Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 19 (9.5.1924)
- Date
- 1924-05-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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PPUPPWi ^■1^׳■, ■ ׳■1(|וו»«^^י"*י«ייייי««^ייי^וin 1 j. in Nr. 10 Die Resolution wurde von!der Generalversammlung! ^behend angebört und einstimmig angenommen. Das Prä- : sädium sohlägt folgende zweite Resohirtton ivor: Die heute Crew Rosch-Chodiesch Idar abgehobene . Generatoersämimhmg der Ägudas JisiOei in Wiein spricht ׳: der Agudas Jisroel in (Erez Jisroel und speziell Herrn!OiberraibOiner. Ghaim I. Sönnenfeld' Dank und wärmste Aberkennung für Ihr mannhaftes Auftreten Im Namen der , in dier Aguda organisierten Judensohaft aus. Keine Verleumdungien unserer Gegner wenden uns; davon abhalten, immer und immer wieder •zu betonen,; ■. dass, die religiöse Judenschalt nur durch Mandatare ver• treten .sein will und kann, die dem Agudiaprogramm ent- . sprechen und׳ in Lehre und Leben voll und ganz auf dem; Boden dies überlieferten Judentums st eiben; ׳' j '!Mit starkem Beilall wundie die Resolution einstimmig angenommen. Rabbiner Dr. Pb 11 a׳k!ergriff das Wort, um über die Tätigkeit der Agudas Jisroel für Erez Jisroel zu berichten. Nach dem Kriege befanden sich in Wien zirka 2000 pa'lästinensische Flüchtlinge, denen in erstre Reihe die Rückkehr nach Hause ermöglicht werden musste. Dieses ist gesahehen.!Mit Hilfe der Jugendigruppen wurde eine Werk-. zeugaktion mit Erfolg unternommen. Die vielen im Laufe der Jahre entstandenen Aktionen, wie Baijis w'nacholoh, (Nieweii Jisroel uifw. wurden seitens der österreichischen Aguda gefördert und unterstützt. Die Wichtigkeit der Er-! Haltung des alten Jischuw i!n Erez Jisroel ist heute eine der; brennendsten Fragen der Orthodoxie. Hier muss eine vollkammene Reorganisation eintreten, damit jene Elemente, die für Thora und Jiro in Erez Jisroel kämpfen, zu einem lebensfähigen einflusreidien Organismus werden. An Stelle der Protestes der Worte muss der Protest der Tat treten, •der den alten Jischuw mit modernen Mitteln für seinen Existenzkampf ausrüstet. Es muss eine Neuorganisation der Erez-Jisroel-iMittel geschaffen werden, die sioh nicht auf!Mitarbeit Einzelner stützt, sondern auf die Allgemein־ heit. Die Arbeit für Erez Jisroel muss programmatisch festgesetzt und auf die Zukunft eingestellt werden. Hierauf referierte!Dr. FoJlak über die Jugendarbeit und über die Entwicklung der ,Jüdischen Presse“ in Wien. Die Jugendarbeit dürfte die Ansprüche aller vollauf befriedigen. Die Jlugend besitzt in ihren Gruppen Zentren, von welchen eine zusammensoMiessenide Tätigkeit ausgeht. Das geringe Interesse an der orthodoxen Presse bildet eine schwere Unterlassungsünde der Alguda in Wien. Dass die Presse heute das einzige Mittel der Verständigung im eigenen Kreis und!der Abwehr gegnerischer Angriffe •׳ist, dürfte bekannt sein. Deshalb ist es Ffliobti eines jeden einzelnen, dem die Interessen der Orthodoxie am Herzen liegen, die orthodoxe Presse in weitgehendstem Ausmasse zu unterstützen. Die Ausführungen des Referenten wunden mit grossem Beifall aiufgenommen. Herr M. P o r g e!s sohlägt regelmässige Zusammenkünifte vor, in denen das Arbeitsprogramm besprochen und zu dessen Ausführung die geeigneten Kräfte!gewählt werden sollen. Die einzelnen Institute!müssen auffhören, den Charakter von Unternehmungen Einzelner zu tragen und zum Gute aller werden. Herr Preminger bittet um die Feststellung, welche Aktionen für die Beschaffung von Geldmitteln ein■ geleitet werden sollen. Rabbiner Dr. Po •Hak teilte eine ganze Reihe von .Wünschen mit, deren Erfüllung der neugewählte Ausschuss auf sein Programm stellen muss. So straffere Organisation, Fortführung der Schomrei Schabbos-iAktion, Organisation in der Provinz und besonders dies Burgemlamdles, Heranziehtirtg von־ Sympathiker» ftii'die Arbeit ut1d regere Pro- :!pälite׳n^täfclgk€lt. ■'"1 •'■••■ . ׳'' ''׳ '-•» -־י Hierauf wird der Anstrafe Frommer *einstimmig an* ׳ genommen und somit dem «btretendten Ausschuss «las j Vertrauen und der Dank ausgesprochen. x! v! Hen׳ ■^־M. ,Fe•! s־e<nb#Tii'bringt die!Liste der Kan- 1 dkiateri für den Ausschuss ׳ zttf Vorlesung, welcher per j AkLamatibn gewählt wind*!< ׳ I ’’:1,"";׳. ’י‘",‘י־ •י'׳ Aiädüifiius«:/’• ';י,'■/,׳''׳ Sandor Adler, Daivid Breuejv Moritiz Feisenbung, : Felsentoung, Abraham Hesdhef, Abraham B. Hornstein, M. Kamm, Leopold Lederer, Osias Mänz, Franz Naumann, , )Samuel Nüssenbaium, Wolf f?lappenheim, Dr. I. Re langer., Akiiba Schreiber seni, Davi^., Seidmann, Julius Steinfeld, Emil Ötrotti, I. I. Thlumin, Lipe TürkO, Samuel Tünkl. Revisoren: Albert Breuer, Abrahato Geiger, Alfred Stroh. Naahdem der Präsident' den Anwesenden unter den Referenten seinen Dank ausipricht, schtiesst er mit einem warm gehaltenen Appell für K^e restlose Erfüllung des Prognamms und dem!Wunsche לשנה הבאה ביראים die General■• Versammlung der Agudas Jisroel in Wiea Hftbaohe Vorzimmer, iphönaKftobe» (praktische Patent-Abwaschtiscbe), gediegene Sohl&fzimmer, reizende X&dobehzlininer usw., einzelne Küchengerate aller Art Möbelspezialfabni ״KÜCHENFEE“ EARL EL1MBEROEB ft Co. Wien, ZX. Bez., Engelsplatz Nr. 6 Nur eigene Erzeugnisse, garantiert solide Bauart. Höchste Auszeichnung (Goldene Medaille 1913). FIIIalen: I., Spiegelgasse 15 ׳׳ VIII. JoefstSdle»tr. 30 111״ Landstr. Hauptstr. 65 XVIII., Wihrlngerstrasse 115 IV., HUrtarfttenstra88e 2 XXI., Hauptstrasse 28 VI., Stampergaese 51 ' XXI, Kagran,Wagraneratr.118 £ ___3 שייטעלן פעריקען u. 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Das heisst, weil er mit seinen jungen Jahren schon gewusst hat, dass heute der Kampf um das letzte Bollwerk der echten Jüdischkeit!in Polen, die Kehilohi, tobt, und well er in diesen Kampf eängegriffen!hat. Was er aber nicht wusste, das •ist, dass dies ein Kampf auf Leben und Tod ■ist; dass heute nicht mehr die Mittel des Geistes entscheiden, sondern!dass auch! in der jüdischen Gasse der Dämon des politischen Mordes tobt; dass nicht mehr das reine ehrliche Wort die Waffe ist, sondern die eiserne Keule;, dass nicht die Ueberzeugung, sondern der Totschlag Triumpfe feiert. Schmerzliches Weh erfüllt uns beim Empfang dieser Todesnachricht. Wir fragen uns wieder und wieder, wieso solches geschehen konnte, geschehen durfte. Kampf von Juden gegen Juden ist uns leider nichts Neues. Ermordete und Mörder gab es nie. Dieses furchtbar Traurige war unserer Zeit vorbehalten. Es gäbt Mörder und Ermordete in der jüdischen Gasse! Wehe uns! * * * Bin unglückseliger Zufall wird man sagen. Aber wir fragen, wie kamen die Eisenstäbe in!eine jüdische Wahl'bewegung? Da die offiziellen Berichte von einem Kampf zwischen Zionisten und Agudisten sprechen, und der Tote ein Agudist ist, müssen wir fragen, ob die zionistischen Verantwortlichen auch dieses unschuldig vergossene Blut auf!das ohnehin schwer belastete Schuldkonto ihres Gewissens mitübernehmen wollen? Diese Angelegenheit muss restlos aufgeklärt werden. Wer waren die direkten oder indirekten An- Stifter? Doch diese Frage ist vielleicht miüssag. Die zionistische Parteäpresse spracht in den letzten Wochen fortwährend von Totschlägen, diie gegen die Orthodoxle geführt werden müssten. Der Vorfall in Jendrzejoiw ist die erste blutige Frucht dieses giftigen Samens. Der erste Tote ist da. Sind sie nun zufrieden? * * * Die Konsequenzen und die Folgen dieser schreckliehen Tat wollen wir nicht näher erörtern. Aber angesichts dieser fürchterlichen Verirrung einer Gruppe sich jüdisch nennender Menschen erheben wir die schmerzliche Frage: Warum dies? Weil di© einen •ihr Heiligstes verteidigen, weil sie in einer alles zerstörenden Epoche ihren Glauben, ihre Tradition und die Reinheit ihres Löbens in eine bessere Zukunft hinüberretfen wollen, deshalb und deswegen Mord? ... Zum Schluss ׳eine Mahnung an beide kämpfende Parteien. Die Zionisten sollen ihr Verhältnis!zu den Hooligans von Jendrzejow öffentlich 'bekunnfgeben und frei erklären, ob sie diese ,Kampfmethode“ in die jüdische Gasse zu verpflanzen!beabsichtigen. ausreichte, sie hat nur als äussere Erscheinungsform der inneren Religion diese und mit ihr auch die Ethik sichtbar gemacht. Und sie h׳at das nicht nur getan, sondern sie tut es auch jetzt und •wird •weiter fortfahren es ׳zu tun. Immer und immer wieder werden jene gewaltigen irdischen Seelenorganisationen, die man Religionen nennt, die Stätten sein, in denen die seelischen Ziegel für die Wirklidhkeitsbauten der menschlichen Ideale geknetet werden. Daran wird die geschäftige Hetze nichts ändern, die heute von vernünftelnden Bildungsphildstem und quasi Philosophierenden Mechanisten auf der!einen, von salbadernden Stimmungreligiösen auf der anderen Seite •getrieben wird. ׳So ausgetrocknet, so von dem Odem der in die Tagtäglichkeit hineinbauenden Ewigkeit verlassen, wie sie sind, können sie ja vor dem religiösen Symbol, dessen unmathematisahe Wahrheit sie!nicht begreifen, nichts anderes als Scheu empfinden. Und dasis sie auch über ihren Kreis hinaus einige Unordnung und Verwirrung, einigen Seiohthedtshochmut verbreitet haben, wer will •sich darüber wundern? Wer wird deshalb sohon glauben müssen, dass sie die Grundmauern des menschlichen Ewigkeitsverlangens wirklich in die Luft gesprengt haben? Wer wird deshab •eine vorübergehende Aera des Rückfalls und der Anfechtung gleich für einen endgültigen Zustand ansehen wollen? Nein, gegenüber der Ewigkeit, die ähre Forderungen schliesslieh doch immer wieder unerbittlich, präsentiert, machen die paar durch rationalistisch-mechanistische Anschauungsmode vergifteten Intelligenzgenerationen nichts aus. Einsicht und Einsiohtsfreude werden wieder kommen — allen Völkern, ganz besonders unserem jüdischen Volke, dias ja nicht umsonst gewürdigt ist, in der schöpferischen Hingabe an Gott das wirkende Gesetz seines nationalen Lebens, sozusagen seinen immanenten Beruf und in der Monumentalisierung dieser Hingabe einen Gariantiefonds seiner Kraft zu besitzen. Auch ich kann — und darin war ich mir eigent-!iah immer in allen meinen Bntwidkhmgsstadien gleich — das Leben nur dann als lebenswert ׳anzusehen, wenn ich an ״das Ende der Tage“ eine sittliche Adelung des ganzen Menschengeschlechtes setzen und zu früheren Terminen gehörige Abschlagszahlungen erwarten darf. Auch mich empört das solziale Unrecht, die nationale Unterdrückung, die Tyrannei der Mächtigen, der Triumph der Klugen und der Dummen übeT die Weisen; auch mir graut vor den Untaten der Ver- ׳brecher, vor der Roheit des Pöbels, vor allen den Hetzjagden menschlicher Meute auf menschliches Wild, vor den millionenfältigen Niedrigkeiten einer einzigen Stunde menschlichen Zusammen- und Einzellebens. Auch ich glaube, dass kein echter Judenmensch diesem wuchernden Unheil mit nonchalanter Beobaohterruhe Zusehen kann und darf. Aber ich habe Rationalismus und Mechanismus nicht deshab überwunden, um mich mit einem meohanisch-ratioinalistichen Idealismus zu begnügen, um das Ideal,!die Ethisierung der Menschheit auf dem Wege fortgesetzter ״vernünftiger“ Vorhalte •zu suchen. Und nicht deshalb rang ich mich zu der Erkenntnis durch, dass alle Grösse, die wir erreichten und noch erreichen wollen, von dortenher kommt, wo war mit dem grossen, leitenden Geiste des Weltgeschehens Zusammenhängen — damit ich jetzt hingehe und den Blick der Menschheit bei ihrer dessen ewiger Quelle abziehen helfe. Nicht deshalb habe ich in der Religion diesem Grenzreloh zwischen Zeit und Ewigkeit den!ruchbaren Boden erkannt, auf dem die Sehnsüchten der Menschheit keimen — um mir jetzt ׳einreden zu lassen, dass eine dieser Sehnsuchten, vielleicht gerade die grösfe, das sittMohe Ideal aus einer mehr geleugneten als• anerkannten transzendenten Welt selbständig auf uns herunterhängt. Und von wem einreden zu lassen? Von ein paar gelehrten und wohlmeinenden Herren, die selber nichts anderes sind als aufgewiirbelte und naohwirbelnde Stäubchen eines Sturmes Gottes über die Erde hin! Nein, da horch ich •doch lieber weiter den Stürmen Gottes in Vergangenheit und Zukunft und dem mäobtigen Flügelschwlirren seines Sturmvogels Israel. Hauptwerke von Dr. Nathan Birnbaum. Ausgewählte Scbriiten zur Jüdischen Frage. Cernauti 1910. 2 Bände. Gottes Volk. R. Löwi׳t Verlag. 2. Auflage. Wien 1918. Vom Freigeist zum Gläubigen. (Verlag ,,Arzenu“. Zürich 5679. Vor dem Wandersturm. Verlag L. Sänger. Frankfurt am (Miain 1919. Nachbemerkungen zu ״Gottes Volk“. Verlag ״Jeschiufun“. (Berlin 1918. Um die Ewigkeit. Welt-lVerlag. Berlin 5680. דברי העוליס (hebräische und Jüdische Ausgabe).!Verlag Max Hickel. Wien 5683. אין גלות ביי יודען Verlag: Zenltralbureau der Agudas■ schweren Arbeit für das höchste irdische Zm von (Jisroel. 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