Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 20 (16.5.1924)
- Date
- 1924-05-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 JÜDISCHE PRESSE Seite 135 © NACHRICHTEN. © Zu den Kultuswahlen. E!s hebt ein Leben an In der Gemeinde Wien; ofb es die Dauer dler Wahlperiode überstehen wind, das möge die Zukunft lehren!. Es bandelt sich um die Frage, ab die Kultusgemeindle in Zukunft gewillt sein!wird, gerecht zu sein. Die Orthodoxie hat unter schweren Opifern gezeigt, dass sie bereit war, an den! Aufgaben (der Gemeinde mit- ׳zuarbeiten.!Soweit wir informiert sind, hlat die Orthodoxie einen endgültigen Entschluss, hinsichitlüoh ihrer Stellungnähme zu den im November statttfimdlenldem Wahlen noch nicht genommen. Immerhin ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass sehr viele Orthodoxe sich in die Reiben! derer begeben werden; (die aus dem odeT jenem Grurtde miit der bisherigen Gebarung m der Seitenstetten‘־ «asse nicht zufrieden sind. Es dürfte sich wähl eine Partei ■finden, welche das Prinzip der Gerechtigkeit und der Ehr- Üchikeit auf ihre Fahne schreibt unld glanz losigelöst von der ■Anscbauungsldi'flferen’z verlangt, dass ernste Dinge auah ernst behandelt werden. Ein solcher Skandal, wie die dilatorische, fast hohnvoll verschleppende Behandlung der Eingabe der Vertreter der Orthodoxie, muss endlich vermieden! webden׳. Zur Gerechtigkeit gehört auch, dass die Kultusgemeinde,!welche nach dem Judlenigesetz von 1690 -verpflichtet ist, der Religion zu dienen!, es mit diesem Aufgabenkreis auch ernst nimmt. Die Herren; welche sich immer so sehr an!dieses Gesetz klammern, wo sie die Wahrung ihrer Kompetenzen! im Auge haben■, sollten sich doch sehr hüten; solche Massnahmen zu treffen; die im Rahmen! des!Gesetzes nicht wohl zu placieren sind. Wir glauben• also, dass diejenigen, die es mit dem Wöhle der Kultusgemeinlde ernst meinen, alles versuchen• sollten, um der oben geschilderten Gefahr zu begegnen. 70. Geburtstag des Czortkower Rebben. Grossrabbiner Israel Friedmann, der weltbekannte Chassidim Rabbi aus Czartikaw und! Führer der Agudas Isroel beging Mlittlwoch den 10 Iljar seinen 70. Geburtstag. Diese Gelegenheit wurde von seinen Anhängern in der ganzen Welt und seinen Verehrern in Wien benützt, um dem grossen Führer die herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln. Der Cizar'.ikojwer Rebbe weilt seit Kriegsbeginn in Wien und hat eine bewunderungswürdige Fürsorgetätigkeit entfaltet. Er ist nicht nur der geistige Führer und Berater vieler Tausender Chassidim, sondern ein unermüdlicher Arbeiter für Erez Jisroel׳ •unld) für den KeTem Hathora. Unter seinem Protektorat^ stehen in Wien mehrere Thoralehranstalten; diie •alle mustergültig ihre Aufgaben׳ erfüllen. Um sein Interesse für den Keren Hathora zu manifestieren; scheut der grosse Rabbi keine )Mühe und ׳-fährt s. G. w. nach Lublin um׳ bei der Grundsteinlegung der grossen Jescbiiwo in Lublin teilzunehroen. Mögen alle Wünsche, die dem aUveretorten Rabbi aus allen Teilen der 'Welt zaiffl’iessen; zum Segen Klal Jisroels in Erfüllung gehen. Generalversammlung der Jugendgruppe Wien II der Agudas Jisroel. Die diesjährige Generalversammlung der Agudas Jisroel J. G., Wien II, bildet den! Abschluss des ersten halben Dezeniums der Tätigkeit der Wiener Jugendgruppen. Nicht nur!zeitlich wird dieser Tag als Markstein in der Entwicklung .der orthodoxen) Jugendbewegung verzeichnet werden müssen; sondern auch׳ moralisch. Es ist wohl deT beste •Beiweis, dass alle guten׳ Kräfte hier zusammen: gewirkt haben; utm der grossen! I!dee der Agddas Jisroel eine würdige Vertretung zu schaffen; von der die Bewegung sich auf den überwiegenden Teil der übrigen Nachfolgestaaten übertragen) hat. Die fünfjährige Tätigkeit der Jugen/dgruppe bewegt sich in gerader au/fsteigemder Linie vom ersten Tage bis zum Abschluss des fünften Tätiglkeitsiahres.!Die General- Versammlung, die einen Rückblick über die Vergangenheit und den Ausblick für die Zukunft zu halten haben wird, verspricht daher einen überaus anregenden Verlauf. Zeirei Agudas Jisroel XX. Im Rahmen der von der Zerret Agudas Jisroel, Wien, XX., veranstalteten Vortragsreihe über aktuelle jüdische Fragen der Gegenwart hielt am!1. M!ai Herr Rabbiner Dr. Joel Pollak einen äusserst instruktiven Vortrag, der in seinen wesentlichen Teilen darin gipfelte., eine ■intensivere Tätigkeit auf dem Gebiete der sozialen Fürsonge zu entfalten; namentlich durah Gründung von iSchomre iSchabbos zu sorgen für eine entsprechende ׳Unterstützung der tharatreuen Arbeiter und Angestellten Sorge •zu tragen. Die An- Tagungen des gesch. Vortragenden, dler auch ׳Im Verlaufe seiner Ausführungen die verschiedenen geistigen Fragen des orthodoxen Judentums behandelte, fielen! auf frucbtb'arert Boden. Nach dem Muster 4er deutschen Jugend•־ gruppen!wurden ein Angestelltenausscihuss sowie eine spezielle SteHlemvermittliung ins Leben׳ gerufen, an deren Spitze Herr Th. Klein aus Frankfurt a. M. steht und die bereits in kurzer Zeit ihre Tätigkeit aufnehmen wird. Esrath Israel Der Zentralliverem Esrath Israel in Wien, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den }eintenitisahen Juden zu helfen! und sie nach Palästina zu bringen, gibt bekannt, dass am 17. April d. J. nach Jeni- ש״טעלן סעדיקען .׳■ u.Trani.oraiatloneD io feinster u.modern$t#rAa*filhrunfll DAUERWELLEN• (gekochtes Haar) WASSERONDULATION nach dem neuesten Verfahren von 250.000 Kronen aufwärts. Als besondere Spezialität: SCHEITELN AUF HAUT Essrhsltsl! günsllch uil• •nntllch Im Trag••• Sämtliche Reparaturen wie auch Wasserwellungen werden übermodern frisiert nommen. Provinzversand wird prompt effektuiert Erste Wiener Werkst&tte für moderne Hsarkonfektlos FR. JEREMIAS M. LIPPEL Wien, II., Stefanlestrasse 7 (jetzige Hollandstr.) salem der erste Jemeniitentransport, 95 Seelen, einlangte. •Der Transport wurde von allen! jüdischen׳ Parteien dort empfangen. Derselbe wunde photographiert, um der jüdischen Welt das Originalbiltöl zeigen zu können; Diese 96 Personen! wurden dort mit Arbeit beim Tabakbau versorgt. Weitere Transporte sind im Qange. Die palästinensische Regierung sowie die zionistische Organisation und die orthodoxen• Parteien wünschen eine Beschleunigung der Einwanderung der Jemeniten! nach Palästina, da diese sich!für den neuen!Tabakbau sehr geeignet zeigen. Juden und Judentum, ein Handbuch. Unter Mit- Wirkung von Fachmännern von Regierungsrat J. Kreppei. In der nächsten! Zeit erscheint unter diesem Titel ein informativ aufkläremdes Handbuch, dass in sachlichobjektiver Art ein klares Bild d׳es zeitgenössischen Judentums widerspieigel soll. Zuschriften sind zu richten an Regierungsrat J. Kreppei, Wien, VIII. Alserstrasse 55. 50. Geburtstag von S. Schachnowitz. Der bekannte jüdische Schriftsteller und Redakteur des ״Israelit“ in Frankfurt am Main, feierte am 10. I.iar seinen 50.ten Geburtstag. Dr. Meir Hildesheimer 60 Jahre alt. Der bekannte Führer der Orthodoxie in Deutschland, Dr. Meir Hildesheimer, Sohn Rabbi Israel Hildesheimers s. A., feierte dieser Tage seinen 60 Geburtstag. Nathan Birnbaum-Festschrift. Am 10. IjaT wurde Dr. Nathan Birnbaum 60 Jahre alt. Aus diesem Anlass erscheint, von Freundem herausgegeben; eine Festschrift, in deT die bedeutendsten׳ Namen des zeitgenössischen jüdischen Schrifturns vertreten! sind. Differenzen innerhalb des jüdischen Parlamentsklubs in Polen. Warschau. (J. T. A.) Wie dler J. T. A.-Vertreter erfährt, bestehen innerhalb׳ des jüdischen Parl&mentsklubs starke Meinungsverschieden'heiten zwischen dien zionistisehen Abgeordneten und den orthodoxen der Aguldas-Jisroel angehörenden Deputierten, so dass die Gefahr deTr Zer- Splitterung besteht. In einer Sitzung der aguidi- HERREN I# ■ V | p ■% HERREN KNABEN ■LEI U P 0 KNABEN KINDER ■ W WM mm U mß h KINDER J. STERN, WIEN II. GLOCKENGASSE 25 ss TELEPHON 46-3-59 Lager von fertigen Kleidern. Fflr Maeabeetellungen bis sa den feinsten Stoffen vorrätig. Erstklassige Zasohnelder, beste Arbeitskräfte. Auf Vermeidung von }שטני Wird genauest geaohtet. Hflbsohe Vorzimmer, schöne Kflohen (praktische Patent-Abwaschtiscbe), gediegene Bohlafzlmmer, reisende Uädohenzlmmer usw., einzelne Küchengerät© aller Art Wien, XX. Bez., Engelsplatz Nr. 6 Nur eigene Erzeugnisse, garantiert solide Bauart. Höchste Auszeichnung (Goldene Medaille 1913). I»! G|ll6yV1yoEoE MJ vlll#! 1111015160101811• Oll In , Landstr. Hauptstr. 65 XVIII., Wihringeretrasae 115 IV., Margaretenstraese 2 XXL, HauptstraMe 28 Vl.( Stumpergasse 51 XXI y Kagran,Wagramerstr.118 Sonnen« nnb 9le0enfd|irnte« S&eaialitäten L. Fiertels Nachfolger K. Laib, Wien, 6. Bezirk, Marlahllferstrasse 89!שכף geschlossen Feste Preise auf jedem Stück ersichtlich. Leser diese• Blattes erhalten drei Prozent Vergütung stu'schen Deputierten und. Senatoren wurde!der Führer der zionistischen Gruppe Dep. Grünbaum stark angegriffen״ Dep. K‘irsch!brau׳n sagte, das!s es unter den obwaltenden Um»־ ständen unmöglich! sei, dass Zionisten und Orthodioxe in einem Klub zusammen sitzen. In jüdischen politischen KtcIsen wird vor einem AuseinanjderfaiWen des Klubs gewarnt. Disziplinaruntersuchung gegen Oberrabbiner Senator Zirelsohn. Kischenew. (A. J. P. B.) Die rumänische Regierung leitete gegen Oberrabbiner Senator Zirelsohn eine Diszipliniaruntersuchung ein, da Oberrabbiner Zirelsohn eine starke Agitation für die Fernhaltung jüdischer Kinder vom Besuche der Schulen am Sabbat entfaltete. Gemeindewahlen in Bistritz. Vergangene Woche bat die Neuwahl dies Vorstandes der orthodoxen Gemeinde in Bistritz stattgefunldlen; bei welcher Gelegenheit der bisherige Präsident, Herr Israel Rachmut abernjals zum Präsidenten gewählt wurde. Israel Rachmut steht schon seit zwölf Jahren an der Spitze der Gemeinde und bat zur Gedeihumg der altert und zur Grün- ׳düng er neuen Institutionen der Gemeinde viel beiger tragen!. Auch in Ermihalyfalva haben Neuwahlen׳ in der jüdischen Gemeinde stattgefunden, denen scharfe Kämpfe vorausgegangen sind. Um den ruhigen Verlauf der Wahl zu sichern, hat der Präfekt des Biliarer Komitates seinen Sekretär zur Leitung der Wahl delegiert. Zum!Präsidenten wurde abermals!Herr Danz&ger gelwählt, während sein Gegenkandidat Fisch — dem UebeTeinkommen gemäss — Vizepräsident wurde. R. S. Schreiber gestorben. Vor kurzem verblich in Seret im Alter von 72 Jahren der jüngste Sohn des Krakauer Rav זצ״ל Rabbi Salomon Schreiber ז״ל. Ein würdiger Spross seiner grossen Ahnen zeichnete er sich durah Talmudgeleihrsamkeit, tiefe •Frömmigkeit, besonders abd durch seine Liebenswürdigkeit aus. Ais bedeutender I ndiu s!t r i eil er fand er ׳immer Zeit, sich mit תורה עבודה וגמולת ד1םד Stark zu beschäftigen. Sein heiteres Temperament!hat unzähligen Unglücklichen Trost und Aufrichtung gespendet. Er war!der Liebling aller, diie ihn kaunten; unld hatte das Glück, alle seine Kinder in׳ den Wegen seiner Familie wandlein zu sehen, so dass sie deT Familie /des Ghasam Seifer und dem Judentum zur Ehre gereichen. צב״ה •DJ Sein ältester Sohn Akiba ist ein. markantes Mitglied der Wiener Orthodoxie. Die Jeschiwa des Lubowiczer Rebbe. Rostow. (A. J. P. B.) Der Luibawiczer Rebbe erhielt von der Sowjetregierung die Bewilligung, eine Jeschiwa zu leiten. Meeting gegen die Schechita in England. London. (A. J. P. B.) Hier fand ein Meeting gegen die heutige Form der Schechita sthtt. An der Versammlung nahmen• viele MitgiMedier!des Parlamentes teil. Es wurde beschlossen, eine Reform der Schlachtung zu verlangen.. Orthodoxe Arbeiterorganisation in Jerusalem. Jerusalem. (A. J. P. B.) Unter dem Namen ״iHiistajdros Poale Ernunei B’nai Jisroel“ hat sich eine orthodoxe unabhängige Arbeiter- und Handwerker-Organisation in Jerusalem gebildet, die materiell und ideell 1 die Unter- Stützung und Förderung aller orthodoxer!Arbeiter und Hnadwerker, die zu ihren Mitgliedern zählen; stich zur Aufgäbe gesetzt hat. Die Palästinazentrale der Agudas Jisroel hat beschlossen; diese Neugründurtg zu unterstützen. Briefkasten. Abonnent in Ungarn: Die hohen Herstellungskosten erlauben׳ •uns nicht, eine Preisermässiigung zu erteilen. Wfr sind aber gerne bereit, Ihnen; falls sie u'ns 5 neue Abonnentten werben; einen 25prazeniti!gen Rabbat zu ertefflen. MJsrachist: Wir ehren unsere Toten anders. Das Anldenken Rabb. M. Kramers s. 1. muss dringend: vor seinen ,freunden4‘ geschützt werden; seine ״Feindte“ werden es sicher in Eihren! halten. Warum meines nicht? Weil kein Platz da ist. Birnbaum-Feier: Er ist eine vielumstrittene Persönlithkeit. Für jeden) Fall eine überragende Persönlichkeit. Er war Zionist, hat sogar das Wort ״Zionismus“ geschaffen, wurde dann reiligiös und wandte sich daher der ,Agudas Jisroel zu. Dieses ״Verbrechen“ ist so gross, dass sogar die Aussicht, dass ׳er M'israchist!werden sollte, seltnen Agud'ismus in den: Augen! der Misrachisten nicht emtsahuldi׳gen würde. Neutraler: Wir reagieren! auf!diese Dinge nicht. Heben ׳Sie aber die betreffenden׳ Exemplare gut auf. Sie ׳werden einen willkommenen! Beleg bilden) zu der Zeit, als!wir als die hassestrunkenen Friedensstörer hinge stellt!wurden. / 245 ׳.: Wir wissen nicht, was N. B. mehr kränken ׳wird:: das vollkommene!Missverstehen seiner Ansobauun- ®en, die Ignoranz seiner •Werke, oder dlie Zumutung, dass er der Partei der ,glicht Fisch — nicht Fleisch“ jemals angeboren könnte. A. M. Gk. L. Rzeszow, Warschau: Wir wollen mit diesen׳ Dingen nichts zu tun haben; Mil •In• mGriff ******************************************************י******************m*m*m*m*»^w “ “ aus dauergewelltem ־“ ־־ Naturhaar, garantiert unsichtbar im Tragen! liefert kurzfristig Perücken Rudolf SCHIFF Wien, 1• Bezirk, K&rntnerstrasse 8 (nächst dem Steisneplzts, am die Ecke)