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Jüdische Presse · 1927-07-04 · 27 (4.7.1927) · page 7

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
27 (4.7.1927)
Date
1927-07-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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w 9m Nr. 27 JÜBISCBE PRESSE Seite 185 lassen, wie sie in der koscheren Fleischbank, welchd während der ganzen Woche ohne Aufsicht ist, Samstag Fleisch gehackt wird, wie sie am Samstagvormittag nicht mit dem Leinen beginnen können, da von 250 Mitgliedern kaum 1 Minjan ist und während des Leinens kaum) 2 $lini janim anwesend sind, wie der jüdische Volksschullehrer Samstag mit dem Stab( i (flder Hand spazieren geht. Solche Lehramtskandidaten würden hier erzogen werden. Was wird dann mit den jüdischen Kindern werden? Zu diesem Zweck muss ein anderer Ort gewählt werden und nicht Nove Mesto n. V. ' Hochachtungsvoll Ludwig F ü r st. Die jüdische Gemeinde Oderberg. Aus Oderberg erhalten, wir den nachfolgenden, für die Verhältnisse in schlesischen Gemeinden höchst{ kennzeichnenden Bericht: Die hiesige Kultusgemeinde, die kaum zwei Jahrzehnte ein selbständiges Dasein führt und sich im Aufstiege befindet, hat dieser Tage ein aussed* ordentliches Ereignis erlebt. Der Ortsrabbiner Doktor E. jB a s s hat die Mitglieder zu einer öffentlichen Versammlung einberufen, um ihnen zu eröffnen, dass er sich in seiner der תולה und!עבזדד gewidmeten Tätigkeit von seiten des Vorstandes gehemmt und bedroht fühlt. Schon der Einblick in die Statuten dieser Gemeinde zeigt, dass* ז<י;!ז Rabbinat nur noch für eine rechtlose, mehr geduldete als geachtete Einrichtung gilt, da der Rabbiner kein passi1־ ves Wahlrecht in die Kultusgemeindevertretung besitzty der Gewalt des Vorstehers untersteht und mehr zur ״allseitigen Zufriedenheit״ seiner Herren zu arbeiten als; לשם שמים zu wirken hat. Von diesen Statuten massigen^ ״Rechten“ soll der jetzige Vorsteher in so ausgiebiger Weise Gebrauch gemacht haben, dass er dem Rabbiner gegenüber nicht einmal den Rest der veftragsmässigen und überlieferten Rechte gewahrt hat, so dass dieser an das Gewissen der Gemeindemitglieder appellieren musste, um das unjüdische Vorgehen an den Pranger zu stellen. Die Gemeinde zeigte, dass in ihr noch ein Funke des wahren Judentums glüht, und verurteilte mit überwiegender Stimmenmehrheit das Vorgehen des Vorstandes. Es) wäre zu wünschen, dass solche lehrreiche ל Beispiele den Verfall, der in vielen Kultusgemeinden im Westen unserer Republik bedenklich fortschreitet und dem eine unzweckmassige, persönliche Gemeindestubenpolitik stark Vorschub leistet, wenigstens teilweise aufhalten mögen. Frau Esther Grossmann s. A. Wie ein Blitz vom heiteren Himmel traf ein Todesfall die ganze Gemeinde Nove Zamky. Frau Esther Grossmann, Gattin des Herrn Jonas Grossmann und Tochter des in weiten Kreisen rühmlichst bekannten Gründers der orthodoxen, Gemeinde in Nove Zamky, R. Mendel Leuchter s. A., hat unerwartet plötzlich das Zeitliche gesegnet und ihre reine Seele ausgehaucht. Um sie trauert nicht nur ihre Familie, sondern die ganze] Gemeinde, und darüber hinaus wird die ganze fromme1 jüdische Gemeinschaft in ihr den Verlust einer ihrer wertvollsten Töchter zu beklagen haben. Sie war eine der vornehmsten, intelligentesten und frömmsten Frauen in Nove Zamky. Sie war Präsidentin des orthodoxen Frauen- Vereines und betätigte sich vorbildlich auf dem Gebiet achter, wahrer, jüdischer Wohltätigkeit. Sie suchte die Bedürftigen auf, um ihnen zu helfen, Kranke und NotH leidende verlieren mit, ihrem Hinscheiden eine Mutter, die nimmer müde ward, stets neue Hilfsquellen für sie zu erschliessen. Sie gab selbst reichlich, wo es nottat׳, sie sammelte aber auch bei anderen und weckte durch ihren Eifer den Wohltätigkeitssinn. Ihre Sammlung für die Notleidenden in Deutschland war unter den ersteh aus der Slowakei, die in der ״Jüd. Presse“ ausgewiesen waren. Die Verblichene zeichnete sich durch herzgewinnende aufrichtige Frömmigkeit aus und war eine eifrige und überzeugungstreue Anhängerin des Aguda-Gedankens. Sie war dadurch bemüht, diesen Gedanken zu verbreiten, dass sie für eine zielbewusste, strengfromme Erziehung der Töchter Propaganda machte. Sie pflegte oft zu sagen: ״Es genügt nicht/ wenn unsere Töchter jüdisch fromm und sittsam sind, wir müssen rechtzeitig dafür sorgen, dass es auch unsere Enkel Seie n.“ Dieses wahre Wort einer jüdisehen Mutter mag hier festgehalten bleiben. Es charakterisiert das ganze Sinnen und Wirken dieser edlen Frau^l Am 25. Juni wurde Frau Grossmann unter riesiger Teil•1 nähme zu Grabe getragen. Herr Oberrabbiner Josef Tigermann schilderte in einem warmen Nachruf die Tugenden und besonders die Thoratreue und Gutherzigkeit der Verblichenen. Darauf hielt Herr Oberrabbiner Seidl aus Galanta eine ergreifende Trauerrede. Zum Schlüsse brachte Herr Rabbiner Abr. Stern in wenigen, aber zum Herzen dringenden Worten den Schmerz der Familie und der Gemeinde zum Ausdruck. Ueberall zeigt sich allgemeine Teilnahme an der Trauer der Familie. Herr Emanuel Leuchter in Bratislava betrauert in ihr seine Schwiegermutter. ת1צב ח_ (S. B.) Kalendarium. Tag Tamus Juli Eiruwm Sonntag 4. 6. 82. Montag 5. 7. 83. Dienstag 6. 8. 84. Mittwoch 7. 9, 85. Donnerstag 8. 10. 86. Freitag 9. 11. 87. Samstag 10. 12. S8. Adas Jisroel (Schiffschul). Gebetstunden in der Zeit vom 2. bis 9. Tamus 6684. Freitag, den 2. Tamus קבלת שכת * 7.80 ppp שבת פ׳ Morgengebet: 6.16 und 9.30, Minchah: 1215. Um 8.30 Vortrag von פרקי אמת anschliessend Minchah מוצאי 8.60 ,ש״ק. An Wochentagen, MorgeDgebet: 6.16 und 6.00, Minchah: 7.30, Freitag den 9. Tamus 30•7 : הבלח שבת Uhr. «$> Mitteilungen, «f» «§» | Das Rabbinat der Adas Jisroel. Wien, am 27. Juni 1924. ׳ Vom Rabbinat der Adas Jisroel erhalten wir folgende Mitteilung: Verschiedene Händler mit Lebens- und Genussmittein veröffentlichen Anzeigen, dass sie Waren von Unternehmungen und Erzeugern beziehen, die die Aufsicht des Rabbinats der Adas Jisroel geniessen. Alle1 Kunden dieser Händler werden aufmerksam gemacht, dass die obengenannte Mitteilung durchaus nicht beinhaltet, dass auch die betreffende Verkaufsstelle die strenge Aufsicht geniesst. Das Rabbinat der Adas Jisroel übernimmt für dieselben keinerlei Verantwortung und jedes Käufers Sache ist es, die Richtigkeit der Angabe des Händlers und dessen Vertrauenswürdigkeit selbst zu prüfen. Wien, am 8. Kislew 5684 (16. November 1923). Das Rabbinat der Adas Jisroel. P. T. Das Unterzeichnete Rabbinat der Adas Jisroel bringt zur Kenntnis, dass es grundsätzlich ausnahmslos ablehnt, Anfragen über die Zulässigkeit solcher Genussmittel zu beantworten, deren Herstellung nicht unter der rituellen Aufsicht des genannten Rabbinats steht, sofern solche in den unter der Aufsicht des genannten Rabbinats stehenden Erzeugnis- und Betriebsstätten erhältlich sind. 1 Adas Jisroel (Schiffschul), Wien, II., Grosse Schiffgasse 8. Kanzlei: II., Grosse Schiffgasse 1. Die nachbenannten Verkaufsstellen von Lebens- und Genussmitteln stehen unter der rituellen Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Adas Jisroel: Fleischverschleisstellen: Eckerling Markus, IX., Lieclitensteinstrasse 117. Fischer Adolf, II., Im Werd 3. Fischer Bela, VI., Stumpergasse 48. Fischer Gabriel, II., Gr. Schiffgasse 11. Friedmann Samuel, VI., Stiegengasse 14. Hönigsbeer Emanuel, II., Franz Hochedlingergasse 23. Stern Josef, II., Grosse Schiffgasse 6. Nur in den vorbenannten Fleischverschleisstellen gelangt Fleisch zum Verkauf, das von der Schechitah der Schächter der Adas Jisroel herrührt. Gastwirtschaften und Selchwarenverschleisstellen: Eisen & Hönigsbeer, II., Haidgasse 5. Fischer Adolf, II., Im Werd 3. Fischer Gabriel, II., Grosse Schiffgasse 16. Fischer Gabriel, II., Kleine Sperlgasse 9. Lazar Moritz, XX., Wallensteinstrasse 45. Mayersohn Samuel, II., Taborstrasse 24a. Nagel Josef, II., Sperlgasse 7. Schreiber Benjamin (Wienea), II., Obere Donaustr. 91. W e 1 d 1 e r Hermann, II., Flossgasse 9. Geflügelhandlungen: Fischer Bela, VI., Stumpergasse 48. Friedmann Samuel, VI., Stiegengasse 14. Fürst Markus, II., Krummbaumgasse 2. G a n s 1 Leopold, II., Grosse Schiffgasse 16. Kaufmann Lazar, II., Grosse Schiffgasse 18. Kohn Helene, II., Im Werd 13. Schreiber Benjamin (Wienea), nur II., Obere Donau- Strasse 91. Die Aufsicht bezieht sich bloss auf ungeteilte Stücke, die mit der Marke (Plombe) der Adas Jisroel versehen sind. Konditoreien: Pomeranz Abraham Leib, II., Herminengasse 13. Pomeranz Abraham Leib, II., Flossgasse 9. In den nachfolgenden Verkaufsstellen gelangt Milch aus der unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Adas Jisroel stehenden Meierei zum Verkaufe: Guntramsdorfer, II., Haidgasse 5. Ährenkranz Jakob, II., Obere Donaustrasse 4L Gelb Leopold, II., Flossgasse 9. Frachtbegünstigungen aus Anlass der Wiener Herbstmesse 1924. Anlässlich der in der Zeit vom 7. bis 14. September 1924 stattfindenden Wiener Herbstmesse wird auf sämtliehen Linien der österreichischen Bundesbahnen und den in ihren Betrieben stehenden Privatbahnen für die Rückbeförderung der ausgestellt gewesenen Messemuster über den gleichen wie bei der Beförderung zur Messe zurück-1 gelegten Weg bei Aufgabe als Eil-, beziehungsweise Frachtgut im Abfertigungswege ein 50prozentiger Nachlass von den tarifmässigen Gebühren gewährt. Die Sendüngen müssen sowohl! bei der Beförderung zur als auch von der Messe auf den betreffenden Frachtstücken, ferner in den» Frachtbriefen ausdrücklich als Messem u s t e r bezeichnet sein. Die Rückbeförderung der Messemuster muss an den im Frachtbriefe für die Beförderung zur Messe bezeichneten Absender innerhalb vier Wochen nach Schluss der Messe erfolgen. Dem Frachtbrief für die Rückbeförderung isb der Frachtbrief für die Hin4 Sendung sowie eine Bescheinigung der Messe darüber, dass das zur Rückbeförderung aufgegebene Messemuster mit dem ausgestellten Messemuster identisch ist, beizuschliessen. BacKet Bratet Kochet Lim ^r־’ ץי.־^י> iw» MsriMl ftiwiiliai 9ms Kütonffitm ezial >ares Kutvei bestes S Pfla!v2.enfert \V *VW erzeugt unter streng ritueller Aufsicht Seiner Ehrwflrden des Herrn Oberrabbiners S, B. Ehrenfeld, Hattersdorf Schomre Schabbos-Stellenvermittlung des L. V. der A. J. Jugendgruppen in der Slowakei. BRATISLAVA, Turnergasse 14—16. Offene Stellen: 1. Zwei Lehrlinge in Schnittwarenhandlangen. 2. Lehrling in Modewarengeschäft. 3. Kommis in Spezerei- und Kolonialwarenbranche. 4. Deutsches Fräulein als Stütze der Hausfrau (in Kochen und Nähen versiert). Stellensuchende: 1. Junger Mann, I8j., Mode- und Schnittwarenbranche. 2. Junger Mann, 21j., Lederbranche. 3. Junger Mann, 23j., Eleve, Landwirtschaft (Bescheidene Ansprüche.) 4. Lehrling in Mode- und Wirkwarenbranche. 5. Lehrling in Kurzwarenbraache. 6. Buchhalter, 18j. (Absolv. d. Handelsakademie). 7. Lagerist (Vertrauensstelle). 8. Kommis in Kurzwarenbranche. 9. Holländischer junger Mann, Buchhalter, mit Abiturienten- Examen (spricht Holländisch, Deutsch, Französisch, Engl.) in beliebiger Branche. Massige Ansprüche (event. Kost, Logis), besonderes Gewicht wird auf freie Zeit zum Lernen gelegt 10. Lehrling, 15j., in jeder Branche (gegen Kost und Quartier). 11. Lehrling in Eisenwarenbranche. NB• Wir machen die Interessenten aufmerksam, nur solche Briefe beantwortet werden, welchen Retourmarkes beigelegt sied. j, p « Dawid Grauss Mirjam Weiser Topolöany Mukaöevo Verlobte. Alexander Link, Topolöany, gratuliert herzlichst seinem Freunde, Herrn Dawid Grauss zu seiner Verlobung mit Frl. Mirjam Walser, Mukaöevo. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Topolöany, gratuliert herzlichst ihrem Mitgliede, Hern Dawid Graues zu seiner Verlobung mit Frl. Mirjam Weiser, MukaÖevo. Philipp Krojnik, Max Stern, Josef Singer und Julius Weiss wünschen auf diesem Wege einen herzlichen Masel tow ihrem Freunde, Herrn David Grauss zu seiner Verlobung mit Fräulein Mirjam Weiser aus Mukacevo. Konkurs In der hiesigen orth. Gemeinde ist die Stelle eines מלמד zu besetzen. Betreffender soll zugleich בעל תפלח *ein. Jahresgehalt Kd 12.000 und freie Wohnung. Offerte sind zu richten an den Vorstand der aut. orth. Gemeinde Sahy (Ip 01 y säg). ב מ ו מ ח guter בעל תפלה ,מוהל usw. mit קבלות von drei anerkannten ׳רבנים ungekündigter Stelle, sucht besseren ״שרבPosten. Gefl. Anträge sind zwecks Weiterbeförderung zu richten an: ROSENBERG, Tjaöovo, P. K. Rus. שו״ב und כעל תפלה mit guten קבלות sucht Posten, event. auch als עופות שוחט und שמש• Offerte an: SELIG LEWENSOHN, Tiszaujlak. I ohVITill IfO aus echt jüdischem Hause, mit wenigstens LelUJ lUljj v 2 Mittelschulklassen, der zumindest 2 Sprachen beherrscht, wird in einer Buchdruckerei aufgenommen. Isak Riemstein, Buchdrucker, Dun. Streda. Religiöser verlässlicher junger Mann, gewesener Talmudist, 23 Jahre alt, der deutschen und ungarischen Sprache in Wort und Schrift mächtig, aus gutem Hause sucht entsprechende schabbosfreie Anstellung, eventuell auch in der Landwirtschaft. Sehr bescheidene Ansprüche. Zuschriften unter ״Verlässlich II“ an die Bratislavaer Administration.

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