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Jüdische Presse · 1924-03-28 · 13 (28.3.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
13 (28.3.1924)
Date
1924-03-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 90 JÜDISCHE PRESSE Nr. 18 Anschauung 4er Orthodoxie stinas und über 4*י Verhält Hätte *uft m mfoit auch das krtftte Qm d Palästina naeh bösteth über die Zukunft Paläm den Arabern vor. freuen Mätsen, deet OemelhsehÄft in!seh und Oewiecin dem AugeabUdk Unter dem Öesiefttimttätt Idealer Fdrderunden ReäufUtift trüg? Aber ttein, es muss gehöhnt, es thtt s< verkannt Wdtdenl? Wir überlasten das Urteil der Geschichte. Revolution und Religion. Die türkische Nationalversammlung in Angora hat uhter Führung und Einfluss der Kemalisten das Kälfat abgeschafft und den Erben dieser einst mächtigsten Institution, des ׳Landes verwiesen. So hat die grosse Vernichtungswelle der Revolution den Gipfelpunkt erreicht. Nach den Thronen und Jahrhundertealten Staaten werden die Ueberreste der alten Autoritäten, die staatlichen 1Religionen weggefegt. Die Abschaffung des Kalifats ist ein bedeutendes ׳und folgenschweres Ereignis. ׳Die ganze islamitische Welt wird darauf reagieren, die Folgen dieser Reafttion werden auch auf die allgemeine politische Situation den grössten Einfluss ausüben. Aus diesem Tagesereignis aber;erwächst noch ein!Problem, das weder ׳eflne rein fstemfitische oder allgemeimpolitische Angelegenheit ist, sondern die ganze Weit, ihre Kultur und Entwicklung betrifft und trifft; die ganze Welt, der man auf unblutige Weise die grössten, schmerzlichsten Wunden schlägt, indem der Kampf gegen die Religionen mit einer Niederlage derselben vorläufig beendet wird. Die Revolution ist an erster Linie eine zetstörfcfide Kraft. Mit grösserer oder geringerer Elementarität zerstört die Revolution das Altbestehende, Ueberlieferte, um Platz für das kommende Neue, Bessere zu schaffen. Dass sich die Revolution der Gegen- ׳wart gegen die Religionsgemeinschaften als die Feinde der Revolutionen richtet, 'läge also vielleicht in der Natur der Sache. Aber die gegenwärtige Revolution geht weiter. Und hier beginnt das Verbrechen des gegenwärtigen!Umsturzes.!Die heutige Revolution bekämpft nicht nur die Institutionen, sie bekämpft jedes einzelne Individuum, ׳bekämpft den freien Glauben eines jeden einzelnen Menschen, dass heisst sie richtet ihre feindlichen Absichten und Anstrengungen nicht nur gegen die Religion, sondern auch gegen den Glauben. 'fünf Jahre sind vergangen, seitdem die grosse Revolution nach dem grossen Weltkrieg ausgebroeben! Ist. ׳Ein Zeitraum von fünf Jahren genügt, um wenigstens geringe Früchte reifen zu lassen. Doch auch sulb specie aeternitatis gesehen, hat das Zerstö- :rungswerk der gegenwärtigen Revolution viel zu vieles vernichtet, als dass es die kommenden Jahrhunderte neu schaffet! könnten. «Der Geist dieser Re« volution aber war unrein von den ersten Augenblicken an und so hat er die Menschheit, die mach dem Krieg, wundenbedeckt, nach milder Heilung flehte, vergiftet. Gesetze wurden vernichtet und keine neuen geschaffen, Schranken herausgerissen und viel ärgere gesetzt. Jede Revolution setzte dem alten Lebensinhalt einen neuen Geist, einet! neuen Inhalt entgegen. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, Konstitution und pensönliche Freiheit, waren die Güter, um die die früheren Revolutionen gestritten ׳haben. Die Revolution unserer Gegenwart hatte das Alte vernichtet lind besass nicht die!Lebenskraft, Neues, Besseres zu schaffen. So riss eitle fürchterliche Macht alle Herrerfassten ihn, der ebenso feig als grausam war und schon beim Anblick der Folterwerkzeuge alle Schrecken des Todes erlitt. Sich auf die Knie werfend, schrie er wie wahnsinnig: ,,Ich will alles bekennen, was man von mir verlangt!“ Und er zögerte auch nicht, sein m Protokoll gebrachtes!Bekenntnis zu unterschreiben . . . Der König war, hinter einem Vorhang verborgen, Zeuge des ganzen Vorganges gewesen. Er hatte seinen Zweck erreicht.“ ״Erzählet weiter, Rabbi, was geschah nachher mit dem Manne?“ fragte der König, als der Oberrabbiner in seiner ׳Erzählung innehielt. ״Majestät, nur so weit reicht medn Bericht; wollte ich mehr sagen, ich müsste es erfinden. Mein Bericht stammt aus dem Testament meines Urgrossvaters, dem Sohn des Arztes, des Märtyrers . . . In diesem Testament, das wie ein Heiligtum in meiner Familie geschätzt wird, ist nur verzeichnet, dass der König dies selbst meinem Urgrossvater mitgeteilt hätte. Hieran wird nur die Bemerkung geknüpft, dass der König sich nach diesem!Ereignis offenbar mit dem Gedanken getragen habe, die Tortur in seinem Land aufzuiheben, dass aber ein plötzlicher, unter sehr geheimnisvollen Umständen erfolgter Tod den edlen, hochsinnigen Fürsten weggerafft hätte.“ (Fortsetzung folgt.) Zur MlltlalirSMiSOIt empfiehlt die Firm» Weldler * Fürst Wie«, 11., Holl«*»«***••• 11 XBek, KWm eHÜgUM!) ifUfgM* lirrnnälfiiHAli lUMk Ümi m temtyStoitmSSrmM mSmm** Stoff* .... ca«.. ■■ TÜS.17 «ütfiiiVi־־■ »»UV- ■aatSi» g» »Mit an steh — das QtU. ßit tMttrrftttte« tWvt*■ Mittel versuefit 4er MeftÄltG-4t m H*««h fit heissen und will döfi 4ä$ Geld Nhsättöh. Das bolschewistische Russland geht in diesem htörderischeh Kampfe zwböheh der gläubigen Menschheit und der geldgierigen Welt voran. Dort begann der Weltkrieg gegen die Religion und den Glauben, der nun über die vollkommene Ausschaltung der päpstlichen Macht bis zur Abschaffung des Kalifates geführt hat. Wer nicht lebensfremd seinen starren Gedanken nachrennt und wer den Menschen und die menschliche Natur kennt, weiss, dass dies nur Pyrrhussiege sein können, die jedoch ihrem Umfange nach der ganzen Welt grosses Unglück bringen können und bringen. Hat der ganze Westen aber stillschweigend oder nur auf dem Papiere protestierend, diesen Sieg der Revolution hingenommen, so wird der Osten, der Religionen gebärende Osten, über die Abschaffung des Kalifates nicht ohneweiters zur Tagesordnung übergehen. Der gewesene Premierminister L'loyd George sagt in einem seiner letzten Aufsätze über die zukünftige Entwicklung dieses Problems folgendes: ,^Asiien allein hat die Ruhe und die stille Einsamkeit für die grosse und dauernde religiöse Begeisterung, die ganze Nationen ergreift. Die Nachfolger Mahomets haben das Schwert als propagandistische Waffe ruhen lassen. Wenn das Kalifat seinen Charakter ändert, können sie wohl dazu ««gefeuert werden, andere Waffen zu versuchen. Wenn sie!das tun, wird ein Konflikt der Religionen entstehen, der die Welt in Aufruhr bringt. Das ist besser für die Menschheit dis das Klirren der Schwerter. Autorität bröckelt überall ab, es ist jetzt an dem Glauben, wieder seine Macht auszutiben. Wenn es bald kommt, wird alles gut werden. Zögert es lange, so wird einstweilen Anarchie ausbreche n. Der Wind bläst, wohin es ihm gefällt, und du hörest seinen Laut, aber kannst nicht sagen, woher er kommt und wohin er geht“ Der Windhauch, der das Zeitalter des Glaubens wieder ins Leben ruft kann vom Osten kommen, aber wenn er kommt,!wird er ׳sicher die vergiftete Atmosphäre des Westens aufwühlen.“ Diesen Worten des grossen Staatsmannes ist nur folgendes noch hinzuzufügen: Wir Juden sind an diesen Ereignissen besonders statik interessiert. Palästina liegt Im Zentrum der sich nun abspleletiden grossen Ereignisse in Asien. So werden wir ganz sicher in den Strudel der kommenden Ereignisse im Osten hirielngerisisen werden. Bis nun aber ist die jüdische Positioh nicht derart beschaffen, dass wir uns die primitivsteh Rechte wahren können. Der Kampf der Revolution gegen die Religion hat ln unserem Volke verheerende Wirkungen ausgeübt. Dort, wo die Revolution siegte, verfiel alles Jüdische. Die jüdische Sitte, der Hort des jüdischen Lebens, die jüdische Familie und auch der jüdische Geist. Lloyd George sieht das Kommen der grossen Anarchie. Wenn wir Juden uns nicht rechtzeitig unsere testen Stellungen ausbauen, werden wir die Sintflut schwerlich überdauern können! Brautausstattungen Billigste EinkaufsqueUe in Leinen- und Daiaastwaren, Chiffon«, sowie in Tuchen- und Tischtüchern etc. Leopold Lederer •tlege 5 (nächst Salzgries), Telephon 66-371־ :: Kleins ** » « Palästina Medizinal-Weine : H של פסח m Original ohne jedwede Mischung, £ nur wenn Siegef unverletzt Tel. 49 6-36 J. Klein, Wien 2. Bezirk, Schiffamtegasse 17 Tel. 49-6-31 Perücken 8. Der jüdische Minister. Dtt JhJdMMtn •Mht *«ft tMP׳*» der S*jteföttdt«lt«tt de« äUutMtjfen «WaM tn «Mm fortwährend«(* KtWpfc «gm V«tft*t1ttttattetitete von eh StiMti. IXH־ grtt| hat tt dWMH Lande W«ft», MenMjlMfn and |(Mi«tu«8Hen «triMtet. die uhtwettbar «Md. 01« Nuahkrtttmett Wütet mit hestetem« (ntMlitltt Htm UHU Mdistel*. TtWtz aitetn «litte «t in UttMMl dm HWi d» jitewhtn EinWtmiiSfsdten soweit 2ü verteidigen, so dass die Lage der litauischen Judenheit bis vor einiger Zeit eihe leidliche gewesen Ist. Die •wettere Entwicklung der Verhältnisse brachte diesbezüglich einen Umschwung mit sich, der für die litauische Judenheit ungünstig ist. In den letzten Monaten entbrannte wieder ein Kampf um zwei wichtigste jüdische Institutionen, der leider mit einer Niederlage für das litauische Judentum beendet wurde. Diese Tatsache wär an und für sich betrüblieh genug, aber sie ist noch ausserdem beschämend und entwürdigend. Vor einigen Monaten kam das Sonntagsruh ege setz auf die Tagesordnung der litauischen Sejm. Es war sofort klar, dass die Annahme dieses Gesetzes ohne Rücksicht auf die strenggläubige Judenschaft, den Keim eines grossen Unglücks für die jüdische Bevölkerung enthält. Wenn die Juden durch die Annahme dieses Gesetzes ohne jedwede Müderung, gezwungen wären an zwei Tagen in der Woche zu feiern, würciw das einen vollkommenen Ruin für die ohnehin verarmte Bevölkerung bedeuten. Nun gibt es in Litauen einen sogenannten Jüdisehen Nationalrat und gab es noch vor kurzer Zeit ein jüdisches Ministerium mit einem jüdischen Minister an der Spitze. Der Nationalrat hat gar keinen Einfluss und keine Bedeutung im öffentlichen jüdisehen Leben. Aus Parteiinteressen entstanden, von den Nationalisten geschaffen und geführt, ist derselbe nach den letzten Wahlen, an denen sich die orthodoxe jüdische Bevölkerung nicht beteiligte, zu einem Schatten einer überflüssigen Körperschaft gesunken. Das jüdische Ministerium, dem von der Regierung in den letzten Wochen der Garaus gemacht wurde, indem man das Budget bis auf eine lächerliche geringe Summe zusammengestrichen hatte, existiert noch, wenn auch der jüdische Minister Dr. R o s e n b a u m, der bereits demissionierte, nur provisorisch die ״Geschäfte“ desselben leitet. Als das Sonntagsruhegesetz in der ersten Lesung des Sejm angenommen wurde, hat diese Tatsacbe die grösste Entfüstung und ■die schlimmsten ׳Hoffnungen bei der jüdischen Bevölkerung hervorgerufen. Aber es bestand noch eine geringe Möglichkelt, dass der Gesetzentwurf in der •zweiten Lesung wenigstens gemildert zur Annahme gelangen werde. Die Vertretung des strenggläubigen Judentums tat was hi ihrer Macht lag. Das jüdische Ministerium, besondesr aber der itidisehnationale Minister Doktor Rosenbaum hielt die ganze Angelegenheit für ziemlldh unwichtig, ja er ignorierte sie fast. Die Frage, warum Minister Rosenbaum sich zu dieser 80 wichtilgen Angelegenheit so verhält, kann jedoch erst »u Schluss dieses Artikels beantwortet Werden. Als die zweite Lesung des Sonntagsruhegesetzes herannahte, weilte Minister Rosenbaum im Ausland. In ״dringenden“ Angelegenheiten. Ein grausamgrotesker Zufall wollte es, dass eine einzige Stimme gefehlt hat, um ein namenloses Unglück für die Judenheit zu verhüten. Minister Rosenbaum ,;weilte“ zur Zeit in ״dringenden“ Angelegenheiten im Ausland. Wie bekannt ist, wurde die Erledigung des Gesetzentwurfes mit Hilfe der Stimme eines christlichen Abgeordneten aufgeschoben. Das zweite Mal handelte es sich um die Befreiung der Zöglinge der theologischen Anstalten vom Militärdienst. Da der Gesetzentwurf nur die Schüler katholischer Anstalten be zeichnete, drohte die Gefahr, dass die Jeschibo- Zöglinge, die sogar während der Zarenherrschaft das Privileg eines Aufschubs genossen haben, nunmehr während ihrer Studienzeit den Militärdienst absolvieren müssen. Es begann wieder, wie bei d׳em Sonntagsruhegesetz, der Kampf um die Wahrung der bisher bestehenden Rechte der Juden. Die verschiedenartigen Interventionen hatten Erfolg. Die Abgeordneten deT Rechten versprachen;ihre Hilfe, ebenso versprach Minister Galwanow&ki seine Unter- Stützung. Als jedoch diese Angelegenheit dem jüdischen Ministerium, als in sein Ressort gehörend zugeteilt wurde, erklärte der jüdische Minister Dn Rosenbaum, der Lehrplan der Jeschiwoth sei ohne Programm und System, der Unterricht unmodern und überflüssig, so dass die Jeschiwoth- (M aus dauergewelltern Naturhaar, garantiert unsichtbar im Tragen, liefert kurzfristig Rudolf SCHIFF Wien, 1. Bezirk, Kärntnerstrasse 8 (nächst dem Stef*n«p1»t*, um die ficke) 878430

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