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Jüdische Presse · 1923-02-15 · 7 (15.2.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
7 (15.2.1923)
Date
1923-02-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 7* Oberrabb. von Minsk ׳Blieser Rabinowitz im 65. L&hetisiahre verschieden. Anklage gegen einen Rabbiner wegen seines Kampfes gegen <Üe lüdfeche Sektion. Kiew. In dem Städtchen <Buso, Kreis Korostin, ha,t die jüdische Sektion vor einiger Zeit sämtliche Chedarim geschlossen und die MeJaandim dem Gericht übergeben. An Stelle des Chedarim wurden Schulen neuen Typs geschaffen, in denen am Sabbat unterrichtet wurde, während der Dienstag als Ruhetag galt Der Ortsrabbiner berief eine Protestversammlung ein; in welcher er sich in sehr heftiger Form gegen die jüdische Sektion ausfiess. Nach einigen Tagen drang eine Gruppe frommer Juden in die Schule ein und jagt® die Kinder hinaus. Am nächsten Morgen wurden der Rabbiner und einige der frommen Juden dem Gericht übergeben. Eitatmi. Der litauische BHdungsmlnister über die Jeschlwoth. Kowno. <(J. T. A•) Die oberste Militärmusterungs- Kommission Litauens hat die den Zöglingen der jüdischen Jeschlwoth bisher gewährten Prolongierungen vom Militärdienst zurückgezogen. Auf Grund einer!Intenvention •von jüdischer Seite beschäftigt sich nun das Bildungsministerium mit dieser Frage. Gegenüber einem Vertreter der litauischen Telegraphenagentur ,CElta) sprach sich der Bffdungsminister dahin aus, man könne die Jesohiwoth den Hochschulen deshalb nicht auzälhlen, da das Alter dieT Zöglinge der Jeschlwoth beim Gin- und Austritt nloht begrenzt ist. Wenn man nun den Zöglingen der Jeschlwoth die bisherigen Militärprivilegien entzieht, so Hegt das nicht an dem Bildungsministerium, sondern an der Veraltung der RafeWnerschulen selbst. Ueber die Frage des ProigFamms der Jesohiwoth werde der Bildungstitinister nächstens mit dem Minister für jüdische Angelegenheiten in Kontakt treten. EettiiNd. Die Schechitafrage In Estland gelölt. Riga. Nach einem Telegramm aus Reval an die Zeitung ״Dos Falk“ hat der estnische Lamdwirtsdhaftsminister Kerem :in bezug auf die rituelle ,Sohlachtung eine Verordnung erlassen, laut welcher die Kosdher-ScMachtung ohne iede Einschränkung erlaubt ist. Die einzige Fordetung ist die, dass das Vieh vor der Schlachtung auf .weiches Material gebettet werde, wie dies in den skandinavischen Ländern und Finnland Brauch ist. Italiea. Fttune. Vor einigen *Monaten wurde das ״Jüdische ffttfswerfc“ in Wien von der Flumaner Ortsgruppe der Aguda$ Jisroel verständigt, dass sich in Fiume mehrere ,Familien bereit erklärten, Kindern aus dem notleidenden Deutschland einen Aufenthalt von mehreren!Wochen zu gewähren. Dies wurde der Zentrale in Halberstadt mitgeteilt, die alsb*ai$ eine Auswahl von besonders erhalupgsbedürftigen Kindern •traf und •ihre Abreise nach Rume veranlasste. In Flturne wurden alle Kinder mit!Liebe von ih^en Pflegeeltern aufgenammen!und verbrächten bisnun sehr angenehm die Erholungszeit. Erfreulich Ist es auch!, G. 8. D., von Ihrem besseren Aussehen und den beträoht- *lidhen Oewichtszunahmen berichten zu könne». Um die Aktion!haben sich besonders folgende Herren bemüht: A. Engelsrath, J. Bariuch!(Fiume), E. Kritzler (Wien) und Z. Kugler und J. Strausz (*Fiume), die für (jüdischen Unterrieht sorgten. Die Schiffahrtsgesellschaft *Costiera" gewährte den Kindern zwei Freifahrten! nach Abbazia und zurück. Für die den Kindern, erwiesene Guttat allen herzlichen Dank! «Unser!Delegierter, Herr J. M. Lipschitz, begann kurz •nach seiner (Rückkehr von der Kenessio Gedank) mit täglichen Chumfsoh-Raschi-Vorträgen*. Seine er* lesen« Wiedergabe der Erklärungen bereiteten seinen Zufaörern immer geistigen Genuss. J< E. Schweiz. Propagierung eines ,",Zentralkahals“ der schweizer!- sehen Juden. Zürich. (J. T. A) Innerhalb des Schweizer Israelit!- sehen Gemeindebundes ist eine lebhafte Kontroverse über die künftige *Verfassung des Bundes ausgebroohen, der eine nur lose Zusammenfassung der schweizerischen׳ Kultusgemeinde darstellt. Die grösste {jüdische Gemeinde der Schweiz, die israelitische Kultusgemelnide in Zürich, erstrebt unter Führung des Nationalrates Dr. Farbstein und des Dr. El. Guggenheim eine mehr zentralisierte Gestaltung mit umfassendem Programm, die Schaffung eines *Gesamtkabals“ der schweizerischen Juden; doch widerstrebt diesem Plane noch die Masse der mittleren und kleineren Gemeinden. In der Presse wird ein lebhafter Meinungsaustausch über das Züricher Projekt geführt. Jhurun. Konferenz der orthodoxen Jugend in Amerika. New York. (A. J. P. B.) Die Jugenldgruppen der < Agudas Jisroel in Amerika haben für dien 12. Adar eine Konferenz der orthodoxen Jugend in Amerika einberufen. €r«s 3$rot1. Der Gerer Rebbe in Erez Jisroel Jerusalem. (A. J. P. B.) Die gesamte jüdische Presse Erez Jisroels begrübst aufs freundlichste den Gerer Rebben, die mitreisenden Rabbeim, sowie die Delegation. Der Reise wird von allen Saiten grosse Bedeutung zugemessen. Am ersten Tag des Aufenthaltes in Jerusalem stattete Sr. *Ehrwürden Oberrabbiner von Erez Jisroel Kuk dem Gerer Rebben JÜDISCHE PRESSE scficntdiiXQ&scfic. KVst^ ' j u *' J. , seinen Besuch ab, worauf am nächsten Tage der Gegenbesuch erfolgte. ״Daily Mail“ fordert die Zurückziehung der britischen Besatzung aus Palästina. Lomha In einem Leitartikel!über das neue Kabinett und die Aufgaben der saztab&tischen Regierung schreibt ״Daily!Mail“ u. a.: ״Palästina und Mesopotamien sind!zwei Mühlsteine am Halse des britischen *Steuerzahlers. Eine sazdatetlsche Regierung muss -sie beseitigen und durch *Zurücknahme der britl-scben {Besatzung weitere Kosten vermelden. Den Zionisten und IMesopotamtern muss ׳nahegelegt werden, selber die Kosten au tragen.“ Zuschriften an die Redaktion. Loserstimmoa zur Botschaft dies Chofez Chalm. «Sehr geehrte Redaktion! Sie haben tn Nummer .2 dieses Jahres eine Botschaft des *Chotfe« Ghaim abgedrudet, •die auf *mich einen• tiefen Eindruck gemacht *hat.!Die *Jüdische •Presse“ fördert als anaibfoänglgel Organ seit Grifadung die Bestrebungen der Agudas Jisroel, aber sie hat bisher der Idee der Agudas Jisroel keinen! so grossen Dienst erwiesen, als mit dem Abdruck der *Botschaft von Qhafez Ohailm. Denn noch immer glauben viele, Freunde wie Feinde der Aguda, *ihre Hauptaufgabe sei, Kritik zu üben; alle diejenigen, die nicht strenggläublfi: leben, an *den Prainger zu stellen und in der ÜffentfiChen Melnuttg berabzusetzen. Wie nun *die Bot- Schaft des Chofez Cha-tat *zeigt, entspricht dies nicht der Ansicht unserer grössten Führer. Es mag sein, dass in den ersten Jahren! der Organisierung[ der orthodoxen Massen das Hauptgewicht •auf Abwehr von feindseligen Angriffen gelegt werden!musste, mag sein, dass der Kampf um Geltung In der jüdischen Welt oft gehässige Formen angenommen bat; man kann dies jedoch unter einem!historischen Gesichtspunkt entschuldigen. (Nach der Kenessio muss aber die ganze Arbeit von Agudas Jisroel und somit aller Aguidisten tim Sinne der!Botschaft von Chofez Ghaim einzig *und •allein attf!innere Arbeit, auf!Aufbau gerichtet sein. Die Kenessio war eine wunderbare (DoJßtwnentierung der moralischen Kraft, welche der Agudaldee ilnnewohnb Die ganze jüdische Welt und lene Niichtludien, die sich für jüdische Fragen •Interessieren, haben durch *die Kenessio das Dasein der Orthodoxie, ihre Wünsche, ihre Absichten aus erster Quelle erfahren. Es ist ahzunetomen, dass *nun die Welt *mehr weisst, ■was Agudas Jisroel *ist und was sie (will. Es *ist ganz überflüssig, die moralischen Kräfte*, die die Kenessio GedaUlo gezeigt hat, in Kteinkämpfen zu werzetteln, *die keinen Erfolg versprechen. All jene, die nach der Kenessio *von Agudas Jisroel Arbeit und nur Arbeit erwarten, begrüssen die (Botschaft des grossen Chofez Chalm *alb *dien reinsten Ausdruck des Geistes der Kenessio. In diesem Sinne begnüsse Ich die Botschaft unseres Geistesfürsten aus tiefem Herzen. Seih. •Wir erhalten von der israelitischen Lehrerbildungsanstalt •Würzburg folgende Zuschrift, die wir der Aufmerksamfceit unserer *Leser empfehlen. Mit dem zu Ende gehenden Schuljahre tritt an viele lüdisdie Eltern die schwierige Frage der. Berufswahl für die aufwachsenden Söhne!heran. Ob es sich nun um den zehnjährigen Jungen und seinen beabsichtigten Eintritt in eine Mittelschule handelt oder um den Dreizehnjährigen, der die Volksschule verlässt, Um den Absolventen der sechsklassigen oder der aohtkfassigen Mittelschule, immer ist das Problem ein äusserst 1heikles. Die akademischen Berufe sind weitaus zum grössten. Teil überfüllt. Die Wirtsohaftliche Depression zwingt nicht nur den Staat•, sondern auch {Privatbetriebe zum Personalabbau. Handel und lndustrie stagnieren. Alle Aussichten sind trübe. Da dürfte es nicht unangebracht erscheinen!, auf eine Berufssphäre hinzuweisen, die aus berechtigten materiellen Erwägungen in den letzten Jahren keine Gegenliebe finden konnte, deren Verhältnisse sich aber doch wesentlich gebessert Seite 4$T haben! und weiter *nt bessern versprechen*: der ,Beruf des jüdischen (Lehrer md Kufeusbeambett. (Durch das Eingreifen ׳der Berufsvereine und! öemeXndeverbände, sowie durch die Zuschüsse, des Staates ist doch in sehr vielen^ vieHefobt den meisten Gemeinden eine Bfngmppierung!nach Staatliehen Sätzen erfolgt und *auf die Dauer *wenden auch die noch widerstrebenden Gemeinden nicht gegen den Strom zu schwimmen vermögen*. Die jetzt von Woche zu Woche sich mehrenden׳ Stedtenausschireibungen׳ jüdischer Oemeinden drängen den Schluss auf, dass heute zahlreiche offene Stellen, deren Bezahlung nach staatlichen Normen •geregelt Ist, schon keinen Bewerber mehr finden. Der jüdisehe LehreTstand ist durch Fehlen dies Nachwuchses bereits dezimiert, •dass jüdische Gemeinden׳ welche in der Vergangenlheüt geglaubt baöenv unter •Tarif bezahlen zu dürfen, in *Zukunft ü b e r Tarif werden zahlen müssen, um bei dem mangelnden Angebot der *Stellensuchenden berückstahtigt zu •werden. Dass anderseits dieser •Beruf hohe!ideale Befriedigung zu gehen *vermag, ist *nie bestritten! worden. Eine Ueberproduktkm an *jüdischen) Lehrern ist auch kaum zu befürchten, *denn ein •grosser Teil der jüdisehen Lehrerseminare ist in den letzten Jahren eingegangen. Wer die /Verhältnisse tiberbMakt, kann sich der Erkenntnis •nicht verschSessen, dass die Frage des Lehrernachwuchses für das deutsche Judentum in dien nächsten Jahren eine ernste Sorge bilden wird. Allen!, denen es um die Erhaltung •des deutschen Judentums ernst •ist, sollten schon heute zu der Frage Stellung nehmen, wie dem durch Lehrermangel drohenden Zerfall der jüdischen Gemeinden vorgebeuigt werden kann. Jedenfalls dtüriften aus dieser Sachlage heraus die Aussichten des jüdischen Lehrerberufs nach der wirtschaftlichen Seite hin günstiger beurteilt werden* als es in der Vergangenheit der Fall *war. Die!israelitische Lehrerbildungsanstalt WÜrzbitrg •hat in nun (jOjährigem!Bestehen ihre (Lebenskraft erwiesen und die schwere Zelt der Not überdaurt. Sie marschiert, obgleich auch bei Ihr die Frequenz auf kaum die Hälfte der •früheren* Besuchsziffer herabgesunken ist, iMnsichtlicb der Schülerzahl an der Spitze ihrer Schwesteranstalten. Sieben׳ (Schüler der Oberlklasse werden sich der am 1<7. März dieses Jahres beginnenden Abschlussprüfung unterziehen und voraussichtlich in •die Schulpraxis entlassen werden. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei der einzigen in Deutschland noch existierenden Präparandenschule, der Anstalt Xn Höchberg. Zum 1. Mal finden Ne*uaufnahmen statt. Ausser den! regulär aus dien tPräparanden» Klassen ins Seminar Uebertretenden (können auch!Schüler anderer *höherer Schulen Aufnahme finden. Die Reffe iür Obersekunda (7. Klasse) berechtigit zum Eintritt ln die unterste >(!1•), die Absolutorialreife (9. Klasse) zum Eintritt in die oberste <C3.) Seminarklasse. Es •ist zu erhoffen; das• recht viele diesbezügliche Anmeldungen erfolgen, Def Fontbestand der Seminarklassen ist *durch das Aufrücken der zurzeit ln der Präparandie Höchberg befindlichen, wenn auch geringen Zahl von Zöglingen gesichert. Schüler, welche *die Volksschule absolviert haben, finden ln der Präparamdie Aufnahme. Mit dem Seminar Ist zurzeit *noch ein *Schülerhelm verbunden. {Damit wurde einem grossen Bedürfnis Rechnung getragen. Schüler der!Würzburger ׳Mittelschulen finden Aufnahme *und — was besonders hoch anzuschlagen ist — ausgedehnte ®üdlsch-religlöse Unter- Weisung, letztere natürlich unentgeltlich. Eine Talmud׳• •Thora-*Sobule ist auch mit der Präparamdie Höchberg verbunden. Knaben, *die sich eventuell dem Lehrberuf zuwenden wollen* können auf (Stipendien, bezw. bedeutende Ermässlgung des (Pensionspreises rechnen. Auf die Anzeige der bayer. Lehrerbildungsanstalten im (Inseratenteil dieser Nummer sei besonders hingewiesen. Dass die Lehrerbitdungsanstailten in ihrer matrieHen Existenz hauptsäch- *lieh *auf die Gebefreudigkeit der Glaubensgenossen angewiesen sind, dürfte bekannt sein. Möge die jüdische Oeffentlichlkeit sich auch nach dieser Richtung ihrer Ffftobt bewusst bleiben und durch reichliche Unterstützung die ebenso segensreichen als unentbehrlichen Anstalten erhalten und fördern helfen. An die löbliche Redaktion der ״Jiddischen Presse“ in Wien. Auf Veranlassung eines נחל בישראל stelle ich Ihnen meine im Felde persönlich gemachten Auf Zeichnungen לטובת חכלל — besonders bezüglich תקנת עגונות — zur Verfügung und bitte ich Sie, diese iin Ihrem gesch. Blatte zu veröffentlichen. Vor meiner Abreise *aus Zadworze (Galizien) am 23. Juli 19(16 habe Ich als (Soldat die im dortigen imSHtärfsehen Friedhofe befindlichen Gräber ausgesucht — der Friedhof liegt rechts von der *Bahnstation ungefähr 10 *Mi- *nuten entfernt — ' und* habe *dort in der letzten Reihe fünf Holztafe'ln mit ,Mögen* Dow1id“-Zeichen gefunden, die folgende •Nummern und Namen• trugen: «145. Zivil. •Israel iManer Shrte 915 Vdtll. 113. *146• Gefr. Langer Armin H. Csy. e. 305. 915 VIIL 14. 147׳. *Honv. *h. R. 4• Aron Lederer *honv. Ih• Israel• 915 VII. 22■ 148• Korp. Franz Weisz l-R. 134־*I *fer. 915 IX. 1• 1149. Neuer Lejzor 5-8. — 9115 (und auf letzteren einige verloschene!hebräische Buchstaben}. Ferner habe ich Jn der Gemeinde Zagonze hinter der •katholischen Kirche zwei Gräber mit fHolztafeln und ,Mögen Dow^T-Zeichen! gefunden mit folgender *Aufschrift: Inf. Samuel Rosenberg Inf.-Reg. 32-X. HKomp^ 30 Jahre alt — gesrt. 10• VI. 916. Krausz Wilhelm, Inf-Reg. 3242. FKorn. VI. *15 916. Hochachtungsvoll Priedridh K׳nöpflem, Deutsch4(reuz (Bürgenfand).

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