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Jüdische Presse · 1923-02-15 · 7 (15.2.1923) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
7 (15.2.1923)
Date
1923-02-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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׳ י *v ■»ly-,»y' v ,*^ .׳k^ 1 y.; H1 wp ¥LJ. yw;!ft1 w•»-^ > ■ייייויןווהיייי pp m m Sette 50 jUPjSCHE PRESSE Nr. 7* |3SS®S0®S TS CHECHO-SLOWAKEI. 00000®00 Aufruf. Die ״Cfeewra Kadteetar der orth. isr. Kultusgemeinde In. BfatjsJava schreitet zum Neubau des iiidischenSpJtals. In kürzester. Zelt soll mit einem Kostenaufwand von 2.5 bis 3 Millionen tscb. Kronen ein modernes, dem Fortschritte der medizinischen Wissenschaft und den rituellen Anordnungen vollkommen entsprechendes Krankenhaus entstehen, wo kranke Juden Heilung und Trost finden sollen. Seit Jahren ist der Mangel eines solchen Krankenhauses in der Slowakei fühlbar und erachtet es die ״Chewra Kadiscba“ der orth. isr. Kultusgemeinde in Pressburg, die seit 150 Jahren eia Spital erhält, für Ihre Ehrenpflicht, diesem Uebel abzuhelfen. Durch die beispielgebende, edelherzige Unter- Stützung der ofth. isr. Kultusgemeinde in Bratislava und des ״American Joint Distribution Commitee** ist die Hälfte der erforderlichen Baukosten bereits gedeckt Um den ganzen Betrag aufbringen zu können, wendet sich die ״Chewra Kadischa“ an sämtliche jüdischen Gemeinden und heiligen Vereine der Tschechoslowakei, mit der Bitte, dieser Aktion ihre weitestgehende materielle Hilfe angedeihen zu lassen. Die Krankenfürsorge Ist eine der heiligsten Pflichten, in deren Erfüllung jede Gemeinde wetteifern sollte. Leider ist auf diesem Gebiete ln der Slowakei sehr wenig geschehen. Jüdische Arbeiter in Amerika haben sich mit ihrem Taglohn an dieser Sammelaktion beteiligt, um ihren kranken Brüdern und Schwestern in Europa zur Seite zu stehen, umsomehr müssen wir alles aufbieten, um das heilige Ziel, die Errichtung eines modernen jüdischen Krankenhauses in der Hauptstadt der Slowakei, verwirklichen zu können. Die altehrwürdige Pressburger jüdische Gemeinde war stets eine Stätte von musterhafter Opfer- Willigkeit und Sinn für Thora und Wohltätigkeit, keine Gemeinde der Slowakei verabsäume es, an dem Ausbau einer sö eminent wichtigen jüdischen humanitären und kulturellen Institution mitzuärbelien und unbeschreiblichen Jammer, drückende Not, körperliebes und seelisches Elend unserer kranken Brüder und Schwestern lindern zu helfen. Die Namen der Stifter des Krankenhauses werd4n an einer. Gedenktafel verewigt. Keine jüdische Gemeinde, keine Chewra Kadischa der Tschechoslowakei darf auf dieser Tafel fehlen! Diese Tafel sei ein Symbol der Solidarität und Zusammengehörigkeit der gesamten Judenschaft in der Tschechoslowakei und ein Zeichen dessen, dass das jüdische Herz nicht erstarrt ist, das jüdische Gefühl nicht aufgehört hat. Der Dank unserer kranken Brüder und Scliwe- Stern sei der Lohn eurer edlen Tat. Juden der Slowakei, tuet eure Pflicht! Der Vorstand der orth. isr. Kultusgemeinde. Sämtliche Zuschriften sowie Spenden sind m richten äh die ״Cihewra Kadischa“ der orth. isr. Kultusgemeinde in Bratislava, Turne rgasse Nr. 14. Der zionistische ״Sieg** in Prestany. Zu dem auch von uns in der vorigen Nummer gekennzeichneten unwahren Bericht in den zionistisehen Zeitungen über eine angebliche ״Eroberung“ der orthodoxen Gemeindestube in Prestany durch die Zionisten veröffentlicht ׳nunmehr der neugewählte Gemeindevorstiand selber im Bratislaväer ״B. Z. am Abend“ folgende Erklärung: ״Unwahr ist, dass die Zionisten •in grosser Majorität in die Gemeindestube eingezogen sind. U nwahr tst, dass von irgendeiner Seite ein angeblicher Beschluss der orthodoxen Landeskanzlei, dass ein Jüdischnationaler •kein Mandat bekleiden darf, verbreitet wurde. Unwahr ist, dass 90 Prozent der Gemeindemitgl'ieder die Art der Ausübung des Vetorechtes auf das tiefste verurteilte. Wahr ist, dass von der aus 13 Mitgliedern bestehenden Repräsentanz zumindest 10 offen als N i c •11 t Zionisten und und N i c h t nationaljuden sich erklärten. ׳Wahr ist ferner, dass sich der Hauptwiderstand der religiösen Kreise gegen das Streben der Zionisten gerichtet hat, die in ihrem Klub gefassten Beschlüsse, die jüdischnationale Politik in die Gemeindestube liineinzutragen, aufzuoktroyieren; dies war der Grund, dass die Wahl -sistiert wurde, •und nachdem die grosse Majorität dei Gemeinde diesen Widerstand vollkommen gebil- 1 i g t hat, konnte die Wald ruhig diurohgeführt werden. Im Namen des Vorstandes: Hugo Ponger m.p., Präses; Moriz Singer m. p., Vizepräses.“ Erstaunlich bei der ganzen Sache ist nur die Kühnheit, mit der die zionistischen Zeitungen ihre Leser hinter’s Licht führen konnten, obwohl sie doch wissen mussten, dass der wahre Sachverhalt bald bekaunt. werden würde. Kabbi Benzion Jadler in Bratislava. Am ש״ק פרשת תתמה hielt Rabbi ©emzion Jadler ih deT ״,Schiur-Stube“ vor einem zahlreichen Publikum eine Deroschoh, die vo*n den Zuhörern mit grossem Beifall auigenomraen wurde• Sonntag den 5. Adar weranstaltete das Lokalkomitee für Erez J'isroeJ eine grosse Versammlung im Turnsaal der orthodoxen Gemeinde. Rabbiner Jadler entwarf ein Bild der furchtbaren Not, die unter dien Mitgliedern des כולל in der. heiligen Stadt Jerusalem herrscht. Er schilderte die Lebensverhältnlsse der Talmidiel Chachomim, der 1Witwen und Waisen •nach Männern, die ihr ganzes Leben Im Erforschen der תוח״ק, in תפלות für das Wohlergehen des כלל ישראל verbracht haben und seine Worte erschütterten alle Anwesenden aufs tiefste. Als ein Mann, der mit den Verhältnissen in Ere!z Jisroel!(!Rabbiner Jadler ist in Jerusalem geboren1!) genau vertraut ist und zu den führenden Personlichkertendes ׳ כולל שומרי החומות$ei!t Jahrzehnten die engsten Beziehungen unterhält,!hatten seine Schilderungen die!Wirkung des unmittelbar Erlebten• Während!dieser Vortrag ausschliesslich die Menschen des heiligen Landes zum Gegenstände hatte, kündigte er einen zweiten Vortrag an, in welchem das Land selber behandelt werden soll. Vor allem müsse dafür gesorgt werden, dass die Menschen, •die dort leben, vor dem Hungertod bewahrt und in menschenwürdige wirtsahaftilidhe Verhältnisse gebracht werden.!Dann erst könne man daran schreiten, das Land selber wieder aufzurichten und planmässig im Sinne der תוה״ק als heiliges Land des gesamten •jüdischen כלל zu besiedeln. W i e der erste Teil •dieser •dringenden Aufgabe durdflgefährt werden und wie jeder einzelne Jude des Landes dlaran An- •teil •nehmen sollte, darüber geben die ת'ק נ ו ת des כולל und die Bestimmungen für die Rabbi Meir Baal Haness- Büchsen genauen Aufschluss. Der Redner wirft der grossen!Menge der Juden Nachlässigkeit gegenüber ihren׳ Brüdern im heiligen Lande vor und ermahnt sie mit eindringlichen דברי כבושי!zur Erneuerung •ihres Interesses an dem Gedeihen •des כולל. Sein Vortrag gipfelte in der Aufforderung, ׳jeder J u •d e i m ח ו ״ ל sollte — in gleicher Weise, wie es selbst die Aermsten der Armen in Erez Jisroel auf Vorschlag' von Rabbi Chajim Sonnenle id הי״ן für die Hungennden in Russland getan haben — die Verpflegung eines Juden! in Erez Jisroel an einem Tage der ׳Wo-che auf seine Kosten übernehmen. Die Idee •fand ungeteilten Beifall und viele zeichneten ihre Namen in die im Saale aufgelegten Listen ein. (Rabbiner Benzion Jadler hat unseres Erachtens mit diesem Vorschlag einen Weg gezeigt, wie der Not unter den Angehörigen des unseres כולל auf die Dauer gesteuert werden könnte. Der Vorschlag w1׳rd ohne Zweifel in den weitesten^Kreisen •gern akzeptiert werden. Wer noch Sinn dafür hart, wa# 6 יs für!das Judentum bedeutet, dass ene jede Landsmannschaft dafür sorgt, dass Sn der heiligen Stadt eine möglichst grosse Anzahl von חלמירי חבמים ungehindert durch materielle Not על התורה נעל העבודה in Heiligkeit leben kann, wird gern die Verpfliohtung eines solchen ״Kosttages“, auf sich •nehmen, selbst wenn er selber sich dadurch an diesem •Tage der Woche in seinem Verbrauch eieje. ."Einschränkung auf erlegen müsste. Rabbi Jadlers Idee kann im ganzen Lande bei den ׳ יראי השםund besonders be( den Anhängern der Agudas Jisroel auf Beifall rechnen. Aber eine Voraussetzung darf dabei nicht ausser acht gelassen werden: Die Gäbboim des כיו ל ל müssen auf dem Posten sein.. Sie müssen! mit z w e c k d 1 e n 1 i c h e n Propagandaimitteln arbeiten und unausgesetzt a u f kl ä r ende Arbeit leisten. Es müsste eine Bewegung zugunsten der Jadlersdien •I׳dee in Fluss gebracht werden und׳ die angesehens t e n Rabbiner und tüchtigsten Gabboim sind gerade gut genug, um an die Spitze dieser Bewegung zu treten und sich mit ihrer ganzen׳ Tatkraft für die Verwirklichung der Idee einzusetzen. Dann, aber nur dann׳, ist der Erfolg sicher!) Braun- Aguda-Jugendgruppe ln Noye Zamky. Vergangenen מוצש״ק veranstaltete unsere Jugendgruippe eine wohlgeiungene iMelawah Demalka, •die der Aguda-Jdee zahlreiche Freunde zuführte. Die Herren Rudolf Telephon 57 “ 7 “ 7$ Dir bekannte Spezialist für individuelle Scheitel, Perücken Transformationen Brantfrisnrenausallerfeinstem dauergewellten Naturhaar Carl Polak Dameaf t׳iseu1* Wien, IV., Schletfmöhlgasse 3 liefert obige Artikel prompt und billigst für Inand Ausland & groi nad en dlt&ll. Bei Bestellungen von auswärts erbitte genaues Hasrmuster und Angabe des Masses von einem Ohr zum anderen. ——— Kostenlose Vorführung der neuesten Modelle. .־• Beachten Sie gefälligst die Hausnummer 3 Fleischer., Heinr. Schwalb; Adolf. Schulz, Mfkl. Silber mann, D. Krojnik, Adolf Ro sin ge r und Samu Löwy ju!n. erfreuten die Gäste mit schönen Diwrej• Thauroh. Tiefen Eindruck machte besonders, die Rede des- Herrn Sekretärs Schwalb über, die Ziele der Agudas״ und die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der orthodoxen Jugend. Herr Präses Tel'tsch dankte den •Anwesenden für ihre bisherige Tätigkeit und forderte sie auf, auch weiterhin mit gesteigerten Kräften für die Ideale der Agudas Jisroel ziu wirken. Audi dieser Abend legte Zeugrois von dem Aufschwünge der Jugendgruppe ab, deren Mitgliederzahl während der letzten Wochen ein ׳stetiges; Anwachsen aufweist, und die /Begeisterung in ihrer Mitte• bietet für eine fruchtbare Arbeit Gewähr. Aufschwung in Lucenec (Losonc). Der vergangene Sohabbos Schiroh trug bei ums ein besonderes Festgepräge. Unser verehrter Herr Rabbiner Hilel Unsdorfer verastaHete einen C h •i!n u c h Sei er Tora, an dem nicht nur seine Gemeinde iim engeren Sinne, sondern auch eine grosse Schar von Verehfern und Freunden der Thora, sowie die Eltern des• Herrn Rabbiners und andere Gäste teilnahmen. Am Freitag abends und zur מעודה שלישית waren alle Gemeindemitglieder zu Tische geladen׳, wobei man eine Menge der gediegensten Diwrej Thauroh zu hören bekam. Beimdeinen“ am Schabbos wurden zirka tsch. K 1000 zugimsten der T almudMThora-Gh ew׳r a gespendet. Das schöne דמלכה H^D-Fest galt zugleich einer zweiten Feier, nämlich dem S'ijum auf מסכת ביצה durch die Schüler unserer Talmud Thora-Schule unter Leitung unseres Lehrers R. Jekussiel Klein. Nachdem Herr Klein den; Kindern diie letzten Zeilen• der Masseohto und den Hodiron vorgetragen hatte, ergriff unser Herr Rabbiner das Wort־ zu einer herrlichen Festrede. Er be grösste unter den Gästen im besonderen jene Mitglieder der Talmud Thora, die der Gemeinde nicht angehören und aus Verehrung für die alfijüdischen Lebensideale zur Erhaltung einer Stätte, in der für die Erhaltung der Thora gesorgt wird, beitragen. Der Herr ׳Oberrabbiner benützte die Gelegenheit,- 11m einen weiteren Kreis auf die Bedeutung der Talmud. Thora und der Jescbiwa in zum Herzen gehenden Worten aufmerksam zu machen und dankte dem verdienstvollen Lehrer, durch dessen Mitwirken auf deim Gebiete desorthodoxen! Gbinuch •das Judentum in einer Gegend einen Aufschwung z!um Besseren nimmt, wo noch vor ganz kurzer Zeit alles verwüstet schien. Tiefen Eindruck, machte die Rede des Vaters unseres Oberrabbiniers und alle anderen Reden ,trugen viel zu der gehobenen Stimmung bei, die am ganzen Abend .herrschte ׳und zu reichlichen kpenden anregte.. £s spendeten u. a. die Herren Löwy und' N. .1. Kolm je tsch•.K. 500, IH. Engel, Szüsz und Keletije je 200, Ju'dkavics?50, Gansei 150. Zum Schlüsse sprach nochmals, der Herr Rabbiner und begeisterte seine *Hörer für echte ofhodoxe Jödischkeit. Der Talmud Thora-iVerein spricht auf diesem Wege dem Präsidium der Chewra Kadischa und allen ׳denen, durch deren Mithilfe diese schöne שעודה של מצוה zustande gekommen ist, seinen Dank aus. Talmud Thora in Presov. Am 27. Jänner fand hier die ordentliche Jahresver- Sammlung in Verbindung mit einem &ij!um-Feste der Schüler und einer Festmahlzeit der Mitglieder statt. Eingeleitet!wurde das Fest mit denn Sijum auf ׳ מלקותDD in der 2• Schulklasse durch den Lehrer Herrn Rafael Lichte wobei alle Kinder schöne Diwrej Thauroh zum Vortrag brachten. Herr Vizepräses Hermann Willner dankte sowohl dem Lehrer als auch den Kindern für den guten Lehrerfolg und eiferte die Schüler zu weiterem fleissigen Lernen an. In!der Generalversammlung erstattete Präses 'Herr Simon Möller im Rahmen einer wohldurchdachteit Ansprache den Jahresbericht. Er hob mit Genugtuung die zufriedenstellenden Resultate der Schule hervor und’ gab der Hoffnung Ausdfruck, dass die Schule die :finanziellen) SChwierigkeitern, mit denen sie immer noch zu ringen habe,!bald :überwinden möge, wie sie sich auf erzieherischem Gebiete trotz aller Kämpfe bereits in die erste־ Reihe der Talmud Thora-Schulen׳ emporzuringen vermochte.!Die hierauf vorgenommene Neuwahl ergab״ folgendes Resultat: Simon Möller (!Präses), fi. Willner (!Vizepräses), Jul. Eisenstädter (Kassier), Heinr. Steinlauf (!Kontrollor), N. Herz (Schriftführer), Isid. Friedmanm (Quästor)• Ausschussmitglieder: David Guttrmann, Sam. Reiner, Sam.!Wiahrmann, D. 'Mülle^ Ignaiz Bunzil, Mor- Pähnier, C'h. Lauer, Ad. Fränkel, Herrn. Weisz, F. Kohn und H. lOrtner. Ersatzmänner: Sam. Leuchter, Simon Lenz- Die hierauf stattgefundene חברה סעודה verdankte' ihren glänzenden Verlauf der mühevollen und selbstlosen׳ Arbeit des Kontrollors Herrn Heinrich Steinlauf und seiner Gemahlin, ׳die sich auch sonst um die Ez Chajim- Schule grosse Verdienste erworben haben. Im vorigen Jahr schenkten sie der Schule ein ש״ם mit רי״ף und jetzt stifteten sie ein schönes ר 1 ב ת D für das ״♦ארון הקודש Während der Mahlzeit hielt der neuerwählte Vereinsrabbiner der ש״ם חברה R• Mosche Fischer eine meisterhafte Rede, die tiefen Eindruck machte. Es sprachen noch beifällig aufgenommene Diwrej Thauroh der ver-־ ehrte דיין unserer Gemeinde R. David Neuwerth, Herr Jizehök Friedmann. Es wurden infolge der Be•^ mühungen unseres חזן Herrn Chajim Lauer tsch־~ K 1790 für Vereinszwecke gespendet.

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