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Jüdische Presse · 1924-05-16 · 20 (16.5.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
20 (16.5.1924)
Date
1924-05-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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T״*f*%JWP*jp* *^•ייוייי?י^י^יייי^ז m Seite 134 JÜDISCHE PRESSE Nr. 20 Zur Frllhjahrssalsoi! empfiehlt die Firma Wddltr & Forst j Wko, n., W>Waa <(H׳a8«e «# (fidke ®leine §p<srlgaaee) j MmN OMlOlirOiOA natfh «ftsas I aus ihren ebenen feinsten •and «tu■ mitgebradhtab StoffO, j W* mmm ....jl I OOOfAiBli naftMMbreaefe * w warum SCHEITEL? Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeiten für orthodoxe Frauen, Franz B a l 1 a, ist es naoh Jahrzehntelangen Bemühungen endlich gelungen Scheitel herzustellen,, die dem eigenen Haare mit verblüffendster Täuschung nachgeahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des Herrn Balla wird sich jede orth, Braut leichten und freudigen Herzens entschliessen, das eigene Haar abschneiden zu lassen und einen Scheitel zu tragen. Die Damen werden zum Besuche des nachstehenden Ateliers höfliebst eingeladen, woselbst Modelle kostenlos ausprobiert werden. Franz Balla, Wien, ZV., Gusshausstrasse 26 Telephon 58-9-12 einen neuen Wes zum Heile aller Beteiligten finden müssen. Sowohl von der Prinzipientreue der Arbeiterregierung in England als auch von der wachsenden Einsicht der wirklichen Einwohner Palästinas, der arabischen Fellachen, hat unser Volk Gutes zu erwarten; aber diese Treue und diese Einsicht, sie werden nur dann vorhanden sein, wenn wir — 1!m mit Jesaia zu sprechen — den Herrn der Heerscharen zu unserem Verbündeten machen und ihn fürchten. Er. auf den allein wir hoffen und bauen können, wird die Mauern Jeruschalajims aufrichten und auch jene, die den Schutz des Orients vor Entorientalisierug fordern, meinen unbewusst dasselbe -- sie scheuen nur noch vor einem offenen Bekenntnis zur Religion zurück. Wenn wir unsere Politik auf diese einzige uns adäquate religiöse Richtung einstellen, dann müssen wir auch nicht erst von den Indern lernen, auf die moralische Macht des Rechtes allein gestützt bei prinzipieller Ablehnung aller Gewaltanwendung den Sieg zu erwarten, den sie auf solche Weise fast schon errungen haben. Es ist kein Wunder, wenn führende Männer der zionistischen Bewegung (Zangwill, .!abotinsky und ,Anhang) die Geduld verlieren und nach einer Neuauflage biblischer Heldenzeitalter verlangen und wenn anderwärts der Wunsch laut wird, das ganze jüdische Volk möge eine schlagende Verbindung werden. Hiebei wird aber nur allizusehr vergessen, dass wir d׳as Volk Gottes sind und auch dann, wenn wir anderen Völkern das Recht auf Gewalt zuzubilligen geneigt wären, es nun für uns selbst am allerwenigsten beanspruchen dürfen. Während des Weltkrieges mag die jüdische Legion in Palästina ihre Berechtigung gehabt haben, jetzt aber eine Uebertragung des unseligen Nachkriegswahnes, der die Völker zu gegenseitiger Zerfleischung trieb und noch immer nicht zur Ruhe kommen lässt, auf das Gebiet der jüdischen Politik zu wünschen, wäre gänzlich verfehlt und würde nur zu dem falschen Schluss führen, dass das jüdische Volk nichts gelernt und nichts vergessen hätte. Das erste jüdische Reich wurde in Eroberungskämpfen zusammengeschweisst. das zweite erstand nur mehr in Abwehrkämpfen, das Werk fortsetzen werde, Perez, den wir, da er plötzlieh verschwunden, längst als tot beweinten, den soll ich nun in dem Priester Geronimo erkennen? Ach, hätten Sie uns lieber ■in dem Glauben gelassen, dass Sie tot sind, bevor ich Ihnen so wieder unter den Lebenden begegnen musste.“ ״Ja, wäre ich lieber gestorben, mir wäre wohl“, sagte der Priester. Von Mitleid ergriffen, wandte sich der Oberrabbiner zu dem noch immer auf dem Boden liegenden; ״Stehen Sie auf . . . stehen Sie auf . . . fassen Sie sich.“ ״Rabbi, lassen Sie mich auf dem Boden zu Ihren Füssen liegen, dulden Sie, dass ich den Saum ihres Kleides berühre. Es brennen wohl auch jetzt Höllengluten der Scham und der Reue in meinem Herzen, und doch ist dieser Moment vieleicht zugleich der glücklichste, den ich seit Jahren empfunden, ln Ihrer Nähe, Rabbi, fühle ich wieder, wie zuletzt in der Synagoge, wie die Dämonen der Finsternis von mir weichen, wie ich wieder Kraft zum klaren Denken, zum Fassen eines Entschlusses gewinne. Ach. könnte ich da sterben, versöhnt mit meinem Gotte, nachdem Sie mir verzeihend die Hand •auf die Augen gelegt!“ Diese Worte leidenschaftlichster Erregung, gestammelt unter Strömen heisser Tränen, erschütterten den Oberrabbiner. Mit milder, herzbezwingender Stimme wieder- Von der Bundesregierung bewilligte dritte aber wird ganz ohne Gewaltanwendung aufgebaut werden von Heiden, die der Forderung des ßen Soma ^entsprechen; ״Wer ist ein Stfeld? — Wer seine (Leidenschaft bezwingt!“ Es wird einmal nioht der geringste (Ruhmestitel ’ der heutigen Generation in unserem Wölke sein, dass ein jüdischer Militarismus in Palästina •im entscheidenden Moment ziendveh ein- ■mütig abgelehnt wurde. Dem jüdischen Volksgeiste ist •über den landläufigem!Begriffen von Staatstreue und :Patriotismus, denen der Landes- oder Volksvenrat gegenübergestellt zu werden pflegt, noch der viel höhere Begriff einer Treue zur göttlichen Idee einer überstaatlichen Menschheit, der eift erst zu konstruierender Hochverrat an der Menschheit entgegengesetzt werden mag. immanent und es wäre ein solcher Hochverrat an der Menschheit und damit auch am Besten, was das Judentum hervorgebracht hat, wenn von jüdischer Seite ein anderes Verhalten gegenüber den Arabern auch nur erwogen werden würde. Elohanan. Die Grundsteinlegung zur Weltjeschiwo in Lublin. Am Lag bomer findet in Lublin die feierliche Grundsteinlegung fiir den Bau der Weltjeschiwo statt. Die kühnsten Optimisten konnten vor sieben Monaten, als die Kenessio Gedaulo den Plan ׳zum Bau einer grossen jüdischen Hochschule fasste, an eine so rasche Verwirklichung •nicht glauben. Die schwere wirtschaftliche Situation einerseits, die sonst geringe Begeisterung und Gebefreudigkeit für soche überdimensionale Pläne andererseits, konnten diesen Unglauben nähren. Und doch findet kaum sieben Monate nach der Geburt des Planes der erste Anfang statt. Die Weltjeschiwo wird gebaut. Am Lag bomer wird der Grundstein gelegt, am Tage nach dem Feste beginnt die Arbeit an dem grossen Werke. Mit der Grundsteinlegung beginnt eine neue Epoche für das Judentum in Polen. Bis jetzt waren Litauen und Ungarn die grossen Zentren der Thoralehre, während in Polen und Galizien der Limud Bathora von den grossen Chassidim-Rabbis durch ein anderes System verbreitet wurde. Kleine Jeschi־ An unsere p. t. Abonnenten! Wir ersuchen Sie höflielist, sich der beiliegenden Posterlagscheine zu bedienen und die Abonnementsgebiihr bis spätestens 1. Juni 1924 erlegen zu wollen, da wir sonst gezwungen sein werden, die Zustellung der Zeitung einzustellen. Die Abbonnememspreise: Ganzjährig: Fiir testerreich K 80.000, Deutschland Goldmark 8, Polen Zloty 8, Tschechoslowakei tschech. K 70. Schweiz Frcs. 10, Amerika Dollar 2, Italien Lire 25, England Schilling 7, Rumänien Lei 300, Jugoslawien Dinar 100, •Ungarn K 100.000. Einzelnummer öst. K 2000. .Die Zahlstellen: Zahlungen für Oesterreich. Postsparkassenamt Wien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkasser.amt Warschau. Konto Nr. 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest. Konto Nr. 50.170: für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag. Konto Nr. 53:386; für Jugoslawien: Postsparkassenamt Agram, Konto 1Nr. 40,317; fiir Rumänien: Banca Marmarosch Blanc &. Co. ■für Florenz & Co., Bukarest: fiir die Schweiz: Postscheckkonto Luzern V1H, 1470. holte er: ״Stehen Sie auf und massigen Sie den Ausbruch Ihres Schmerzes. Gott will die Reue, die sich durch die lebendige Tat. nicht durch die Sehnsucht nach dem Tode bekundet. Nicht den Tod des Sünders will er, sondern dass er seinen sträflichen Wandel aufgebe und zurückkehre zu seinen Lehren, in denen er leben soll.“ ״Ja, ich will Busse tun und zu meinem Gotte zurückkehren, vielleicht verzeiht er dem Sünder, dem kein Opfer zu schwer fällt, um die . Wahrheit seiner Reue zu beweisen *. . . . Der Priester erhob sich und wollte dem Rabbi, der ihm die Hand helfend entgegengestreckt hatte, diese küssen, als der Oberrabbiner zusammenzuckend, unwillkürlich die Hand zurückzog, sagte der Priester demütig: ״Ich bin es nicht wert, diese Hand zu berühren.“ Der Rabbi entgegnete: ״Sie müssen begreifen, dass ich noch immer unter dem Banne der Erinnerung stehe, dass Perez, mein einst so geliebter Schüler, der Abkömmling grosser, heiliger Männer unseres Volkes, in der Synagoge; vor der Bundeslade mir im Kleide des Priesters einer fremden Religion gegenübergestanden, ja wie es mir einen Moment schien, sogar wie im Solde der Todfeinde unserer Glaubensbrüder . . . Wie, konnte, das geschehen? Sprechen Sie: Wie war das möglich?“ (Fortsetzung folgt.)_ Zugunsten des * ELISABET ״HEIM «HBB₪HHBSS*lBHBK^HB5SHHSHHE5EH555SrSSSS3SSS3KS für Kriegs walaen, Lehi^nädcben uad Arbeiterinnen i Wien, II. Benirjc, ttalzg«••« Nr. 7 Telephon Kr. 43-5-40 wos und Talmud Thoras waren die Regel, während jetzt auch Polen •eine zentrale ®rosse Schule besitzen wird, die dieses Land zu einem Zentrum der Thoralehre gestalten wird. (Dass Polen, all ein Land, das die grösste Anzahl neligions- und gesetzestreuer Juden beherbergt, die geeignetste Stätte ist, von wo der Limud fiathora einen neuen grossen Aufschwung nehmen :kann, ist *klar. Wieder werden sich die verschiedensten Riehtungen der jüdischen ־Orthodoxie, Hunderte von Chassidim und Misnagdim vereinigen, um ein grosses Fest der Thora zu feiern. Dass dieses Fest in diesen schweren Zeiten möglich ist, erhöht seine Bedeutung und seine Feier. Der Keren Hathora der Agiudas Jisroel, der in der Grundsteinlegung seine erste grosse positive Tat erblicken darf, neben den kleineren, aber nicht minder wichtigen Leistungen zur Erhaltung bereits bestehender Jeschiwos, feiert am Lag b’omer seine Eingiederung an die grössten und wichtigsten Institutionen des jüdischen Volkes. An der Feier werden teilnehmen־. Aus Wien: Der Czortkower Rebbe, vom G. A. Rabb. Dr. P. Kolm, vom Keren Hathora Rabbiner Baumgarten und Rabbi Beer Friedmann. Ferner haben ihre Teilnahme zugesagt: Der Chofez Chaim, der Gerer Rebbe sowie viele Rabbeim aus Polen imd Litauen. Der Fall Jendrzejow. Der von der jüdischen Telegraphenagentur verbreitete Bericht von der Schreckenstat in Jendzejow (den auch wir veröffentlichen) war insoferne unriclitig, als der Ermordete nicht Jizchok Werdiger. sondern Mendel Lipmanowitsch hiess. Eine grenzenlos geschmacklose Komödie führen aus diesem traurigen Anlasse die zionistischen Presseorgane auf. Es ist ihnen das Unglück passiert, dass ihre eigene Nachrichtenstelle, die jüdische Telegraphenagentur, diese Nachricht von Kämpfen zwischen Agudisten und Zionisten verbreitete, wobei ein junger Agudist getötet wurde. Nichtsdestoweniger können sich die zionistisehen Blätter nicht versagen, von einer Verleumdung der Zionisten durcli die Agudisten m sprechen. Das Schlag wort vom Verrat hat scheinbar seine Kraft eingebüsst; jetzt beginnt das Schlag wort von der Verleumdung seine Herrschaft in den Spalten zionistischer Blätter auszuüben. Die armen, armen Zionisten. Was können sie dafür, wenn sie wochenlang Totschläge gegen die Orthodoxie predigen und dann einer wirklich totgeschlagen wird. Werden sie dann wirklich nicht verleumdet? Aber die ״Verle um düng“־ geht weiter. Der ״Jud“ in Warschau schreibt in seiner Nummer 341: ״ . . . . Wir können den Herren vom anderen Lager versichern, dass wir e*ine ganze Reihe von Namen kennen, die mit allen Einzelheiten der hetzerisehen Agitation in Verbindung stehen. Wir besitzen das Namensverzeichnis jener Personen, die sogar nach dem Morde sich äusserten, dass ein erschlagener Orthodoxe zu wenig sei, -man müsse wertigstens 10 Stück erledigen. Wir enthalten uns vorläufig der Veröffentlichung dieser Namen aus verstandliehen Gründen. Wir wollen uns vorläufig nicht provozieren lassen . . . .“ Verleumdungen? Wirklich?. Agudas Jisroel Jogendgruppe, Wien, II. Ober« Donaustraise 69. Wien, im Mai 1924. Jjar 5684 ב״ח EINLADUNG zu der אי״ן־ן Sonntag, den 18. Mai (14. Ijar) pünktlich um 1/,10 Uhr vormittags im grossen Saale der Agudas Jsroel Jugendgruppe, Wien, II., Flossgasse 1 stattfindenden Hauptmitgiiederversammi ung TAGESORDNUNG: 1. Tätigkeitsbericht 2. Referate der Sektionsleiter a) Unterricht, b) Arbeit, c) Jeschiwoh, d) Erez Jsroel, e) Finanzen, f) Presse und Propaganda, g) Statuten 3. Erteilung des Asolutoriums 4. Wahl des Vorstandes 5. Anträge und Eventuelles. Für den Vorstand David Baumgarten 1. Anträge sind schriftlich spätestens 3 Tage vor der Hauptmitsliederversammlung beim Obmanne einzubringen. 2. Wahlberechtigt sind nur jene Mitglieder die mit der Zahlung der Mitgliedsbeiträgen nicht im Rückstände sind. 3. Die neuen Statuten Hegen in 2 Exemplaren beim Bibliothekar Herrn Emil Richter (in seiner Abwesenheit fcei Herrn Moll) täglich zwischen 7 und 9 Uhr abends, zur Einsicht auf. 4. Zu Mitgliedern des Wahlausschusses wurden seitens des Vorstandes die Herren Alexander Steiner, Siegfried Schiff, David Reismann und Jaques Weldler Dominiert. Dieselben erteilen Auskünfte in Wablangelegenheiten. Einladung bitte mitzubringen. Gesamttreffer 600 Millionen Kronen Haupttreffer xao, 60, 35, «o nad xo Millionen Kronen und tanaend andere Treffer Ln« I. a. Banken ■. Trafiken erhältliohl Wiederverkäufer gesucht

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