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Jüdische Presse · 1924-01-25 · 4 (25.1.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
4 (25.1.1924)
Date
1924-01-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 4 JÜDISCHE PRESSE Seite 29 Obmannstelivertreter Robiitschek und die Herren Klein und Freud-er der hohen Befriedigung Ausdruck verliehen, die?Me Mitglieder des!Vereines angesäfchts!der Tatsache erfüllte, dass!ACbdus Jiisroel durch Lernen u!rid Förderung •der Thora eine geachtete Stellung unter den orthodoxen Bethaus-!vereinen einnimmt. Das Zustandekommen des Festes hst das Verdienst der!Herren Schön, Stern, Reiohner, Klein und ■Mayer. ׳Die Versteigerung des Benschen!hat für Keren liatauro K 11,500.000 gebracht• Baden. Vergangenen Sanis tag fand im Tedesco-Hewn in Ba'den, in dem ׳jetzt Kinder ׳aus Deutschland duroh die Agttdah untergeb rächt sind, die Bar-lMiiz wah-Feier etaes Pflegeknaben statt. Die Leitung des Heimes hat alles bereitgestellt, um das Fest des Gastes ■aus Deutschland erhebend zu gestalten. Die Spitzen der jüdischen Gemeinde mit Herrn Oberrabbiner Reich nahmen an der Feier ׳teil. Es spradien unter vielen anderen, Oberrabbiner Reich und Doktor D e u t s c h 1 ä n d er.!Alle Kinder des Hekmes erfreuten sich an diesem Tage in besonderer Weise, so ■dass er eine schöne ׳Erinnerung für den Bar-Mizwah und die übrigen Kinder bleiben wird. Polen. Ein Zirkular des!Ministeriums des Aeusser.n an die panischen Konsulate im Auslande gibt bekannt, dass die Sogenannten ,,rituellen Ehen“, das sind solche, die nur ׳auf Grund einer religiösen Trauung durch den Rabbiner ohne!rhiistandsrechtlich e (Beglaubigung eingegamgen worden sind, in Polen für ungültig gelten. Die Kinder aus solchen Ehen sind‘ daher!als unehelich zu betrachten und dürfen im ■Pass nur ׳den!Familiennamen der ׳Matter eingetragen erhalten. Der Familienname des Vater kann von solchen Personen nur auf dem für Namensänderungen vorgeschriebenen Rechtswege erworben ׳werden. Gleichzeitig schreibt das Zirkular vor, strengstens darauf zu achten, dass die Schreibweise der jüdischen Familiennamen identisch bleibt ml׳: derjenigen im Geburtsschein und keinesfalls unbefugteriw eise ״verpolnisdvt“;wird. Der WHnaer Stadtrat und die Sonntagsarbeit. ׳Warschau. Der Wilnaer Stadfrat hat den Beschluss gefasst, den jüdischen׳ Werkstätten die Arbeit am ,SomTtag zu gestatten, ׳ungeachtet des vor kurzem auch für den Wiina-Dis)i׳r׳ikt in Kraft getretenen obligatorisclien Sonntag srubegeset'Z e s. R1!1tnni«n. 6000 jüdische Fliicht inge haben Rumänien verlassen. Bukarest. (J. <T. A.) Wie der J. T. A.-Vertreter erfährt, haben von Mai 1923 bis Mitte Jänner 1924 6000 jüdisehe Ffüahtliugc!aus der Ukraine Rumänien verlassen. Die!rumäsnisdhe Regierung ■enwariet, dass bis Bilde Juni dieses Jahres alle jene Flüchtlinge, ׳die keine Verwandten in Rumänien besitzen), das Land verlassen׳ haben werden. Nachdem die Einwiandenungsquote ׳nach Amerika für Rumänien ׳bereits voll geworden ist, h׳a׳t die rumänische Regierung verfügt, dass bis auf!weiteres kein Flüchtling aus Rumänien, insbesondere auch nicht aus Bessarabien, evakuiert ,werden soll. Die!Behörden sind!angewiesen worden, den 1i׳m Lande noch weilenden Flüchtlingen provi- •sor'sdte Aufenthaltsbewilligurrgen auSfzustel'len. Ukraine. Schwere Ausschreitungen gegen Juden und Kornmunisten in der Ukraine. Berlin. (J. T. A.) Das Sozialdemokratische Hauptorgan *Vorwärts“ bringt einen eigenen Draihtberidiit aus Charkow, 15. Jänner, der wie folgt ׳lautet: I!n der Gegend von JeLisawatgrad, Korsurn, GoTfca und!Otviopal brachen schwere Unruhen aus,!welche gegen Kommunisten und' Juden gerichtet waren. 113 Juden wurden verwundet. Eine religiöse Tragödie in einem ukrainischen Städtchen. Kiew. (J. T. A.) Der Rabbiner des ukrainischen Städchens Tschernobyl, sowie fünf jüdische Bürger dies Städdhens wurden1!zu je sechs (Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie am dem neugeborenen Sohn eines jüdischen׳ Arbeiters gegen den!Willen und in Abwesenheit■ des Vaters die tBeschnöildungszeremonie!vorgenommen haben. Der Vater des Kindes, ein Kommunist, :war bei der Geburt abwesend und seine frommen Schwiegereltern benutzten die Gelegenheit, ihr Enkelkind nach jüdischem Gebot besonlneMien1 ׳zu lassen. Der nach einigen Tagen ׳zurückgekehrte Kommuni'Siti trennte sich deswegen von seiner Frau und erstattete ׳Anzeige gegen׳ alle Beteiligten. Das Gericht verurteilte nach längerer Verhandlung alle an der Zeremonie beteiligt!gewesenen! Personen,!darunter ,auch den Stadtrabbiner zu sechs Monaten Gefängnis. Später söhnte sich der Kindesvater mit seiner Gattin aus, diese selbst brachte!ihr Kind ,In den!Arbeiterklub und sagte: ,,Ich schenke ׳mein Kind der Revolution.“ Daraufhin wurde dem Kind'e ein anderer Name ׳beigelegt. י Russland. Zwangsarbeit für Talmudunterricht. In einem kleinen Ort des Gouvernements Hornel {Russland) sind zwei Melamdim zu 1 und 2 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden, weil sie Talmud- Unterricht an jüdische Kinder erteilt haben. Die zwei Melamdim wurden nebst anderen in diesem Orte bereits einmal im Mai v. J. wegen desselben ״Deliktes“ gerichtlich verwarnt. Hunderte jüdischer Kaufleute aus den russischen Zentren ausgewiesen. Riga. Rcisenjde, däe am 4. Jänner laius 'Moskau in Riga eimgetroffen ■sind!, berichten, dass ׳am!22., 23. und 25. Dezembe!r in den׳!Moskauer Strassen, Restaurants unld׳!Privat- ,häusern ausgedehnte Razzien staittgefunden haben. 916 Personen wurden zum Teil unter der Beschuldigung ׳der Spekulatiom und!des Handels m׳i׳t unerlaubten!Waren, zum Teil (453 ׳Personen), well sie in!Moskau ohne bestimmte Besühäftiguing!wohnen, sisfciert. 532 der Sisitiierten׳ ׳wurden sofort aus Moskau nach verschiedenen Orten!abgeschobem, der Rest ®oll erst später iausgewiesen!werden, sofern die Betreffenden nicht noch (vor Gericht gestellt werden müssen׳. Be'i dem grössten Te1i!l ׳der Arretierten) handelt es sich um jüdische Kaufleute, Agenten und Kommissionäre• Diese Razzien unld Sistierungen, die auch!i׳n Petersburg vorgekommen sein sollen׳, halben uniter der jüdischen Bevölkerung ׳eine ■gewisse!Panik Ihervorgerufen. Die politische Abteilung lässt verlauten, dlass diie Abschiebung ,,verdäch- ׳tiger Elemente“ fortgesetzt werden ■würde, so dass es besser wäre, wenn diese vorher frieiiwlillig aibziehen. Die jüdisch-kommunistische ׳Tageszeituing ״Eines“ versucht׳ ׳in einem Artikel die jüdische Bevölkerung ׳zu beruhigen, gibt ׳aber zu, dass ,unter den Abigesahobenen ״weit mehr Juden vorhanden sind, als es •dem Verhältnis zur allgemeinen Bevölkerung entsprechen würde“. 'Bei dieser Gelegenheit greift ״Ernes“ nochmals die ״jüdische!Bourgeoisie“ an und führt ׳aus, während!alles gegen die Note Ciunzons!an Sowjetrussland protestiert hatte, hätten die ״jüdischen religiösen Institutionen mit Rabbiner Mase!an׳ der ■Spitze vollkommen geschwiegen“. Die jüdischen Kommunisten vertreten!den Standpunkt, ■dass man sich zu der!Massnahme!der Säuberung Moskaus und Petrograds •von ׳״Spekulanten! und Konterbandisten“ positiv beziehen müsse, da ,,durch den ׳grossen Zustrom jüdischer Kaufleute ׳aus der Provinz der Antisemitismus :iim Wachsen beigriffen (ist“. Zahlen über die jüdische Bevölkerung Russland. Moskau. O. P. Z•) Der :in Moskau lerscheimende ״firnes‘« veröffentlicht folgende statistische Angaben über die!jüdische Bevölkerung Russlands: Von ׳dem!im ehemaligen! russischen Reich wohnhaft ,gewesenen Juden Sind nach dem ׳Wegfall de r Rand Staaten bloss 48,5 Prozent auf dem Te rritorium der!Sowjetrepublik verblieben, während die ■übrigen 315 Prozent sich a!uf die neuentstandenem unabhängigen Staaten! verteilen. Dals Verhältnis der!jüdischen zur nichtjüdischen Bevölkerung!im gegenwärtigen Russland beträgt bloss 2,4 Prozent, während es vorher 4,2 Prozent ausmachte. 'Während die Gesamtbev!Öliker׳u1ng Russlands in den rG ch Esther Tfirkl Schabse Weidenfeld 1e. Verlobte Wien, im Schwat 5681; I Telephon 78־7־57 שייטול D r bekannte Spezialist für individuelle Scheitel, Perücken Transformationen Brantfrlaurenaus allerfeinstera dauergewellten Naturhaar Carl Polak ",N Damenfpi8eap Wien, IV., Schleifmühlgasse 3 liefert obige Artikel prompt und billigst für In- und Ausland en groa and es ddtall. 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Bef dien Pogromen und amderwerifgdn: sind 70.000 Juden umgekommen, izhka 500000 invalid!geworden und etwa 200.000 ׳verwaltet. Der Plan einer jüdischen Bundesrepublik in Welssrussland auf gegeben. Riga. Der Plan •der Errichtung einer jüdischen Reipubltik Sm Rahmen der vereinigten SowSefrepubJiUcen Ist jetzt laufgegeben!worden. Dieser Entschluss ist wohl von der Erwägung ausgegangen, dass eine jüdische Bundesrepuebliik!zu sehr Anfeindungen von aussen ausgesetizt sein würde. Der Plan!ist zu der Zeit erwogen worden, als das Kommissariat der Nationalitäten ׳abgeschafft und die Bundes-iSowjetrepubliken auf territorialer Basis organisiert wurde.!Man wolle durah die Errichtung einer!)üdisöhen Republik erreichen, dass die!in gewissen Bezirken Weissrusslands, besonders in dem Distrikt rvon!Minsk, überwiegende iüdisclie Bevölkerung eine direkte Vertretung in dem auf!territorialer Basis gebildeten ׳Zentralrat erbauten solle. Zurzeit ,gibt1 es keine ׳speziellen jüdischen Vertreter in dem Rat der Volkskommissäre. Der Plan ׳eirner!jüdischen ßundesreipublik in Wetesnusisland wurde ,seinerzeit von den Volkskommissären Kamenoff und Stalin verfochten1. Moskau. Laut den letzten Meldungen der Gesellsdhaft ״Ort“ ha!t sich die Zähl der jüdischen Landwirte kl Russland von 50.000 'im Jahre 1913 auf 76.000 im März 1923 vermehrt. Der von den jüdischen Landwirten d!n Russ- :Land bearbeitete Boden umfasst 140.000 Dessjatötne. Allein im Odessaer Gouvernement bestehen 22 jüdische Kolonien mit 21.543 Seelen׳, die 57.084 Dessjatine Boden bearbeiten; ferner 128 Kollektiv-Siedlungen mit 5272 Seelen und 11.083 Dessjatine Boden; endlich 986 Einzelwirtschaften mft 4090 Seelen und 6336 Dessjaitlne Boden. Im ganzen׳ also 30.905 Seelen auf 74.503 Dessjatine Boden. In den westlichen! Gebieten (׳Wltebsk, Hornel, Smolensk und1 Weissrussland) hat sich die Zahl der jüdischen Landwirte in der nachtevolutionären Zeit mehr als verdoppelt. In der Wesrtiukraine bat sich ׳die Zahl jüdischer Arbeiter gegenüber der vorrevolutionären Zeit versechsfacht und) ist ständig im Wachsen! begriffen. Noch ihn 1Mär!z dieses Jahres waren dort 54 Kollektiv-Siedlungen .mit 14.408 Seelen und schon im Oktober dieses Jahres 100׳ Kollektiv-Siedlungen mit 30.000 Seelen. Auch im Odessaer Gouvernement haben sich m den letzten Monaten׳ einige tausend jüdische Landwirte neu angesiedelt, die vom der Regierung 6000 Dessjatine Boden! erhalten!haben. Im ganzen sind in den Jahren seit der Revolution in verschiedenen׳ Gouvernements etwa׳ 300 neue jüdische Kollektiv-Siedlungen mit zusammen 25.000 Dessjatine Boden entstanden. Amerika. Vorschlag über Zusammenarbeit des Misrachi und der Aguda. New York. (J. T. A) Gemäss einer auf der letzten Zusammenkunft des Exekutivkomitees ׳dler Union orthodoxer jüdischer Vereinigungen iim ׳Amerika angenommenen Resolution hat die Union an den Präsidenten der MisraChi- Organisation Rabbiner (Meyer Berlin und den Vorsitzenden der Agudas Jisroel 1A b r ׳a h al m G o 1 d s 1t e ׳i in sohriftlieh die ׳Aufforderung gerichtet, ein Komitee von drei Personen zu wählen, das ein Programm der Zusammenarbeit der jüdischen Orthodoxie!in Amerika ausarbettett soll. Die Union bietet sich als Vermittler zwischen den׳ beiden Organisationen an. Das neue Einwanderungsgesetz von der Kommission angenommen. — Eine Zweiprozent-Einwanderungsquote auf der Basis von 1890. Washington*!Die Einwiauderungs kommission des Repräsentantenhauses hat nach längeren 1Diskussionen! und nach Anhörung einer Reihe Delegationen, unter Ihnen auch /׳jüdische, das!neue Binwianderungsgesertz endgültig angenommen. Die Kommission beschloss, dem Kongress Voranschlägen, dass die Eipwianderungisquote auf zwei Prozent herabgesetzt ׳werden und auf der ׳Volkszählung des Jahres 1890 ■basieren! soll. Alle Proteste gegen die neuen Beschränkungen haben die einzige Wirkung gehabt, dass nahe Verwandte amerikanischer Bürger ausserhalb der Quote •einwandern ׳dürfen;• Als solche ׳Verwandte (werden angesehen׳: Frauen amerikanischer Bürger, sowie der en׳ Kinder untter 18 Jahren und deren Eltern über 55 Jahren. Man rechnet nun damit, dass!die Naturalisatiomsbetwegung unter den Juden in Amerika ׳breite Formen annelhmen wird׳. Auf diese Weise werden zehmtausenide jüdischer Emigranten als!nahe Verwandte d׳er Nafturalrslerten ungeachtet der Quote emwandern dürfen. Die VeTbesserungsvorsCh'läge dter jiüdischen Deputierten Dickstem und Celler!wurden mit grosser Majorität abgelehnt. Das Gesetz wird dieser Tagie vom Plenum des Kongresses behandelt und 1 wahrscheinlich endgültig ange» nommen werden׳, so dass es im Verlaufe des Februar Gültigkeit erlangen wird. Eine jüdische Delegation in Washington protestiert gegen das neue Einwanderungsgesetz. New York. Am 4. Jänner erschien vor der Efnwanderungskommission in Washington eine von Herrn Louis Mar- Zur Saison i Reiche Auswahl neuester Pelzmodelle in sämtl. Pelzarten — Pariser und ,Wiener Geschmack vereint — erzeugt nur ln eigenen Werkstätten unter persönl. Leitung des bestrenommierten Inhabers der Firma Nd» njnkn .H

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