Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 27 (4.7.1927)
- Date
- 1927-07-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 184 J0BISCHE PRESSE Nr. 27 10000000® TSCHECHO-SLOWAKEL 00000000 Nene Anwürfe gegen die Piestanyer Gemeinde. Wie unsere Leser sich erinnern, brachten wir vor kurzem eine Schilderung der religiösen Zustände in der Hauptstadt unserer Republik. Aus jeder Zeile des Artikels sprach aufrichtiger Schmerz über den Verfall einer Gemeinde, die eine ruhmreiche Vergangenheit besitzt. Männer, die den Schmerz eines orthodoxen Juden beim Anblick des heutigen Prag mitempfinden können, werden — auch wenn sie sonst der Orthodoxie noch so fernestehen — erstaunt sein, in der zionistischen ״Selbstwehr“ folgenden Gegenartikcl zu lesen: ,»Orthodox.“ Vor kurzem hat die ״Jüdische Presse“, das Organ des sattsam bekannten Präsidenten der ״orthodoxen Zentralkanzlei“, Oberrabbiner Weber aus Piestany,*) einen giftgeschwollenen, boshaften Schmähartikel (?) gegen die Prager Kultusgemeinde losgelassen, mit der offenkundigen Tendenz, auch bei uns die ״Ideale“ der Trennungsorthodoxie zu propagieren und die Einheit unserer Gemeinde zu untergraben. Gegen, diese Anmassung Unberufener und Ungerufener ist von keiner autoritativen Seite Protest erhoben worden, weil man bei uns die Lächerlichkeit des Beginnens ebenso z׳u beurteilen versteht wie die Bedeutungslosigkeit der Hintermänner, die die Hetze veranlassen und fördern. Aber es ist doch interessant, die Schreier etwas näher kennen zu lernen und zu prüfen, ob denn bei ihnen schon alles so tadellos in Ordnung ist, dass ihnen, wenn sie ihre Tatkraft entfalten wollen, nichts übrig bleibt, als sich um Gemeinden zu kümmern, die sie herzlich wenig angehen. Und da kommt uns ein Referat zustatten, das der Obmann des ״Verbandes konservativer Rabbiner in der Slowakei“ (?), der angesehene Oberrabbiner M. Stein- Trnava, der Generalversammlung seines Verbandes erstattet hat und das nun im Druck vorliegt. In diesem Referate setzt sich Herr Oberrabbiner Stein mit Oberrabbiner Weber und dessen ״Wirksamkeit“ auseinander und führt u. a. aus: ״Wir wollen uns einmal die orthodoxe Gemeinde in Piestany ansehen: Wieviele Kinder gibt es dort, die in den Bund Abrahams nicht eingeführt wurden? So und soviele Gemeindemitglieder entweihen den Sabbat in aller Oeffentlichkeit! Es gibt im ganzen Kreise keine Gemeinde, die in den Tagen des Sturmes soviele Taufen aufzuweisen gehabt hätte wie die Gemeinde Piestany und ihr Bezirk! Die Mehrzahl der Gemeindemitglieder in Piestany sind bekannte Zionisten (in der Gemeinde des Zionistenfressers Weber!) und die übrigen hängen nicht an Gott und Thora — hat er (Weber) sie aus der Gemeinde ausgeschlossen, hat er angeordnet, dass man von ihnen keine Kultussteuer annehme? Der Piestanyer Rabbiner weiss sehr gut, dass er, wenn er sie ausschlösse, vereinsamt, ohne Orthodoxe und ohne Mitglieder bleiben und mit seiner ״Orthodoxie“ allein dastehen würde. Piestany ist ein bedeutender Kurort; die meisten Kranken, die dort Heilung suchen, sind fromme Juden, die es mit dem Ritus sehr genau nehmen — gibt es dort auch nur ein Speisehaus, auf das man sich ohne Bedenken in ritueller Hinsicht verlassen könnte? Wo sind die Aufseher, die eingesetzt sind, um über das Kaschruth zu wachen? Es ist eine Stadt mit niedergerissenen Mauern und nimmt man dieser Gemeinde den Namen ״orthodox“, dann ist sie eine leere, neologe, schauerliche Gemeinde, die im ganzen Kreise ihresgleichen nicht hat.“ Womit stolziert also Herr Weber? Mit einem unjüdischen, einer christlichen Kirche entlehnten Namen ״orthodox“. Wodurch zeichnet sich seine ״orthodoxe“ Gemeinde vor den sündigen, gottlosen Gemeinden aus? Durch eine irreführende Etikette, durch eine falsche Deklaration. Das imponiert uns nicht und dürfte auch ehrlichen und besonnenen Konservativen nicht sonderlich imponieren. Wir haben keinen Grund, die Richtigkeit der Angaben des angesehenen Rabbiners von Trnava in Zwefel zu ziehen, aber selbst wenn nicht alles buchstäblich stimmen, wenn vielleicht manches übertrieben sein sollte, bleibt doch noch des Bedenklichen genug übrig und Herr Weber hätte noch sehr ernste Aufgaben in seiner eigc-1 en Gemeinde zu er- Jillen. Er möge u.is darum verzeihen, wenn wir inm bescheiden raten, vj; seiner eigenen iüre zu kehren; ״schmücke dich Silber, bevor du andere schmückst‘' ist ein schönes, beherzigenswertes Wort unserer Weisen. Der I abbiner von Piestany wolle sich* gefälligst um Piestany kümmern, die Prager werden schon ohne ihn fertig weiden, 111־ d wir haben Grund zu der Annahme, dass aus den Prager früher als aus den Piestanyer Ruinen neues Leben blühen wird. (Gebe G-tt! Vorläufig sieht man in Prag nur Anzeichen fortschreitender ״Nationalisierung“ und weiteren Verfalls. Red.) Ibri anochi. Wie wir erfahren, ist das von der ״Selbstwehr“ so freudig aufgegriffene Zitat einem Pamphlet entnommen, das mit dem Titel הויכאת המנהל אנודת הרבנים und der Rundstampiglie einer אמדת הרבנים החרדים in der Tschechoslowakei verbreitet wird. Wie der Name der Versandstelle allein schon eine Irreführung ist, weil unter diesen רבנים חרדים sich in Wahrheit nicht ein einziger Rabbiner einer orthodoxen Gemeinde befindet, so lässt auch das unmögliche Hebräisch des Titels zur Genüge vermuten, dass wir es hier nicht gerade mit einer sich selbst ernst nehmenden neologen oder Status quo-Streitschrift gegen die Orthodoxie zu tun haben. Wir werden uns diese הרצאה vielleicht einmal genauer ansehen und uns gelegentlich mit ihr beschäftigen. Ueber ihre Behauptungen, soweit sie aus dem Zitat der ״Selbstwehr“ bekannt wurden, sind uns eine Reihe von Zuschriften zugegangen. Wir veröffentlichen zunächst eine, die sich durch ihre Sachlichkeit auszeichnet: Feststellungen. ״Die in Prag erscheinende zionistische Zeitung ״Selbstwehr“ richtet einen neuen Angriff gegen Se. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Weber und stützt sich bei ihren unqualifizierbaren Verleumdungen unseres Oberrabbiners auf Angaben einer mir nicht vorliegenden Druckschrift des Herrn M. Stein, Oberrabbiner der Status quo-Gemeinde in *) Oberrabbiner Weber hat mit dem Artikel über Prag, wie überhaupt mit der Redaktion der ״Jüdischen Presse“ nichts zu tun. Das wissen übrigens auch die Herren von ejer ״Selbstwehr“. Die VI. Internationale Donau-Messe findet statt vom 23. August bis 2. September 1924. 18 Ausstellungsgruppen. 33°/0ige Ermässigung auf den Eisenbahnen. Anmeldungen an die Direktion der Messe, Bratislava, __Hefenstrasse._ T y r n a u. Diese in der genannten Zeitung Nr. 24 (siehe oben! Red.) wiedergegebenen Mitteilungen enthalten Schmähungen gegen unsere לן ד ו ש ה r ה ה , die nicht unbeantwortet bleiben dürfen. Es kann natürlich mit der Würde einer jüdischen Gemeinde nicht vereinbar sein, sich mit der stets provozierenden ״Selbstwehr“ oder gar mit ihrem Gewährsmann sich in eine Polemik einzulassen. Aber die gestellten Fragen sollen eine sachliche Antwort erhalten. 1. ״Wieviele Kinder gibt es dort, die in den Bund Abrahams nicht eingeführt wurden?“ Antwort: Nicht eines! Wohl gab es ein solches, nämlich das Kind des Herrn Richard Schlesinger, zionistischen Listenführers für den Senat, aber auch dieses wurde durch die Einwirkung unseres Herrn Oberrabbiners nachträglich in Wien beschnitten. 2. ״So und soviele Gemeindemitglieder entweihen den Sabbat in aller Oeffentlichkeit.“ Antwort: Stimmt leider, aber nicht mehr und nicht weniger als überall in der Welt, wo neologe und neuerdings zionistische Irreligiosität auf die Gesinnung der Leute Einfluss zu gewinnen bestrebt ist. Bemerkt sei, dass trotzdem bei uns kaum ein Geschäft am שבת geöffnet ist. 3. ״Es gibt im ganzen Kreise keine Gemeinde, die in den Tagen des Sturmes soviele Taufen aufzuweisen hatte, wie 1 die Gemeinde Piestany und Bezirk . . . und die übrigen hängen nicht an G־tt und Thora.“ Antwort: Glatte Erfindung und infame Verleumdung! 4. ״Gibt es dort auch nur ein Speisehaus, auf das man sich ohne Bedenken in ritueller Hinsicht verlassen könnte? Wo sind die Aufseher, die eingesetzt sind, über das Kaschruth zu wachen?“ Antwort: Es gibt hier Speisehäuser, denen der Herr Oberrabbiner die Aufsicht verweigert, und wieder andere, bei denen er die Aufsicht für überflüssig hält. 5. ״Nimmt man der Gemeinde den Namen ״orthodox" etc.“ Antwort: Der Versuch, unsere altehrwürdige Gemeinde mit einer neologen oder Status quo-Gemeinde gleichzustellen, ist absurd. Wir verwahren uns auf das entschiedenste dagegen. Wir sind in jeder Beziehung eine orthodoxe Gemeinde. Unsere Gemeinde zeichnet sich auch heute unter Führung unseres verehrten Herrn Oberrabbiners in religiöser Beziehung sehr wesentlich von einer jeden neologen oder Status quo-Gemeinde aus. Man betrachte vor allem unsere streng frommen Institutionen, unsere Tulmud Thora-Schule mit ihren Melamdim. Es leben hier G. s. D. eine grössere Anzahl von anerkannten תלמידי חכמים und sonstigen בע״ב יראים וחרדים und alltäglich wird an vier Stellen von Baale-Batim und der Jugend חורה ברבים gelernt. 130 Frauen tragen in Piestany und Bezirk die vorschriftsmässige Haarverhüllung. Welche neologe oder Status quo-Gemeinde kann solches auf zeigen? Wer einmal in Piestany war, weiss, wie unerhört frivol diese Kampagne gegen die Ehre unserer Gemeinde und die Person unseres Oberrabbiners ist." Eine zweite Zuschrift aus Piestany beschäftigt sich mehr mit dem Verfasser der Broschüre und weist auf die Ungeheuerlichkeit hin, dass gerade der Tyrnauer Status quo-Rabbiner — offenbar ermutigt durch gleiche Bestrebungen auf zionistischer Seite — mit aller Gewalt auf ein Neuaufflackern des längst erledigten Streites zwischen Orthodoxie und Neologie (inkl. Status quo!) hinarbeitet. Wir geben aus diesem Schreiben nur einen Auszug wieder, um Herrn Oberrabbiner Stein zu bedeuten, dass er keineswegs Grund hat, sich danach zu sehnen, dass die jüdische Oeffentlichkeit sich mit ihm beschäftigt: ״Die wiederholten unwürdigen Ausfälle seitens des Tyrnauer Status quo-Rabbiners Stein gegen unseren Oberrabbiner und gegen unsere Gemeinde überhaupt haben bei uns jetzt ebensowenig Aufregung hervorgerufen, wie seinerzeit dieselben unwahren Behauptungen, als sie fast wörtlich in dem in Budapest von seinem Sohne Dr. Artur Stein herausgegebenen Blättchen ״Hagyomany“ erschienen waren. Wir kennen hier sehr genau die Motive dieser Anrempelungen und finden sie in Anbetracht der angreifenden Persönlichkeiten für sehr begreiflich und verzeihlich. Herr Oberrabbiner Stein ist in ewiger Erregung gegen die Gemeinde Piestany und sein Unmut steigt zusehends von Tag zu Tag. Er hasst die gesamte Orthodoxie und hasst tausendfach die orthodoxe Gemeinde Piestany. Weswegen wohl? Unsere grosse Sünde, unser unverzeihliches Verbrechen ist, dass der in allen Kreisen aufrichtig verehrte und auch bei den Nichtorth0doxen der Tyrnauer jüdischen Bevölkerung beliebte Oberrabbiner der Tyrnauer orthodoxen Gemeinde, Herr Oberrabbiner Samuel Dawid Ungar שליט״א , aus der orthodoxen Gemeinde Piestany hervorgegangen ist und sich jederzeit als ein Kind der Piestanyer קהלה bezeichnet. Der Status quo-Rabbiner sieht mit grimmigen Groll die orthodoxe Gemeinde in Tymau zu einer קהלה מפוארת בישראל sich entwickeln; es ärgert ihn, hunderte בחורי חמר in einer Stadt על ברכי התורה והיראה aufwachsen zu sehen, wo vor.wenigen Jahrzehnten noch keine orthodoxe Gemeinde existierte und bei seiner Wirksamkeit dazu wahrlich niemals die 1 כ י ה gehabt hätte; er sieht in seiner nächsten Nähe, was ein begeisterungsvoller orthodoxer Rabbiner zu leisten vermag und welch ungeteilte Anerkennung er allseitig geniesst und wird nervös bei dem Gedanken, dass er — 0bw3hl er, abweichend von den meisten anderen Neologen und Status quo-Rabbinern zu dem שלחן ערוך noch eine persönliche Beziehung aufrechterhält — immer noch unter dem alten איסור über den Status quo- Gemeinden steht .Er sieht sich völlig im Hintergrund verschwinden und es nützt ihm gar nichts, dass er in jüngster Zeit sogar mit den ihm früher nicht sehr nahestehenden Zionisten Handeins zu machen sucht. Bei seiner allbekannten durchdringenden Geistesstärke hat er nun herausgefunden, dass an alldem die Orthodoxie und besonders die orthodoxe Gemeinde Piestany die Schuld tragen. Er schlägt gegen die Tischkante, an der e r sich wundgestossen hat. Immer wieder sucht er gegen Piestany anzurennen. Vor etwa drei Jahren kam er in diese Gemeinde, wo er nicht Rabbiner ist und wo er auch sonst kaum etwas zu suchen hat, stellte in einem Hotel ein neologes Bes-Din zusammen und liess einer Frau einen Get ausfolgen, der vom Budapester neologen Rabbinat ausgestellt war. Zu seiner sonderbaren Rechtfertigung führte er an, dass Piestany eine orthod 0 x e Gemeinde sei (damals hat es ihm also gepasst, dass Piestany eine orthotoxe Gemeinde ist!), ihr Rabbinat könne also einen neologen Get unmöglich als religionsgesetzlich rechtsgültig anerkennen, was bei ihm, dem Status quo-Rabbiner, nicht der Fall sei. Piestany ist Herrn Rabbiner Stein immer ein rotes Tuch und er versäumt keine Gelegenheit, seinen edlen Zorn gegen diese Gemeinde auszulassen. Uns ist das nichts Neues und es überrascht uns nicht, wenn er sich jetzt abermals entweder selbst oder ein anderer seinesgleichen, auf seine Schultern angelehnt, in einer Prager zionistischen Zeitung in gleicher Weise zu Worte meldet.“ Wir glauben mit diesen beiden Zuschriften die neue ״Kampagne Piestany“ genügend beleuchtet zu haben. Wenn die Person des Oberrabbiners Stein bei der Behandlung dieser Angelegenheit — entgegen unserer sonstigen Gepflogenheit — nicht aus dem Spiele gelassen werden konnte, so möge er die Schuld sich selbst und seiner unmotivierten Gehässigkeit zuschreiben. Talmud Thora-Schule in Lucenez (Losonez). Am •27. Siwan waren wir Zeugen einer erhebenden Feier, die in der Entwicklung unserer erst seit wenigen Jahren bestehenden orthodoxen Gemeinde einen Markstein bildet. Der Grundstein zu einer eigenen Talmud Thora-Schule wurde unter Teilnahme der hiesigen und vieler1 auswärtiger, zum Teil aus weiter( Ferne herbeigeeilter Juden im Rahmen eines schönen' Festes gelegt. Dieses begann mit einer kurzen, aber sehr herzlichen Ansprache eines jungen Schülers der Talmud Thora, der namens seiner Mitschüler dem Oberrabbiner H. Unsdorfer und der Gemeinde für die Errichtung dieser so segensreich wirkenden Anstalt, die nun auch ihr eigenes neues Heim erhalten soll, in schlichten Worten; Dank sagte. Hierauf hielt Herr Oberrabbiner Unsd o r f e r eine schöne, alle Anwesenden im tiefsten Herzen erfassende Festrede, in der er all denen, die zur Verwirklichung dieses Werkes beitrugen, den Dank zum Ausdruck brachte. Diese meisterhafte Rede wird allen Anwesenden unvergesslich bleiben. Nach der Rede des Oberrabbiners sangen die Kinder unter Leitung ihres verdienstvollen Lehrers Herrn Klein( die eigens zu diesem Anlass verfassten frommen Lieder in hebräischer und jüdischer Sprache. Daran schloss sich die eigentliche Grunds t e i n 1 e g u n g an, zu der die Gäste mit Namen herangerufen wurden. Nach Verrichtung des Mincha-Gebetes fand ein Festbankett statt, das in seinem ganzen' Arrangement eine^TCD סעודה של würdig war. Eine grosse Prunkhütte war aufgestellt und festlich geschmückt, in der die Gäste bis spät in die Nacht hinein bei Speise* und Trank in wahrer שטחה של מצוה sich der Festesfreude hingaben. Das alles war der hingebungsvollen Arbeit unseres Herrn Ganse), der Säule unserer ganzen Gemeinde, und einer Anzahl gleichgesinnter ב״ע חשובים zu danken. Selbstverständlich hat es 3^דבריתורדnicht gefehlt. Es hielten schöne Reden die Herren Rabbiner Sch. A. Atlas aus Revuca und E. Balajthy aus Tornalja und mehrere andere Redner. Ein unvergessliches Ereignis war für uns die Ansprache des Herrn Rabbiners Salomon Unsd o r f e r aus Bratislava, Bruders unseres Rabbiners, die grossen Enthusiasmus hervorgerufen und reichen Beifall ausgelöst hat. Unser Herr Oberrabbiner ergriff nochmals das Wort und dankte allen Gästen und Delegierten für ihr Erscheinen. Unter שירים ותשבחות nahm das herrliche Fest nach Mitternacht sein Ende.! Sl. Bm. tribflne. < Zur Pograder Versammlung. Wir erhalten folgende Zuschrift, für deren einzelne Angaben wir dem geehrten Einsender die Verantwortung überlassen müssen. Nove Mesto n. V. 27. Juni 1924. An die Redaktion der ״Jüd. Presse“, Bratislava. Dieser Tage las ich in den Blättern, dass hier in Nove Mesto n, V. eine jüdische Lehrerpräparandie errichtet werden soll. Es wäre sehr schön und lobens-1 wert, in der Slowakei ein solches Institut zu errichteraJ Aber Nove Mesto ist nicht der geeignete Boden für ein solches Institut. Nove Mesto ist nicht reif für eine solche Idee. Es wird auch hiezu die Zeit kommen, aber jetzt| sind noch grosse1 Hindernisse im Wege. Das grösste Hindernis ist der Mieterschutz. Wenn dieser einmal aufhröen wird, werden sich hier auch Juden ansiedeln können, nämlich solche Juden, die sich nicht nur auf die Brust schlagen ״ich bin Jude durch und durch“,( sondern auch die Satzungen unserer heiligen Schrift befolgen. Denn wenn hier in der Slowakei nur solche Juden existieren würden, die glauben, schon Juden zu sein,י. wenn sie sich auf die Brust schlagen und sagen, pie seien ״Juden durch und durch“, so würde es in derj Slowakei so aussehen, wie in Böhmen und Mähren. Das' zweite Hindernis besteht in folgendem: Was sollen die Zöglinge der jüdischen Lehrerpräparandie hier lernen? Sie würden von ihren Leitern, Gönnern und Erhaltern lernen, wie man provozierend am Samstag mit der brennenden Zigarre durch die Gassö geht, wie sie den Samstag im Kaffeehaus durch Kartenspiel feiern, wie sie am Samstag im Kultusgemeindehaus, anstossend an den Tempel die Druckereimaschinen arbeiten