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Jüdische Presse · 1924-04-11 · 15 (11.4.1924) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
15 (11.4.1924)
Date
1924-04-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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mniPMir nr™r JUUIuunk rL1M«ii9i ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration! Wien, II., Malzgasse 12a. — Telephon 49.054. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freiiag. — Redaktionsschluss: Für Artikel Sonntag, rür Nachrichten Montag. Abonnementspreiset Oanzjährig: Für Oesterreich, Deutschland, Polen öst. K 80.000, Tschechoslowakei Kt. 70, Schweiz Frcs. 10, Amerika 2 Dollar, Italien 26 Lire, England 7 Shilling, Rumänien 800 Lei, Jugoslawien 100 Dinar, Einzelnummer öst. K 2.000. Zahlungen für Oesterreich 1 PostaparkasaenamtWien, Konto Nr. 13.458; für Polen: Postsparkaasenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; für Ungarn: Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; fürTschecho-Slowakel: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; für Jugoslawien: Postsp.*Amt Agram,Ko. N. 40.217: f.Rumänien: Banca M&rmarosch Blanc 8t Co für Floren! 81 Co, Bukarest; für die Schweiz: Postacheckk. Luzern VII. 1470. Mr. 15 Wien-Bratislava, 11. April 1924 .ב*ה ויענה־פרעסםבורנ ר ניסן תינו״ד IO. Jahr(. An die Orthodoxie. Allmählich tagt’s. Es scheint wirklich einmal wieder von einem subalternen Herrn der zionistisehen Organisation das Signal ausgegeben worden zu sein, gegen die Aguda oder gegen die Orthodoxie eine rücksichtslose, verlogene Presskampagne loszulassen. Denn wenn bisher nur die misrachistisohen Organe in diesem löblichen Beginnen miteinander wetteiferten, so findet man jetzt auch in bisher anständigen zionistischen Organen diese Orgien des Hasses, diese nur all?u getreuen Kopien der Mensehen, von denen unsere alten Weisen sagen, sie handeln, wie Simri und verlangen Anerkennung wie Pinchas. Wir werden natürlich auf diese Entartungen nicht eingehen, eben weil wir es nicht nötig haben, weil wir wissen, dass unsere alten Weisen sagen, dass die Wahrheit Bestand hat.!Dagegen haben wir die journalistische Pflicht, unsere Freunde zu warnen, sich von diesen Enstellungen umgarnen zu lassen, denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Ausstreuungen in den gegnerischen Organen van ■umseren Freunden am ehesten geglaubt werden. Um dieser Gefahr zu begegnen, sind die folgenden Zeilen geschrieben. Auf zwei Gebieten entlädt sich jetzt der Zorn gegen uns; das eine betrifft die Wahlen in Karpathorusslanid, das andere den Besuch der palästinensisehen Aguda-Vertreter bei König Hussein. In bezug auf das letztere können wir nur feierlieh wiederholen, dass wir tatsächlich der zionistisehen Organisation die׳ Legitimation abspredhen, ifn Namen des jüdischen Volkes zu handeln. Der Beweis für die Behauptung ist nicht nur aus der Statistik zu bringen, sondern vielmehr aus den Belangen, welche das Wesen \des jüdischen Volkes bilden. Statistisch wäre nur festzustellen, dass es bis jetzt keiner Organisation gelungen ist, alle jüdisehen Menschen zu erfassen, oder auch nur dieser Majorität. Da aber die zionistische Organisation Prinzipien aufgestellt hat, welche nach unserer Auffassung der Anschauung der überwiegenden Mehrheit des jüdischen Volkes widersprechen, so ist es Pflicht aller, welche die unlösliche Verbindung des jüdischen Volkes mit seiner Religion anerkennen, ja Der Traum des Rabbi. (Fortsetzung.) ״Ach, meine liebe Esther,“ sagte der Oberrabbiner lächelnd, ״ich dachte wiederholt während der in die Länge sich ziehenden־ Audienz beim König, dass du wegen meines langen Ausbleibens besorgt sein wirst. Ich kenne ja dein Gemüt, das immer Stoff zu Bedenken und Befürchtungen findet, aber was sollte ich tun?“ ״Wahrhaftig, ich sah schon Gespenster am helllichten Tage! Aber warum kamst du nicht früher?“ meinte die Gattin, eine noch immer jugendlich schöne Frau, deren Blicke voll Liebe und Verehrung auf dem ehrwürdigen Antlitz ihres Gatten ruhten. ״In der Tat, ich hätte den König aufmerksam machen sollen, dass er sich kürzer fassen oder die Fortsetzung der Unterredung auf ein andermal verschieben möge, denn die Königin und Alleinbeherrscherin meines Hauses könnte schon ungeduldig werden. Das hätte der König gewiss begriffen und gewürdigt.“ ״Du spottest,“ sagte Esther, ״aber es ist mir ganz recht, dass du so heiter sprichst. Nicht wahr, Leah,“ sie wandte sich an die Tochter, die den Worten ihres Vaters mit Lächeln gefolgt war, ״auch du, die sich doch immer so stark und mutig zeigt, auch du fingst an, trüben Gedanken dich hinzugeben?“ noch mehr die Religion selbst als das einzig gemeinsame Wesensband der jüdischen Individuen bekennen, sich mit aller Energie dagegen zu sträuben, dass von dem Willen der jüdischen Gesamtheit ein nichtentsprechendes Bild gegeben wird. Es!wird hiebei bemerkt dass wir die Entrüstung der zionistischen Organisation überhaupt nicht verstehen, denn wir sind nach wie vor überzeugt, dass es keinem ehrliehen Führer der Zionisten '־einfällt, an verantwortlicher Stelle diese Differenz zu verschleiern, denn die Herren wissen ganz genau, dass!die rein völkische Einstellung in der Judenheit eine Unmöglichkeit und Geschichtsfälschung Ist. Anderseits wird es niemand bestreiten, dass für aiejenigen, die in diesem Irrtum befangen sind, das heisst also für den rein völkisch orientierten Teil der Judenheit, aber auch nur für diesen, dem Sinne nach die zionistische Organisation die Vertreterin ist; ebenso richtig ist es auch, dass Aguda für den nein religiös orientierten Teil der Judenheit zu sprechen und zu handeln berufen ist. Würde einmal diese Unterscheidung ün ihrer vollen Klarheit erkannt sein, und würde nioht immer wieder der Versuch gemacht werden, diese nun einmal vorhandene Tatsache und ihren Bestand und ihre Konsequenzen zu verschleiern, so wäre für den Frieden gesorgt. Wir unsererseits haben es an Versuchen zur Klärung •in dieser Hinsicht niemals fehlen lassen. Es ist wirklich schwer, sich von ,der (Höhe dieser Betrachtung in die Niederungen zu begeben, •in denen sich ein sonst vornehmes Blatt« wie es scheint, auf Parteikommanda; sett jün&sterZeftefr bewegt. Dasselbe Organ, ׳welches sich auf Seite 1 mit einem Aufwand deplacierte Entrüstunggegen die palästinensische Aguda wendet, welche sich, wie wir oben ausgeführt haben, aus klarer Erkenntnis unabweisbarer Pflicht an König Hussein gewandt hat, bringt auf Seite 2 ganz nüchtern die Mitteilung, dass die zionistische Wahlorganisation in Karpathorussland diejenigen Rabbiner, welche es für ihre Pflicht hielten, die Wahl eines zionistischen Kandidaten! •als religiös unstatthaft zu erklären, dem nichtjüidischen Strafrichter angeze'igt hat. Es genügt wohl, diese Kluft zwischen Seite 1 und Seite 2 darzustellen, um unseren Lesern zu zeigen, wie vorsichtig man Zeitung ״Ach, Mutter, vielleicht einen Moment drängten sich mir solche Gedanken auf. Aber ich verscheuchte sie sofort. Sagte ich dir nicht, ich finde es nur begreiflich, dass der König die Gelegenheit, mit einem Manne, wie der Vater, m *sprechen, mit Freuden benützt, um den Worten der Weisheit aus seinem Munde zu lauschen. Man erzählt, die Könige seien in dieser Beziehung durch ihre Höflinge •nicht alzusehr /verwöhnt! Die Weisheit der 1Höflinge soll• ja in der Schmeichelei bestehen.“ .,Leah, du bist jetzt eine Schmeichlerin miir gegenüber . . . wie wenn du in die Schule der Höflinge gegangen wärst, die du soeben ein wenig verhöhntest,“ meinte, zärtlich die schwarzen Locken des errötenden Mädchens streichelnd, der Vater. ״Aber ich glaube, es wäre Zeit, dass wir uns nicht mit schönen Worten gegenseitig abspeisen . . . Mich hat die Unterredung mit dem König ermüdet und — hungrig gemacht.“ ״Es ist gewiss längst alles ׳bereit,“ meinte die Gattin, ״verzeih’, dass ich erst daran erinnert werden musste.“ Zu Leah gewendet, fügte sie hiezu: ״Wirf einen Blick in die Küche, mein Kind, und sprich mit der Köchin ein Wort.“ Als Leah das Zimmer verlassen, sagte Esther rasch: lesen und schreiben muss. Man möge nicht verkennen, dass die Aguda zurzeit unter das konzentrische Feuer all derjenigen genommen wird, die sich •gegen eine reinreligiöse Orientierung sträuben. Die Grösse der Aufgabe erhöht den Mut, die Kraft und die Hoffnung. Das sei unsere Frühlingsbotsdiaft im Monat der Reife. Jugendprobleme. Als auf der letzten Kenessio Gedaulo ein Vertreter der Jugendorganisationen einen heiligen Schwur der Treue und des Gehorsams ablegte, fühlte jeder Teilnehmer des Kongresses die ׳Grösse und Bedeutung des Augenblickes. Der Flügelschlag des alten jüdischen Geistes rauschte durch den Saal, für einen Augenblick stiegen Vergangenheit und ehemalige Pracht aus dem Schattenreich der Geschichte und ׳Hessen die graue Not der jüdischen Gegenwart in klarer Kontrastwirkung erstrahlen. Jüdische Jugend schwur den Alten, den Leitern und Führern, Treue und Gehorsam! Die Versammlung hörte andächtig zu und dankte dem Sprecher der Jugend mit rauschendem Beifall. Die Stimmen der gegnerischen Parteien klangen nicht sonderlich freundlich, als sich die Grösse der Kenessio ׳Gedaulo nicht mehr verschweigen Kess. Sic mussten vieles aussetzen und taten es. •Doch waren diese bemängelten Tatsachen klein und nichtig, Nebensächlichkeiten, lieber die Jugend auf dem ׳Kongress waren ז sogar '1die ־grössten "Neider yott des Lobes, und manche verführerische Rattenfängerflöte wurde lookend geblasen. Treue und Gehorsam — das gelobte die gesetzestreue Jugend auf deT Kenessio Gedaulo. In diesen zwei Worten ist alles inbegriffen: Aufgabe und Ausführung, Programm, die Mittel und der Zweck. So schiene es überflüssig, von irgend •welchen konstruierten Problemen der orthodoxen Jugend, ihrer Erziehung und Ausbildung zu sprechen. Treu sein, das heisst, so werden, wie die Väter sind, gehorchen, das heisst, dem Willen der Führer die Tat nachfolgen zu lassen. Doch abgesehen von den Grundprinzipien der ״Ich bin heute wirklich ein wenig zerstreut . . . Aber nicht nur wegen deiner langen Audienz beim König. Etwas ganz anderes geht mir noch im Kopf herum.“ ,.Was beschäftigt dich so ernsthaft, mein Kind?“ fragte herzlich der Gatte. ״Sprich!“ ״Das geht nicht so rasch. Es handelt sich um ernste, wichtige Sachen.“ ״Du machst mich neugierig! Was bedrückt dich?“ ״Nein, nein, auch ich kann mich nicht so kurz fassen.“ ״Du willst also dem königlichen Beispiel folgen. Freilich, man könnte auch vermuten, dass •der König heute sich an •den Frauen ein Beispiel genommen, die gerade nicht durch ihre Wortkargheit berühmt sind.“ ״Nun, heute will ich allerdings um einie lange Audienz bei •dir ansuchen,“ sagte lächelnd die Gattin. ״Ich habe dringend mir dir zu sprechen. Leah ׳braucht nichts davon zu wissen. Sie hat die Absicht, gleich nach Tisch eine kranke Freundin zu besuchen. Und da komme ich zu dir in dein Studierzimmer.“ ״Die Audienz sei dir •gewährt,“ erwiderte mit lächelndem Ernst der Gatte. ״Aber jetzt gehen wir zu Tische!“ (Fortsetzung folgt.) '■ ig - *44 - PH arS$$1e mtttmtionalt KutumtrKttätte tir Ofhtliar Schm Perücken, Scheitel und Transformationen VF 11/111▼#■ ^FV■/■■■ €s«w-ta«tun / B1m«»te€iHM1mo«ne / duümmmtgwa«a»1. «wtatwtme«nat.thut , יי 1 יי ' . _.!' .... ' A.m*. •Um •«mUII.# (Dien 1. Eleftn seit utlr als •idefthftlb Jrtmbitt« de» oorufeatsto orthodox« Dame» «Iler Cdader PerflckfR. Spexialbt (« BfiftMcftritela. Diese werde« der midcDeftfrisar Nit wMIffeader Ciftsch«10 R»cb0cNackt. ZKirafncrrlng Br. 6 (gtatsftitr dem fiotel Srlstol), Ctl. »1*3*6* u■ W *mttiimn n ttMti». Mm Hl n>m»u OTHMAR *»« «u JMtwt ww »

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