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Jüdische Presse · 1927-07-04 · 27 (4.7.1927) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
27 (4.7.1927)
Date
1927-07-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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ןיןמןמ^מי^ןממןןזן^ןןזן^ן^ממ^זח^י^ל^ד^ממזןוףמי^וןממו^יליימ^׳■ 7r״״״׳ Nr. 27 JÜDISCHE PRESSE Seite 181 Die neue Wakuf-Verordnung. Die palästinensische Regierung hat an die Presse folgende amtliche Mitteilung i^ber den ׳Inhalt der neuen Wakuf-Verordnung versendet: Das gegenwärtig in Palästina geltende Gesetz kennt kein anderes Rechtsmittel, um־ irgendwelche Vermögenswerte dauernd milden Zwecken zu widmen, als die Errichtung eines ״Heiligtumsgutes“ (Wakuf) vor einem moslemischen oder niehtmoslemischen religiösen Gerichtshof. Philanthropen und philanthropische Gesellschaf־ ten haben oft um das Recht gebeten, milde Stiftungen nach den in Europa geltenden Rechtsformen zu errichten. Die am 1. Juni als Gesetzentwurf im palästinensischen Regierungsamtsblatt erscheinende Verordnung soll diesen Wünschen Rechnung tragen. Sie zeigt den Weg zur Errichtung von Stiftungen nach dem bürgerlichen Rechte und unter der Aufsicht der bürgerlichen Gerichtshöfe. Sie beeinträchtigt in keiner Weise der Freiheit derjenigen Personen, die durch Errichtung eines Wakuf nach der alten Art und nach dem Rechte der religiösen Gemeinschaften milde Stiltungen ins Leben rufen wollen. Die Verordnung gewährt nur eine Alternative für diejenigen Privatpersollen׳ und Verbände, die nicht gewillt sind, von den religiösen Gerichtshöfen Gebrauch zu machen. Die neue Verordnung ist dem Wakuf «Rechte nachgebildet; sie sieht ähnlich wie nach dem moslemischen Gesetze die Ernennung eines ״Vertrauensmannes“ vor, der die Vermögenswerte für die vorgesahriebenen ׳Einzelzwecke unter voller Verantwortung für seine Geschäftsführung zu verwalten hat. Die Ernennung kann sowohl ׳durch den Stifter erfolgen wie durch den Gerichtshof, der mit der Verwaltung milder Stiftungen betraut und für deren ordnungsgemässe Vermögens- Administration verantwortlich ist. Die Verordnung gilt für die Errichtung milder Stiftungen, nicht aber für Familienstiftungen. Es ist beabsichtigt, das Amt eines öffentlichen Vertrauensmannes zu schaffen, der auf Ansuchen von Einzelpersonen oder Institutionen mit der Verwaltung von Wohltätigkeitsgeldern betraut werden kann, da sich!in vielen Fällen das ׳Bedürfnis nach dem Vorhandensein einer solchen unter Aufsicht der Regierung stehenden vertrauenswürdigen Verwaltungsstelle herausgestellt hat. Durch eine besondere Verordnung werden die Pflichten und Verantwortlichkeiten dieses öffentlichen Vertrauensmannes geregelt werden. Ausdrücklich heisst es in der Verordnung, dass sie die bereits als Wakuf vor religiösen Gerichtshöfen errichteten Stiftungen in keiner Weise berührt. Die orthodoxe Presse verzeichnet diese Verordnung als wichtigen Erfolg der thoratreuen Judenheit. ,JK01 Jisroel“, das Organ der palästinensischen Aguda, begrüsst die neue Verordnung mit ausserordentlicher Genugtuung, weil sie den Wünschen der Orthodoxie in weitestem Masse entgegenko'mmt. Zu wünschen wäre nur noch eine klare Erklärung darüber, dass auch bereits ,bestehende religiöse Stiftungen nicht gegen ihren Willen gezwungen werden könneu, sich dem offiziellen ׳Oberrabbinat zu unterstellen, dass vielmehr auch für sie die Oberaufsicht der bürgediehen Gerichtshöfe genügt, sofern diese Stiftungen nicht etwa von vornherein vor dem Oberrabbinat errichtet worden sind. Der ״Israelit“ meint, durch die neue Verordnung sei erfreulicherweise e i n e r der vielen Zankäpfel, die seit Jahren die Atmosphäre der heiligen Stadt vergiften, aus der Welt geschafft worden. Während ein Teil ׳der Presse die unrichtige Nachricht gebracht hatte, das ׳Kolonialamt in London habe die Wünsche der palästinensischen Agudas Jisroel hinsichtlich'der Errichtung milder Stiftungen a;bgelehnt, trägt die Verordnung im Gegenteil diesen Wünschen in weitgehendstem Masse Rechnung und ist somit ein Beweis dafür, dass einer sachlichen und einigermassen ausdauernden Aufklärungsarbeit doch auch unter ungünstigen Verhältnissen Erfolg besebieden sein kann. Obgleich die Verordnung, oder vielmehr der daraus veröffentlichte amtliche Auszug nicht ausdrücklich sagt, dass auch die bereits vorhandenen milden Stiftungen nicht zwangsweise der Rechtsprechung eines ihnen nicht genehmen religiösen Tribunals unterstellt werden dürfen, scheint uns diese Konsequenz doch mit unabweisbarer Folgerichtigkeit aus den grundsätzliehen Voraussetzungen der Verordnung hervorzugehen. Ist das Recht auf Unterstellung unter einen uninteressierten bürgerlichen Gerichtshof als eine Forderung der Gewissensfreiheit für die neuen Stiftungen anerkannt, so kann es auch den alten, seit Jahrzehnten bestehenden und niemals religiösen Gerichtshöfen unterworfen gewesenen nicht versagt werden. NBRREN KNABEN KINDER KLEIDER HERREN KNABEN KINDER J. STERN, WIEN II. OLOCKENBASSE 25 11 TELEPHON 46-3-S0 Lager von fartlgan Kle&darn. Für Maatbaatallungen bla an den falnatan Stoffen vorrätig. Erstklassige Zusohneider, boata Arboltakräfto. Auf Vermeidung von שטנת Wird genauest geachtet. Schulschluss an der Talmud Thora. Das nun beendete Schuljahr bildet in der Geschichte der Talmud Thora einen Wendepunkt, dessen Bedeutung erst in einigen Jahren für jedermann sichtbar erkenntlich sein wird. In diesem Schuljahre hat die vor zwei Jahren ins Leben gerufene Bürgerschule jenen Ausbau erreicht, der den Ansprach auf Erteilung des Oetffentllidhkeitsrechtes seitens der Schulbehörde legitimiert. Es werden wohl noch ,manche Lücken der Lehrmittelsammlung sowie der Lehrer- und Schulerbibliothek zu füllen sein, aber das Fundament ist da, und die thoratreue Judenheit Wiens kann mit Stolz auf die ,Erweiterung ihres Schulwerkes durch eine so wichtige Anstalt blicken. Welch tiefempfundene Notwendigkeit die Bürgerschule war, beweist der ,Umstand, dass noch vor Erlangung des Qeffe׳n11 ichkeitsrechtes die Klassen gut besetzt waren. Die Schulfreibeit am Sabbat und die Möglichkeit, dem Unterricht in den Jüdischen Fächern einen breiten Spielraum zu gewähren, ist von weiten Kreisen richtig eingeschätzt worden. Die materielle Grundlage der Talmud Thora hat in den letzten Monaten eine tiefgreifende Aenderung erfahren. Das Spendensystem, worauf die Schule nach Entwertung der Legate aufgebaut werden musste, ist .zusammengebrochen. Seit der grossen Krise in Wien ist es schlechthin unmöglich, vierzig bis fünfzig Millionen an Spenden monatlich aufzubringen. So trat denn die Notwendigkit ein, durch eine Erhöhung der Schulgelder das Defizit zu decken. Mit zagender Hand griff der Vorstand auf dem Höhe- Punkt der allgemeinen Wirtschaftskrise nach׳ diesem Mittel. Die Eltern der Schüler haben sich zumeist der Einsicht in die Notwendigkeit dieser Massnahme nicht verschlossen und die erhöhten Beiträge geleistet. Im nächsten Schuljahre soll womöglich ein Drittel des Budgets aus dem Schulgelde gedeckt werden. So bedeutet der Abschluss dieses Schuljahres nicht nur einen grossen moralischen Erfolg, sondern auch eine erfreuliche finanzielle Festigung der Existenzgrundlagen der Talmud Thora-Schule. Ausser der Bürgerschule hat auch die fünf- Massige Volksschule einen inneren Ausbau erfahren. Um den Unterricht in den jüdischen Disziplinen noch erfolgreicher m gestalten, wurden die einzelnen Klassen in zwei Gruppen geteilt und so die Möglichkeit geschaffen, mit den fortgeschritteneren Kindern den Lehrstoff gründlicher durchzunehmen, als es bisher der Fall war. Diese Intensivierung des Unterrichts erforderte die Anstellung einer neuen Lehrkraft, eine Massnahme, die trotz der ,grossen finanziehen Belastung durchgeführt werden konnte. Auch die Mädchenschule macht gute Fortschritte. Sie wurde in diesem Schuljahre bis zur dritten Klasse, die bereits von zwanzig Schülerinnen besucht war, ausgebaut; im kommenden Schuljahr soll die vierte Klasse mit einer eigenen Lehrerin angegliedert werden. Dem weiteren Ausbau der Schule stehen ausser finanziellen Schwierigkeiten auch räumliche Hindernisse entgegen. Das Schulhaus in der Malzgasse ist schon jetzt vormittags und nachmittags dauernd besetzt. Das dritte Stockwerk des Hauses hat das jüdisebe Museum inme, das bisher keine Möglichkeit gefunden hat, seine Sammlungen anderswo unterzubringen. In Anbetracht dieses Umstandes gedenkt der Vorstand, falls es die finanziellen Verhältnisse erlauben, durch den Zubau eines Schulzimmers auf der dritten ׳Etage unseres Schulhauses die Unterbringung einer neuen Klasse der Mädchenschule, mindestens für das nächste Schuljahr, zu verwirklichen. Es ist des ferneren geplant, der Schule einen einjährigen na;t!t8l8t8m8t8ma8f8t8ti«l8nf8Mf8f8t8t8m1IWWf8l?t8l!l8f8l81 Hübaohe Vorzimmer, aohöne Kftohen (praktische Patent-Ab Waschtische), gediegene Sofclafzlmzner, reizende Vädohenzimmer usw., einzelne Küchengeräte aller Art Möbelspezialfabrik ״KÜCHENFEE“ KARL KLIUBEROER A Co. Wien, XX. Bez., Engelsplatz Nr. 6 Nur eigene Erzeugnisse, garantiert solide Bauart. Höchste Auszeichnung (Goldene Medaille 1918). Filialen: I., Spiegelgasse 15 VIII״ Josefsiidterstr. 30 111״ Landstr. Hauptstr. 65 XVIII., Wlhrlngeratrasae 115 IV., Margaretenstra8ae 2 XXI., Hauptstrasse 28 Vf., StumpergassS 51 XXI, Kagran,Wagramerstr.118 Handeiskurs anzugMedern. Die bisherigen Verband« hingen im Stadtschulrat berechtigen zu der Hoffnung, dass dieser Handelskurs bereits mit dem nächsten Schuljahr wird eröffnet werden können. Für die Leitung der Handelsschule hat der Vorstand Herrn Dr. M. Wundermann gewonnen, der mit grossem Eifer an die Schaffung dieses neuen jüdischen Schulzweiges geht. Der Handelskurs soll an den Abendstunden in getrennten Gruppen für Knaben und Mädeben abgehalten werden. All diese Neusohöpfungen lassen sich im Rahmen des bisherigen Monatsbudgets vo-n 50 Millionen Kronen verwirklichen. Von seiten der Talmud Thora geschieht das Menschenmögliche. Die ökonomische Verwaltung der Schule entspricht den strengsten Anforderungen, und erst jüngst konnte man anlässlich von Verhandlungen mit dem Präsidium der Kultusgemeiinde aus dem Munde des^Vizepräsiden-ten Doktor Desider Friedmann, eines gewiss unvoreingenommenen Zeugen, vernehmen, dass die Finanzgebarung der Talmud׳ Thora-Schule uneingeschränktes Lob verdiene. Din ausgezeichneter Lehrkörper, der mit schönem Idealismus am Werke ist, gibt sein Bestes, um die Schüler zu immer höheren Leistungen zu bringen. Der Lehrplan!ist bis in die kleinste Einzel:- heit wohldurchdacht, und dass speziell die jüdischen Fächer an der Talmud Thora-Schule in einem Ausmasse gelehrt werden, wie dies an keiner anderen ähnlichen Schule der Fall is!t, ist allgemein bekannt. Die Vorbedingungen sind gegeben. Wenn sich nun der Talmud Thora-Schule noch das werktätige Interesse der ganzen thoratreuen Wiener Judenheit zuwendet, dann wird sie das hohe Ziel erreichen, dem sie unentwegt zustrebt: Wiens jüdische Musterschule zu werden. © NACHRICHTEN. © Schwierige Lage der Emigranten in Wien. Wien. (A. J. P. B.) Infolge des Umstandes, dass fast alle Länder für die Immigration geschlossen sind, gestaltet sich die Lage jener Emigranten, die sich zurzeit in Wien1 befinden, äusserst kritisch. Mit Rücksicht auf diesen Umstand ist es die Pflicht aller verantwortlichen jüdischen! Faktoren in den Emigrationsländern, jenen, die mit Reisegeld und Reisepapieren nicht versorgt ind, die Reise über Wien nicht zu empfehlen. ׳ 60 Chaluzim erhalten Visa für Spanien. Wien. (J. T. A.) Ungefähr 60 jüdische Emigranten׳ aus Polen, die seit längerer Zeit in Wien weile« und( keine Einreisevisa nach Palästina erhalten können, haben) dieser Tage vom spanischen Konsulat gebührenfreie Einreisevisa für Spanien erhalten. In hiesigen jüdischen Kreise« hegt man die Befürchtung, dass die jungen Leute vielleicht in die Fremdenlegionen gesteckt und nach Marokko ge•» schickt würden. Man glaubt, die jüdischen jungen Leute davor warnen zu müssen, nach Wien zu kommen, weil sich hier bereits mehrere hundert Emigranten angesammelt haben, deren Schicksal ein trauriges ist. Tomche Ewjonim. Am 22. Juni fand die General Versammlung dieses Vereines im Beth Hamidrasch statt. Obmann Herr Sigmund F i g d o r eröffnet die Versammlung und erwähnt die verstorbenen Mitglieder des Vereines, die zu dessen Aufblühen viel beigetragen haben. Der Berieht wird mit besonderem Beifall zur Kenntnis genommen, weil aus demselben erhellt, dass der Vorstand, besonders' der Obmann Herr Figdor und Kassier Herr Braun, durch' angestrengte Arbeit verstanden haben, die Einnahmen so zu gestalten, dass der steigenden Not grössere Hilfe gebracht wurde. Ueber Antrag der Revisoren wurde dem Vorstande das Absoiutorium erteilt und besonderer Dank und Anerkennung ausgesprochen. In den׳ Vorstand wurden gewählt die Herren: Sandor Adler, Cieza Braun, Hermann Feldheim, Benjamin Felsenburg, Sigmund Figdor, Armin Galandauer, Philipp Greiner, Nathan Hertzka, Alois Kronfeld, Moritz Spitzer, Emil Stroh, Heinrieh Schön. Beiräte: Ludwig Adler, Hermann Fuchs, Osias März, Simon Pollak. Revisoren: Isidor! Frommer* W. Pappenheim. < Erfreuliches aus dem ״Montefiore-Bethaus“. Ein erfreuliches Zeichen des wiedererwachenden religiösen Lebens ist das Vorgehen von etwa 50 Mitgliedern des ״Montefiore-Bethauses. Letztere richteten im״ Verlauf der vorigen Woche ein Gesuch an den Vorstand des Bethauses, in dem sie eine sofortige Generalversammlung verlangten. Der Zweck dieser Generalversammlung ist die Abstellung verschiedener gegen die religiösen Vor- Schriften verstossenden Einrichtungen, wie zum Beispiel die Zulassung zu religiösen Funktionen im Bethaus am Jom Kipur in Lederschuhen. In demselben Sinne sprach auch Se. Ehrwürden Herr Rabb. P e r e z am vergangenen Schabbes unter grossem Beifall vor einem zahlreichen Publikum, wobei er mit eindringlichen Worten auf die Notwendigkeit streng religiöser Führung des Bethauses hinwies, die allein eine friedliche und gedeihliche Fortentwicklung des Bethauses garantiere. Perücken aus dauergewelltem TS __ J| —~'S C Naturhaar, garantiert JCm.UUO.lJl O׳VXXJUT JF unsichtbar im Tragen, Wien,!. Bezirk, Kärntnerstrass• 8 liefert kurzfristig (nächst dem Stefansplatz, um die Ecke)

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