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Jüdische Presse · 1924-04-11 · 15 (11.4.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
15 (11.4.1924)
Date
1924-04-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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SellelOä JÜDISCHE PRg88C Nr. 15 thor&tfeüeh Jutfettd ätad in 4e^ Ztii und Ihren NMeä iuiiÄi sutf die mtefa Üvi&m eine «ro$se Anzahl von Fragen enthalten,. die von bedeutendem Zuschnitt, ihre Witfnmg ausöben und zu welchen präzise Stellungnahme Unbedingt not־ wendig ist. Fünf Jahre Weltkrieg, fünf Jahre NaoHkriegszeit: haben auf die jüdische Jugend gewaltig einge• wirkt. Und abgesehen von der Feststellung (Oberrabb. Schapira auf der Kenessio Gedaulo), dass dem jüdischen Volk ein junges Geschleoht gänzlich verloren gegangen ist, hat die jüdische Jugend in den zehn letztverflossenen Jahren die aus der Kindheit empörgereifte Jugend geistig und körperlich, wngeheuer gelitten. Der Treuschwur der orthodoxen Jugend auf dem Kongress hat deshalb so gewaltig gewirkt, weil sich die Alten bewusst gewesen sind, wio schwer derselbe zu halten sei. ln einer so grossen Zeit des Wankens bedarf es ungeheurer Willenskraft, um sich selbst in der Reinheit * * der Ueberliefenmg zu erhalten. Es gehören dazu geistige und ethische Kräfte, die nicht aus der gegenwärtigen Zeit, sondern aus der Vergangenheit zu schöpfen sind. Es gehört dazu fast übermenschliehe stählerne Widerstandskraft, die einer Jugend nur allzu schwer zugemutet werden kann. Doch während des Erdbebens ist es nicht möglieh, Gleichgewicht zu bewahren. Wir erleben jetzt ein solches Erdbeben. Und daraus resultieren die schweren Probleme, die die gesetzestreue!jüdische Jugend zu lösen versuchen muss. Die orthodoxe Jugend muss modern werden. Modern, das heisst die.Zeit verstehen und der Zeit Rechnung tragen, soweit sie ins persönliche Leiben hineingreift. Nicht blind an den Zeiterscheinungen Vorbeigehen, sondern alles erforschen, erkennen und in den Komplex eigener Anschauung einordnen. Die Weltabgeschiedenheit der Jeschiwoh mit dem tollen Wirbel des Berufslebens in Einklang bringen. Dass dies mögÜich ist, möglich sein muss, Pfüdhit ist, zeigt die gewaltige Tat der Führer der Orthodoxie, die aus der bisherigen Abgeschiedenheit ihres Lebens deii Kampf um die Interessen und Rechte des orthodox3n Volksteiles, vor der ganzen Welt aufgenommen haben. Eine ganze Reihe von Fragen treten auf der Basis dieser Notwendigkeit in den Vordergrund.!Die Frage des Wissens, die Frage der politischen Er- Ziehung, die heutigen Aufgaben der orthodoxen Jugend für Palästina, ihre Vorbereitung für Erez Jisroel, die Frage des eigenen nationalen Lebens usw. Fs ist die Absicht dieser Zeilen, das Dasein der Probleme festzustellen.!Die Lösung muss die Jugend seihst mit Hilfe der ׳Führer und Lenker finden. Die Grössen unseres Volkes nahmen an allem Weltgeschehen lebhaften Anteil. Ihnen folgend, muss auch die orthodoxe Jugend sich bewusst wenden, dass unser Volk mitten hineingerissen wurde in den Wirbel der Zeit und dass seine Jugend wieder die Aktivität erringen muss. Das heutige Judentum verdankt seine Existenz dem gesetzestreuen Teil des Judentums. Die Treue zum Gesetz rettete das Volk. Das Erbe geht heute auf die thoratreue Jugend über. Sie müsse sich vorbereiten, das schwere Erbe zu übernehmen. @00 Vorn Tage @@@ Feststellungen. Dem Agudas Jisrod-Presseibureau wird aus Litauen friitgeteilt, dass die dortigen Kreise duroli die 7 atsacbe amangenehm •überrascht wurden, dass mit Ausnahme der orthodoxen Blätter, die jüdischen׳ Zeitunigen in Europa ■zum schändlichen Vorgehen Dr. Rosenbaums in der Angelegenheit der Befreiung der Jiesdiütwoh-Zöglinge vom Militärdienst, keine Stellung genommen haben. Der ,,Ohicagoer Courier“ bringt den in der ״Jüdiisahen Presse“ jüngst erschienenen Artikel über die Lage ider Juden in Russland, in welchem das Vergessen an d!ie russischen Juden dem Vergessen am Jerusalem gleichgestellt wurde. * Prof. Hermann Struck soll nach der ״Jüdischen Rundschau“ (!Berlin) in ein Kuratorium eines jüdischen Lehrerseminars für Ereiz Jisroel neben׳ Adiaad Haam gewählt worden sein. Man erwartet das persönliche Dementi Protf. Strucks. Willi* 11., HoliMiaili 48 (Ecke kleine SperlgMle) MÜM» Hamrfflrtfi&lMti «Mli Hui . ihren dliepfcn feinsten hoa Jtui mitgebrachten Stoffel^ BraUtaüS*t&th1ng6n Billigste Einkanfiouelle ln Leinen- und Damastwaren, Chiffonö, sowie in Taschen- und Tischtüchern etc. Leopold Lederer Ä.Vä gries), Telephon 65-871־ Die palästinensische Delegation der Agudas Jisroel beS König ׳Hussein bezifferte die Zahl der Anhänger der Agudas J'feroel!auf eine Mlillion. Dies ist falsch. So weit es uns bekannt ist, gilbt es mit Ausnahme der Misrachisten mindestens 4 Millionen thoratreue Juden. Wobei zu bemerken ist, dass in der Agudas Jisroel nur 1Mä nne r organisilert!werden können. Diplomatische Noten verfassen ist schwer. Sie zu lesen noch schwieriger. So ging ein erlösender Aufschrei durch die aüonistiische Presse, als das arabische Dementi über den Inhalt der!Unterredung mit König Hussein, bekamnt wunde.!Und doch •*,spricht die Note nur darüber, worüber während! der!feierlichen Zusam- «nenkunft mit der Delegation gesprochen wurde. Wenn die misraohistisohe ״Jüdische Wochenschrift“ •keine Verdächtigungen mehr weiss, druckt sie Leitartikel über die Notwendigkeit der »Vereinigung von Misracni und Agudas Jisroel, welche seit dem Bestände der Wochen- Schilift nur so besudelt wurde. Ist eine solche Vereinigung für die Wochenschrift ehrbar genug? nammen. Gleichzeitig: ׳wurden sämtliche religiösen trisÄtwttanfen Aadetet jConfessionen a14 die drohende Geiähr äufmetfksatn gemacht und zur Mitarbeit in dieser RiohtunA ehjgjeladen. Wie nun gemeldet wird, ist vom FrzäHschof. von Chanterbury namens der anglikanischen Kirdke die Antwort eingelangt, dass diese Angelegenheit einer genauen Prüfung und Be- *ratung unterzogen werden wird. Probleme der Aguda der Aguda-jugend. iVergangenien Sonntag!hielt Dr. Leo Deutschländcr im Lokal der Ze'irei Agu׳das Jisroel einen ■Vortrag über die Probleme der Aguda und ihrer Jugend. Der Redner führte folgendes aus: Das Bedeutungsvolle der Kenessio Gedauilio ׳war!nach der!Meinung aller, die spontane Vereinigung der vier verschiedenen Zweige der jüdischen Wel'torthodoxie, der cihasslidischen, der litauischen, der!tsdheahiisoheii und deutschen Landsmannschaften. Diese AuisstraMungien! jüdisch-orthodoxen Geistes betrachtete man mit Recht als Folge des!Galus, sie sind aber kein Fluch des Golus. ׳Denn in der geistigen׳ Auswirkung dieser LichtsitlraMeni hat die jüdische Welt eine ungeheure Bereidherung erfahren. Die Bedeutung der Kenessio Gedauilo bestand darin, der Sonne vergleichbar, die verschiedenen Liahtstraihleni!zu einer konzentrierten Lichtquelle zu sammeln. Nur in dieser Vereinügunig liegt die Gewähr, dass der jüdllscih-orthoidoxe Geist auf die )Welt eine Wirkung ausüben1 kiai^n.!Von Agudas Jisroel wird׳ also heute nicht verlangt, dlie durch das Golus geschaffene Eigenart aufzugeben, sondern die Bedeutung eines jeden Teiles für den anderen zu erkennen' und zu würdigen. Das Beispiel des!Sonnen- Spektrums kann den Gedanken erläutern:!Sollte ׳in (ihm eine Farbe fehlen, würde die ewige Harmonie gestört sein. Auf der Kenessio Gediaulo sind die Führer des orthodoxen Judentums aus allen Ländern zusammengekommen und haben ein Programm für gemeinsames Handeln bestimmt. Jetzt müssen die!Massen der einzelnen Länder sich finden und!ihre!Pflicht erfüllen. In erster Linie besteht »Die gesamte offizielle zionistische und poaieziortistisohe Presse misst dem Aufenthalte des GeTer Rebbe in Erez Jisroel gewaltige!Bedeutung für den neuen Jischuw zu. Die misraohlstiische Presse sagt, es war ein Ungiüok. Scheinbar für die Misrachisten. Vorlesung Uriel Birnbaum. Sonntag den 13. d.* halb 8 Uhr abends, findet die Vorlesung Uriel Birnbaums ״Aus eigenen Werken“ im grossen Saale des Ingenieur- und Architekten-Vereines statt. Kartell bei R. LöWlt, I., Rotenturmstrasse 22; Richard Lanyi, 1., Kärntnerstrasse 44; Kartenbureau Basar, I., Rotenturmtträsse 19. ©| NACHRICHTEN. |©| Otttemicb. Die Zentralratssitzung der Agudas Jisroel. Wien. ׳CA. J. P. B.) Wie uns seitens des Geschäftsführenden! Ausschuss anltlgeteilt wird, 'wurde beschossen; die Zenitnailratssifcztmg am 23. Jjar — 27. Mas — nach Warschau einzuberufen. Einige Tage früher will die Exekutive des Rabfoinüschen Rates die konstituierende Sitzung lln Wilna abhalteh. Vom Erziehungsrat für das thoratreue Schulwesen in Wien. Wien. (A. J. P. B.) Der Vorsitzende des׳ Waad Hachinuch, Oberrabb. J. Fürst, wandte sich an das Central Relef Committee in (New York mit einem ßegrüssungs- ׳telegramm anlässlich der Ankunft der grossen Rabbiner lln Amerika und *wies *auf die katastrophale Lage der Wiener Thoralehranst-alten hin, die infolge der Wirtschaft- ׳Hohen Stagnation in diese Situation geraten sind. Keren Hathora-Blätter. Wien. i(!A. J. P. B.) Anfangs!Nissan erscheint d׳as erste ׳Heft der!Blätter des Keren Hathora mit Beiträgen führender Persönlichkeiten der,*jüdischen Orthodoxie. Das künst-!epische ׳Titelblatt wurde von dem bekannten jüdischen Maller und Dichter Uriel Birnbaum entworfen. Die Kalenderreform. Wien. (A. J. P. B.) Wie bereits gemeldet wurde, hat die Agudas Jisroel beim Völkerbund Schritte betreffs der Kalenderreform und der dadurch entstehenden Bedrohung des!Sabbat beim Völkerbund untermxxxxtxxxxxxxxzxxxxxxxxsxttxxxtxxxxxx* C Kleins sie in der Arbeit auf!jenen! zwei Gebieten, die der Agudas Jisroel ihre Eigenart!geben, ln der Arbeit für diie •Thora durch den Keren ׳Hathora,!in der Arbeit für Ere!z Jisroel durch dien Keren iHafisohuw. Auf diesen zwei Gebieten!hört der Unterschied des Alters u'nd der Jugend!innerhalb ׳der Agudas Jisroel auf. Beide müssen ׳zusaimmenfinden und Zusammenwirken, wenn das Notwendige ׳geleistet werden soll. Nachdem Redner die eigenartige Struktur des Verhältnisses zwischen Alfer und Jugend an praktischen Beispielen aus der Erziehung in Osten und Westen beleuchtet hatte, schloss er ׳mit einem wirksamen Appell *zur An- Spannung!aller Kräfte auf dem Gebiete der AgudaarbeUt. Die auf hohem Niveau gehaltenen Ausführungen׳ leisten starken׳ Beifall ׳aus und wurdet! nach Eröffnung der Dis- Jeschiwo-Komitee des Vereines Tiferes Bachurim und der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe Aufruf an die jüdischen Eltern! Die Zeit der geistigen Erlösung ist wieder gekommen. Wieder ruft uns ein frohes Fest jene Tage in Erinnerung, an denen unsere Altvordern aus dem Sumpfe ägyptischer Knechtschaft emporstiegen su jenen geistigen Höhen, die die Vorbedingung zu dem Empfang unserer heiligen Lehren am Sinai bildeten. Von damals her datiert die wohlverstandene, wohlbewährte und durch Jahrtausende getreulich erfüllte Pflicht jüdischer Eltern, ihre Kinder, bevor sie ins Leben treten, wenn nicht ganz so doch wenigstens für die kurze Zeit von ein paar Jahren ausschliesslich dem Tborastudium zu widmen. Erst unserer traurigen Zeit blieb es Vorbehalten, dass Eltern, die den guten Willen und das nötige Verständnis hätten, aus Mangel an Mitteln und umgekehrt bemittelte Eitern aus Mangel au nötigem Verständnis ihre Kinder trotz der offenkundigen eminenten religiösen und sittlichen Gefahr in der Grossstadt heranwaehsen lassen. Wer weiss es nicht, dass diese Eltern später von ihren Kindein den bitteren Vorwurf hinnehmen werden müssen, ihre Pflichten verletzt und sie ohne Steuer und Rückhalt den Stürmen des Lebens preisgegeben zu haben. Ueber kurz oder lang wird und muss es offenbar werden, dass Juden, die nicht mit der nötigen Kenntnis unserer heiligen Lehre ausgestattet sind, immer nur halbe Juden bleiben werden und müssen. 1 Es ist von würdigster Seite genug oft und eindringlich die Pflicht in Erinnerung gerufen worden, und es bleibt uns nur die Aufforderung an alle jüdischen Eltern, dieser ihrer Pflicht durch Bei Steuerung der nötigen Mittel und Anmeldung ihrer Kinder für die Jeschivos zu entsprechen. Ueberlege doch jeder jüdische Vater und jede jüdische Mutter, welche Opfer sie zur Heilung eine8 körperlichen Gebrechens ihres Kindes bringen würden und ziehe daraus die Schlüsse für di« geistige Entwicklung ihrer Kinder. Anmeldungen zur unentgeltlichen Aufnahme in den Jeschivos Es fällt auf, dass!die zionistische Presse nach Absoftvlerunig. der von der obersten zionistischen Leitung angeordneten Presis'hetze keine anderen Argumente gegen die Polemik der orthodoxen Presse weiss, als die Fest- Stellung vom ״schlechten! Gewissen“. Mit anderen Worten: . , . Hallet den Diiebi Was würde sein, wenn Simson Rosenbaum Agudlst Und Prof. Jacob de Haan Zionist wäre? Palästina Medizinal-Weine *» של פסח Original ohne jedwede Mischung, ♦j nur wenn Siegel unverletzt ** TeL 49*686־ J. Klein, Wien 2. Bezirk, Schiffamtsgasse 17 Tel.49-6-86 ♦♦ ixxttxxxixxxxxxxxtxxxxxxtxxxxxxxxxxttk werden in der Aiturtas-Jisroel-Jugendgruppe, 2. Bezirk, Obere Donaust assn 69, von 7 bis 9 Uhr abends, täglich entgegengenommen, woselbst auch die Anmeldeformulare erhältlich sind und Ausknn'te bereitwilligst erteilt weiden Das gemeinsame Jeschiwo-Komitee: Verein Tiferes Bachttrhn Agttdee-J Israel־ Jugendgruppe Rudolf SCHIFF aus daueigewelltem Näturhäar, garantiert unsichtbar im Tragen, liefert kurzfristig Wien, 1. Bezirk, Kärntnersträsse 8 (nächst dem Stefaneplatz, am die Ecke)

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