Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 16-17 (18.4.1924)
- Date
- 1924-04-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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?r? /%*5״ä, '•זייך™*•;■ י1ייי^יוייומייויוייו«ו1 Seite 114 JÜDISCHE PRESSE Nr. 16/17 weise hätten die Zionisten selbst die Delegation aus den Kreisen zusammensetzen müssen, die das Vertrauen bei den Arabern genlessen, und das sind die alteingesessenen Frommen aus dem alten Jischuw. Dass bei dieser Audienz; ein (Wort gegen die Zionisten gelallen wäre, ist ein!Märchen, das die zionistische Presse, vorab die Berliner ״Rundschau“,. von dem anrüchigen arabischen Blatte ״Falestin“ unbesehen übernommen ha׳t. Gegen diese unerhörte Hetz- Propaganda kann nicht schar! genug Verwahrung eingelegt werden. Referent spricht dann auch Über die Friedensbemühungen der polnischen Rabbinen in Jerusalem und zeigt, wie vornehm und taktvoll die Meinungsäusserung abgefasst •ist. Die Friedsbasis ist damit!geschaffen, und schlägt die Gegenseite nicht ein, so weiss alle Welt, wer die Schuld und Verantwortung dafür trägt, wenn der Unfrieden in der heiligen Stadt mit all seinen unheilvollen Wirkungen stabil wird. An der Diskussion beteiligen sich die Herren Dr. S. Adler, Redakteur Schachnowltz, Sterin, Fulda und Jose! Bamberg er. Auf einen Antrag, ׳in der Reso- •lutlonen nicht von der ״zionistischen Presse“, sondern von ״einem Teil der gegnerischen Presse“ zu sprechen, gibt Schachnowitz dleAuskufnt, dass in diesem Falle mit der zionistischen Presse nicht viel gesagt sei, da Misrachl diese ׳Hetze in vollem Masse mitmache, und sich das Jerusalemer Misrachiorgan, ״Hathor“, na Beschimpfungen der Aguda der anderen zionistische Presse noch weit übertrifft. Cs wird zum Schlüsse eine Resolution in folgendem ,Wortlaute angenommen: ״Die am 6. Nissan 5684 in der Aula der israelitischen Realschule am Tiergarten stattgefundene Versammlung erklärt Ihr völliges Einverständnis mit der Agudadelegation bei König Hussein und protestiert mit aller Energie gegen den Verleumdungsfeldzug der zionistischen Presse, die, gestützt auf falsche Angaben eines arabischen Blattes, bebauptet, die Delegation hätte bei König Hussein die Zionisten denunziert und demgemäss die Intervention als ״Verrat“ bezeichnet. Die Versandung erblickt in dem Vermittlungsversuch der polnischen Rabbinen in Jerusalem eine historische Tat, von weittragender Beduetung und hofft zuversichtlich, dass beide Parteien sich auf Grund dieses Vermittlgungsvorschlages einigen werden.“ Es wurden an Ort und Stelle grössere Zeichnungen für Bodenkauf in Palästina gemacht. (Aehnliche Protestresolutionen sind von einer ganzen Reihe von Ortsgruppen ■der verschiedensten Landesorganisationen bei der Zentrale der Agudas Jisroel, eingelaufen. Wir berichten darüber in unserer nächsten Nummer. Die Red.) Aguda-Ferienheim! Frankfurt a. Main, 8. Aipril. , Seit vielen Jahren bestehen ln Deutschland zahlreiche Ferienheime, ln denen Angestellte (männliche und weibliche) Ihre Ferien verbringen können. Die gesetzestreuen Angestellten׳ haben von diesen Einrichtungen jedoch keinen Gebrauch machen können, da diese Heime sich in nichtjüdiisehen Händen befinden undi daher nicht rituell ׳geführt werden. Auf Grund einer der Stellenvemnittlungsizentrale der Agudas Jisroel-Jugendorganisation vom Leiter des Ange- »telltenawsschusses der Agudas Jiisroel-Jugendgruppe Köln, ■Herrn Dr. Fritz Cahen zugekommenen Anregung hat die vorgenannte Stefllenvermlttlungszentrale der A. J. J. O. die Gründung eines Vereines ״Aguda-Ferienheim“ in die Wege geleitet, dessen Aufgaben sind׳: Jüdischen Angestellten! ohne Rücksicht auf ihre Parteizugehörigkeit zu billigen Preisen einen Ferienaulenthalt zu ermöglichen. An der Spitze des Vorbereitenden Komitees des Vereines ״Aguda-Ferienheim'* stehen einerseits die Vertret&r der einzelnen Angestelltenausschüsse der Agudas Jisroel-Jugendgruppen; andereres its führende Industrielle aus allen Teilen des Reiches. Von den Einrichtungen des Aguda-Ferienhelms können alle Mitglieder des!Vereines ,^Aguda-Ferienheim“ Gebrauch machen. Mitglieder können einerseits alle Firmen Deutschlands werden. Durch4 die Erwerbung deT Mitgliedschafft durch Firmen sind alle-Angestellten der betreffenden Firma berechtigt, von den Institutionen des Aguda-Ferienheims vol Gebrauch zu machen; andererseits können auch einzelne Angestellte die M'itgliedssohait erwerben. Die Jahresbeiträge betragen, für Firmen bis 10 Angestellte M. 26, von '25 bis 60 Angestellte M. 10, über 5b Angestellte M. 100, für einzelne .׳Angestellte M. 10. Alle Meitteilungen an Sachen des Aguda-Ferienhelms sind zu richten an J. Sänger, Frankfurt a. Main, Rothschild- Allee 38 '(Postscheck-Konto 143014). Das ׳vorbereitende Komitee des Aguda-Ferienhelms hat bereits mit einem bekannten ersten Hotel einen Ab- Schluss getätigt, wodurch es!ermöglicht wird, in diesem Sommer bereits etwa 200 Angestellte für!je 14 Tage zu etwa halbem Pensionspreis unfcerzubringen. Weitere Ab- Schlüsse sind in ׳.Bälde zu erwarten. Es ist als Sicherheit anzfunehmen, dass diese neueste Einrichtung der Stellenvermittiungszentrale der A. J. J. O. in weitesten Kreisen der jüdischen Angestelltenschaft grösste Befriedigung auslösen wird und wohl!jeder Geschäftsinhaber ׳sich als Mitglied einitragen wird, um dadurch seinen Angestellten die Vorteile des ״Aguda-Ferienheims“ zugutekommen zu lassen. Polen. Vorbereitungen zu den Kehiloht-Wahlen ln Polen. Warschau. Nunmehr machen sich!die Vorbereitungen zu den Kehiloht-Wahlen in ganz Polen sehr bemerkbar. Es ist aber fraglich, ob sich die Wahlen am festgesetzten Termin, dem 1. Juni, durchführen lassen. In Warschau hat der Aufmarsch der ,Parteien begonnen und In der Gemeindestube waltet der Wahlkomrmissär seines Amtes. Das Zentralkomitee der Agudas Jisroel in Polen erlässt eine Wahlerklärung, in der die Forderungen1 aufgestellt werden. 1: 'Die Vertreter der religiösen Juden müssen in Leben und Deqken. streng .auf dem Boden des Gesetzes stehen. 2. Die Zahl der orthodoxen"Mandate muss vennehrt werden, um eine Majorisierung derselben von linker Seite zu verhindern. c Russland. Ein ״Schwarzbuch4' über religiöse Verfolgungen in Russland. Paris. (J. T. A.) Der russische Schriftsteller AI. Valenitijnow, der Daten über die religiösen Verfolgungen in Russland sammelt, hait jetzt diese Arbeit abgeschlossen. Binnen e kurzem!wird ein sogenanntes ״Schwanzbuch“ in Deutsch und Englisch erscheinen1. Übertragungen des Buches fa Russisch und Jiddisch sind ln Vorbereitung. ׳In dem Buche sind auch alle Massnahmen gegen jüdische Synagogen und Schulen sowie die Gerichtsverhandlungen gegen Rabbiner wiedergegeben. Auch die grosse Synagoge in Rostow soll ln einen Arbeiterklub umgewandelt werden. Kiew. (J. T. A.) Eine Versammlung der jüdische» Lederaibeiter in Rostow h׳a׳t beschlossen, von deT Regitenimig izu fordern, dass die Grosse Synagoge in Rostow״ dfte sogenannte ״Ghorschul“, in einen Arbeiterklub verwandelt werden soü, da die jüdischen Arbeiter Rostows sonst kein geeignetes Lokal für ihre kulturelle Tätigkeit besitzen. Eine Versammlung der jüdischen SchneidergeihUlfen schloss sich diesem Verlangen an. In der Bfigründung wird gesagt, die OhoTschul sei die ganze Wocie geschlossen, an den Sabbattagen kommen nur sehr wenige Andächtige hlln, und nur an den hohen Feiertagen finde» sich die reichen Bourgeois in Automobilen ein, um den Chor zu hören. Der Rostower Rabbiner Hermann hätte den älteren׳ Juden verwehrt, die Chorschul zu besuchen, weffl im Chor auch Frauen mritsingen. Crcz 3$roel. Die palästinensischen Araber gründen eine antizionistische Weltorganisation. Jerusalem. (J. T. A.) Die palästinensische arabische Exekutive ׳gibt bekannt, es seien Vorbereitungen1!zur Gründüng einer antiziionistischen Weltorganisation für de* Schutz Palästinas getroffen worden. König Hussein und Emir Abdullah werden der ׳Organisation angehören. Oberrabbiner Kook über die Lage In Palästna. New York. (J. T. A.) Der vor kurzem in New York eingetrofifene lOebrrabbiner von Palästina Jizohak Kook äusserie sich gegenüber Vertretern der Presse sehr pessi^ mistisch über die Zukunft des geistigen1 religiösen Judentums ׳in Palästina: Der Zweck seiner Amerikareise sei der״ das amerikanische Judentum an seine Pflichten gegenüber Erez Jisroels, besonders •in bezug auf die Förderung der religiösen Kulturanstalten in Palästina zu erinnern. ״Die Anstalten des orthodoxen1 Judentums!in Palästina,“ sagte Oberrrabbiner Kook, ״erhalten aus Amerika hauptsächlich vom Central Relief etwa 150.000 DolLar jährlich. Sollte diese Quelle versiegen, so würde dies den sicheren Ruin!dieser Anstalten bedeuten. Eine Kräftigung derselben würde auch unsere politische ׳Lage gegenüber der Regierung kräftigen“^ Oberrabbiner Kook sagte!zum Schluss: ״Die Berichte über einen Zwist zwischen mir und Rabbi Sonnenfeld sind stark übertrieben. Wir sind gute Freunde, es bestehtzwischen uns bloss eine Meinungsverschiedenheit i׳n dem Sänne, dass Rabbi Sönnenfeld ganz und gar für den alten: Jischuw ist, wogegen Ich. zum. Teil auch für den neue» Jischuw eingenommen bin.“ Die Haarkunstwerkstätte Rudolf Schiff Wien, I., Kä r n t net s t r a s s e 8, die bereits mehr als anderhalb Jahrzehnte am Wiener Platze besteht, gehört zu den fortgeschrittensten Firmen ihres Faches. Ihre Haararbeiten, wie Perücken, Scheitel, sind unkenntlich Im Tragen. Die von ihr erzeugten Dauerwellen bleiben, trotz des Waschens unverändert. Herr Schiff erteilt auch Ratschläge für alle Arten der Haar- und Hautpflege. TSCHECHO-SLOWAKEI. 00000000 Zionistische Verleumdungen. l׳n der jüngsten Nummer der ״Jüdischen Volkszeitumg“ erschien abermals ein mit ״M“ gezeichneter Leitartikel mit schmutzigen Verdächtigungen׳ gegen die Leitung der orthodoxen Landeskanzlei. Darin wird z. ß. behauptet, die Kanzlei verteuere den unter ihrer Aufsicht •in der Suranyer Fabrik hergestelllten Pessach- Zucker um tschech. K ׳ 1.70׳per Kilogramm und hehnse auf diese Weise für Ihre von der Orthodoxie •nicht kontrollierbare Zwecke!nicht weniger als tschech. K!221.000 «in, und zwar zu Lasten des ״jüdischen Baal Balis, der mit Kindern reich gesegnet ist und der sein tägliches Brot im strengsten. Sinne des Wortes im!Schweisse seines Angesichtes verdient“. Wie frevelhaft derartige hetzerische Verleumdungen sind, ergibt sich aus foJ- «enden• Feststellungen: 1. Aus Mitteilungen!hiesiger Spezereihändler geht hervor, das die!Spannung zwischen . Pessach-Zucker und anderem Zucker nur etwa die Hälfte des angegebenen Betrages ausmacht. 2. Säimtt־ liehe Einnahmen und Ausgaben der Kanzlei werden alljährlich von der hierzu statutengemäss eingesetzten Behörde auf das genaueste kontrolliert, d!ie der Generalversammllung der Landesrepräsentanz hierüber Bericht erstattet. 3. Vorn ■Erträgnis des Pesach-Zudcers erhält die Kairdei als solche nicht einen Heller und hat auch niemals einen Heller davon erhalten, bloss für den Pensions fonds der Kultusbeamten lliesst eine Abgabe von nicht mehr als 30 Heller per Kilogramm ein, wie dies von den Vertretern der üCultusgemeinden einstimmig beschlossen wurde. Das Bratislavaer mäsrachistisch-zionfstisclie Organ dies ״Volksverbandes der Juden für die Slowakei“, die ״Jüdische Volkszeitung“, hat es sich offenbar zur Lebensaufgabe gemacht, dem Zionismus dadurch zu dienen, dass in ihr alles, was nicht zionistisch ist oder in absehbarer Zeit zionistisch zu werden verheisst, Woche um Woche mit journalistischem Schmutz besudelt wird. Die Orthodoxie und das Zentralbureau 4er orthodoxen Gemeinden unseres Landes — die einzige offizielle Vertretung, •die das Judentum in unserem Lahde wirklich besitzt — haben es ihr besonders Angetan. Keine Verleumdung gegen sie Ist erbärmlich genug, keine Lüge dumm genug, keine Frechheit dreist genug, um dieser zionistischen Zeitung nicht willkommen zu sein. Und weshalb? Aus keinem anderen Grunde, als weil die geistigen Führer der orthodoxen Gemeinden unseres Landes es unumwunden, deutlich und klar ausgesprochen haben und ihrer Pflicht gemäss es auch in Zukunft verkünden werden, dass sie in der unter dem Vorwände des ״Palästina-Aufbaues“ vom Zionismus propagierte! Umwandlung des jüdisehen Volkes von einer, religiösen in eine nationalistische religionlose Gemeinschaft und in der skrupellosen Agitation, mit der die Zionisten diese Bestrebung sowohl im Heiligen Lande, alsauchindenLändernderZerstreuung zu verwirklichen suchen, die grösste aller Gefahren für das Judentum, für die Jüdische Siedlung in Erez Jisroel und für das Wohlergehen der Juden in den anderen Ländern erblicken. Die zionistisehen Hasser des thoratreuen Judentums wissen es sehr gut und Erfahrung hat sie gelehrt, sich darüber keiner Täuschung hinzugeben, dass sie trotz allem Geschrei, trotz allem Bluff, trotz mancher Scheinerfolge, auf Nebengebieten von ihrem reformaiortschen (modemistischen) eigentlichen Ziele in der Slowakei bis in alle Ewigkeit .weltenweit entfernt bleiben müssen, solange die orthodoxen Gemeinden in einer festgefügten Organisation hinter ihren rabbinisehen Führern dastehen und solange die Sorge um den Bestand der Zentralkazlei von jedem einzelnen wirklieh orthodoxen Juden unseres Landes als ein heiliges Gebot der religiösen Selbsterhaltung betrachtet wird, wie sie mehr von unseren Vätern, den Grossen der. vorigen Generation, als ein solches empfunden wurde. Dem Zionismus ist die Treue zum überlieferten Judentum ein unfiberstrigbares Hindernis. Der radikalen Nationalisierung steht eine selbstbewusste Orthodoxie, die einen Trennungszionismus, nämlich die Trennung des Geistes von dem Körper der Nation, nicht anerkennt und niemals zulassen wird, in der Tat im Wege. Deshalb also der beispiellos wütende Hass gegen alles, was mit der Orthodoxie zusammenhängt. Deshalb der traurige Mut, mit kühler Berechnung bewusst Verleumdungen gegen die Sachwalter der orthodoxen Gemeindeorganisation an die Welt hinausschicken. Deshalb rücksichtslose Kampf gegen jeden Versuch, die orthodoxen Menschen vor der Vormundschaft nationalistisch-zionistischer Hetzer und Wühler zu bewahren und sie als prinzipientreue Juden in eine se 1 bständige in der Gesinnung und der Erkenntnis — und nicht im Instinkt und der L e i d e n s c h a f t — ihrer Mitglieder verankerten Organisation zusammenzufassen. Und eben deswegen auch die zur Manie entwickelte Gewahnhedt, die Führer des orthodoxen Judentums immer wieder in ihrer persölichen Ehre anzugreifen, sie d e m a g 0 g i s c h als Ausbeuter und Blutsauger des armen, von tausend Sorgen gequälten frommen Familienvaters Mnzustellen, statt wahrheitsgemäss den tatsächlichen unüberbrück baren prinzipiellen Gegensatz zwischen dem historischen, auf der Treue zu G-tt und seine heilige Thora basierenden orthodoxen Judentum und dem zionistischen, in der Nachahmung fremder Bestrebungen begründeten nationalistischenNeujudentum hervorzuheben und den grundsätzlichen Gegner ehrlich und sachlich zu bekämpfen. Wir lieben es nicht, mit dieser Abart von Press© auch nur zu polemisieren. Es erscheint uns auch überflüssig, ihre groben Lügen iedesmal festzunageln. Di© Jüdische Oeffentlichkeit sollte sich wahrlich mit wick-