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Jüdische Presse · 1924-05-23 · 21 (23.5.1924) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
21 (23.5.1924)
Date
1924-05-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 21 0®01 Vom Tage. 1©®0 . Die koschere Extrawurst. Der saftige Witz, den wir nicht in einer antisemitischen Zeitung, sondern in der hochoffiziellen und ernsten ״Jüdischen Rundschau“ gelesen haben, stimmt uns nicht heiter. Im' Gegenteil. Wir schämen uns, wie es sich für getreue Agudisten nach einer neuen! ״Blamage“ ziemt. Die besteht nun darin, dass ein Gesuch der Warschauer Agudas Jisroel auf eigene Immigrationslisten von der palästinensischen Regierung abgelehnt wurde. Die ״Jüdische Rundschau“ meint nun, dass die' Aguda für' ihre ״koschere Extrawurst“ die grosse Blamage redlich verdient hat. Die Meldung selbst stammt von der lta und mart tut gut, wenn man eine offizielle Bestätigung erst ab• wartet- Wie dem aber auch sei, so viel geht doch :daraus hervor, dass Agudas Jisroel sich bemüht, Immigranten nach Erez Jisroel zu senden. Wohlgemerkt, Immigranten, für die sie die moralische und finanzielle Verantwortung zu übernehmen gewillt ist. Wer hätte sich das jemals1 träumen lassen? Woche für Woche kann man in deh zionistischen Zeitungen lesen, dass die Agudisten für Erez Jisroel überhaupt nichts übrig haben, und dass ihnen das Schicksal des Landes so gleichgültig ist wie irgend ein Punkt im dunkelsten Afrika. Und jetzt auf einmaf wissen diese Agudisten nichts besseres zu tun als milf der Anspannung aller Kräfte Pioniere nach Erez Jisroel zu schicken! Wir hätten den Herren ein besseres!GeV dächtnis zugetraut für das, was sie selber immer uncj immer wieder über Agudas Jisroel in die Welt setzen! Solch krasse Widersprüche wird auch der zeitungs-f gläubigste Leser nicht ruhig hinnehmen. Vor allem aber sollte man die Schadenfreude nicht gar so offen zur Schau tragen. Denn wenn Herr Weitzmann in Amerika hinreissende Reden hält über die Gerechtigkeit und gegenseitige Duldung, die die zionistische Organisation be- Seelen; wenn man immer wieder zu hören bekommt, dass man die Aufbautätigkeit auch nichtzionistischer Kreise freudig begrüsst, dann hlmmt es sich einigermassen sonderbar aus, wenn man die selbständigen Immigrationsbestrebungen der grössten thoratreuen Organisation als ״koschere Extrawurst“ bezeichnet und den kleinsten Misserfolg mit offenkundiger Schadenfreude registriert. Wenn1 man wieder einmal in der zionistischen Presse hochtönende Tiraden zu lesen bekommt, die von Friedensliebe und Duldung nur so!triefen, dann wird man sich der höhnischen Schadenfreude in diesem Falle erinnern. Die ״koschere Extrawurst“ wird den Herren vielleicht noch lange im Magen liegen ... ' © NACHRICHTEN. © Die Abreise des Czortkower Rebbe nach Lublin. Dienstag, den 16. Ijar nachmittags begaben sich der Czortkower Rebbe, Rabb. iDr. Pinohas Kühn ,vom G. A., Rabibi ׳Beer Friedmann «von der Keren! Hathora-Zentrale, Rabbi Tobias!Horowitiz vom Zemtralbureau׳ der Agudas Jisroel ׳vom Ostbahmhof mit dem Nachmittag*sscifone 1 lzug nach Lublin. Am (Bahnhof hatten sich der ׳Saidagorer Rebbe, Grossrabib.!Markus Friedmann, Wolf Pappeniheim, Liipe Türikl, Schulrat Dr. Deutschländer und viele Anhänger und Verehrer sowie!Mitgliedier dier Aguda izum Abschied eingefunden. Vortrag Oberrab. Deutsch. Ober rabb. Moses Deutsch aius Subotic'za siprach Samsta'g Parsches Kodoschim im grossen Saale der Jugendgruppe über die Aufgaben der Jugend, dem jüdischen Heiligkeitsideal nachzü streben!. Der geistvolle Redner schloss seine einstündigen itietfdiurchdachten Ausführungen mit dem Appell an die thoratreue Jugend, an den! endlichen Sieg des jüdischen Heiligkeitsldeals unerschütterlich zu glauben. Generalversammlung der Jugendgruppen der Agudas Jisroel in Wien. Sonntag den 14. Ijar fand im Vortragssaal der Jugendgruppe A die Generalversammlung unter reger Beteiligung statt. Nach der feierlichen Eröffnung und Begrüssung der Anwesenden und Gäste erstattete der Präses der Jugendgruppe, David Baumgarten, den Tätigkeitsbericht. Redner gedachte vorerst der verstorbenen Mitglieder der Jugendgruppe, deren Andenken die General- Versammlung durch Aufstehen von den Sitzen ehrte. In einer durchlaufenden Skizze gab der Vorsitzende dann eine Schilderung der Geschichte der Entwicklung der orthodoxen Jugend Wiens und streifte die einzelnen Tätigkeitsgebiete. Der Hauptzweck war und ist das Thorastudium. Diesbezüglich glaubt der gegenwärtige Ausschuss alles getan zu haben, was in seiner Kraft gestanden ist. Dreissig Schiurim werden fleissig besucht, sechsunddreissig jungen Leuten wurde das Studium auf einer Jeschiwo ermöglicht. Die Einstellung der Arbeiten der Jugendgruppe in das allgemeine Arbeitsprogramm des Agudas Jisroel brachte es mit sich, dass in der letzten Zeit die Jugendgruppe weniger nach aussenhin hervortritt. In den neuen Statuten ist das zukünftige Arbeitsprogramm enthalte)!. Dieses JÜDISCHE PRESSE Htbioh« Vorilmpir, ■obAne Kfloken (praktische Patent• Ab Waschtische), gediegen• Sohlafslauaer, reisende Midohenxtmmer usw., einzelne Kttchenger&te aller Art .. ״ ־יKOCHENFEE“ | weeee^ee eeeeeeeweiveeeewweewyyeert^ KARL KZ.IUBEROER ft 00. Wien, ZZ. Bes., Engelsplats Br. 6 Nur eigene Erzeugnisse, garantiert solide Bauart. Höchste Auszeichnung (Goldene Medaille 1913). Filialen: »., Spiegelgatse 15 VIII., iosefst&dterstr. 30 III. , Landstr. Hauptetr. 65 XVIII., Wfthrlsierstraaee 115 :: IV. , Margaretenstraate 2 XXI., Haaptstr«•«• 28 Vl.^Stapipergasse $1 XXI, Kagraa,Wagranerstr.llQ ^Me8A1Me>e8>wimAiHM»N1A1ed—•»AiiidMeüeiAimudeilüagnWkMfr‘ vollauf zu: erfüllen, wird das hohe Ziel des neuzuwählenden Vorstandes sein. Der Tätigkeitsbericht, der oft durch Beifall unterbrochen wurde, wurde zur Kenntnis genoihmen. Stürmisch begrüsst ergriff Herr Wolf Pappenheim das Wort, um der Jugend im Namen der Alten für ihre intensive Mitarbeit zu danken. Indem der Redner die Richtigkeit der herrschenden Anschauung von dem Vorrang des Thorastudiums vor allen übrigen Gebieten bekräftigte, ermahnte er die Versammelten, in Einheit und Frieden auf dem vorgefassten Wege weiterzuschreiten. Rabbiner Dr. Pinchas Kohn begrüsste die Generalversammlung im Namen des Geschäftstührenden Aus- Schusses in Wien. Dr. Kohn erläuterte die Stellung der orthodoxen Jugend zur jüdischen Gegenwart. Das gegenseitige Vertrauen der Jugend und der Sekenim wird das grosse Werk der Agudas Jisroel beschleunigen und der Vollendung entgegenführen. Die orthodoxe Jugend muss sich heute — und dies ist heute sehr 6chwer — zu der echten jüdischen Weltanschauung •durchringen und diese dann gegen die Zeitströmungen unter Führung der Alten verteidigen. Die klaren, eindringlichen Worte des Redners übten starke Wirkung und wurden mit grossem Beifall aufgenommen. : Hierauf referierten Leopold L ö w y namens der Unterrichtskommission, Samuel Stern für die Jeschiwoh- Sektion, Max Adler erstattete den Finanzbericht, in welchem die Schaffung einer Bibliothek von 600 Sforim bemerkenswert ist; Bezalel Stern namens der Korn* mission für Presse und Propaganda, wobei der Referent das Wiedererscheine*. des Wochenkalenders der Jugendgruppe ankündigte und die Mitglieder zur regen Mitarbeit an der ״Jüdischen Presse“ auf forderte; N. Adler für die Erez Jisroel-Kommission, welche die Ausbildung von Aulim in Grammat-Neusiedl eifrig betreibt. Nach Erstattung der Referate wurde die Debatte eröffnet, in der einige Redner das Wort ergriffen. Als ein Redner in der Erregung sich zu einigen scharfen Aus/ drücken ihnreissen' liess, kam es zu einem stürmischen Auftritt. Mit Rücksicht darauf und auf die vorgerückte Stunde wurde die Generalversammlung unterbrochen und für einen noch zu bestimmenden Termin verschoben. Generalversammlung des Bett! HamMrasch Talmud Thora. •Sonntag, ׳den 14. Ijar fand die Generalversammlung des ©eth Hamid rasch Talmud Thora statt.!Aus Raummangel bringen ,wir den Bericht in der nächsten1 Nummer. Eine grosse Rabbiner Versammlung in Warschau. Warschau. (A. J. P. B.) Mittwoch und Donnerstag, am 3. und 4. Ijar, fand hier eine starlk :besuchte Rabbinerver- Sammlung statt, in der man sich hauptsächlich mit der HERREN KNABEN KINDER KLEIDER J. STERN, WIEN II. HERREN KNABEN KINDER GLOCKENGASSE 25 11 TELEPHON 46-3-S9 Lager von fertigen Klebern. Fftr Maeebeetellungen b«e xn den felneten Stoffen vorr&tlg Erstklassige Zneohnelder, beste Arbeltekr&fte. Auf Vermeidung von שטנת Wird genaueet gelobtet. שייטעלן סעריקק Mit •InnmOrlffff u. Trentlormetloiie■ In feinster u. modernster Aatfiihrnng! DAUERWELLEN (gekochtes Haar) WASSERONDULATION nach dem neuesten Verfahren von 250.000 Kronen aufwärts. Als besondere Spezialität: SCHEITELN AUS HAUT 8■ Sämtliche Reparaturen wie auch Wasserwellungen werden übermodern frisiert nommen. Provinzversand wird prompt effektuiert Erste Wiener Werkstut• für moderne Hearkonfektlo■ PR. JEREMIAS M. LIPPEL Wien, II., Stmfaniestrasse 7 (Jetzige Hollandstr.) Seite 141 Neuorganisierung der Aufbringung der Mei-Baal-Nes-GeMer lür Erez Jisroel,!ferner mit der Schaffung von Schomref Sch abbos-Verei nen beschäftigtle. Die Affäre Jeudrzejow. Trotz der heftigsten 1und) (wiederholten!Angriffe,!in Angelegenheit der VerantwortHidhkeit! fftr den Mord in Jenjdnzejoiw, seitens!der Gegner der!Orthodoxie, bringt der ,.Jud“ Jn Warschau fortlaufend neues, schwer belastendes (Material!über die (zionistische!Wahltaktile au den kommenden KehiWa'wahlen in!Polen. .(Da ein Junges (Leben das traurige Opfer war und׳ dlie beiden Parteien an Beschuldiigungen bereits das Aeusserste geleistet ■haben, Ist es unbedingt notwendig* vollkommene!Klarheit in der traurigen 1Angelegenheit au (verschaffen. Der 'Urteilsspruch eines unparteiischem Schiedsgerichtes wäre in d'er Lage,!diese Klarheit zu Tage zu fördern. Red, ״Jüd. Presse“.) Auswirkung der Kehilowahlen in Polen auf die Zusammensetzung des jüdischen Sejmklubs. Warschau. ׳(A. J. P. ß.) Die von der Jüdischen TieJegraphen-Agentur (lta) verbreitete Nachricht, dass der Führer der agudistischen Sejmgruppe Elias Kirsohbraun ip einer Geheimsitzung gegen, den Abgeordneten׳ Grünbagns schärdstens aufgetreten sei und mit! der Spaltung des jttdischien Sejmklubs gedroht habe, entbehrt, wie der ״Jud“ fn Warschau meldet, jedweder Grundlage. Der Kampf um die weltliche Gemeinde in Wilna. Wilna. (A. J. P. B.) Der grosse Kampf um die Kehiloh in!Polen macht sich auch in Wilna bemerkbar, obwohl im Wilnaer Gebiet die Gerne irtdewahlen nicht ausgeschrieben sind. Der Führer des Kampfes gegen den! religiösen Charakter d'er Gemeinden ist Dr. WSgotizki. Alle religiösen״ Parteien in Wilna haben sich vereinigt, um den Abwehrkampf energisch zu führen. Protestmeeting gegen den Bäu des Akademikerhauses in Warschau. Warschau. (A. J. P. B. Eine tausendköpfige!Menge protestierte in einem Meeting im Schulhof von Praga gegen den! Beschluss des ,Baukomitees, das Akademikerheim so zu bauen, dass dadurch der Zugang der Schul in Praga verstellt! werde. Kuriositäten der Berichterstattung. Chicago. Der Jewish Courier gibt in seiner Nummer vom 4. Mai in grosser Aufmachung eine!Meldung der ״Jtla“ vom 3. Mai aus Antwerpen: wieder, nach welcher auf dem Studemtenkon.gress zwischen Zionisten und ,Agudisten ein schwerer Kampf stattgefunden׳ hat. Die Agudisten׳ hätten sich sogar mit den! Bundisfcen vereinigt, um ׳zu verhindern, dass der Kongress einen jüdisch-nationalen Cahrakter trage. Da ,weder die Aguda als solche am Kongress vertreten war, noch Agudiisten׳ am Kongress telilgenommen haben, liegt hier ein Irrtum oder eine Tendenzmeldung vor. Differenzen zwischen Rabbi Kock und Weitzmann. Wie die J.!P. Z. aus (New York meldet, erklärte Dr.!Thon in seinem Abschiedsbanquettt, dass Weitomamn es missbilligt, dass Rabbi Kook die Keren/ ,Ha!jessod׳-iKa׳n!- pagne mit den ״Central!Relief drive“ stört. (Dr. .Thon aber empfiehlt die Arbeit des Central Reles vorzuziehen. Grossrabbiner Ch. Schapira gestorben. Wien. .(A. J. P. B.) Grossrabbiner Chafm Schapira, bekannt unter dem Namen Drohobyozer!Rebbe, ist am 29. Nissan in Jerusalem gestorben. Der Verblichene, ein Enkel des Köiznitzer Magid, war ein heisser Chowew Zion; er über siedelte vor zwei Jahren mit seiner Familie nach Erez Jisroel, wo er nun einem langen, schweren Leiden erlegen ist. Briefkasten. Kampflustig: Alle Ehre Ihrem Kampfesmut. Wir sind! aber anderer Meinung. Die Kenessio Gedaulo hat uns vor allem zur Pflicht ge.maoht, keine gehässigen, persönlichem Kämpfe zu führen. Ferner hat die K. G. jedem Agudisten die Pflicht auferlegt, für die Aguda zu arbeiten. Wohlgemerkt: Zu arbeiten! Jeder Dollar, den sie für Keren Hathora atrfbrnigen, macht Sie unempfindlicher gegen gehässige Angriffe. Jedes Plfund, das Sie für Erez Jisroel be schäften, (lässt Sie mit Verachtung auf!die Niedrigkeit (der von Ihnen so schwer empfundenen Verleumdungen ,blicken. Lassen Sie sich ja nicht in die Hassatmosphäre hineinzerren! Nur arbeiten! Psychologe: Sie sind auf richtiger Fährte. Es scheint, dass unerwiderter Hass nicht minder schmerzt, als verschmähte Liebe. Wanderer, Lodz: Das neue Wanderungsheim (des Jiddischen »Hilfswerkes befindet sich Wien, XX״ Nord(westbahnstrasse. Die Eröffnung findet unmittelbar nach Seihebuoth statt. 'Wegen der anderen Angelegenheit wenden Sie sich an die jüdischen Werkstätten, X.II., Eddsinmgasse 10׳. K. Blstritz. Brief erhalten. Schritte eingeleitet. Mitteilungen. In der Angelegenheit Grünfoerg־Grünwa1 d, wird •uns mitgeteilt•, *dass Herir E. Grünberg um die Bewilligung des Betretens des Klageweges gegen!Herrn Grumwald ,bei seinen Vorgesetzten Stellen ersucht hat •und (dass diese Bewilligung erteilt worden Ist. Perücken aus dauergewelltem Naturhaar, garantiert unsichtbar im Tragen, liefert kurzfristig Rudolf SC Wien» L Bezirk, Kärntnerstrasse i (nichst dem Stefenepletz, vm die Ecke) ^831512679

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