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Jüdische Presse · 1924-02-28 · 9 (28.2.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
9 (28.2.1924)
Date
1924-02-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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fcraer brtensiveri Erez Jisroel-Arbeit im Geiste der Agudas. Jferael, Herr J. M. Weisz hob dann die grossen Lei- Stangen' der Agudas Jisroel für die Ukrainer ,Waisen während der russischen Hungersnot vor zwei Jahren und neuerlich gegenüber dem Elend der deutschen Juden hervor. Aul Antrag des Vorsitzenden, Herrn Ludwig Freund, beschloss hierauf die Generalversammlung, den Keren Hatorah und Keren Hazischuv zu organisieren, eine Sammlang für Kofer Nefesch zu veranstalten und eine Hilfsaktion zur Linderung י des Elends der deutschen Juden einzwieiten. * Herr David Kolm meldet, dass Herr Isak Sternber.g Lei 10.000 für die au gründende Bnei Brak-Kolonie gespendet hat, ferner steht ihm eine Spende van Lei 15.000 zur Verfügung, von weicher Summe Lei 5000 für Keren Batorali, Lei 5000 für Keren Hazischuv und Lei 5000 für die deutsche Hilfsaktion verwendet werden. Es haben noch im Laufe der Versammlung David K 0 h n Lei 5000, M 0 r U 11 m a « n Lei 5000 und A r ■m i n Silbers tein jun. Lei 5000 für die Bnei Brak-Kolonie gespendet. Isak Reich spendete Lei 1500 für Keren Hatorah, Keren Hazischuv und deutsche Hilfsaktion. Auch sind seitens der Anwesenden namhafte Jahresbeträge gezeichnet worden, um die Rekonstruierung und den Bestand der Agudas Jisroel-Orgauksation in Transsylvanien er- .möglichen zu können. L-n. Jugendjcnippe der Agudas Jisroel in Grosswardein. Am 10. d. M. hat die rekonstruierende Generalver- Sammlung der Zeire Agudas Jisroel unter grosser Beteiligute; der Jugend und im Beisein der führenden Mitglieder der Aguda Jisroel-Ortsgruppe stattgefunden. Die Sitzung ■eräfmete Eugen U11 m a n n, der mit Freude die Jugend wie auch •die anwesenden älteren Herren begriisste und in Worten der Begeisterung die Aufgaben der Zerre Agudas Jisroel schilderte. Hierauf übernahm das Präsidium Eugen •Blonder in.der Eigenschaft als Wahlpräses und sind dann auf Antrag der Kandidieruttgskornnrission zur Leitung der Jagendigrtippe folgende Herren per Akklamation gewählt worden:Präsident ׳Moses Po 11 ak, Vizepräsidenten: Edm. Gr ossma.««, Bela Fuchs, Eugen Ullmanai jun. Kassler: David S t r a s s e r. KoutroUor: ,Eugen Rose nberg. Sekretär: David Steiner. Schriftführer: Samuel R o s e n b e r g. Bibliothekar: Georg F r i e d m a n •n. Vorstamdsmftgäieder: Samuel U 11 m a •n «, Zoltan L e i c h traapn, Merryhert Goldring, Alexander Gellis, Aron Roth. Vorsitzender für die Pressekommission: Abraham Schächte 1\ für die Kulturkommission: Eugen Blonde r, für die Jeschiwahkommission: Lazar Hauer, für die Patästtnafcorrnnissfon: Aron Roth. . Wahlpräses Eugen (Blonder begriisste den neuen Vorstand und ermahnte!jeden einzelnen, die Arbeit und *fee Aufgabe seines Ressorts mit voBem Erlist irtid mit der •grössten Hingebung zu erfüllen. Präses 'Moses •Pollak tfonkfce kn Namen des!Vorstandes für das •Vertrauen der Generalversammlung, versprach alles Mögliche anzuwenden, um die Aufgaben der Zeire Agudas Jisroel verwirklichen zu können, und ersuchte seine Kameraden und besonders die Vertreter der Agudas Jisroei-Ortsgruppe, dass, sie ihn tn dieser Bestrebung unterstützen mögen. Die anwesenden Vertreter der Agudas Jisroel richteten dann scäorttfluWaschc. ermutigende Worte an die Jugend und versicherten dieselbe ihrer grössten Unterstützung. , L-n- RtutlMl 25.000 Personell bei der Beerdigung Eleasars von Minsk. Vv Minsk. An der am 14. Februar in Minsk stattgefundenen Beerdigung des verstorbenen Oberrabbiners von Minsk, EI e a s a r R a b i n 0 w 11 s c h, haben über 25.000 Personen teilgenommen. Gefängnis wegen Einhaltung der Sabbatruhe. Warschau. (J. T. A,) In der Warschauer Vorstadt Targowek wurden hundert jüdische Männer und Frauen, deren Kinder an Sabbattagen der Volksschule femgeWiehen sind, ztt je einem Tag Gefängnis verurteilt. Zur Läge der'Juden in Russland. Moskau* Aus autoritativen <juellen erfäfo(l die J. T. A;; •dass "es •in' Rnsslaml r‘ zunieit' 27.823 jüdische Waisenkinder, etwa 3000 Altersirrvatoden und 50.000 andere notleidende jüdische Kinder ׳gibt, die, wenn ihnen rocht eine systematische Hilfe zuteil •wird, •dem äussersten Elend preisgegeben sind. Die wirtschaftliche Lage der russischen Juden Ist, von Ausnahmen abgesehen, noch immer verzweifeit. Allgemein herrsch{ die Ansicht •vor, dass däs 1Hll(£swerk des «Jo׳frtt Distribution' Oamni^ttiee“; ■ in dem jetzigen Zeitpunkt •nicht eingestellt werden darf. (J.P. Z.) Scbwtix. Lugano. Auf Wunsch estriger Agudafreuilde ih Lugano,- welchen sich einige Kurgäste ansohhxssen, wurde Im Auftrage des G. A und des Schweizer Landeskomitees am vergangenen Sabbat Parsdbes Tnmto durch!ein Landeskonriteemitglied aus Luzern in längeren Ausführungen Wesen und Ziel der •Wettorganteatian der Aigudas Jisrod dargeleigt. Insbesondere •wurde die geleistete Arbeit zur Keniesslo Gedauk) und der überwältigende fitadriftk dieser Tagung selbst •beleuchtet. Dem Referat schloss «Ich eine reg« Diskussion an, •welche bewies, dass grosses!Interesse für Agudas Jisroel vorhanden sei.!Speziell die Söhne der Geme!)ndemitgfieder äusserten dien Wunsch, an (posrWver Arbeit mrtzuwfnken. Die!Besprechung musste, weil im Getneindesaai Sta-ttfindend, wegen dem (Minbfeogebet abgebrochen werden und es wurde besdhtossen, abends 8 ,Uhr zu einer zweiten Versammlung zusammenzutreten.!Wiederum verstand es der (Referent, die Hörer zu. fesseln und so zu begeistern, dass mach einer gegenseitigen Aussprache über das Arbeitsjwagramm einer Gruppe, der Wunsch allgemein laut wurde* zur Gruppengründung übeTaugehen. In einer von heihgem Ernste getragenen Ansprache des Herrn Hugo Cahn, Mainz, gab dieser seiner Freude darüber Ausdruck, dass gegenüber früher, da in Lugano •kein einziger Jude!Wohnsitz genommen hatte, heute hier eine schöne, mit allen׳ Institutionen ausgestaütetv Geinefode sich befinde. Redner wusste ein getreues Bfld der Ke ne ssio Gedauk) zu entwerfen! und empfahl seinerseits die Gründung eiwes Zweiges der tWeHtorganrsatfcm. Herr ■Max Feflber, Hamburg, weicher die Anregung zur!Heutigen ׳VeTsamnTÜunjg gegeben hatte* ergriff als letzter Diskussionsredner das •Wort und forderte mH beredten Worten alle Anwesenden auf, geschlossen, ohne Ausnähme, als Mitglieder •der zu gründenden Gruppe anzugehören, •und als der!Vertreter des Landeskomrtees .die Versammlung!ragte, ob sie bereit sei, eine Gruppe zu gründen, ertönte ein einstimmiges *Ja“. Es wurde eine Resolution gefasst, laut welcher alle Anwesenden sich mit der Gründung einer Ortsgruppe der Agudas Jisroel Chiverstanden erklärten und! sich — ohne Ausnahme ■— sofort schriftlich als Mitglieder anmekleten. Abends halb 11 Uhr wurde nach einer (kurzen Beratung e®n provisorischer Vorstand gewählt, und zwar: 1M. GaÜfzflcy,!Präsident; Samuel Mettmann, Kassier; Josef!Strenger, ־ Schriftführer- AJs Mitglieder der Patästinazentrale beliebte!Herr Isidor Rosensteirr, für den Keren Hataoroh Herr Leo CRubirifefd, dem Landesikomitce wird Herr Hoschtia Schneider als Mftgtied empfohlen• Ais erster (Beschluss wurde die Rauscb-Cfeauctesch-BpenldJe für sänfiffsche Mftgffed&r q!rit Fr. •1 pro Monat obligatorisch erklärt. Jtatrika. Die Sabbatruhe der amerikanischen Juden. New York. Der Verband für die Beobachtung der Sabbatruhe ist nunmehr der Union der jüdischorthodoxen Vereinigungen Amerikas angegUedert worden. Die orthodoxen Vereinigungen beabsichtigen eine ausgedehnte Kampagne für die Beobachtung der Sabbatruhe einzuleiten. TS CHE CH O-SLOWAKEI. 00000000 in Podkarpatsko-Russ 1. Abschnitt (Vorgeschichte). fo •Podkarpatsko-Russ *finden am 16. März Ergänzr-.ugswählen in das tschechoslowakische ׳Parlament statt. 9 Abgeordnete •irud 4!Senatoren sollen gewählt ׳werden. Zirka 35.000 jüdische!Wähler schreiten! zur Wahlurne. Um die Stimmen dieser jüdischen :Wähler bewerben sich fast aJle Parteien des Landes, die regierungstreuen sowohl wie die oppositionellen. Letztere rhoffen nur in sehr geringer Zahl Zustrom aus jüdischen Kreisen; die Juden ׳sind als sraatstreu bekannt und nur wenige •unter ihnen bieten ihre Hand dazu, der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten. Van den regierungstreuen, staatserhaltenden Parteien hingegen erhebt jede einzelne Anspruch darauf, dass die Juden stah für .ihren Sieg!im Wahlkampf entsetzen. Man erwartet nicht etwa, dass bloss •diejenigen Juden, die ihrer p0litiscihen Gesinnung nach• mit dem Programm der betreffenden Partei 1überemstrmmen, ihre Stimme für diese abgeben; man sucht nicht, wie dies in allen politisierten zivilisierten Ländern in der Waihlkampagne zu geschehen ׳pflegt und wie es auch hier allen a nderen Bevölkernngsschidhten gegenüber ails selbstverständlich gilt, ,den Juden!für ein bestimmtes Partei- Programm zu gewinnen, sondern man betrachtet die Juden!in Ihrer Gesamtheit als eine geschlossene gesinnungslose Gemeinschaft, die zur Wahl- «rne geführt wird uhd deren Gunst man vorübergehend er schleiche n, durch Versprechungen e r<k•a,uf e .1, inrdi List Erschwindeln oder auch durch Drohttn- »n e r z w i ׳n g e n ,kann,!Dieser Mangel an politischer Reife, an politischer Richtung, den jede politische Partei bei der jüdischen Bevölkerung des Landes voraus setzt, •fst es, der die Situation ,der .Juden bei den gegenwärtigen Wahlen sehr erschwert. Im Lande tobt ein Kampf vieler kleiner Parfeien gegeneinander. •Die Bvöttkerphg bestellt mit Ausritzläne einer sehr dünnen Schicht fast ausschliesslich aus »Jctehreii Leuten“. Auch die Juden zähle« mit ■wenigen Ausnahmen zum vermögenslosen oder ärmeren Mittelstand. 111 r ׳wirtschaftliches Wohlergehen ist mit dem Gedeihen des nichtjüdischen ׳Mittelstandes aufs engste verknüpft- Das Aufblühen des Handels und der Industrie ist für die Juden in gleicher Weise die Vorbedingung der ökonomischen Existenz, wie für alle anderen BevÖlkerungsklassen. Das kleine Handwerk wird van den Juden zalilenmässig ,in demselben Verhältnis ausgeübt, wie von den Nrchtjuden, sofern sie am grösseren Orten leben, ln den Dörfern wiederum sind׳ die Juden nicht minder von einer Erhöhung und!Verbesserung der 1 a •n dwirtschaftlichen Produktion abhängig, als ihre nichtjüdisdien Nachbarn. Ku 1 tu re 11 hat der grösste ,Teil der Juden ,mit fast der gesamten christlichen Bevölkerung Telephon 7־7*57 שייטול» lKr bekannte BpezlalUt für individuelle Scheitel, Perücken T ransformationen Brantfrlaurenaua allerfeinstem dauergewellten Naturhaar Carl Polak t)&menf1risea;tr Wien, IV., Schleifmöhlgasse 3 liefert obige Artikel prompt und biUigst für In* und Ausland 1 groa und •9 dötati. Bei Bestellungen von auswärts erbitte genaues Haarneuster und, Angabe des Masaes von einem,Ohr zum anderen. ssa Kostenlose Vorführung der neuesten Modelle, ssss Baatblen SIe QafiUllgBt die Hausnummer 3 die voroelimhch religiöse Le bensor i e n 11 •e ron g gemeinsam. Fast die •gesamte Judenschaft des Laudes, wenn wir •von einem •Teil der w enige«, zumeist aäcademisehe Berufe ausübenden! ,■prinzlpiiellen: A sSÜm H a n t e n und zionistischen Nationalisten absehen, lebt streng KreügiöS(, ebenso wie bei der christlichen BevöÄke* rung die Kirche und: der Geistliche bestim- ׳menden Einfluss ausüben. Würde nicht der künstlich geweckte Antisemitismus des unteren Klerus Scheidewände des Hasses errichten, so würde die Verschieden beit der Religion der Eintracht unter der Bevölkerung keineswegs Abbruch tun. ,Der Orthodox« Jude respektiert jede Anhänglichkeit am die Religion und der. fromme Christ besitzt ein ,hohes Mass von Verstämdnis •für dfe religiösen! Gebräuche des, Juden. "Die Nationalitätenfrage berührt düe Juden des Podkarpatsko-Russ am wenigsten. Er lebt seit Jeher seine eigene Welt und kümmert sich nicht Viel um das nationale Ringen seiner Umegbung. Selbst während der intensivsten ungarischen •nationailen Propaganda behielt der orthodoxe Jude im Russimsko seine ״ethnische“ und ku'ltturelle Eigenart, seine •Sprache* seine Kleid u וג g, sein Erziehungswesen, sein C h e d e r, ohne deshalb daraus viel Wesens zu machen und •sich nach dem Beispiel ,der heutigen Zionisten als demonstrativen ״Natfonaljuden“ zu genieren. Er bekennt sich wenn man’s just von ihm hören will, ohne;her und hin zu klügeln!, zur jüdischen Nationalität, identifiziert Sich aber durchaus nioht mit ,unseren •zionistischen ״Natlonalisiten“ Prager Prägung, ׳die auf Grund der statistisch errechneten Treue, die a n d e re dem traditionellen Andentum •bewahrten(, in assimülatorisch-äffisclier Anpasung an Ihre nichtjüd!ische Umgebung oder auch zuweilen aus kluger Berechnung mit stolzer Gebärde *nationale“ Sonderredbte und jüdische Würden für sich bean- Sprüchen. , Weder ökonomische^ noch ättgemein kulturelle und ebensowenig national politisch« Gründe geben daher eine ausreichende Motivtenaig für die gesonderte Anteilnahme der Juden als Juden an

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