ahnte nicht einmal, dass irgend ein Sinn' hinter :ihnen verborgen sein könnte.... Aber nun glaubte ich den Zusammenhang zwischen •dem Ausruf ׳des Sterbenden und dem Befehl des Königs erkannt zu haben. Rabbi ,Isaaks Geheimnis, wie die Thorärättett vor einer Entweihung durch einen Unfall bei äfer Bfe-; gfussitag ■des Königs verhütet werden sollen, War aiSienrch fflc&t s**to Gehirns aiföia, 3m & m$m wohl vielleicht durch einen Renegaten, der seine einstigen Glaubensgenossen verderben wollte, den Feinden der Juden am Hofe verraten worden sein, um •den | König gegen sie auf Zubringern Noch heute kann ich es nicht fassen, wie diese ganze Gedankenkette mrt der Raschheit eines ׳Blitzes vor meinem Geiste sich ahroMen konnte, aber ich wurde in meiner Vermutung bestärkt, als ich merkte, dass sowohl Ihr Rabbi wie ׳auch ׳die Vorsteher des Tempels bei dem seltsamen Wunsch des Königs Zeichen der Erregung ׳verrieten.... Dem Allmächtigen sei es gedankt. Das Furchtbare, vor dem ich gebebt, traf nicht ein. Ihr, Rabbi, konntet aus den Thorarollen die herrlichen Sätze herablesen, die ich dem König übersetzen durfte, aber ich las es deutlich in der Ueberraschung zeigenden Miene des Königs, dass auch er auf einen anderen Verlauf seines Besuches vorbereitet gewesen. Was mein Herz, zwischen Quäl und Jubel zuckend, in der Synagoge empfand, kann ich nicht schildern. Aer ttt cäfe&r Mligen Stande, die ich vbr der BuoddSläde uü&gftS Gottes durchlebte, fasste fehlfett BftfeG&feäS'( Pütt Me« pttt* addh übt den des Lebens, altes Vöti mir 0u werfen, was mich von der Lü&re tfteiäes Vöficös ääöid, und zUrüÄzUke&reh fzu dem Glauben, in dem ich geboren wurde. Wie!schwer konnte ich dem glühenden Vertangen widerstehen, gleich *in der Synagoge, in Gegenwart des Königs und der Grossen seines Reiches, laut Schema Jisroel auszurufen, und es wäre für mich beglückende Seligkeit gewesen, für dieses Bekenntnis auf der Stelle getötet zu ׳werden. *Aber ich ,hatte noch so viel ׳Besinnung, zu bedenken, dass ich durch diesen Schritt nicht allein mich, sondern die ganze Gemeinde in Gefahr stürzen würde, denn man würde meine Tat nicht mich allein büssen lassen. Und nun erkenne ich es auch weiter als ■meine heilige *Pflicht, nichts zu scheuen, was mich auf dem IWege der Reue und Busse, der mich zu meinem Gotte zurückfuhrt, treffen kann, aber alles zu vermeiden, wodutoh ich einem •Sobn meines Volkes Schaden verursachen könnte... Wenn mein Leben allein der Preis sein sollte... dieses opfere ich, so wahr mir Gott verzeihen möge, gerne und freudig... Diesem Eide, Rabbi,•kann ich nichts weiter hin- Zufügen.... Etlch, Rabbi, bitte ich nur um eins: Wenn •Ihr riüfch, nach •rttektem Sündenbekenntnis, dessen wett hättet, •dann leget mir, wenn ich wieder vor Eurem vAhthtz erscheine, segnend Eure Hand auf mein Haupt.“ Mit •Beier Rührung hätte der Tmtimmr <Säs Manuskript zu Ende gelesen.