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Jüdische Presse · 1924-08-15 · 33 (15.8.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
33 (15.8.1924)
Date
1924-08-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 33 JOMWWME S*Mc 225 0 NACHRICHTEN. Bitte beachten! Die Einberufung der Zentralratssitzung der Aguda. Wien. (1A. J. P. ß.) Wie 1wir vorn Zentralbureau der Agudas Jisroel in Wien erfahren, ist die Zentralrats&itzung der Agudas Jisroel auf den 16. Eiul (15. September d. J.) nach Krakau einberufen worden. Das polnische Aussem1rinis׳ter1um hat eine rasche und klaglose Erledigung der Einreisevisa zugesagt. Der Zentrairat der Agudas Jisroel besteht aus 100 Mitgliedern, die von der Wiener Kenessio im vorigen Jahre mit (Berücksichtigung der landsmannsdhaftMchen Gruppen gewählt wurden. Der Zentralrat tritt in den Jahren zusammen, in welchen keine allgemeine Kenessio stattfindet. Der Sohn Theodor Herzls getauft. Wie die ״Stunde“ mitteilt, hat sieb der Sohn Theodor Herzls, Hans Herzl, am 20. Juli in Wien taufen lassen. Diese Nachricht hat in Wien grosses Aufsehen! erregt. 1 f Aus der Bewegung. Frankfurt, 4. August. Am Donnerstag abends veranstaltete im überfüllten Saale der Loge Adler die hiesige Agudas Jisroel eine zugleich als Trauerkundgebung wie auch als Protest gegen das geplante Gemeindegesetz in Erez Jisroel gedachte Versammlung, in welcher Doktor Moses Auerbach, zurzeit Berlin, über die ״Lage in Erez Jisroel“ berichtete. Einleitend bemerkte der Vorsitzende Herr Jacob Rosenheim, dass nur ein in hohem Masse Verantwortungsgefühl und die Fähigkeit zur Sachlichkeit Besitzender, wie eben der Referent, es wagen dürfte, ohne Schaden zu stiften, im gegenwärtigen tiefernsten und von politischer Leidenschaft zu innerst aufgewühlten Zeitpunkt zum Thema: Erez Jisroel, seine Stimme zu erheben. In warmen, ergreifenden Worten gedachte alsdann der Referent des in Jerusalem Gemordeten, den er persönlich kennen und hochschätzen gelernt, und dem auch er das Zeugnis ausstellte, dass — wie es in einem in (der J. P. Z.-Zürich erschienenen Artikel hiess — die einzige von ihm begangene Messirah (d. h. Verrat, den ihm die Gegner vorwarfen), in dem wahrhaft bewundernswerten und zuweilen rührenden Messiras hanefesch bestand, mit dem er für Recht und Wahrheit, die ihm über all^s gingen, sich einsetzte; auch dann, wenn es galt, den erbitterten politischen Gegner vor nichtjüdischem Gericht zu verteidigen. Auch die Gegner sollten dies anerkennen, ihm danken auch für die der Aufdeckung von Missbrauchen mnerhatb der zionistischen Partei dienende Kritik, von deren Berechtigung man doch später sich meist selbst überzeugte; doch lehrten sie lieber die Schulkinder, auf der Strasse vor ihm auszuspeien und ihm ״Verräter“ nachzurufen. — So sehr psychologisch begreiflich auch der Hass gegen diesen Mann, der sich in Erez Jisroel vom Zionisten und Misrachisten — lediglich aus innerer Notwendigkeit, waren doch Ehre und Geld nur bei den ersteren zu finden! — zum Berater und Führer der! eines weltlichen Führers bedürftigen Sonnenfeldschen Gemeinde und der Aguda wandelte, so gewiss doch, dass — mag man auch über die Mittel streiten — seine Ziele stets reine und heilige waren; dass ihn etwa zu seiner, im Gegensatz zu dem gefährlich-törichten, chauvinistischen Auftreten einiger zionistischer Führer araberfreundlichen Politik lediglich die verantwortungsbewusste Liebe zum jüdischen Volk bestimmte. — Verlange auch das jüdische Recht ängstlich-strenge Zurückhaltung bis zur vollen Aufklärung des Verbrechens, so sei es doch schlimm genug, dass man auch nur mit der Möglichkeit eines jüdischen Mörders zu rechnen habe. — Und werden gewisse Kreise, mögen sie auch ebenso entschieden wie wir heute die Tat verurteilen, im traditionellen Sinne sagen können: ידינו לא שפכו את הדם? Redner wandte sich schliesslich in bei aller Sachlichkeit, schärfster Form gegen den Entwurf eines Gemeindegesetzes für Erez Jisroel. Er teilt in dieser Hinsicht den auch in diesem Blatte vertretenen Standpunkt. Wirklich nichts anderes verlange ja die Orthodoxie, als frei von Gewissenszwang nach ihrer Fasson selig werden zu können; doch bestreitet ihr dieses Recht der ״Waad leumi“, eine Körperschaft, deren Entstehungsgeschichte man nur zu kennen braucht, um| sich von ihrem fanatischen Religionshass zu überzeugen und ihrer gänzlich mangelnden Legitimation, im Namen *des jüdischen Volkes zu sprechen. Das Rabbinat ist die höchste religiöse Instanz, doch die Erziehung, unser Heiligstes, hat mit. der Religion nichts zu tun; und die Schechita ist Monopol der einheitlichen Zwangsortsgemeinde! Hiemit kennzeichnet sich besonders — und dies ist das Schlimmste — die Unehrlichkeit des Entwurfes. Noch könne man erwarten und hoffen, dass auf den einmütigen Protest der ganzen Diaspora — denn uns alle geht er an! — der Entwurf freiwillig zurückgezogen werde. Geschehe dies nicht, so müsse gekämpft werden. Mögen dann wenigstens beide Seiten trachten, diesen ־־־ nicht durch unsere Schuld! — unvermeidlich gewordenen Kampf in vornehm-sachlichen Formen, unter Infolge der bevorstehenden Zollerhöhungen, die eine bedeutende Preissteigerung der Stoffe und Zugehöre verursachen wird, ist es empfehlen wert, Jetzt •cben dfe Hrrbst- und Winterkleider ad zuschaffen. Zur Besichtigung meines bereits fertigen Lagers von כשר gearbeiteten Kleidern und meines bestsortierten Vorrates vou Stoffen für Afassbestellungn, lade ich ein P. T. Publikum ein. Hochachtungsvollst I. Stern Herren^ elder, Wien, II., Giookeng 25. Tel. 46913. Meldung gegenseitiger persönlicher Verunglimpfung zu führen. Der langandauernde starke Beifall kam ersichtlich aus dem Herzen des Publikums. Trotz der Mahnungen des Referenten kam es dann leider am Schluss noch zu einer recht ״persönlichen“ Schlägerei zwischen einigen jungen Zionisten und Agudisten. Hoffentlich kein böses Omen! Die Wahl der Gemeinderepräsentanz in Lodz annulliert. Lodz. (A. J. P. B.) Während der ersten stürmischen' Sitzung des neugewählten Lodzer Gemeindeverwaltung wurde ein Präses und ein Vizepräses dA Gemeinderates gewählt. Die agüdistische Fraktion hat gegen diese Wahl Protest eingelegt und auf Grund dieses Protestes hat der Regierungskommissär die Wahl annulliert. Die Rabblnerkonferenz in Krakau. Krakau. (A. J. P. B.y Ueber die am Dienstag und Mittwoch den 6. und 7. Tammus in Krakau abgehaltene Distriktskonferenz von ungefähr 30 Rabbinern, können wir auf Grund der Berichte des ״Jüdischen Weg“, Zwei- Wochenblatt der Zeirei Agudas Jisroel folgendes mitteilen: Die Versammlung fand im Beth-Hamidrasch Scheirei b’nei Emuno statt. An der Versammlung haben unter anderen auch die Rabbiner von Tarnopol, Bendzin, Stryi, Prabusno, teilgenommen. Am zweiten Tag nahm auch der Tarnower Rabbiner, Oberrabbiner Meier Arak an der Konferenz teil. Die Hauptprobleme der Beratung waren religiöse Erziehungsfragen, so ״Chisuk Hadas“ ״Schmiras Schabbos“, ״Reinheit der Familie“ und die jüdische Erziehung der Mädchen. Im Namen der Krakauer Gemeinde hat fterr Isaak Bauminger die anwesenden Rabbiner begrüsst. Nach verschiedenen Anregungen wurde nach einer längeren Diskussion beschlossen: Eine allgemeine Rabbinerversammlung von ganz Polen ein- | zuberufen; bis zur Einberufung dieser allgemeinen I Rabbinerversammlung sollen die jetzigen Teilnehmer der!Konferenz eine Agitation in Wort und Schrift gegen Perizus, Chilul Schabbos und Maacholoth assuroth entfalten. f v ' Von der Xgudä in Ostgalizien. Tluste. Die agudistisch orientierte Judenschaft errichtete hier einen Daf Jaumi-Schiur, an dem mehr als 100 Personen teilnehmen. Es wird rege an der organisatorischen Zusammenfassung der hiesigen Orthodoxie gearbeitet, die mangels geeigneteren Propagandamaterials vielfach Schwierigkeiten begegnet. Man erhofft hier von der Anwesenheit •des Czortkower Rebben während der Jomiim Nauroini in Czortkow eine entscheidende Wendung in dieser Beziehung. Aufruf! Kriegswaisenhaus Baden der Agudas Jisroel. Die schwere Not deT Zeit hat unesr Waisenhaus, das allgemein a!ls erstklassiges Institut dieser Art anerkannt ist, in schwierige Lage gebracht. Die Geber und Gaben vermindern sich und wir sind gezwungen, au alle Gönner von Waisen, an alle Freunde echt jüdischer Erziehung die dringende Bitte zu richten, uns durch Beitritt als Mitglieder, Spenden und Sammlungen über das Aergste hinweg- •zuhelfen. Speziell richten Wir an alle Gemeinden, Bethäuser und Minjamim, besonders in Kurorten die Bitte, am 23) שבת עקב. August) עליות -und Spenden unserem Waisenhaus zu widmen. Wien, Ab 5684 (August 1924). Kriegswaisenfonds der A!gu!das Jisroel. Der Vorstand. H&bsehe Vorslmmer, ■ohöne Kftohen (praktische Patent-Abwaschtische), gediegene SoblafZimmer, reizende Mädchenzimmer usw., einzelne Küchengeräte aller Art Mfibelspezialfabrik ״KÜCHENFEE“ vt י>• t •w w** * KAHL KLIMBERÖEB ft Oo. Wien, XX. Bes., Engelsplats Br. 6 Nur eigene Erzeugnisse, garantiert solide Bauart. Höchste Auszeichnung (Goldene Medaille 1913). Filialen: l.t Spiegelgasse 15 VII(., Joeefetldteretr. 30 Hl., Landetr. Haaptetr. 65 XVI., Neulerchrnfelderstr. 41 IV., Margaretanatrasae 2 XVIII., Währingerstrasee 115 VI., Stiinpergasse 51 XXI., Hauptetrasaa 28 XXI, Kagraa, Wagraaentr. 118 4 Z SOEBEN ERSCHIENEN! JERUSALEM Skizzen vom Tag von JACOB ISRAEL DE HAAN : L. SÄNGER VERLAG, Frankfurt a. M., Gwinnerstr. 18 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt vom Verlag. Eine Ferienkolonie der Agudas Jisroel in der Schweiz. Basel. (A. J. P. B.) Unter der Leitung des Herrn Sally Guggenheim hat die Agudas Jisroel in der Schweiz in Allschwtll eine Ferienkolonie für notleidende deutsche Kinder eingerichtet. Der Bodenkauf der Niederländischen Aguda. Amsterdam. (A. J. P. B.) Die Palästinazentrale der * Agudas Jisroel verlautbart, dass 4000 Dunam Boden zwischen Jerusalem und Jaffa für 3 Pfund Sterling per Dunam für die Mitgliedschaft zu kaufen wäre, unter der Bedingung, dass bei Bearbeitung des Bodens die Thoragesetze vollinhaltlich respektiert werden. Kischinew. (Brief unseres Korrespondenten.)!Für letzten Mittwoch abend hatte Oberrab. Zirels 0 h n in der grossen Synagoge einen Hesped für den Märtyrer Dr. de Haan angesagt. Lange vor der festgesetzten Stunde war die Synagoge überfüllt. An zweitausend Menschen waren anwesend. In erschütternder, dabei tief durchdachter Rede schilderte der Oberrabbiner Zirefeohn den ■grossen Verlust, den das glaubenstreue Judentum durch den Heimgang de Haans erlitten hat und der das Gesamtujdentum um so mehr berührt, als er für Chisuk Hadas in Erez Jisroel — dem Mittelpunkt unseres( Denkens und Fühlens — fast unersetzlich ist. Besonders schmerzlich ist jedoch für uns, dass er, der noch in der Blüte seiner Schaffenskraft stand, von ruchloser Harnt ein gewaltsames Ende fand. Tief schmerzen muss es jeden, der noch einen Funken von Chibas Zion besitzt, dass das Produkt des allweltlichen, neuzeitigen, zügellosen Nationalismus — der Mord auch vor der heiligen Erde Jeruscholajims nicht zurückschreckt. Dass es dazu ge«< kommen ist, dass der Verdacht besteht, der Mörder könne ein Nachkomme Abrahams, Jizchoks, Jaakows sein, ist einer der grössten Schläge, die das Judentum in den letzten Dezennien getroffen. 1 Von der Grösse der Schmach und des Schmerzes überwältigt, verliess die andächtige Trauerverrsamuihing lautlos und in sich gekehrt die Synagoge. Eine Gruppe Zionisten hatte versucht, Oberrabbiner Zirelsohn am Sprechen zu verhindern. Als dies nicht gelang, bemühten sie sich durch, Zwischenrufe und Lärm die Rede zu stören. In dem entstehenden Handgemenge gelang es der mehr als tausendköpfigen religiösen Gruppe, die Ruhestörer zu entfernen, so dass die Haskoroh beendigt werden konnte. Das Verhalten gegenüber dem auch von den Gegnern verehrten geistigen Oberhaupt hat in der Stadt grosse Erregung herv0rgerufen. Es verrlautet, dass die Aguda in Bessarabien in Kürze mit der Herausgabe einer Wochenschrift in jiddischer Sprache beginnt. Die erste Nummerr soll noch vor Rösch Haschono erscheinen. Die Sammlungen für Bodenkauf in Palästina haben begonnen. Die geschäftliche Stagnation wirkt vorläufig noch hemmend. Man hofft jedoch für den Herbst mit einem Abflauen der Krise; die Agudah wird dann mit einer grosszügigen Aktion hervortreten. G. P. Ein neues orthodoxes Organ. Kischenew. (A. J. P. B.) Mitte Aw wird die erste Nummer des Wochenblattes ״Der Func“ erscheinen. ׳ An alle Orts- und Jugendgruppen ״Agudas Jisroel“ In Oestereich! Die Eingänge der Kopfsteuerblocks כופר נפש für das Jahr־HDV!sind noch stark im Rückstand. Wir ersuchen daher alle Orts- und Jugendgruppen, im Sekretariat, Wien, 2. Bezirk, Malzgasse 12 a, die Blocks abzuholen und im Laufe des Monats Elul an alle Mitglieder auszugeben, da die Verrechnung derselben noch vor ןר״ה הבע״ל erfolgt. In Anbetracht der Wichtigkeit dieses auf der Kenessio Gedauloh gefassten Beschlusses, appellieren wir an die Opferbereitschaft eines jeden ehrlichen Jehudi. Die Landsorganisation Agudas Jisroel, Wien. Stahl- und Kammwaren können billigst im Exportwege bezogen werden bei der empfehlenswerten Firma 'M. Intrater, Wien, 2. Bezirk, Taborstrasse 8 b (Eingang Nr. 10), Telephon 41-7-81. WAI7EPI II כשל• Einem wahrhaft fühlberen Bedürfnisse ' ” «f r JuLIl trägt die unter steter Aufsicht des ehrwürd. Herrn Rabbiners Hermarn Schenk stehende Konditorei- Erzeugung Israel Vortrefflich, Wien, II., Obere AugavteDStrasse 62 Rechnung, indem sie als erste und einzige in Wien, streng rituell erzeugte Waffela für Dessert, Eis, Torten und Neapolitaner auf den Markt br'ngt. Perücken aus dauergewelltem Naturhaar, garantiert unsichtbar hn Tragen, liefert kurzfristig Rudolf SCHIFF Wien, 1. Bezirk, Kärntnerstrasse 8 (nächst dem Stefanspints, am die Ecke)

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