Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 10 (1924)
- Issue
- 2 (11.1.1924)
- Date
- 1924-01-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2629891-2630051-2630053--1295-2633030- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 2 JÜDISCHE PRESSE Seite 13 ©03©0©©©000® NACHRICHTEN. Vom Tage Aus alter Erinnerung. Wärm man «•ine Strecke •eines steilen Weges zurückgelegt!hat, 1biiolct man wähl manchmal sehr gern zurück, ממס sich van ׳den Schwierigkeiten; ■die man überwanden hat, Rechenschaft \m!gehen. Es!ist ja wenigstens letzt das eine erreicht, dass entsprechend der jüdftscihen Gesetzes- Sitte dfc Knahen (beim ReHgiansanterrioht!bede-akten Hauptes sitzen dürfen. Auch das ist ,nicht ganz :leicht, •da es immerhin noch!unter •dien Religianslehreim pädagogische Genies gibt, die ein frommes Kind' deshalb verspotten. Wenn wir angesichts!diieseT Tatsache den Eltern den Wunsch ■nahelegen möchten, die Perücken nicht zu ver-!brennen, so beruht das aui faligen׳dem netten׳ Ereignis: Als vor etwa 20 Jai!1ren ein Ersuchen an das Direktorat einer 'Sdhiuile gerichtet wurde des Inhaltes, dass die Kinder heim hebräischen Unterricht das Haupt sich •bedecken dürfen; wurde es durch die Madiination des ReLfaionstehrers abschlägig Geschieden; Damals half man sich so, dass die Kinder frommer Eltern während der Reiigfonsstumde mit Perücken sassen. Wir wissen wirklich nicht, ob man nicht wieder zu diesem System Zurückkehren muss, •aber Sedenffialls sollte dieses Ereignis nicht vergessen werden, ,um zu zeigen, wie sehr dereünst unter Zuhilfenahme der staatlichen Miüttel das Gewissen der iThoratreuen׳ bedrängt wurde. Es ist wirklich einerlei1 dem Wesen der Sache nach, ob ein Religiiönslehrer •in Wien das Gewissen seiner frommen Schüler bedroht, oder ob ein Sowijetkomm'issär das Glieder Verbietet. Wir!wissen nicht, was!geschehen würde, wenn die Re'ldgianslehrer •an den staatlichen Anstalten!dieselbe Macht!hätten wie die Sowjetkümmissäne. Wir vermuten, ■sie würden zumindest einen Feldzug ׳gegen die Perücken!eröffnen und) •dieses dann als Kultur tat buchen; Miatn könnte sich auch überliegen, ob man!diese Perücken!nicht dem jüdischen■!Museum .׳efaverleiben sollte. Der Stein des Anstosses. Der;politische Sekretär der zionistischen Welt- Organisation :!ln London, Herr!L.!Stein, list •infoillge der Affäre SoloweiitsCbik aus dem geheimen• Dunkel der vielfach gerügten, ׳persiflierten, ׳von mancher!Seite energisch geleugneten iSekretärwiirtschaft innerhalb der zionistischen Organisation ,auf einmal vor die 0Öffentlichkeit getreten. Man hat nunmehr •nicht mit einem vagen Wort, nicht mit einer boshaften Beschuldigung, sondern rniit einem tebendigen Menschen zu tun!, dessen Verhalten Herrn!Dr. Solow׳aiczik, den1 ehemaligen jüdischen׳!Minister und das aktive MLglied! der zionistisdhen Exekutive bewogen hat,, mit grossem Aplornb aus der Leitung;auszutreten. Auf den laussenstehenden NiehtzioOTSten•!machen die Enthüllungen׳ von Dr. Soiloweitschiik einen deprimierenden Eindruck. Niiclnt etwa durch die Tatsache, dass die wichtig־ sten Ereignisse lim jüdischen Beben, deren!Wirkung auf die wirtschaftliche,!poiiliisahe und kulturelle Lage vieler ׳Miilfronen Juden von weittragendster Bedeutung :ist, durch anonyme und• wniverantwortlidie Kräfte beeinflusst werden; denn mag man über die zionistische Beamtenschaft denken wie man wall, sie hat unteir dem Kommando wechselnder und schwankender Führer, unter den schwersten Bedin- ,!gongen durch ihren Arbe!its1wdl11en und!ihren Ideafliisrmus für •die zionistische Bewegung mehr geopfert, als Selbst eine hohe Entlohnung dies verständlich machen könnte. Die Enthüllungen des Herrn Dr. Solaweitschik •machen auf den aaissensteheniden Beobachter deshalb einen peinlichen׳ Eindruck; weil sie nicht •die;Sekretärwirtschaft, sondern das Gebaren der obersten verantwortlichen Spitzen •treffen. iMtam hat noch nidit vergessen, mit welchem Getöse ein anderes Mitglied der obersten!Leitung, Herr Wladimir Jabotlnsk'i, der Legionär, aus •der Exekutive schied. Mit seinem scharfen!Schwertti hat er alle feringiespomtienen Lebensmittelpakete Brautausstattungen Billigste Ein kauf sexuelle in Leinen- und Damastwaren, Chiffone, sowie in Taschen• und TischtQchern etc. Leopold Lederer .«&־ gries), Telephon 65-8-71 Hüllen zerschnitten,, •die e)i׳ne!nicht varaussehemde, aber umso raffiniertere diplomatische Kunst um die!politische Tätigkeit der zionistischen Organisation gewoben halt. Nun kommt Herr Dr. Solaweitschik, •der jüdische (Minister, und will weder an Getöse noch an Enthüllungen hinter Herrn Jabotinskir Zurückbleiben. Also unveraim!wörtlich, ahne die leiseste Rücksicht auf Stand!und Stellung benehmen sich Männer, die lange Zeit die jüdische Oeffentliehkeiit be-!herrscht haben; 1W0 sind die alten; guten Zetten, die Periode der von Jabotinski und ISoloweitschik so tief verachteten Staidlomis, wo nur Männer im!jüdischen Interesse handeln irnd sprechen •konnten, die von der zartesten Rücksichtnahme auf!die ihnen anver׳ traute Sache erfüllt waren; die jedes Wort unterdrücktem, wenn sie von ׳ihm nur eiine geringe!Schädigung jüdischer Interessen bcfürchten mussten!! •Selbst Worte für die eigene Ehre und das eigene Recht unterblieben. Denn mehr als die ,eigene Person galt bei ihnen die jüdische Sache.!Man muss kein Anhänger der zionistischen! Idee und kein ׳Freund' der jetzigen Leitung sein, um nicht •in dem Sekretär, sondern in dem ״Führer“ den ״Stein“ des Ansitosses zu verspüren. &ie Woche. New York. ׳Der vor kurzem nach New York gekommene französische Senator Pauli Dopuy,!Herausgeber der Zeitung ״Petit Parisien“, die!in einer Auflage von drei!Millionen Exemplaren׳ erscheint, äus'serte sich :in einem Interview mit dem J. T. A-Vertreter dahin, dass es in 1Frankt eich ke inen Ant isemitismus und überhaupt kei ne!jüdische Frage gäbe. In 1Frankneiicli nehmen die Juden auf den ver scheide nsten Gebieten einen hervor ragendien Platz •ein, ohne dass •man auf ihr Judentum •besonders hinweist, w;i!e z. B. in Zentral- und Osteuropa. Moskau. In •dem Städtchen Lawätseli, Gouvernement Woliiyräen, wurden zwei ane!ina1n׳d>erts1:,ossemde Synagogen tin ein!proletarisches Theater umgewandelt. Zuerst wurde die grosse Stadtsynagoge für ׳diese Zwecke requiriert, ]jedoch auf Betreiben ׳der jüdischen!!religiösen Kreise wurden stajtt deren die!;ziwifci kleineren }*Botho Midroschim“ in •einen einzigen :grossen The>atersaal umgewandelt. Kiew. Das Gross-ukrainische!Zentralt-Exeku'tivkomitee hat jetzt ein Gesuch der jüdischen Gemeinde!von Charkow um Wiederherstellung, dier Grossen׳ Synagoge, •die!im vergangenen Jahr :von einem jüdischen Kommuimiistenklub!beschlagnahmt worden!ist, labgelehnt. Da es keine höhere Instanz gäbt, wird d!ie Synagoge dauernd üm Besitz der jüdischen Kommunisten! bleiben. Diese!;:alben •die Synagoge •nun in eint Theater und Klubhaus •umgewandelt. Sarajevo. Oer •bekannte jüdische Gelehrte, der Oberrabbiner von Sarajevo, Dr. iWeszel, beging dieser Tage sein 25äähr;iges Amtsjubiläum. Er erhielt nicht •allein Gratulationen! dör jugasliawüschen׳ Behörden, •sondern •auch dsr diplomatischen Vertreter Englands, Italiens, Deutschlands und der!Tschechoslowakei. (Der am Jubiläumstage!in Sarajevo anwesende König Alexander van Serbien erschien persönlich beim Jubilar, ׳um;ihm seine Glückwünsche darzuibrtingen, Glückwunschdepeschen ׳sandten׳ auch •säimtliicihe!jüdische Gemeinden Jugoslawiens. München, ln :seiner . iNeuiallirspredigt kam •der Münchener Erzbischof Kardinal Flaailhaber auf die politisehen Kämpfe!zu sprechen! und führte aus, der Kampf gegen, die Juden und llnterm'ionaUsten1 ׳i׳st 1i,n einen Kampf gegen •den Katholizismus ausgeartet. Der Kardinal wies scdauin auf die linternalionale Hülfe für Deutschland hin und dankte ,Amerika •und den anderen •Staaten für ihre Opfer. nach Deutschland Zusammenstellungen der vorzüglichen Meinl-Erzeugnisse. Versand innerhalb 24 Stunden. Durch Entfall des Inlandzolls bedeutend ermässigt. Annahme von Bestellungen und Au!»- ' künfte in allen Filialen * Julius Meinl J Oesterreich. Sijum Haschass der Zeire Agudas Jisroel Brigittenau. Sonntag, am 115. •Tewes, fand! der vom! der Zeire Agudas JiisrocU veranstaltete Sijum Hiaschass!in deren Lokal, XX. Bäuerlegasse 20, statt. Ausser den Mitglieder,n, die s'icb durch 1Uebernaihme •einzelner!Miassechtos an dem!Lernen beteiligt hatten, •nahmen auch eine grosse Anzahl Gäste an dem S'ijum teil. Auch von der •Leopoldstädter Jugendgruppe waren!mehrere •Vorstandsmitglieder aJs Gäste erschienen!. Vom Grossr-abbiner J. Friedmann (Gzomkow), der eine Matbeoh zur Versteigerung bei dem Sijum zur Verfügung gestellt hatte, war ein Begrüssungsschreiben elmgelaufen. Der Grass rabbine r J. Friedmann!(Husiatyn) ,hatte seiner Sympathie zur Zeire Agudas Jisroel mündlich Ausdruck verliehen und gleichfalls ein!Matbeo'h zur Verfügung gestellt. Vom Obmann der Zeire!Agudas Jisroel, Herrn Salomon Aschkenazy, wurde das letzte Blatt vongelernt und einige Stellen mit Pilpul ausgeführt, worauf nach Beginn der Sudob Herr Wolf Bappenhefm •die Anwesenden im (Namen der Wiener Ortsgruppe b ©grösste. (Herr Dr. S. Ehrmann richtete lafs Ver- ׳treter des IWaad Haipoe® der Agudas Jisroel begeisterte Warte an diie Jugend. Die Herren Rabbiner Gelles (Slot-!Wilma), Rabbiner Jakob Gattesmamn und Rabbiner Rosen!würdigten durch Diwre Thaurah die Bedeutung des Festes. Auch die feurigen Ansprachen des ,Herrn!Moses Bledh •und des Herrn Levi Jüzohak Kahane wurden׳ mit grosser Begeisterung aufgenommen; worauf Herr N. Biegeleisen die Anwesenden •aufforderte, sich auch an der neuerlichen,, jetzt stattfiindenden Schassverieilung zu beteiligen, ln gehobener ßtimmunig wurde!in später Abendstunde der Sijum geschlossen. Die Matbeos, die wegen der vorgerückten Stunde nicht versteigert wurden, sollen bei dem מש*ק פ׳ בשלח stattfiindenden Melawoh d’maltro :Zur Versteigerung gefangen. Erster ״Jüdischer Sammeltag“ in Wien. Wien. (A. J. P. B) Der vom ״Jüdischen Hilfswerk“ inaugurierte Sammeltag findet am 15. und 16. Scliebat in Gemein־schaft mit allen Wiener Institutionen für die jüdische Jugendfürsorge, statt. Die Reise des Gerer Rebben nach Erez Jisroel. Wien. Der Gerer Rebbe trifft auf der Durchreise nach Erez Jisroel mit seiner Reisegesellschaft Mittwoch den 10. Schebat in Wien ein. DtnUcMand. Jugendtagung in Fulda. Fulda. (A. J. P- B.) Am 24. Dezember fand hier die Konferenz des Organisationsvorstandes der Agudas Jisroel-Jugendorganisation statt, an der sich Delegierte aller grösseren Jugendgruppen Deutschlands beteiligt haben. Es wurde die Tätigkeit der Jugendgruppen auf allen von der Kenessio Gedaulo bestimten• Gebieten festgesetzt. ( Konferenz des Landesverbandes der Agudas Jisroel in Deutschland. Halberstadt. (A. J. P. B.) Am 6. Adar I. findet hier die Konferenz des Landesverbandes der Agudas Jisroei statt. Gründung des sozialen Hilfswerkes der Agudas Jisroel in Deutschland. Berlin. (A. J. P. B•) Nach dem Muster des jüdischen THilfswerkes der Agudas Jisroel in Wien wurde unter der Leitung Dr. Falk Schlesingers in Berlin die Zentrale des sozialen Hilfswerkes der Agudas Jisroel in Deutschland gegründet, die bereits eine grosse Tätigkeit auf allen Gebieten der sozialen Fürsorge eingeleitet hat. Polin. Die Gründung einer grossen Jeschiwah in Lublin. Lublin. (A. J. B. P.) In Ausführung des Be- Schlusses der Kenessio Gedaulo wurden in Lublin, der altberühmten Thorastätte des Maharschah und Maharam, unter der Leitung des Sejmdeputierten Oberrabbiner Schapira - Sanok die Vorarbeiten für die Gründung einer grossen höheren Jeschiwoh beendet. Sowohl der für den Bau notwendige Platz als auch eine Anzahl' von Baumaterial wurde von hochherzigen Spendern und besonders vom bekannten Philanthropen S. Eichenb-aum zur Verfügung gestellt• Zu Beginn des Frühlings wird mit dem Bau eines grossen eigenen Hauses begonnen werden. Die Jeschiwoh wird nach dem berühmten Gaon Maharani aus Lublin s. A. genannt werden. Telephon 78 ■ 7 ■ 57 שייטול Dir bekannte Spezialist für individuelle Scheitel, Perücken Transformationen Br&ntfrlsnre&aus allerfeinstem dauergewellten Naturbaar Carl Polak Damenfpiseoir Wien, IV», Schleifmöhlgasse 3 liefert obige Artikel prompt und billigst für In• und Ausland n gr om and •n d dt all. Bei Bestellungen von auswärts erbitte genaues Haarmuster und Angabe des Masses von einem Ohr zum anderen. Kostenlose Vorführung der neuesten Modelle._a Beachten Sie gefälligst die Hausnummer 3 Zw Saison! Reiche Auswahl neuester Pelzmodelle in sämtl. Pelzartcn — Pariser und Wiener Geschmack vereint — erzeugt nur in eigenen Werkstätten unter persönl. Leitung des bestrenomimierten Inhabers der Firma!1 Praterms Hl ., fir. Ihöreaj. 2-fi