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Jüdische Presse · 1924-06-06 · 23 (6.6.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
23 (6.6.1924)
Date
1924-06-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 152 JÜDISCHE PRESSE Nr. 23 serer!Umgdbiing das Lernen und Ueben schwer beeiijträdhtigt. Schwache Charaktere bewahren nicht lelolire Wl Eigenart in 'IremdÄ^tlrrigebttng. •Die dritte Säule Qemlhith Gltefssodims Wohl tun in allen ®einen Zweigen,־ W'0hl(wol|eirt, Diehste^Wgkeft; Opferwilligkeit hkt O-it nicht nur'in der mvV^orgüschrieben, sondern hucji tief in!das menschliche Hferz eingegraben. Attäh dbft,' wo Lernen und Geben Sittf gehört haben, ,wird noch Liebesdienst Mensofftift gegenüber geübt '-״•־’־' v ',ןי יז י Trotz Aufklärung und Emanzipation ist noch immer das Gross unserer ׳Glaubensbrüder ,bedrückt und drangsaliert. Die Kinder Israels sind sehr •hiifsbedürftig. Soll diese Hilfe, die ja in reichlichem Masse geboten wird, nicht nur momentaner leiblicher ISot steuern, sondern auch die Erhaltung des Judentums bezwecken, so muss sie im altjüdischen Geiste damit einsetzen, dass sie auch der geistigen Not abhilft. Das Judentum und das jüdische Volk alsG-ttesvolk haben sich nur durch die תורח erhalten. Machtige Völker sind spurlos untergegangen. Das kleine Judenvolk lebt, weil es in seiner תורה eine Kraft besitzt, die allen Menschen gegenüber Widerstand leistet Das Studium der תורה im alten Geiste, die Uebung der Lehre zu fördern, zu erhalten ist heiligste Pflicht eines jeden Julden, der das Judentum erhalten will. Die Thorastätten sind schwer notleidend geworden. Dieselben nach Kräften, wohl auch über die eigene Kraft,’ zu stützen, heisst die!Fortdauer des Judentums verbürgen. Mögen die Tage des מתן תורה überall den Entschluss fassen lassen, den Keren Hathauro der Agudas Jisroel, dessen ausohliessliche Aufgabe es ist. Bindfikn, Jutenn9 Seilervaren Stroh & C0. (Inhaber Bftiohitz & Stern) Wien, n., Mühlfeldgasse 9 (gegenüber der Nordbalm) Telephon 4671־4־ Telephon 46*4-71 Fabriksniederlage und eigene Manipulation sämtlicher Jute- und Seilerwaren für den landwirtschaftlichen, industriellen und kommerziellen Bedarf. Hanf- und Papierspagat in allen Stärken (roh und gefärbt), Hanf- und Jutegurten in alten Breiten.'sowiePackmaterialien, Tapezier eru. Packjute in alle u Breiten, Stränge, Stricke, Garbenbänder, Selchergarne, Sackbandeln, Seile, Nähgarne usw. usw. Bei Bedarf ▼erlangen Sie bitte Offerte! WIENER ZEITKUNST .י j Dritte Kollektivausstellung Uriel Birnbaum im Saal• des ״Neuen Frauenklubs“ Wien, I., Tuchlauben 11, 9—5 Uhr. Im Rahmen der Ausstellung hält Uriel Birnbaum folgende Vorlesungen aus eigenen Werken: Dienstag 3. Juni: Biblische Sonette. — Donnerstag 12. Juni: Die Vision von 1914. — Mittwoch 18. Judl:ln Gotte■ Krieg. Leben und Liebe. — Donnerstag 26. Juni: Moses. (Ein Vortrag.) Beginn der Vorlesungen halb 8 Uhr abends. Vorverkaufskarten in der Ausstellung. die Thoranot zu beheben, im reichlichen Masse durch g־*')rt lind‘ Tat zu förÄtu Die g&fetige {rot ft d, W rfimdfcrttausenlde Juden nür mit LeDensfet tjfftra leVHen dürfen, erfordertfan#Äeure*lfetf$f, י1י' unrÄfentHch unsäfib J^in||ef■für G-tt&S 0ra%OT׳eh, zur Verfüäfii^Mflen werieh: W. P.'';•»; i;fort ׳; *׳ ׳;־>*>! Bundeskandfir Seipel. WW WNBSSSG■ Aus heiligem Bund ertönte einst das Wort, das Zeugnis dafür, dass!der!Ewige Wohlgefallen an dien Wegen eitles Menschen hat, liegt darin* *lass er auch in seinen Feinden eine harmonische Stimmung gegen ihn erzeugt. Wh kennen die Wahrheit dieses >Wortes in den ungeteilten Aeusserungen warmer Sympathie, welche dem ׳Bundeskanzler Dri Seipel, gelegentlich des furchtbaren Verbrechens, das gegen ihn versucht wurde, zuteil werden. ,Da schwelgt jeder Gegensatz und das rein Menschliche und der grosse Schlag eint die sonst Entfremdeten. Und darum wäre ׳es eine Minderung der Bedeutung der erhabenen Stunden der Seelen, ׳wenn man in diesem gewaltigen Aufschrei der Entrüstung und der Achtung noch eine besondere Note darüber bringen würde, dass die Julden Oesterreichs, die wahrlieh dem Bundeskanzler soviel zu verdanken haben, mehr, als in den Zeitungen zu lesen war, mehr als mit trockenen Worten registriert werden kann, diese Empfindung mit ihren Mitbürgern teilen. Aber wir bekennen uns, wie ein wunderbares Wort der alten Weisen lautet, zum Handwerk unserer Väter und im stillen Gemach, lauschend den Schlag unseres Herzens, beten wir zum Allmächtigen für die Genesung des Bundeskanzlers Seipel. Der Erntetag. Von Uriel Birnbaum. Wie eine goldene Kette umschlingen die jüdischen Feste das jüdische Jahr, umgürten sie das Leben des Juden. Jedes Kettenglied ein wundervoll durchgeanbeitetes Kunstwerk an tiefer Bedeutung und äusserer Schönheit, ergibt doch erst der Kettenglieder ■lückenlose Aneinanderreifoung das letzte, vollendetste Kunstwerk, lässt im Lichte, das (jeder Kettenteil auf die anderen Teile der Kette wirft, den innersten Sinn und die künstliche Pracht des Ganzen erkennen. So ist es auch unmöglich, das eine oder das andere Glied der heiligen Kette wichtiger oder unwioh-!tiger zu nehmen, denn ■ein Fortlassen auch nur der!zartesten Arabeske ׳würde die harmonische Ges am:- Wirkung zerstören. Nichts ist diesem Festkreis überflüssig -und auch der bescheidener^! Steinc'hen leises Geflimmer verschönt das Gefüge des Ganzen und dient dem höheren Glanz der grossen ׳Prachtstücke, lässt das freundliche Strahlen des Chanuka, das feierliche!Leuchten des Jomkippur, die flammende Glut des Pessaoh und das ernste!Gefun׳kel des Schwuess — ein in sich ׳vollendetes Schmuckstück jedes einzelne Fest! — lässt es in ihrer!Lieblichkeit und Majestät desto heller auffunkeln. Von Monat zu Monat leuchten die Feste einander zu, ernst die grossen, fröhlich die kleinen. — überbrüaken׳ die Jahre und schmieden die!heilig« Kette immer neu, immer!weiter, umsöfomdeden aljimSijaj1 <|e!Welt." ״ v&l*״״ ft *» Omer herüber aiif |«hW1«£st P$s$gch leuchtet (fort, die Glut und *der <jf|1׳nz, rrt Galt sein yplk^geführt ,aus dem tiände!Aegypten! — ־eine so dass nöch des §ederaben;ls §,t% •j$thetj|!$er!drjSsse brennen# erfüllt isf. •diesem' gjijjisp^n׳ aber leuctytet!Schiwuess 'י selber mit anderem Lichte, mit einem ernsten ׳Gefurfkel, das neben der Glut des Pessach blass scheinen mag, aber bei näherem Betrachten ,von demselben brennenden Pathos erfüllt ist, wenn es •hier auch stiller brenne, als dort. Ja bei längerem Hinschauen׳ will es fast scheinen, als sei des Wochenfestes!Licht eigentlich das hellere und höhere — als sei das Schmuckstück Schiwuess der goldenen Kette noch etwas prächtiger und reicher als das Kettenglied Pessach. Denn mag das ׳Pessach als Gedenktag der Befreiung eines Volkes scheinbar Gegenstücke in der Geschichte anderer Völker haben, so ist es das (Wochenfest, das uns unterscheiden1 lehrt zwischen )von!Men-schen erkämpfter und von Gott geschenkter Freiheit — die uns als der einer Freiheit Wesen1 Unordnung erkennen lässt und ,Ordming als das Wesen der anderen!!Dieses zweite Fest der Zeit unserer Gesetzgebung ■ist es, das dem vor sieben Wochen gefeierten■ Befreiungsfeste seine Würde gibt. iDenm dieses zweite Fest sagt uns, dass wir nicht sinnloser Freiheit willen be׳freit wurden, sondern zu einem ganz bestimmten Zwecke — mit einem ganz bestimmten Beruf; und dass wir uns hüten sollen, unsere Freiheit als solche ׳zu überschätzen — dass wir sie demütig ■als das nehmen sollen, was sie ist: Als Uebergang aus ׳menschlicher Knechtschaft in göttliche Knechtschaft. Nicht zur Freiheit anderer Völker sind wir!befreit worden, nicht zur Zuchtlosigkeit, sondern zu Zucht — nicht zum Hochmut, sondern zur Demut — nicht zur Gewalt, sondern zum Gesetz! Und mag auch ■der anderen Völker verworrener Weg ein Weg zu Gott sein, so sind es doch ׳wir, die den geraden Weg wissen, den einfachsten Weg — den Weg der ■u׳ns an diesem Tage gegebenen!.ehre — den uns an diesem Tage gewiesenen Weg. Wie schändlich aber erscheint diesem unseren herrliehen Wissen ׳gegenüber die Torheit, die eine andere Wo erhält man den wirklich naturgetreuen SCHEITEL? Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeiten für orthodox« Frauen, Franz B a 11 a, ist es nach jahrzehntelangen Bemühungen endlich gelungen Scheitel herzustellen, die dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nachgeahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des Herrn Balla wird sich jede orth. Braut leichten und freudigen Herzens entschlossen, das eigene Haar abschneiden zu lassen und einen Scheitet zu tragen. Die Damen werden zum Besuche des nachstehenden Ateliers höflichst eingeladen, woselbst Modelle kostenlos ausprobiert werden. Franz Balla״ Wien״ IV.״ Gusshausstrasse 26 Telephon 58-9-12 ich es, du sollst mein Weib werden und keine sonst!“ Das Mädchen errötete, sah mich an, lächelte und schwieg. Ich konnte nicht weiter auf Antwort dringen und musste scheiden. Das Herz beseligt und beschwert von den sich befehdenden Gefühlen froher Hoffnung und der bangen Zweifels. Was bedeutete ihr Lächeln, was ihr Schweigen? . . . ׳Ich reiste ab!mit dem Bilde des kindlichen ■Mädchens im Sinne und die Erinnerung an sie begleitete mich, ach. lange mir zum Heil und Segen, aber nicht fü!r immer . . . Mächtige Eindrücke, die auf mich einstürmten, Hessen ihr Bild allmählich immer mehr verblassen . . . (Fortsetzung folgt.) Die Aufgaben Israels. Von Hillel Z e f ׳t 1 i ■n. Der!bekannte Schriftsteller Hillel Z e i 11L n, der in seinen Werken! besoners religlonsphilosophiische Probleme beihandelt hat, veröffentlich!!׳ im Kownoer ״Jüdischem Leben“ ■die nachstehenden Ausführungen über das bekannte Buch Dr. Isaak Breuers ״M e ss 1 a s s p ■u r ■e n“, das kürzlich in jiddi- ■scher Uober Setzung im Verlage ״Jeschurun“ in .Warschau erschienen ist. Wohin man auch heute den Blick richtet, man findet nur Halbjuden^ Viertelluden׳, Stückchenjuden, hie un|d da erloschene Juden mit einem kleinen Funken Jüdischkeit, das irgendwo i׳n einem ׳Henzenswinkel noch glüht. Selten sieht man Ganzjuden. Doch auch diese schliessen viele, sehr viele Kompromisse. Und es!kann auch schwer anders sein. Da׳s Leben ist heute kalt und hart: und seinem ganzen Wesen׳ nach dem. echten und ganzen Judentum fremd und feindlich. ׳Die jüdischen׳ Körper und die jüdischen Von der Bundesregierung Bewilligte Effektenlotterie Seelen■ haben in den letzten Jahren furchtbare Qualen erlitten. Die grossen Hoffnungen sind zerflattert. Wer könnte nooh heute von sich behaupten״ :׳Ich bin von allem unberührt ■geblieben, mich konnte nichts biegen und beugen.“ Dr. Isaak Breuer is!t vielleicht der einzige Jude, der in die Oeffentlichkeit hinaustritt (in der Stille gibt es wohl noch andere) unid von sich sagen kann: Ich bin der hartnädkige Jude, den die Weltstürme nicht erschüttern konnten. Ich bin ein starrer Fels und meine Kraft ist nicht von mir, sondern aus der Quelle, die ewig das Volk Jisroel mit Kräften speist .... Nicht die philosophischen und politischen Meinungen Breuers sind hier so wichtig. Wichtig ist vor allem die Persönlichkeit ׳des Verfassers, sein Ton, sein Glaube״ seine Absolutheit, sein Heiligkeitsglaube, sein lauter Sohriei, seine Kühnheit, seine חוצפה ד קדושה• Ihm fällt es keinen Augenblick ein, daran zu zweifeln, dass die Juden wirklich eine!M e s s i a s n a t i 0 n sind. Für ihn ist das ebenso klar, wie ■für jemand anderen, dass zwei mal zwei vier ist. Er baut ein prachtvolles Gebäude aui dieser Grundlage u׳hd ■die Kraft dazu schöpft er aus seiner grossen jüdischen Seele. Breuer spricht es klar aus, dass die Geschichte der ganzen Menschheit um die Geschichte des jüdischen Volkes kreist; und nicht nur die Geschichte der!Menschheit, sondern ■die Geschichte aller Lebewesen des ganzen Kosmos. Jisroel ist der Erlöser aller Geschlechter und aller Welten. Jisroel erlöst sie durch all dlie Qualen, die es duldet, ׳durch seine brennende Sehnsucht nach dem verlörenen Paradies und sein nimmermüdes Streben, alle sich bekriegenden und gegenseitig vernichtenden Nationen als geeinte Menschheit ins Paradies auf Erden zurüakizudühren, Indem ׳es die gan;ze Menschheit zu G-tt zurückführt. Der ganze Lebenskomplex, den wir vor uns sehen, alle Naturgesetze mit ihrer eisernen Notwendigkeit, alle Erscheinungen und ihr Zusammenhang ■als Wechseibziehung Zugunsten des ELISABET-HEISI -- 1 י —׳———- für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen Wien, II. Bezirk, Kalzgasse Nr. 7 Telephon Nr. 43-5-40 von ׳Ursache und Wirkung, die Geschichte aller Gattungen, die Geschichte der ganzen •Menschheit, alles was wir sehen und denken, empfinden und erleben, all dies gehört zum ״Sein“,!das heute die Alltäglichkeit unseres Lebens ausmacht. ׳All dies ist aber nur deshalb so, weil sich der erste Mensch als G-tt fühlte (יודע שוב ורע) statt in allem d!ie Souveränität G-ttes anzuerkennen.!Doch dieses ganze ״Sein“, diese ganze von uns enthüllte Wirklichkeit, ist in Wahrheit nur eine der vielen Möglichkeiten!, ■die der Mensch dank seiner Willensfreiheit erkoren hat. In Wahrheit aber gibt es noch e׳in ganz anderes ״Sein“, nämlich ״es soll so sein“, jene Notwendigkeit, der alle Welten׳ unterliegen, alle Gesetze, alle Erscheinungen, die ganze Natur, diie ganze Geschichte, alle Völker und alle Individuen,'alle Gedanken und alle Taten, ausschliesslich des ׳Willens des Schöpfers. Der erste Mensch hat mit seiner Abwendung von G-tt die ganze Schöpfung erniedrigt und ׳damit auch seine eigene Natur. Auf diesem Wege ging der Mensch bis zu jener ׳grossen Schöpfung, die da heisst: Abraham. (Ich finde es meinerseits notwendig, auf אברהם קבין אחרund באברהם אל תקרי בהבראם אלא hinzuweisen.) Abraham, der Urvater der Messiasnation, war der Erste, der den Versuch gemacht hat, den■ Menschen in das verlorene Paradies zurückzu־ bringen, indem er die vielen auseinanderstrehenden Völker in einer Menschheit versammelt wissen wollte בי אב המין גוים נתתוך u׳n׳d sie zu G-tt zurückzuführen strebte. (Die zehn •Prüfungen, die Abraham auferlegt wurden, und besonders die letzte Prüfung, in der Abraham im Gegensätze zum ersten Menschen• die vollkommene und absolute Unterwerfung unter den Willen des Schöpfers bekundete.) Abraham"aber war nur der Anfang nicht nur jener allgemein menschlichen!, sondern auch kosmischer Tat. Ein einziger Mensch, sogar der •beste, kannte das Werk nicht Gesamttreffer 600 Millionen Kronen Haupttreffer 12020 ״35 ״60 ״ und xo Millionen Kronen und tausend andere Treffer Lote I. a. Banken n. Trafiken erhältlieh! Wiederverkäufer gesucht

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