Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 19 (9.5.1924)
- Date
- 1924-05-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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יי״ייי«* יי "»?זי "T^-TTT""■1 IIII llintTTiflBilt^in mrrp Sette 1$6 JODBOBE PRESSE Dr. N|tl!an Birnbaums 6Ö; Geburtstag. Ain 4.0. Ijar wird Dr. Nathan Bärntoaum ,$0 Jahre alt. Drei Viertel dieses an em'sifi^er Arbeit tilbferreidhen Lebens war und tat dem jüdischen Volk gewidmet. Nicht einzelnen Parteien im Volke, sondern dem Volke :als ganzem. Und heute steht Nathan Birnbaum mitten drin in der Arbeit fürs Volk, im Kampf für dessen heiligsten Ideale, im Kampf für seinen wahren Geäst. Ein langes und wichtiges Kapitel der jüdischen; Geschichte äst mit dem Namen Nathan Birnbaum un-! lösbar verknüpft. Ein gut Stück jüdischer1 Geästes- :®escfaiahte und jüdischer Geisteisentwicklung geht *aiif ihn als ihnen Schöpfer zurück. Das erste Erwachen des nationalen Lehens des jüdischen Volkes und das grosse Erwachen der jüdischen Orthodoxie sind difc Marksteine auf dem Lebensweg des Nimmermüden, immer rastlos vorwärts Schreitenden .... Der Sechzigjährige, der sich den hinreissenden Schwung und die flammende Begeisterung des Jünglings bewahrt hat, ist überall, wo!es gilt, das jüdische Volk gegen falsche Beglücker, den jüdischen Geist gegen Verfälschung und Zersetzung zu schützen, einer der unerschrockensten und mutigsten Kämpfer. Zu »einem Festtag vereinigt sich die grosse Gemeide derer, die Nathan Birnbaum, den Denker und Kämpfer, lieben und verehren in dem innigen Wunsch, dass es ihm noch viele, viele Jahre vergönnt »ein möge, dem hohen Ziele nachzustreben, dem seine beste Kraft geweiht ist, seine tiefste Sehnsucht gilt: ז Das jüdische Volk zum Geiste der Väter zurückzurufen. _ Generalversammlung der Agudas Jisroel in Wien. Sonntag den 121. Nissan fand die Generalversaimni- ®ung der Agudas Jisroel in ,Wien im Vortragssaale d!er Zeire Aiguidas Jisroel sttatt. Nachdem dler Präsident der ösfcerreidiisohen La׳n1d!esor1g!anisation, Herr Wolf Pappenheim, die erschienenen! Gäste, OberraWbiner J. Fürst, Präses •dies Ratobinischen Rates für Oesterreich, Rabbiner (Dr. P. K o h n vom Geschäftsfährenden! Ausschuss sowie die (Mitglieder feierlichst begrüsst hatte, erstattete er den Rechenschaftsbericht für die Geschäftsperiode 19120 bis 19124. Die Hauipttätigkeit erstreckte sich in diesen Jahren auf die Liquidierung der Folgen des Krieges, so dass das Hauptinteresse auf die soziale Fürsorge gerichtet war. Referent streifte kurz die markautesten Geschehnisse auf Idem Gebiete der Organisation,!wobei er besonders die Tätigkeit des Herrn I. I. Thum im, des damaligen (Präses der galizisehen) Aguda und dessen segensreicher Tätigkeit als Gründer des. Waisenhauses erwähnte, gab er ein Bild der Tätigkeit der Agudas Jisroel in Wien seit ihrer Gründung bis zum heutigen Tage. Organisatorisch waren grosse Schwierigkeiten zu bewältigen, die bis heute nicht restlos gelöst werden konnten. Doch gelang es der Orts- und Jugendgruppe der Agudas Jisroel feste Zentren des orthodoxen. ׳Lebens in Wien zu schaffen. Besonders schön entwickelte sich die Jugendgruppe, die heute über 1000 Mitglieder zählt, die in 30 Sc^iurim fleissig lernen und in allen Belangen der Aguda tatkräftig mitarbeiteni Ausser der sozialen Tätigkeit war es eine selbstverständliche Pflicht der Aguda für die Thoralehr־ Stätten! ihr Möglichstes zu tun. So!war die Agudia in Wien ״Das ist »ehr klug!erdacht, meine Teuere. Sprich mit Mirjam!“ ,,Ich bin froh, dass du mir zustimmst,“ sagte Esther, ״du weisst, ohne deine Zustimmung will ich nichts tun.“ ״Ia, das w׳eiss ich,“ sagte mit heiterer Miene, doch nicht ganz ohne Rührung ihr Gatte, ״aber mit deiner Zustimmung darf ich wohl jetzt zum Talmud zurückkehren? Ja? Du erlaubst es?“ Lächelnd verliess Esther das Studierzimmer ihres Gatten. (Fortsetzung folgt.) in der Lage, iS Talmud Thofiac ihre weitgehende Gnter- Stützung zu gewähren. Die Bedeutung Wlen§;al»Ver־; blndung zwischen Osü und West, ferner als Sitz *des Zentralbureaus der Weltorganisation hatte die Orts-j gruppe ׳mit Arbeiten für düe! Zentrale so stark in Angriff J genommen,׳ ‘ dass die Entwlckhmg > der / Ortsgruppen , darunter leidien musstet Die Vorbereiüiiüaen und: die Ab« haltimg der Kenessio iGedalulo, die als geschichtliches Ereignis ersten Ranges die ^Ücke , der ganzen jüdischen Welt auf Wien lenkte, hat der 'Aguda in 1W!ien1 eine A|toeit1sfüile zur Bewältigung übergeben, die sämtliche (Kräfte in Anspruch nahm.; Die Kenessio Gedaitlo. hat ein überreiches Arbeits-; Programm aufgestellt. Es wihd Ziel und׳ Aufgabe des neu zu wählenden Ausschusses sein, dieses Programm aus- Zufuhren. Aluf dem Gebiete der Organisation, des Keren Hatauro, der Erez Jisroel-Artoeit und des Pressewesens harren grosse Aufgaben, zu deren Erfüllung die Mitglieder mit der Anforderung aller Kräfte aufgerufen werden. Der Bericht wurde!von der Genieraltvesamimhmg mit grossem (Beifall zur Kenntnis geniommea Hierauf ergriff das Wort Rabb. Dr. P i n c h a s K 0 h n, um im Namen des Gesahäftsfülhrendert Ausschusses die Generalversammlung zu begrüssen. Redner dankte der Aguda in Wien und besonders ihrem Präsidenten, Herrn Wolf *Pappeniheim, für die Gastfreundlichkeit und Mitarbeit an dem Zentralbureau. Der grandiose Verlauf* der Kenessio ד. Gedaluio hat zur Genüge bewiesen, was ifiiir Enthusiasmus und welcher Arbeitswille seitens der Aguda in Wien notwendig war, dieses grosse Ereignis würdig vorzubereiten. Der Redner gibt in Kürze einen Bericht über die Tätigkeit der Aguda seit der Kenessio Gedaulo und weist auf die Notwendigkeit unermüdlicher; straffer Energieriohtung zur Ausführung des Programmes ,der Kenessio Gedaulo. Die Generalversammllung dankte mit starkem Beifall dem Redner für seine herzliche Ansprache. Der nächste Redner, Unilversitätsprofessor Dr. Max Eisler erstattete ein Referat über die Tätigkeit des Jüdischen Hilfswerkes der Agudas Jisroel. Die Wai s e nhäuser, das Imternat für verlassene Knaben, die jüdischen Werkstätten sind die schönsten׳ Früchte der Tätigkeit des Jüdischen Hiltfswerkes der Agudas Jisroel in Wien!. Mit Hilfe •des ׳Schweizer Kriegswaisentfonds wird es bald möglich sein, auch ein Mädchenwaisemhaus ziu eröffnen. Ebenso dürfte in kurzer Zeit das neu-geschaffene ■W a ׳n d e r-e r!h e i m seiner Bestimmung übergeben werde nt Auf dem Gebiete ׳der Zur Frllhjahrssalsoit. empfiehlt die Firma Weldler i& Fürst Wien, II., Hollandsträsse 16 (Ecke Kleine ßperlgaase) felnsl• HtmagirtMoben ndth tton aus ihren eigenen feinsten und aus mitgebrachten Stoffen, Sonnen* nnb ftegenfdimne* ©Walitäten L. Fiertels Nachfolger M. Leib, Wien, 6. Bezirk« Mariahilferstrasse 89 שבת geschlossen Feste Preise auf jedem Slück ersichtlich. .׳. Leser dieses Blattes erhalten drei Prozent Vergütung Nr. 40 ambulanten Fürsorge wurde ausser der!lokalen! •Tätigkeit die Aflctionen.ffür Russtend ,1H1d I>&utschla׳nd mit sehr gutem Erfolge unternommen!. Die gegenwärtige Lage; des (Hüte- Werkes ist, dla die Unterstützung des Auslandes ausbleübt, dicht. giit. ' Es muss ,wieder ium" System der Selbsthilfe zurückgekehrt werden; Nicht einzelne grossziigfee und za den' grössten׳ Opfern bereite Gönner können eine so grosse Institution wie das Jüdische Hilfswerk ׳erhalten, sondtem dieses muss auf die breite (Basis der Mitarbeit /Aller gestellt: ■ werden. Mft ׳einem!Appell zur!Mitarbeit für das Jüdische Hilfswerk der Agudas Jisroel sohliesst der Referent den mit grossem ׳Beifall aufgenommenien Bericht. Herr Mosche,Blech referierte über die Tätigkeit des Keren Hatauro in Oesterreidi. Ausser den Einzelheiten, über die bereits der Präsident im allgemeinen Berichte sprach, ist noch die Tätigkeit des Keren (Hatauro in der österreichischen Provinz zu erwähnen. Referent erläutert die Bedeutung des Keren Hatauro i׳m gegenwärtigen Augenblick, zeigt die Gefahren, die durch die Stillegung der Lehr- und Lerntätigkeit dem gesamten Judentum drohen) und sdhliesst mit dem Rufe nach intensivster Arbeit für diese grosse und׳ lebenswichtige Institution der Agudas Jisroel. Die äusserst temperamentvoll vorgebrachten Ausführungen wurden׳ ivon der Generalversammlung mit grossem Beifall aufgenommen. Der Präsident ׳teilt der Generalversammlung mit, dass Seiner Ehrwürden, der ErLauer Raw, in einem äusserst herzlich geschriebenem Briefe den Reinertrag alus dem Verkaufe seines jüngsten! Werkes dem Keren׳ Hatauro gewidmet hat, welche Mitteilung mit grossem Beifall quittiert wurde. Hierauf erstattete Herr Moriz Fe Isenburg den Kassäberiaht. (Wir bringen den Kassabericht in der nächsten Nummer.) Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen. In einem Schlusswort streifte Herr Felseniburg kurz die finanziellen Aufgaben des kommenden Ausschusses. Herr Frommer stellt den Antrag, dem abtretenden Ausschuss wärmsten Dank auszuspreohen und das Absolutorium zu erteilen. Das Wort ergreift Herr Redakteur S. Schönf eid, um der Generalversammlung zwei Resolutionen vorzuschlagen. Die traurigen Vorfälle in Polen, wo im Verlaufe der Wahlkampagne zu den Kilot'h ein junges Menschenleben der fürchterlichen Verhetzung zum Opfer gefallen ist und die wüste Pressehetze, die gegen das ehrwürdige Oberhaupt der selbständigen Orthodoxie in Erez Israel, Oberrabbiner Sonnenfeld, von der zionistischen Presse entfesselt wurde, zeigen mit schrecklicher Klarheit, wie weit, es im jüdischen öffentlichen Leben gekommen ist und welche ungeheure Kraft notwendig ist, um ׳die Attacke gegen die jüdische Orthodoxie a'bzuwehren. Redner bringt folgende Resolution zur ׳Verlesung: Die Generaliversammlung der Agudas Jisroel in Wien nimmt blutenden Herzens davon Kenntnis, dass der Beginn der Wahlbewegung zu den Khiloth in Polen van unserem Gegnern mit einem Totschlag an einem hoffnungsvollen, talmudgelehrten frommen Jüngling eiligeleitet wurde. Die Generalversammlung gibt ihrem tiefen Schmerz und ihrer schweren Besorgnis Ausdruck, dass heidnische Sitten in unsere!Gemeinschaft eingeführt werden. Sie fordert alle Jerejim dringend auf, ■sich zusammenzuschliessen, um die jüdischen Khiloth vor denn Uebermacht solcher Elemente zu bewahren.!Der ungeheure Oliilul Haschern dieser iHandlungsweise ist geeignet, die Judenschaft tief herabzusetzen. Zur Frage: Religion oder Ethik.*) Von Dr. Nathan Birnbaum. .Es kann natürlich nicht meine Sache sein, auf ׳die ganze ׳Historie zu reflektieren und nachzuweisen, dass die Ethik nur von der religiösen Erregung der Völker gezeugt •und überall nur in der strengen Zucht der religiösen Form!selber existenzmögliche Lebensform angenommen hat. Vielmehr muss ich mich damit!begnügen, iauf jene Erscheinung hinzuweisen, die wohl der glänzendste Beweis sowohl für den religiösen Ursprung der Ethik als der für die ethische Produktivität ׳der positiven Religion ist, und die da Judentum heisst: ' Wir sehen die Vollgesogeniheit des jüdischen Volkes miit ethischen Stimmungen, Ueberzeugugen und Strebungen. Wir sehen einen bei keinen anderen Volke erhörten Ueberfluss an grossen und kleinen Persönlichkeiten, die mit sittlichen Forderungen an sich und ׳die Welt herantreten. Wir sehen die Juden eine grosse •sittliche Losung nach der anderen in die Menschheit werfen. Aber wir sehen nirgends in der ganzen jüdischen Geschichte eine unabhängige ׳sittliehe Transzendenz, nirgends einen selbständigen ethischen Apparat, aus dem man diesen ungeheuren Reichtum herleiten könnte. Im Gegenteil, von überall — aus der Gesetzgebung des unerreichbaren Moses sowohl als ׳aus d׳er merkwürdigen Flammenschrift der Propheten, aus der strengen und klugen, zuweilen auch tiefen und genialen Kleinarbeit der Rabbinen, wie *) Aus dem zuerst in der ,Freistatt“, Februarheft 1914, erschienen Aufsatz: ״Zur Frage Religion oder Ethik“. aus den eigentümlich warmen Gedankengängen der jüdischen Philosophen — aus allen diesen Werkstätten des erhabensten ethischen Pathos tönt!durch dieses hinauf und hindurch uns immer als Leit- und Grundmotiv eine an sich ubedingte und nur in sich begründete, ebenso leidenschaftliche als frommiinnige Hingabe an den Geist entgegen, der!aller Welt Voraussetzung und Erfüllung ist, und überall!seihen wir die Hingabe an die Ewigkeit in grossartiger monumentaler Archdtektur in Gebilde der Zeit umgesetzt. Ueberaü fühlen wir aus den mächtigen Gesetzesquadern, die ׳eine Feuer weit umschli essen, die -befruchtende Wärme atmen, durch die Israel nicht nur seine aussergewöhnliehe Lebenskraft gewonnen hat, sondern auch zum Prinzipalen Volke des Ethos geworden ist. Gegenüber dieser weltgeschichtlichen Ersehe!־ nung einer rel׳igös-׳ethischen Zucht grössten!Stils aus — Zweckmässigkeitsgründen eine graue Folge ethischer Drillmeister zu empfehlen, erscheint ׳mir wahrlieh gewagt. Und auch das Argument der erreichten Mündigkeit erscheint mir hier nicht angebrachter als oben. Man hört es ja oft genug: Was dem Kinde fromme, fromme dem Erwachsenen nicht. Früher sei die stützende Hand •der positiven Religion nötig ׳gewesen, damit die junge Sittlichkeit nicht falle. Heute jedoch sei das sittliche Ideal schon grossjährig, könne auf eigenen Füssen stehen. Und obendrein sei ׳die Hand auch sohwaoh geworden!, könne sich selber nicht mehr rühren, geschweige andere stützen .... Wie unwahr das alles ist! Nie war die positive Religion eine stützende Hand der Ethik, nie eine fremde Hilfe, die diese anmahm, weil sie mit ihrer eigenen Kraft nicht Zugunsten des, EHSaBET-HEIM Gesamttreffer 600 W!Honen Kronen für Kriegswalsn, Lehrknädchea und Arbeiterinnen Wien, II. Bezirk, Malzgasic Nr. 7 Telenhon Nr. 43-5-40 Haupttreffer 120, 60, 35, so und to Millionen Kronen and tausend andere Treffer Lote I. a. Baake■ ■.Trafiken erhältlich 1 Wiederverkäufen gesucht Zum 10. Ijar 5684. Meinem Vater gewidmet! Iah habe heute einen Traum geschaut Und Dir, mein Vater, galt der Traum; so höre: Ich schaute einen Turm, sehr stark gebaut, Und er erhob sich mitten aus dem Meere. Und fürchterlicher Brandungswellen Schwere Schlug an des Turmes Fuss — der bebte sacht; Jedoch des Turmes Haupt hob in die Chöre Der Engel sich empor aus Not und Nacht. Und oben standest Du und hieltest Wächt; Noch müd’ vom Aufstieg, trotztest Du dem Spotte Des Sturmes — hobest gegen ׳ihn mit Macht Du Stirn und Bart. — Wüst flog der Wolken Flotte An Dir vorbei. Auf schnob des Gischtes Rotte Nach Dir: Du aber warst bei Deinem Gotte! Urtel Birnbaum. Von der Bundesregierung uewilligte Effektenlotterie