Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 11 (14.3.1924)
- Date
- 1924-03-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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wwayew• זי«?1.y ׳ ’-11nbv»!!״«, Mjwyyjww Seite,78 JÜDISCHE PRESSE Nr. \l 117. Immer beschäftige sich ein (Mensch mit der 1Tfoora!und' dien) Pfüchtgebaten, .bevor ׳er stürbt. ׳(Scbabb. 30 ä.) 116. Immer sed ein Mensch auf!diie Busse bedacht. (Falle. Schim.) © NACHRICHTEN. © Octterrtieb. Aron Sew Abrahamsohn s. A. Montag verschied im Rothsobildisipiiitall der!berühmte Oberkamtor!von Vel'ke iTapalcane. Dienstag abends versammelten sich seine!Verwandten und zahlreiche ׳Wiener Freunde um den!grossen Chaisen vor seiiner UeberfühTung nach VeJ!k׳e־!Tapolcane die leitete Ehre zu erweisen. Rabb. H. ßchenlk und Rabb. 1A. Weiss haben in ergreifende Hespedlm seine Frömmigkeit, seine!Liebe zur Thora!ge- ״würdiigt. .תגצב״ה Die Rückkehr der Gerer Rebben. Wien. (1A. J. P. B.) Der Gerer Rebbe sowie die Rebbeim!von iSokolow und ßemdizin sind Donnerstag den 30. Ada׳r 1. aus E׳rez Jisroel ׳in!Wien angelangt. Am Bahnihiof fand ein imposanter Einfang statt. Dem Aufenthalt d׳es Gerer Rebben und •seiner Reisegesellschaft wird!von allen Parteien die grösste Bedeutung zugemessen. Es wird von dien iZeÜ'tungen aller Parteien konstatiert, dass keine «Dele- Kation aus dem Auslande eine ähnliche Be geistern ngs- und lArbeitsweflle!im Lande ausgelöst habe, als die;Delegation unter Führung!des Gerer Rebben,. An Praktischem wurde folgendes geleistet, respektive angebahnt: Es wurden mehrere!tausend Dunam Boden׳ angekauft. Allein!der StriJkower Rebbe kaufte für seine Chassidim <1500 Dunam Boden. Die Reisegesellschaft konstituierte sich als eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital ׳von!10.000!Pfund unter dem Namen ״Matwej“, die in Tc'l-Awlw eine grosse!Weberei errichten wird. Auf dem Platze, ׳den der Gerer Rebbe während seines Aufenthaltes vor drei Jahren für Bliinfian Hoorez gekauft hat, wird z!u Beginn des Frühlings mfit dem Bau von Oeschäfts'halllen ׳begonnen׳ werden. Weiters ׳wird eine Bierbrauerei in Cliaifa und eine Zigarettenfabrik in Tiberias «errichtet werde». Für die religionsverfolgten Flüchtlinge aus Russland. Wien. (A. J. P. SB.)!Wie ׳seinerzeit .berichtet wurde, begaben sich Rabbiner Kalmaaiowlitsch-Rakow!und Rabbiner Kassow׳s1ki־Augustow'0 im Anträge ׳der Zentralleitung der polnisch-litauischen Jesdhiiwos nach Paris, um für die aus religiösen Gründen verfolgten Flüchtlinge aus Russland zu Intervenieren. Es wurden Verhandlungen mit dem Vorsitzenden der Alliance Israelite!Universelle, Prof. iSiliväin Lvy, diem Baron E!dmond Rothschild, Grandrabbi Israel Leivy, der. Ica der Exekutive der Welthilfskonferen®, dem Vorstände des Verbandes russischer Emiigramte Prof. Chaw- Irin, Advokat H. B. Sllossberg und Hlillel Zlatopolski ge-!pflegt. AM« diese Persönlichkeiten gaben im Namen Ihrer Insitfituitlionen das Versprechen ab, die Hilfsakton mit allen!Mitteln moralisch und materiell zu unterstützen). In Wien׳ hat in derselben Angelegenheit!eine Konferenz der Vortreifcer der Allane!,!der Wiener Kultusgemeinde, der Bmel- Briit1 und «des Keren Hatauroh der Agudas Jisroel statt. In der jede der genannten! Organisationen je 300 Dollar für die Flüchtlinge gespendet ihat und •weiters Subventionen Sn Aussicht stellten. Haderech erschienen! Wien. Das Organ der Zentrale der Agudas Jisroel in hebräischer!Sprache!, ״diaderech“, ist nach längerer Unterbreohung in 1Vielfach verbesserter Form erschienen. Das neue Blatt, das unter der redaktionellen! Leitung Rabbiner 0otmen• mtb WtmWtmt׳ ®)»esialUHteti L. FierteU Nachfolger M. Leib, Wien, 6. Bezirk, M&riahllferstrasse 89 שכת geschlossen Feste Preise auf jedem Stück ersichtlich, .״. Leser dieses «Blattes erhalten drei Prozent Vergütung IHorowitz steht, macht, was Inhalt und äussere Form ananbelangt, den!besten Eindruck. ׳Wir wenden in unserer nächsten Nummer auf das Blatt ausführlicher zurückkommen. Wiener-Neustadt. Am ersten Tag ר״ח ואדר fand hier unter grosser Beteiligung ein ם על מ׳ פסחים VD statt. ׳Die Agudazenifcrale :in Wien war ׳durch!ihren Präsidenten Herrn W. Pappemheim vertreten!. Die Säle des Restaurant QerstÜ, wo 1da׳s Festessen, stattfand, waren dicht gefüllt und wurden von Herrn Moses Rosenberger die auswärtigen Gäste von Wien׳, Neuhklrohen!in kurzen, kräftigen׳ Worten begrüsst. Hierauf ergriff ׳Herr Aron Weiss das!Wort1, um im Namen des Kultusvorstandes!die Herren zu begrüssen und zu betonen, dass die hiesige Kultusgemeinde ת״חק Pflege der ein stetes Interesse zeigen wird. Lebhaft begirüsst wurde die Rede!des Agudaipräsidemteni, Herrn 1W. Paippeniheim, •und machten seine!Worte einen1 mächtigen Eindruck auf alle Anwesenden. Mit einem usuellen חדרן עלך von Herrn Rabbiner David Friedmann vorgetragen, endete diese erhebende Feier mit שירות ותשבחות. Deutschland. 70. Geburtstag Rabbiner Dr. Ehrentreus, München. Diese Woche begeht in voller Rüstigkeit Rabbiner Dr. Ehre ntr.eu seinen siebzigsten Geburtstag. Weit über die Grenzen ׳seiner Gemeinde und Deutschlands ist Rabbiner Dr. Ehrenitr«eu als eine Autorität dier jüdisehen׳ Wissenschaft, als lauterster Charakter und! ׳gütiigisiter Freund aller Hilfsbedürftigen bekannt und geschätzt. So vereinigen׳ sich heute ׳die Wünsche des ganzen gesetzestreuen Judentums der Welt um die Person des allverehnten Jubilars!in :inbrünstiger Bitte um sein langes, »glückliches Wohlergehen. Klein’s Palestina-Medizinal-Weine של פסח Original. Ohne jedwede Mischung. Nur , mit unverletztem Siegel. Aus der ersten von der ungarischen Orthodoxie vor 50 Jahren gegründeten Erez Isroel-Kolonie Petach-Tikwa. I. KLEIN Wien, II., Schiffamtsgasse 17 Rabbiner Dr. Ehre nitreu wurde am 10. Adar 11654 in Alrtofen bei Budapest geboren. Schon als Kind wurde der junge Ehrenttmi für *die rabbfnisohe Laufbahn bestimmt. Bis zu seiner iBanrilzwaih lernte er in seiner Vaterstadt beim nachmaligem Präger und Hamburger Oberrabbiner Mordecha'i Hirsch s. A., der dem Schüler eine glänzende Laufbahn voraussagte. Mit 13 Jahren kam Ehrenitreu auf die berühmte Jeschliwok In Naigy ׳ ־Surany,, wo er das Leben des ungarischen! Bocburs Sn ׳seiner Bitterkeit, aber auch ln seiiner!Schönheit! kenmenllernte. Rabbi Feiwel Plaut der Rosch-Jeschiwo in •Surany ,hielt grosse!Stücke auf ׳seinen ׳Schüler, der!durch) ■ein stupemdes Gedächtnis noch 'heute lin jenen Kreisen berühmt »ist. Nach ׳drei Jahren zog der junge Ehrenitreu, *der schon den Ruf eines der besten iBachurim Ungarns genoss, nach Pressburg, wo der Sohn ׳und Enkel dies;grossen׳ Ghasam Soffer, nämlich der K'saw Soffer und Schebet ׳Soffer, seine!Lehrer gewesen sind. Letzterer sa'h!in Ehrentreu seinen besten Schüler. Dreiiundzwanzigjährtg verliess Ehrentreu Pressbürg, um!in Deutschland eine Anstellung zu findlen. In Mainz begann sich Ehrentreu mit ׳profanen׳ Wissenschaften zu beschäfbigen, deren Beherrschung Ihm den Besuch der Universität Heidelberg und schliesslich die Promotion dortselbst ermöglichte». Der junge Gelehrte beginnt seine weitverzweigte 'Wissenschaftliche Betätigung, deren Anfänge m)i׳t dem ,,Israelit“ eng verknüpft sind. Nach seiner Verheiratung mit der Tochter seines verehrten Lehrers, Oberrabbiner Hirsch, Prag!, folgt der junge, •aber bereits sich des grössten Ansehens erfreuende Gelehrte einem Antrag nach! München. Im Dezember des Jahres!1885 war Dr. Ehre ntreu •als Prediger!des sogenannten ,,Frommen-Vereines“ :nach München berufen wodreril. Aus dem Pr1iva׳tm!in)ian wuchs mit!den ׳Jahren1 eine Sondergemeünde ,Ohel Jakob“. Ihrem Rabbiner wurden die!religiösen Institutionen der Kultusgemeinde unterstellt. Neben der Amtstätigkeit, die vor allem ׳innere persönlichste Arbeit mit seiner Oe- ׳meinde :war (Schiurim für 'Schüler, ׳Studenten, iBaaflebattfin, wöchentliche ׳SidrohibespreChungeni, berühmte halachische Vorträge und Erteilung des Din;Tauroh!in unzähligen Streitsachen, die sonst bei öffentlichen Gerichten :hätten ausgetragen werden müssen). Neben dieser ׳echten Ahronstätigkeit dieises währen Nachfolgers und Schülers Ahrons wächst die Gelehrtenarbeit Rabbiner Ehremtreus. •Bei- ׳träge zu verschiedenen ׳wissenschaftliche» Zeitschriften, Jubiläumsgaben, Mitarbeit «an dem ,,Jahrbuch der Jüdisch- Literarischen Gesellschaft׳ “׳(:Sprachliches und Sachliches aus dem Talmud1),, geschichtliche Vorträge in Wissenschaftliehen Vereinen, Gutachten,!Herausgabe des letzten Bandes der »jDükduke iSofnim“ nach dem Tod von Rabbinovitz, dessen Freund er war.!In den letzten Jahren erhielt Rabbiner Ehrentreu zweimal dringenden Ruf an die Leitung des!Berliner Rabbinerseirtinars a׳n die Stelle des verewigten׳ Dr. Hoff-!mann׳. Der fast Siebzigjährige,!dem kurz vorher die zweite Gattin viel izu früh entrissen wurde, hat aus gesundheitliehen Rücksichten dem zweimaligen )Ruf nicht Folge geleistet.!Sein Wahl in ■den ,Rabbini sehen Rat der Agudas Jisroel“ bedeutet die Anerkennung seiner Persönlichkeit über den Rahmen Deutschlands hinaus. Zum 70: Geburtstag wird •Herrn Rabbiner Ehrentreu von einem Krelis von Verehrern eine Spende überreicht werden, die zur Drucklegung seiner Arbeiten, vor •allem auch' dar IDrosChes Verwendung finde» soll. Eine Broschüre׳ von Herrn Dr. Ernst Ehrentreu, Pressbürg!, ׳über ,,Massarahbemerkunge»!in der Rabbinischen Literatur“ wird in diese» Tagen! erscheinen, die eine ׳Wkltnung an den Jubilar enthält. neuem Glanze und zu hellem Sehen öffneten׳. Er sah G-ttes Herrllichkeit auch in •dien Glaubensbrüdern offenbar, *die in der weiten Welt zerstreut sind, doch in!der Heimat thres Menschentums ,wurzeln. Zärtlich und liebevoll dtrückte er zum Abschied dem ,neugewonnenen Freunde׳ die Hand. Sie haben ׳mir nicht nur!das Augenlicht wiedergegebe», sondern mir auch die Augen geöffnet, den Blick erweitert. Ich sehe jetzt mehr und vieles klarer als ich In meiner Heimat je zu sehen erhoffte. Ich preise die Wunder der Allmacht, die als erste Tat Licht schuf in die finstere Welt und dieses Lichtwunder erlebt jeder aufs neue, der nur sehen will und sehen kann ... O. N. Jüdische Zeitglossen. Man verliert nur dann zu ,viel Worte, wenn!man das richtige nicht findet. * (Die Juden sind das Volk der Zerstreuung und suchen noch immer Zerstreuung. Geistige Arbeiter ׳nennen sich die, die kein Hand• werk erlernt haben. * Der Beste kann nicht in Frieden bettle», wenn’« dem bösen Nachbar nicht gefällt. Man spricht von verschämter Armut, warum nicht von unverschämtem Reichtum? ׳• VüHkeriamiilie. Diese Wortprägung scheint ׳auf die dauernden Streitigkeiten zurückzuführen zu sein. * Die meisten1 Armutszeugnisse stellen sich die Reichen aus. Das Voriesethema Ist oft das Nadhleseprodukst. Bei Vielen geht auch die Liebe zu unserer Religion durch den Mjagem. * Es gibt ®ס viele!Schriftsteller,!weil ntahts dazu gebönt wie eine gute Feder. FamÜ'ienistofl'z entwickelt sich •bei dem am üppigstem, wo die Leistungen der Familie grösser sind als die eigenen. * Zu manchem Hirten!gehört eine Lammsgeduld. * Manche Geldbeirat bleibt eine Scheinehe. * Niemand verrät seihe Abstammung deutscher‘ wie der, der sie verleugnet. Unsere Gelehrten ׳wissen zu wenAg von der Welt, die Welt zu wenig von unseren Gelehrten!. Der zweite G-ttesdiemst dürfte nie zum Sekunda- G-ttesdienst therabsfnkem. * Den!wohltätigen Einfluss der Frau merkt man jetzt mehr im Verein *wie daheim. '* Die einzige Wehrmacht Ist unsere Lehrmacht. Die Juden marschieren ׳getrennt und werden verefnt geschlagen. Die RabbinerwalhA führt oft zu!m Konkurs der Gemeinde. *• Es gibt auch überwürdete Vorsteher. 4 N. Bericht Uber die Landeskonferenz in Halberstadt. Berlin. Die hiesige Ortsgruppe der Agudas Jisroel!hielt am!25. v. M. eine öffentliche, von mehreren hundert Personen besuchte Versammlung ab, in der Dr. Melier Hliildelsheliimer über d!Pe Hailberstädter Delegiertenfcagung Bericht erstattete. Einleitend!wies Referent ׳nach, wie sich in den letzten Jahren, besonders mach der Kenesslo Gediaulo, der Schwerpunkt der Agudas, der ursprünglich zweifellos!in Deutschland gelegen hat), so stark mach dem Osten verschoben hat, dass zwar ein!grosser Teil der geistigen Führer mach wie vor1 ihren Sitz!in Deutschiland haben und diese maturgemäss von dem Anschammgskreis der deutschen Orthodoxie beeinflusst werdet dass aber letztere, wenn sie einen Zusammenschluss der Welt- Orthodoxie «aufrichtig wünsche, ihre Vorstellungen und Methoden zugunsten der vornehmlich ׳im Osten Wirksarnen umgestalten müsse. Diese grundlegende Umstellung der Gesamtagudla hat, wie ׳aus den an» ..^u Tage erstatteten Generalberichten hervorgingi, die ganze Aaieit seit der Kenessio beeinflusst und sie muss auch die deutsche 4*t!t!l8t8tM!l!t!t!Wtf?f8t8l8t8W8l8l8t8>88?t8t8Wt8t8t8l8f88?Mt8l8<l Bftbioh« Vorzimmer, ■ohöne Küohen (praktische Pa ent-Ab Waschtische), gediegen• Soblafztmmer, reizende M&dohenzlmmer usW., einzelne Küchengeräte aller Art MMsptziaHM ״KÜCHENFEE“ KARL KLIMBBROER * Oe. Wien, XX Bes., Engelaplati Nr. 6 Nur eigene Erzeugnisse, garantiert sol«de Bauart. Höchste Auszeichnung (Goldene Medaille 1913). Filiale a: : I., Splegelgasse 15 Vlll . Josefstädterstr. 30 lll-i La1״l«tr Hauotstr. 65 XVIII., Wfthringerstraste 115 fc, IV., Margaretenstrasse 2 XXI., Hauptstraaae 28 VI., Stanpergaase öl XXI, Kagran,Wagraeerstr.118