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Jüdische Presse · 1924-08-08 · 32 (8.8.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
32 (8.8.1924)
Date
1924-08-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nf. 32 Ml 219 einfach, dass sie Juden, die am Sabbath nicht arbeiten; nicht nehmen können. Der Leiter der Eisenbahn errklärte,, dass er den Dienst unmöglich aufrechterhalten kann, wenni ein Teil seines Personals am Freitag, Sabbat und Sonntag! frei hat. Denn die Mohammedaner fangen nun auch an. Eine strenge religiöse Verpflichtung, am Freitag nicht zu arbeiten, gibt es für Mohammedaner nicht und sie haben auch immer hier am Freitag gearbeitet. Und am Sonntag oder an feinem anderen Tag, wie es gerade auskam, freigehabt. Aber nun, da die Zionisten mit der National)-» sierung des Sabbats anfangen, beginnen die Mohammedaner mit der Nationalisierung des Freitags. Die Nationalisierung des Sabbats. Vor allem die nationalistischen Institute auf nationalem Boden, die für die Anerkennung des Sabbats als Ruhetag eintreten. Aber den Engländern ist eine Nationalisierung des Sabbats unverständlich. Sie sagen, § 23 des Mandats wolle nur den! religiösen Gefühlen entgegenkommen und deshalb seien׳ diese Tage auch als heilige Tage anerkannt. 1 ״Haben Sie religiöse Beschwerden, am Sabbat zu arbeiten?“ fragte ein Staatsbeamter einen unserer jungen jüdischen Freunde. ״Nein, Herr,“ antwortete einer unserer jüdischen Freunde, so stolz und so sicher, als ob eif aus dem Buche spräche: ״Religiöse Beschwerden haben wir nicht, wohl aber nationale.“ Die Nationalisierung des Sabbats ist schon hübsch fortgeschritten. Die zionistischen Arbeitervereinigungen veranstalten jeden Samstag Ausflüge und Spaziergänge, bei denen die Sabbatgesetze übertreten werden. ״Brot und die Heilige Schrift mitnehmen,“ heisst es in den Ankündigungen. Die Heilige Schrift ist soweit schon nationalisiert: Im Tel-aviver-Gymnasium wird gelehrt, die Heilige Schrift habe für uns keine andere Bedeutung, wie das römische Recht für die Italiener, Homeros für die Griechen und Shakespeare für die Engländer. i Vom Tage 000 Die Resultate der Hakoah-Tournee in Polen: Gesamtgoaldifferenz 83 : 8. Wien. (J. T. A.) Die Fussballmannschaft der Wiener ״Hakoah“, die in den letzten Wochen eine Tournee durch die Städte Polens absolviert hat, ist soeben nach Wien zurückgekehrt. Während der ganzen Tournee wurden die Hakoahner seitens der jüdischen Bevölkerung Polens als die Vorkämpfer der jüdischen Sportbewegung gefeiert. Den Sportveranstaltuneen in Warschau, Lodz, Wilna usw. wohnten stets mehrere Tausend Zuschauer bei. Während der ganzen Spiele erzielte die Hakoah insgesamt 83 Treffer und erhielt nur 8. Der Siegeszug der Hakoah in Polen ist nun zu Ende. Die jüdisch-nationale Brust schwillt hoch vor Stolz anlässlich der gewaltigen ״Gesamtgoaldifferenz“ zugunsten der Hakoah. Wir aber, die über alle Fortschritte einer heidnischen Körperkultur unsere in der Thora wurzelnde jüdische Eigenart noch nicht aufgeben wollen, müssen leider in den Freudenkelch jüdischen nationalen Rausches einige Wermutstropfen mengen. Der Sieg der Hakoah steht nicht nicht nur mit der öffentlichen Sabbatentweihung in Lodz im Zusammenhang, sondern wurde mit einem Chilul Sohabbos im litauischen Jerusalem in Wilna erkauft. Der ״Jom Tow“ der Wilnaer Nationaljuden wurde am Sabbat, an welchem in den Synagogen der Wochenabschnitt ״Pinchas“ aus der Thora und die flammenden Worte Jirimiahus als Mahnung an die Trauer um Jerusalern verlesen wurden, mit folgendem Programm gefeiert: 1. Wettlauf (100 Meter) Männergruppe, 2. Wettlauf (60 Meter) Frauengruppe, Wettlauf (1500 Meter) Männergruppe, 3. Fussballmatch mit Hakoah, während der Zwischenpause findet ebenfalls ein Wettlauf auf 100 Meter statt. — Das ehrwürdige Rabbinat in Wilna konnte mit seinen Bitten um Respektierung der Sabbatweihe keine Verlegung des ״Festes“ erwirken. © NACHRICHTEN, Gründung eines Zentralhiiiskomitees in Wien. Wien. (A. J. P. B.) Endlich ist es gelungen, zur Versorgung der sich in grosser Not befindlichen Emigranten in Wien ein Zentralhilfskomitee, welches alle an der Emigrationsfrage interessierten jüdischen Organisationen Wiens umfasst, zu gründen. Der Arbeitsausschuss des neuen Komitees hat abermals eine scharfe Warnung gegen die wilde Wanderung ohne richtige Reisedokumente erlassen. In den Wiener Zeitungen wurde ein Appell an die Wiener Judenschaft zur Versorgung der in unsagbarer Not sich befindlichen Emigranten gerichtet. Rückkehr des Oberrabbiners aus Sadagora nach Wien. Wien. (A. J. P. B.) Grossrabbiner Friedmann aus Sadagora ist nach zweimonatlichem Aufenthalt in OstJ galizien und der Bukowina nach Wien zurückgekehrt. Er hat nach seiner Rückkehr Gelegenheit genommen, über seine Eindrücke der Zentrale der Agudas Jisroel einen' ausführlichen Bericht zu erstatten. Trotz der gewaltigen Wirtschaftskrise, bemerkte der Grossrabbiner, sind die thoratreuen Juden noch immer von idealer Begeisterung für Jischuw Erez Jisroel und für Keren Hathora erfüllt. Bitte beachten I Infolge der bevorstehenden Zollerhöhungen, die eine bedeutende Preissteigerung der Stoffe und Zugehöre verursachen wird, ist ei empfehlenswert, jetzt schon die Herbst- und Winterkleider an zuschaffen. Zur Besichtigung meines bereits fertigen Lagers von ם8ר gearbeiteten Kleidern und meines best80rtierten Vorrates von Stoffen für Massbesteilungen, lade ich ein P. T. Publikum ein. Hochachtungsvollst J. Stern Herrenkleider, Wien, 11., Glookeng 25. Tel. 46913. Grossrabbiner Friedmann hat überall unter seinen Anhängern, die ihn nach Tausenden aufgesucht haben, die Wichtigkeit und die Priorität von Keren Hathora betont.׳ Grossrabbiner Friedmann gab weiters der Hoffnung Ausdruck, dass es der Agudaleitung gelingen wird, durch den Ausbau der Organisation in Ostgalizien und der Bukowina, die oft rührende Anhänglichkeit der Massen für Thora und Erez Jisroel in wirksamer Weise zur fruchtbringenden Tat werden zu lassen. Der Rabbi selbst überbrachte eine grössere Summe für Keren Hathora. Wiener. Neustadt. ,Donnerstag ׳ בלקD wurde hier eineSijum-Feierakgehalten. Herr Rabbinats&sieser פריעדטאןניי 8 ר׳ מנחםרודch10«s מסכת ביצה mit einer glanzenden chanfusdrosebo und, nachdem diese מכסת *uch תוספי gelernt wurde wurde dieser UmstandfUr hier al« bedeutsamer Fortschritt gefeiert. Herr Moses Rosenberger sagte in schwungvoller Anrede, nichts schade dem Judentum mehr, als das Fernbleiben vom *ביתהםדו UQ(f nichts bringe den יראים die so nötige Verständigung und ehrliche innige Freundschaft, als das gemeinsame תורה lernen. Essei unbedingt de'r Agudagedanke zu pflegen, welcher seinen unbezahlbaren Niederschlag in der Pflege der Treue zur Ueberlieferung und in den nunmehr erstandenen התורה pp *eugt. Herr Morita Spitz-r aus Wien als Gast, gibt gerührt seinen Gefühlen Ausdruck, dass in den R&utnen, die früher ein Stilleben geführt, frisehe jüdische Impulse am Werke sind, dass die Wiederbelebung Wiener Neustadts so wie überall von den Trägern der ת1דה ausgeht und bittet den הת1רח pp IU fördern. Für da« Gelingen des Festes und das Arrangement sei Herrn Kantor Leen Löwy bester Dank ausgesprochen." Vortrag Dr. Nathan Birnbaums in Warschau. Warschau. (A. J. P. B.) Dr. Nathan Birnbaum setzt seine überaus erfolgreichen Vorträge, die überall ausgezeichnete Aufnahme finden, und sehr viel zur Erstarkung/ des religiösen Gedankens beigetragen, fort. So waren seine Vorträge besonders in Bialystok und in Wloclawek von grossem Erfolg begleitet. Dr. Nathan Birnbaum schliesst sein Vortragstournee Donnerstag, den 29. Tamus in Lodz ab, wo zu seinen Ehren eine grosse Abschiedsfeier veranstaltet wird. Nebst Dr. Birnbaum kommen auch seine Jünger zu Worte, von denen Sisse Friedmann über ״Birnbäum als Schöpfer einer geistigen Evolution innerhalb der orthodoxen Judenheit“, Silberstein über ״Birnbaum' als Beweis“ sprechen werden. Das Schlusswort der Abschiedsfeier wird Dr. Benzion Fessler sprechen. f Das Warschauer Rabbinat für die strenge Beachtung der Sabbatgesetze. Warschau. (A. J. P. B.) Das Warschauer Rabbinat erlässt als Resultat der Beratungen, die zwischen den Mitgliedern des Rabbinats und den Funktionären des Schomre Schabos-Vereines einerseits, andererseits den Vertretern der jüdischen Kaufmannschaft und Transportorganisationen stattfand, einen Aufruf an die jüdische Kaufmannschaft in Warschau ihre Waren am Sabbattage nicht expedieren zu lassen, sondern die Abfertigung noch am Freitag so vozunehmen, dass durch den Transport der Ware der Sabbattag nicht verletzt werde• י Der Kampf der Salonikier Juden um den Sabbat. Saloniki. (A. J.P. B.) Trotz aller Bemühungengelang es den Vertretern der Salonikier Gemeinde nicht, die Staatsregierung von einer Einführung des absoluten Sonntagsruhezwanges auch in Saloniki abzuhalten. Am Tage des Inkrafttretens der diesbezüglichen Verordnung wurde in Saloniki eine ausserordentliche Generalversammlung abgehalten, der nebst den Mitgliedern auch das gesamte Rabbinat beiwohnte. Die Versammlung hat beschlossen, nochmals gegen diese Vergewaltigung der Religionsfreiheit und uralter Privilegien der Salonikier Gemeinde schärfstens zu protestieren. Als Zeichen des Protestes wurden alle Synagogen geschlossen. Die neue Gemeindeverwaltung in Warschau noch immer lahmgelegt. Warschau. (A. J. P. B.) Nach der ersten stürmisehen Sitzung des neugewählten Gemeinderates in War-׳ schau, wurde bekanntlich die Arbeit der Gemeinde vom Bildungsminister sistiert, beziehungsweise versieht die Gemeindeverwaltung der alte Vorstand. Es ist bis zum heutigen Tage kein Weg der Entwirrung gefunden worden. Die Bestätigung der Gemeindewahien in Lodz. Lodz. (A. J. P. B.) Der Hauptwahlkommissiär hat nun die Wahlen zur jüdischen Gemeindeverwaltung bestätigt. Nach der Bestätigung verteilen sich die 35 Mandate unter den Parteien folgend: Aguda 12, Poale Emune Jisroel 1, zentraler Handwerkerverein 2, Volkisten 1> Bundisten 3, Poale Zion 2, Zionisten 7, unparteiische Orthodoxe 7. Die erste Sitzung wurde für Dienstag, den 27. Tamus einberufen. Da der Bildungsminister für diese Sitzung den Ausschluss der Oeffentlichkeit nur polnisch als Verhandlungssprache vorschrieb, ereigneten sich stürmische Szenen. Die agudistischen Mandatare haben den Sitzungssaal verlassen; sie beteiligten sich auch an den Wahlen in das Präsidium nicht. Der Film des ״Jüdischen Hillswerkes“ in Deutschland. Berlin. (A. J. P. B.) Der Film des jüdischen Hilfs- Werkes der Aguda, ״Opfer des Hasses“, wurde in Berlin und Hamburg mehrfach aufgeführt. Die Presse, darunter auch die ״Vossische Zeitung“, widmet dem Film ausführliche Besprechungen. \ Zur Frage der Jewish Agency. Berlin. (A. J. P. B.) Die ״Jüdische Rundschau“ veröffentlicht in ihrer Nummer vom 25. Juli 1924 einen Aufsatz von William Schlesinger (Hamburg) zur Frage der Jewish’ Agency. Der Artikelschreiber empfiehlt, den Motiven des Gegners (Aguda), wenn man sie auch aufs schärfste bekämpft, mehr Würdigung entgegenzubringen. ״Nun frage ich,“ setzt der Verfasser fort, ״will der Zionismus die Schuld dafür tragen, wenn nach der Konstituierung der! Jewish Agency ohne Mitwirkung der Aguda eine Situation eintritt, die der erstaunten Welt wieder zwei jüdische Körperschaften im Kampf zeigt. Die Aguda hat in der vergleichsweisen kurzen Zeit ihrer Aktivität immerhin Energien entwickelt, die zwar leider noch nicht so stark in Erscheinung getreten sind, wie etwa die zionistischen Siedlungen in Palästina. Es steht aber gerade einem Zionisten nicht gut an, geistige Bewegungen und Wirkungen zu! unterschätzen. Die Tätigkeit der Aguda vollzieht sich! zurzeit vowiegend auf dem Gebiete der Erziehung, der* Sammlung der religiösen Kräfte. Ist es klug, solche Manifestationen, die — wie die Kenessio Gedauloh — natürlich; mit einem Zionistenkongress nicht in eine Reihe gestellt werden brauchen, zu unterschätzen, auch ihre politischen Folgen zu unterschätzen? Sollte es nicht bekannt sein, dass der Aguda in weiten Kreisen der nichtjüdischen Welt, auch der Araber, lebhafte Sympathien entgegengebracht werden, gerade ihrer religiösen Einstellung wegen?“ Schliesslich meint der Artikelschreiber, dass, wenn die Agudah auch nicht greifbare wirtschaftliche Vorteile bietenl kann, so ist ihre moralische Unterstützung eine wertvollere und reellere Hilfe als die von anderer Seite schliesslich nur versprochenen Geldbeiträge. Konferenz des Misrad Haceirim für Ostgalizien in Przemysl. Przemysl. Montag, den 12. Tamus fand in Przemysl unter Beteiligung von Delegierten aus elf Städten eine Konferenz der Ceirim statt. Um 3 Uhr nachmittags' eröffnete der Vorrsitzende, Herr Langsam, die Beratungen und erteilte das Wort dem Vorsitzenden dieser Tagung; Herrrn Hister aus Lemberg. Sekretär H. Meiseis erstattete den Tätigkeitsbericht, um welchen sich eine lebhafte Debatte entwickelte. Zum Zeichen der Trauer für den ermordeten Prof, de Haan z. 1. wurde die Tagung1 auf zehn Minuten unterbrochen. Nachherr ging man zur!' Tagesordnung über, welche sehr wichtige Fragen, wie Harumas Keren Hathora, Erez Jisroel, Presse, 4. -Organisation etc. enthielt. Folgender Beschluss wurde gefasst: 1. Nächsten Winter soll die Jeschiwa Gewoha für OstJ galizien in Przemysl eröffnet werden; 2. soll eine Zeitschrift für Pilpul und Chidasche Thora herausgegeben werJ den; 3. der Landes-Sijum-Haschass soll am 1. Elul d. J. in Drohobicz stattfinden; 4. in jeder Ortsgruppe sinef Ojlim Chareidim zu gründen; 5. das Aguda-Organ für Ostgalizien, ״Der jüdische Weg“, soll ab 15. Ab als. Wochenblatt erscheinen. Um 11 Uhr nachts schloss der Vorsitzende die Sitzung. . M. B. Ungarn. Papa. Nach dreizehnjährigem Interregnum hat die hiesige orthodoxe Kehilla endlich ihren geistigen Leiter bekommen. Rabbi Elieser Dawid Grünwald, der würdige Bruder und Schüler des unvergesslichen Chister R e b b e, wurde mit überwältigender Majorität, zum Oberrabbiner gewählt. Von 380 abgegebenen Stimmen sind 340 auf den Viosöer Raw, der durch sein Wirken in Deutsch-Kreuz und Szatmar seine Berufenheit zur Genüge dokumentierte, entfallen. Es ist ein erfreulicher Symptom Habsohe Vorzimmer, ■ohöne Kftohen (praktische Patent-Ab Waschtische), gediegene 8011 lafZimmer, reizende SE&dohenzlmmer usw., einzelne Küchengeräte aller Art Möbelspezialfabrik ״KÜCHENFEE“ KARL KLIMBEROER ft 00. Wien, XX. Bez., Engelsplat* Nr. Nur eigene Erzeugnisse, garantiert solide Bauart. Höchste Auszeichnung (Goldene Medaille 1918). Filialen: 6 I., Spiegelgasse 15 III. , Landstr. 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