Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 5 (1.2.1924)
- Date
- 1924-02-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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•Settt.35 imqnpm■;Nr. 5 JÜDISCHE PRESSE •schmutzigem Geschäft und rein seinsällend&T Ideo-; loyie awfsteWen zu wollen. Dass dies ein ׳echter Annerikatiis׳mus ist, d• h. eine von amerikanischen Mensehen akzeptierte Absurdität, ist. aber noch immer nicht Grund *genug, dass sich jüdische Zeitungen durch die Seuche der •Geldgier so beeinflussen .lassen, dass sie alle aiicht nur journalistische A׳nständägk׳edt, sondem׳ sogar de primitivste mensdhl'idi'e Pflicht!gegen sich selbst, die Selbstachtung, vergessen. Diese Tatsachen sind traurig und beschämend. Sie vergrössern die Zahl der Beweise, wie europäischamerikanischer Geäst dein jüdisdlten .Organismus und der jiidiidhen Mentalität schadet. Der Abgrund, deT sich im Anblick solcher grenzenloser Verirrungen bietet, ist wngeheuer und gross genug, utn alle jene von der Richtigkeit der Anschauung zu überzeugen, dass der Kampf gegen das AlttraditioneHe im Judentum für dasselbe mörderisch ist• Wenn sich die Seuche mit Hilfe der jüdischen Zeitungen fartpfLanzen wird, so ist es sicher, dass der jüdische Volksorganäsmus, nach grauenhaftester Zersetzung, derselben nicht standhalten wird. Es ist die Pflicht der gesamten europäischen sowie a m e r i k a n i s c •h e.n j.üdiis c h e n P r e ss e, G e g e u m i tt e 1 zur Anwehdung zu brin- ■gen. Die Wahl! der Mittel sowie ihre Anwendung wird Berufeneren überlassen. Wir können nur •mit aller Energie zur raschen, entschlossenen Tat aufrufen. ES geht um die Ehre der jüdischen Presse der ganzen Welt. ötesen in!Russland. Man “muss altes, ohne Ausnahme ’ alles, stehen lassen und das russische Judentum,das laug- : sam mit Stumpf upd Stil aujgerottet wird; •vor dem Unter- , gange zu retten versuchen. Die Woche. Konstantinopel. Die gesetzliche feiertagsruhe ist soeben durch die Angora-Versammlung verkündet worden. Darnach müssen christliche und jüdische Geschäftsbetriebe, die für gewöhnlich am Sonntag, bezw. am!Sonnabend geschlossen sind, auch an dem mohammedanischen Ruhetag stillestehen, wenn sich deren Inhaber nicht strafbar machen wollen. Oie!jüdischen und christlichen Gemeinden haben jn einem Memorandum an d׳ie!Regierung gegen •die Anwendung des Gesetzes protestiert. Warschau.!Wie verlautet, ist der wegen der Pogrome seiner!Banden berüchtigt gewesene ukrainische Führer Potijura, 'begleitet!von einer zahlreichen Gefolgschaft, nach Ungarn •geflohen. Er hatte ׳die Absicht, sich nach Prag zu begeben, das tschechoslowakische Konsulat hat ihm jedoch das Visum verweigert•, Washington. Während sich im!Senat der Vereinigten Staaten kein: Jude •befindet, sind im Repräsentantenhaus 10 Juden, von denen 5 Demokraten(, 4 Republikaner und 1 Sozialist ist. Kowno. Seit einiger Zeit hält sich der bekannte^japanische Gelehrte, UniiversRätsprofessor •in Tokio, Kern Jarna, in Litauen auf, •um Material für ein grosses Werk Die Reise des fierer Rebben. Alexandria. (A. J. P. B.)!Der Gerer Rebbe und seine -Reisegesellschaft wurde bei der Landung von einem Komitee und von Vertretern der Palästina- Express-Company erwartet und empfangen. Die :Reisegesellschaft wurde von der vorgeschriebenen Quarantäne befreit. Am Abend desselben Tages wurde die Reise nach Erez Jisroel über Lud fortgesetzt. Die Ankunft des Gerer Rebben in Erez Jisroel. Jerusalem. (A. J. P. B.) Der Gerer Rebbe und seine Reisegesellschaft sind in Erez Jisroel eingetröffen. Schon •in Lud sind zahlreiche Chasidin entgekommen, um dem Gerer Rebben und die illuistre Ge- Seilschaft beim Eintritt ins heilige Land wärmstens zu begrüssen. Auf der ganzen Strecke bis nach Jerusalem wurde die Gesellschaft auf den Bahnhöfen von den herbeieilenden Ortsinsassen begrüsst. Am Bahnhof in Jerusalem erwarteten Jiunderte von Chasidim die Räfrbeim; die englische Regierung entsandte eine Polizeiabteilung, die die;Ordnung aufrecht erhielt. Im Wartesaal des Bahnhofes erwartete an der Spitze des gesamten sephardischen Rabbinates Oberrabbiner Chaim Sonnenfeld die Gäste. Die feierliche Begrüssung der Rabbeim übte auf die Anwesenden einen überwältigenden Eindruck aus und löste ge- ״wattigen Enthusiasmus in der Menge aus. In Begleitung ־der Rabbiner und der Vorsteher der Aguda in Jerusalem wurden die Gäste in Automobilen in das Hotel Jerusalem!begleitet, wo der Gerer Rebbe sein Quartier aufgeschlagen hat. Vom Tage @@© Pogrome in Russland. Aus Sowie tru!sslan׳d wird folgende Nachricht •ge- •meldet: ,iln der 1Sowjetukraine sind Judenpogrome ausgebrechen,Die Sowjetregierung ent-sendete ׳in .die betreffenden Städte jüdische Regimenter, um die Ruhe wieder herzustellen. Nach dem Tode Lenins herrscht unter den Juden der Sowietukraine allgemeine Pogromfurcfot. In den letzten Tagen haben 'fast alle Juden •Odessa verlassen.“ Die Naahrtoht ist bisnun •noch nicht bestätigt worden. Wie -•zynisch und abscheulich es auch klingen mag, dif Tatsache neuer Pogrome empört uns nicht so stark als die Tatsache, dass der Ausbruch •dieser Pogrome in •irgendwelcher Be- Ziehung steht mit dem Tode Lenins. Wir halben bei der Nnahiiaht vom •Tode •Lenins -der Befürchtung Ausdruck gegeben, dass be!i einem Regimewechsel die Lage der Juden׳ eine-katastrophale sein •wird. Die traurige Richtigkeit dieser Behauptung ist rascher ,bewiesen worden, al׳s man erwartete. Es genügte bloss die Nachricht!vom Tode Lenins, -damit die von den revolutionären Beglückern geknechteten Volksmassen hierin ein-Zeichen eines System Wechsels sehen sollen und für ihre .Rache das am nächsten liegende Objekt, die Juden, zu wählen.!Der Eintritt Lenins in. die Geschichte Russlands war •von Judenmassakers begleitet; sein Tod ist wieder äusserer Anlass-und Anstoss für Judenpogrome. Die traurige •Tatsache, dass fast jedes politische Ereignis •in Russland in den letzten Jahren von Judenimterdrüakung begleitet wird, •sollte endlich •die Aufmerksamkeit •der jüdischen iQeffentl'ichkeit •der ganzen Welt auf sich richten. Wohl gibt es heute im •öffentlichen jüdischen Leben tausenderlei wichtjge .Angelegenheiten, die das •Interesse für sich in Anspruch nehmen müssen. Doch hier gehen Dinge vor, die das getarnte .jftdkche Volk bedrohen. Man komme nicht mit dem Argument •von der Machtlosigkeit .gegenüber den Verhältüber das nationale und kulturelle Leben der Juden zu gewinnen. Professor Jarna arbeitet im jüdischen Ministerium,!besucht die jüdischen Anstalten und Organisationen und zeigt!besonderes Interesse für die religiösen Aeusserungen des JüdIschen Lebens in den verschiedenen jüdischen Volks- Brautausstattungen Billigste Einkaufsquelle in Leinen- und Damastwaren, Chiffone, sowie in Taschen- und Tischtüchern etc. Leopold Lederer stiege 5 (nächst Salzgries), Telephon 66-371־ Osterzucker. Die Velkd äuränyer Zuckerfabrik und Raffinerie A.-G., Velkä Suräny, erzeugt auch heuer raffinierten Oslerkristallzucker in Säcken und Kartons unter persönlicher Aufsicht des SuT&nyer Oberrabbiners 3. Frey. Genannte Fabrik erzeugt seit m-hr als 60 Jahren Osterware, und zwar unter strenger Beobachtung der seinerzeit durch Oberrabbiner Fh. Pl&uth s. A. eingefflhrten rituellen Varschiiften. Bestellungen werden durah die hiezu autorisierten Agenten der Surdnyer Zuckerfabrik und auch durch die Fabrik direkt entgogengenoramen. iilMÄ Ü *l&i rrr AmrLTii J-IrTj—״*** * ■ •——-—ן «•*•«•*^*^*** Per licken aus dauergewelltem Natrthaar, garantiert unsichtbar im Tragen, liefert kurzfristig Wien, 1. kreisen. Professor Jarna tot auch schon andere (LÄnder 1zu demselben Zwecke besucht und wM die wichtigsten Zentren aufsuchen, ־um ein mögHcfost genaues, auf eigener Auschauung beruhendes Material für »ein Werk zu eriaugm. Paris. Der Londoner Korrespondent des ^Intransigeant“ telegraphiert seinem Blatte, dass laut einer Meldung *aus Amman, der Hauptstadt Trainsdandaniens» König Hussein von iHediias in der Nähe van Petra von Wahablten Über- (fallen worden ist. Der U eberfall wurde von der Eskorte des Königs abgeschlagen. Tunis. Wie uns berichtet wird, ist in Sottet!(*Marokko) der -jüdische Gelehrte Rabbiner Daivkl Chadida gestorben. Rabbiner Chadida Ist der Vater der •Brüder Ghadida •fat Casablanca, die Herausgeber der angesehenen jüdischarabischen Zeitung ,Licht aus Marokko“ sind. BrUssel. Grand!Rabbiner E. Ginsburger wurde nach einer Meldung des Brüsseler ״Soir“ zum Grossrabbiner von Belgien gewählt. Die Wahl bedarf noch der Zustimmung des Zentrailkoirsistoriurns, an der nicht gezweifelt wird- ® NACHRICHTEN. © Oesterreich. Ein jüdisches Asyl für Obdachlose in Wien. Wien. Im Sitzungssaale der Israelitischen Kultusgemeinde fand dieser Tage die Neukonstituieriung des Vor- Standes des Jüdischen׳ A׳sy;l1־Vere׳ines statt. Zum Präsidenten wurde Professor 1Dr.!Max Eisler gewählt. Von den Rednern wurde hervargehaben, dass mit Rücksicht auf die herrsehende Wohnungsnot die Errichtiung eines •jüdischen Asyls für •Obdachlose ehestens in Angriff zu nehmen׳ sei. Man geht •nun daran, •bis zum Neubau eines Asyls ein Objekt zu pachten׳, in welchem schon in den׳ nächsten׳ Wochen das Asyl provisorisch untergebracht ׳werden kann. Die ־not- •wendigen •Kapitalien sollen durch Zeichnung von unverzinsliohen Anteilscheinen aufgebracht •werden׳. Die Abreise des Hamburger Kindertransportes nach Deutschland. Wien. Dienstag abends ist der Kindertransport •aus Hamburg, der im Tedesko-Heim in!Baden bei Wien untergebracht war, nach sediswöchentlichem Aufenthalt!zuTüök nach Deutschland abgereist. Der Erfolg der Er!höiungs®elt war für sämtliche Kinder ein glänzender. Um •diesen Trans- Port haben sich eine ganze Reihe van Damen und!Herren besonders verdient gemacht. Frau Kommerzialrat Bond i, die Leiterin •der •ganzen Aktion hat׳ •unermüdlich für das Wohl der Kinder gesorgt. Frl. Ei ebner, die die Aufsicht über die Küche •geführt hat, hat durch ihre unermüdliche •Arbeit auch •bei der Abreise der Kinder grosses Verdienst erworben. Ebenso hat die Gemeinde Baden •und besonders die Herren A •f f«e irk r a 01׳ und <H 0 f b a u e r um •diesen Kindertransport besonders -viel geleistet und ständig 1das Wahl der Kinder im Auge behalten. Die Barizwahfeier meines deutschen Jungen •wurde von Herrn und FrauHofb a4»e r auf das •Schönste vorbereitet und arrangiert, Herr Ho-f- •bauer hat den täglichen G-tfcesdienst geleitet. Medizinalrat!Dr. Schreiber hat sich ln zuvorkommender Welse *für die ärztliche Behandlung und •tägliche Inspizierung -des Heimes während der ganzen Dauer des Aufenthaltes •zur Verfügung gestellt• Die •Leiter des •Heimes, .Erl. .Anisba<0>he1r, (Hebenstreich und Dr. Schlesinger haben •während der ganzen Zeit! sich •vollkommen dem guten *Werke gewidmet. Die Abreise gestaltete -sich äusserst herzlich■ (Die Kinder, die sich hier >w׳ie zu Hause ,gefühlt haben., haben den Wunsch geäussert, bald wieder die •Müg- Uchkeit zu haben, in Wien einige Wochen zu verbringen. Abschiedsfeier für Levi Jlzchok Kahme. מ״שנן פ׳ יתרו veränstaltten die Zedre Agudas JtSTOel als Abschiedsfeier zu Ehren •Ihres auf einige Monate nach Amerika reisenden Vorstandsmitgliedes Herrn Lev Jlzchok Kahane eine Melawe Malke, die in angeregter,Stimmung und in ganz ungezwungener Iteim bis ln die •späten Abendstunden dauerte. In seiner Abschiedsrede hob Herr Kahane besonders hervor, dass er es als seine wichtigste Aufgabe betrachte, auch in Amerika alle seine Kräfte für Agudas Jisroel, besonders aber für deren Erez Jilsroel-ArbeK einzusetzen. LU Ungarn. Die ungarische •Regierung für die Einberufung *eines Jüdischen Kongresses. •Budapest. {J. T. A.) In Kreisen der!ungarischen Regierung ׳wird jetzt •der Dian erwogen, einen Kongress der Juden Ungarns einzuberufen, in welchem Orthodoxe und :Neologen zusammen verhandeln sollten׳. Die ungarische Regierung •strebt eine Revision der Beschlüsse des.jüdischen Kongresses vom Jahre >1867 und 1868 an und sie wünscht die!Schaffung einheitlicher jüdischer Gemeinden. In Kreisen der Neologen stehlt man diesen׳ Rgierungsbestrebungen ablehnend gegenüber:, indem eine Einmischung in die inneren jüdischen׳ Angelegenheiten nicht gewünscht wird. Aus orthodoxen Kreisen liegt׳ bis jetzt noch keine Aeusserung vor. Jufloiiawun. Subotica. Am 20. Jänner fand die ordentliche Gene• ral׳versammlung des ßelbstbildungsve reines konservativer 'Richtung der jüdischen Jugend in Subotica 1statt. Der Präses, (nächst dam Stsftnapdatz, -um ■dte Ericp)