Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 8 (22.2.1924)
- Date
- 1924-02-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 56 JÜDISCHE PRESSE Nr. 8 © Sie Woche. |© An unser• p. t.Abonnenten! New York. Nach einer kurzen Krarikheät ist Rabbiner Benziom Hoffntann in!Philadelphia am 29. Jänner* im Allter von 50 Jahren verstorben. Rabbiner (Hoffmann übte die ttauplfunktiion des orthodoxen Rabbinats der Gemeinde *Philadelphia aus» da der Hauptrabbiner Leventhal fast blind iist. *Somit ist gegenwärtig die Gemeinde ohne orthodoxen Führer. Rabbiner Hoffmann war 1im Jahre 1904 aus iBessarabien nach Ameriika ,gekommen. Jerusalem* (J. T. A.) *Während des (Monats Deszember sind ■379 Einwanderer in Palästina eingetroffen. Unter ihnen waren 129 Ghnisiten und!7 Mohammedaner, die übrigen Juden. In dieser *Zähl sind 43 Juden» 5 Christen und 1׳ Mohammedaner inbegriffen, die als Besucher Ins Land kamen und denen dann die Erlaubnis zum dauernden!Aufenthalt erteilt worden ist. *Zwei Einwanderern wurde,!weil sie den Einw ander ungsbest.im mungen nicht ent- Sprachen, die Einreiseerlaubnis verweigert. Im Monat Jänner Sind 390 Einwanderer nach Palästina gekommen. Warschau. In Nowaradomsk *hat sich eine Gruppe von hundert!Personen gebildet» diie beschlossen haben, nach Palästina auszuw,andern und den ganzen׳ Weg von Noworadomsk *nach Jerusalem zu Fuss zurückziuiegen. Es wurde bereits ein ganzer Wegplan aiusgearbeitet. *Die Emigranten!führen mit sich 10 Fuhren Bagage, einen Sanitätswagen, sowie Zelte. Der Weg wird führen über Polen, Rumämien, Bulgarien,!Serbien bis Konstanfinopek von dort über den Bosparuiskanal!über Syirien und Damaskus nach Jerusalem. Als Wegdauer werden 1114 Tage angenommen. Ein;Delegierter dieser Gruppe weilt jetzt in Warschau, um die Formalitäten für die Wandergruppe durchzufübren. Paris. Die französische •Regierung beauftragte die Kommission für!historische (Denkmäler, *die •zwei alten füdischen Synagogen!in Canpetras und in Cavaillon ais bistofiisdhe Denkmäler *in Obhut! *zu nehmen׳. Oie beiden Synagogen wurden lim •13. Jahrhundert errichtet und sind von eigentümlicher Schönheit. Thre Ornamentik zeugt von einer besonderen {jüdischen Holzschnitzkunst. Diese beiden Synagogen siind Zeugen eines *blühenden jüdischen Leberts in Frankreich im Mittelalter, wo Picht allein monumentale Synagogen erbaut wurden, sondern auch weltberühmte *Bibliotheken und Jeschiwoth bestanden haben• Die Städte Montelter und *Avignon!waren berühmt wegen *ihrer Jeschiwoth und die noch erfaaltenien Lehrhäuser bilden *wertvolle •Objekte für den Kulturhistoriker. London. (J. T. *A.)!Israel Zangwill *ist am 12. Februar in Plymouth eingetroffien׳, (Seine Hauptaktian in den!Vereinigten Städten war bekanntlich die iBegrüissung des Amarikautisclh^üdiSdhen Kongresses am 14. Oktober, die soviel Aufsehen erregt hat.!Am 14• Februar beging Zang- *wiill seinen 60. Geburtstag. © NACHRICHTEN. © Wietn. מצש״ק fänid die Einweihung der neuen fBureaulokalitäten des *Zenträlrates der Agudah, II., Lecipaldsgasse 06!, statt. (Von seiten des Gesohäftsfülhrenden Ausschusses waren anwesend: Rabb. iDr. Pinchas Ko ihn, Wlieq, Rabb. Ka tz, Niitra, J!ako!b Ros eniheim, Frankfurt, Rabb. B a!u m g a r *t e n, Wien, Rabb, Beer Fried-!mann, Wien, Rabb. *Tobias Horowit*z, Warschau, Wolf P a pipe nh eim!, Wien, Siegmuud Bo*n*d!i, Wien, Abraham Hornstein, Kie w4W!ien» Kalman Pappenheim, Wien. Von der *Ortsgruppe •waren *anwesend: Oberrabbiner Dr. Joel P o 11 ■a *k, Samuel!N u s s e n b a u m, *Moritz F >e 1 s e n b -u r g, Alter Kamm, Akibäh Schreibe r!, Julius Steii nf e ld u. v. a. Obenrabbiner Fürst begann den Chiihuch mit dem Vorlernen von Misdhnos und knüpfte daran den Wunsch, dass es der Agudah bald vergönnt sein möge, einen wirklichen Ohifnuch — al pi din — im *ei ge men Hause in Jerusdhaliaijim zu feiern. Wolf Pappen heim *biegrüsste die Anwesenden 5m Namen1 des G. A,, linsbesondere die Rabbiner aus Rakow!(Polen) und Augustow *(Litauen), *die iherbeigeeil't! sind* •um für unsere *bedrückten Brüder, die Russland vcrbesser^ Hilfe zu finden*. Jakob Rose nheim entwickelte in launiger Weise die Hoffnungen, die *der G. A. an das neue Lokal!knüpft. Dr. P. Ko hn dankte der *Ortsgruppe für die Gastfreundschaft, die dieselbe bisher der Zentrale gewährt, und *gab dem Wunsche Ausdruck, dass •die Wiener Ortsgruppe *und die österreiohiisohe Landesorgamisation nunmehr *zur *vollen Entfaltung gelangen mögen. Rabb. /Ka t*& überbrachte den Gruss der auswärtigen Mitglieder des G. A. und deren *Wünsche f*ü׳r!Dr. P. Kohn und seine Mitarbeiter ■i׳m neuen Heim. Dar Rakow e r R a *w K a 1 *m a n o *w i t s c h schilderte •in temperamentvoller begeisterter Retd׳e die w-eitverzweigten Aufgaben der Agudah. Der Augustower Raw skizzierte in sinniger Weise den Doppelzweck der *Agudah, sich von Schlechtem und Schlechtes von sich fernzuhalten. * Ab Dienstag früh amtiert der G. A. des Zentralrate® im neuen Bureau, Leopolidsgasse 26. Wien. מש״ק feierte das בית המדרש תודח עץ חיים einen סיום auf }חמשה חומשו תורך. Eine zahlreiche erlesene Gesellschaft nahm an der Feier teil. Obmann Herr Solomon Schreiber begnüsste in gediegenen Worten die Gäste. Herr Oberrabbiner Fürst sprach zündende *Worte der Anerkennung für die Leistungen des 1 בית המדרשund Wir •machen höfliohst am •ofortige Einzahlung der Abonnement• gebühren, da sonst die Zusendung des Blattes eingestellt werden muss. Die Administration der ״Jüdischen Presse". ermunterte ®um Fortschireiten auf dem betretenen Wege. Es sprachen nooh der *Jubilar, Rabbiner Fleischmaim, Rabbiner Baumgarten, Rabbiner Kostawsiki aus Augustow» Rabbiner Schemkv und' mit Jubel begrüsst Herr Jakob Rosensteiin laus Frankfurt la. IM.״ Rabbiner Rosen und andere mehr. Die gediegenen דברי חורה fanden grossen Beifall. lOberkantoa־ Braun erfreute die Festgäste mit seinen ausgezeichneten Darbietungen. Der kleine Feuer, Sohn des bekannten Kantor Feuer, erregte Aufsehen durch einen *mit besonderem .Verständnis und Gefühl vorgetragenen חטאנו DPDl und lässt den zukünftigen g-*ttbegnadeten Sänger erwarten. Die ausgezeichnete Stirnrnung hielt* die Festgäste bis lange nach Mitternacht bei- ®ammen. Herr Dr. Pinkas Kohn, *der *durchreisende Rabbiner Kalmanovits verzichteten der vorgerückten Stunde halber auf das Wort. Dem Vorstande des בית המדרש der Jugendgruppe, die ,ihr Lokal zur Verfügung stellte und das Arrangement besorgte, sei wärmster Dank ausgesprachen. Man trennte *sich *mit dem Wunsche, noch oft Anlass zu solcher שמחה שלמצוח ®u haben. Vortrag Dp. DeutschlSnder Schulrat Dr. Leo DoutschlZndor hält Samstag, <*en 18 Adar 1. (23. Feb.) abends um 8 Uhr im Turnsaale der Talmud-Thora-Schule ein״n allgemein zugänglichen Vortrag. Thema: Jüdlsohe Schulffragen der Qogenwarl. Wien. Generalversammlung des *Ghewra KadisCha und Bikur Cholim für den *V*I. und V11. Bezirk. Dienstag Klein- Purim-Abend fand die Generalversammlung des Bikur- Cholim- und Che wra-Kadischa-Veretimes -für den (V1I. und IVilI.!Bezirk state Obmann Felsenburg begnüsste die zahlreiche /Versammlung, die seinem mit Diwr-e Thora* gewürzten!, wiite gewohnt;interessanten!, gediegenen *Bericht mit gespannter Aufmerksamkeit *lauschte.!Der Verein nimmt ■eine G. 1. *ausgezeichnete Entwicklung und wurde dem *Vorstand, *der ,insgesamt wiiederge wühlt wurde,, Dank •und Anerkennung ,zuteil• An die Generalversammlung schloss sich ein Bankett an, das dank *der *Bemühungen der Damen F e 1 •s e n b u r g, Glatter *und jB e'f ä in!kulinarische Genüsse ersten Ranges bot. Rabbiner Fle s׳׳ch sdhildeirte lim glühenden Worten die hehren!Aufgaben des 'Vereines und dankte dem Vorstande *und den Mitgliedern für *Ihre zielbewusste Arbeit *Lescihem *Schomajim. Einen •erstklassigen Ohrenschmaus bildeten die Darbietungen der Oberkantoren1!Braun, Fräpkel und Weiss. Das!Publikum *konnte ׳sich *nicht satt hören und bat immer undimmer wieder um Zugaben, die bereift•!willigst gewährt wurden und die Hörer zur Ekstase ihinrissen. Herr P a׳ppe‘nh e *im *überbrachte die Grosse ■der Agu׳das Jiisroel und!Adas J'isroel, die der steigenden Entwloklung des echfcfüdischen Lebens lim VII. und 1V!M. Bezirk mit besonderem Interesse folgen. Er sprach der *Versammlung den Dank dafür aus» dass deren Mitglieder *den!Bemübungen des Herrn Felsenburg ihren Beistend leisten, zur grossherzigen Förderung der Wohifahrtsinstitutionen . der Agudas *Jisroel. Herr Ed. Deutsch Tegte zu Zeichnungen *für den■ Beilliausbau an, stellte sich selbst mit •einem grossen Be- ‘trag an* die!Spitze *und fand allgemeinen Beifall. Herr B *e r a *n Hess *in launiger Weise die Ereignisse im Bezirke Revue passieren. Um 11 Uhr nachts war das Fest zu Ende und die *ungewöhnlich zahlreichen Teilnehmer trennten sich mit dem *allgemein geäusserten Wunsche, *recht oft solche^ echt jüdische Feste feiern zu können. Die neue Adresse des Geschäftsführenden Ausschusses und des Zentralbureaus der Agudas J i 8 r 0 e 1 lautet: Wien, II., Leopoldsgasse 26 3 Häbsohe Vorzimmer, ■ohöne Kftohen (praktische Patent-Ab Waschtische), gediegene Sohlafzimmer, reisende M&dohenzimmer usw., einzelne Küchengeräte aller Art Möbelspezialfabrik ״KÜCHENFEE“ : KARL KLIMBERGER ft C0. Wien, XX. Bez., Engelsplatz Nr. Nur eigene Erzeugnisse, garantiert solide Bauart. Höchste Auszeichnung (Goldene Medaille 1913). Filialen: 6 I., Spiegelgasse 15 III. , Landstr. 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In Ma׳rasva׳sa׳rhely, wohin er zu* Beginn des heurigen *Winter Sman reiste, *um die Zeit, die er sich tnrt Gewalt für das Lernen abrang» voll ausnützen zu;können, *erkrankte er vor vier Wochen und zur Enttäuschung der Aerizte und* aller Freunde, die auf eine baldige Genesung!hofften, verschlimmerte sich sein Zustand!in der letzten Woche so rasch, dass am Dienstag *der vergangenen Woche das schmerzliche Ereignis eimtriaf. Das Leichenbegänginis fand unter •überaus grosser Beteiligung *der jüdisehen Bevölkerung von /Vasarhely und Umgebung am folgenden!Mittwoch statt. Sr. Ehrw. Herr Oberrabb. Sofet, der Dajan *von Vasarhely und zwei Chawerim hielten ergreifende *Hesipedim. An •seinem Grabe trauern mit seiner Mütter und Geschwistern auch seine Wiener Freubde und •Verwandten und die Agudas Jisrael-Jugemdgruppe Wien, die einen *ihrer Begabtesten verloren haben. חנצב״ה* Wien. D. H. Fleischmann. ע״ה Heute!wurde David Fleiisahmann zu Grabe *getragen. Der Verblichene, der ein Schwiegersohn des!Rabbi A'kiiba Schreiber ז״ל aus Papa war, entstammte einer der achtbarsten Familien der frommen Gemeinde iDunaszerdahely väterlicherseits, während seine Mutter eine Enkelin des Chasam!Soffets war. *In seiner Jugend *hat er in JesChiwohs gelernt. An seiner Bahre *trauern!seine Witwe, zwei!Söhne und eine Todhter *sowie •die Familien Schreiber, Hirschler und Fleischmann in Wien und FleisChmann in!London und Köln sowie eine •grosse Zahl von Freunden. תגצב״ח. Wied. Vergangene Woche verblich in den besten Jahren!Herr S e 1 i g m a n n D e u t s c h. Sein *tief frommer Sinn, sein bescheidenes Wesen, seine Ehrenhaftigkeit *m Handel und Wandel machten ihm alle Welt zu Freunden. Sein Vater •Rabbi Sender Deutsch!hat sich *in Schiffschulkreisen, sowie bei ■allen!, die!ihn kannten!, ein warmes Andenken erworben. Da׳s Hinsoheiden Seligmann Deutsch wurde allgemein betrauert. Wien. 1J *ecihiel Aifr a:no*w iHsch ז״ ל war hi *seinem unbegrenzten* ld*4älfeimus selbst ein t9‘.1üCk!Ideal. Wer kannte ihn nicht»‘ den laitgen Jhageren JReb Jeohttd“ mit den klaren Augen!, den ffieherroten Wangen und dem ewig heiteren gütigen Wesen? Wenn er für seine!Schützlinge um Gaben bat und abtgewiesen wurde, dann war es, *als wollte er sich entschuldigen, als fürchte er *jemand angegangen zu haben, der nicht *in der Lage war, zu geben und *den er vielleicht gekränkt hatte. Unzählig sind die guten Taten Jedhieis, gross war sein Feingefühl, sein!Takt sowohl im Nehmen, wie auch Im Geben. Flur seinen eigenen Gebrauch beschaffte er sich die Mittel *durch Handel mit Sforim. Aus freudigster (Sabbatstimmung *wurde er abberulfen, ׳beweint von Armen und *Witwen, betrauert von treuen Freunden und Hunderten, die ihn geschätzt. Die Lewafta war eine imposante Kundgebung für die Hoohhaltung de«־!jüdischen Tugenden des an materiellen Gätern armen JeChiel. An der Bahre sprachen der Alt- Städter Row!, der Goligar *Row, Rabb. Rosen *und namens der Freunde Herr Moses Blech. Bundeskanzler Seipel verwirft die Rassentheorie. Wien. Kürzlich sprach ■eine Abordnung *der ,*Union österreichischer Juden“, bestehend aus dem Präsidenten Doktor Grnstein und dem Sekretär Fleischer, beim Bundeskanzler vor. Die *Audienz diente ‘in erster Linie de׳r Aussprache über die Währung der Staatsbürgerliehen Interessen der österreichischen Juden*, insbesondere über die Auslegung *des Artikels 80 des Früedensverträges bezüglich des *Optionsreoh'tes der Juden. Bundeskanzler Dr. Seipel erklärte, dass für ihn einzig und alMn das persönliche Bekenntnis massgebend sei» und •dass die Rassentheorie seiner wissenschaftlichen Ueberzeugwng ־widerspreche. Deaucbtond. Der Delegiertentag des Gruppenverbandes der Agudas Jlsroel in Halberstadt. Halberstadt. (A. J. P. ■B.) Am 5. Adar I. wurde der Delegiertentag der Ortsgruppen der Agudas Jisroel in Deutschland *eröffnet. Es nahmen zirka 100 Delegierte teil. *Der G. A. war durch *Rabbiner Doktor P. *Kohn und durch Dr. Leo Deutschländer vertreten. Nach *der Eröffnungsrede des Vorsitzenden des Gruppenverbandes Rabbiner Dr. A u e r b a c h, die einen Ueberblick über die Entwicklung und die Aufgaben der Aguda *in Deutschland *bot, wurden Rabbiner Dr. Auerb-ach, Julius Holländer und Dr. Meier Hilde ־s heim er ins Präsidium der Tag-ung gewählt. Rabbiner Dr. P. Ko׳hn erstattete namens des G. A. den!Berioht über die Entwicklung seit der Kenessio Qedaulo und über die weiteren Aufgaben.