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Jüdische Presse · 1924-01-11 · 2 (11.1.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
10 (1924)
Issue
2 (11.1.1924)
Date
1924-01-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 12 JÜDISCHE PRESSE Nr. 2 sehen!Kommunisten. Diese Gruppe vernichtet sich seife stim wahnsinnigen Sturm lauf gegen die heiligsten Güter des Volkes. Sie wird sich die Schädel einrennen und schaudernd wird man vor der Hirnlosigkeit dieser Wahnwitzigen erstaunen. 1Doch auch bei diesen Verlorenen walltet die herrliche Kraft des jüdischen Blutes und Lebens. Wie die Berichte aus Russland lauten, schicken sie ihre Kinder in den Cheder. Halben sie eingesehen, dass alles, wofür sie stritten, verderblicher’ Wahn gewesen ist? Wollen sie wenigstens ihre Kinder retten? Wenn dem so wäre, so würde sich der Fluch in einen heiligen Segen verwandeln. Am grössten ist der Schmerz, wenn wir der grossen Masse der Unentschlossenen, der sich ewig Duckenden, beim Worte Jude ihre Geburt Verfluefeenden, gedenken. Ihnen würde der Gang zum Gerieht am schwersten sein, doch die Aufnahme bei allen Parteien die herzlichste. Das Volk harret ihrer mit offenen Armen. VII. Eingangs wurde gesagt: Wenn man die Mitglieder aller Parteien im Judentum zählen sollte, kaum ein Siebentel des ganzen Volkes würde man erreichen können. Wo ist das Volk? Abseits lebt es und harrt. Die grossen Massen des europäischen Ostens, Asiens einschliesslich Paäästinas und, wie die letzten Jahre zeigen, grosse Teile in Amerika warten auf den Ruf, auf dessen Klang sie sich um ihre eigene Fahne scharen können: die Fahne des Glaubens. Das ist das Volk. Das Erwachen des glaubenstreuen Judentums und die beginnende Formation in kompakte Kadern einer geordneten Bewegung ist eine grosse Verheissung, die Kenessio Gedaulo ihr herrlicher Ausdruck. Und auch diese junge Bewegung muss über sich Gericht halten. Sie täglich und stündlich, in heisser Kawannah der Thora und des Heiligen Landes gedeiikend. Alle, die dort sind, müssen sich gewaltige Kräfte Zutrauen und in sich finden. Ihrer harrt die gewaltigste Aufgabe seit Moses. Eine Atempause bedeutet ein Straucheln. Diese Bewegung muss rein bleiben, •wie das Erbe, das sie von den Jahrtausenden übernommen hat. Ihre Devise ist der Rückgrat des Volkes und ihr Körper der Körper des Volkes. —z. Vom amerikanischen Sabbat. Bei den Anstrengungen, die der bessere Teil des amerikanischen Judentums zur Neubelebung des iüdischen Geistes im Lande des rollenden Dollars macht, fallen insbesondere zwei Punkte ins Auge: der Sabbat und das Thorastudium. Mit dem Sabbat steht hoch nicht am besten in der neuen Welt, wo ״business“ das ganze Leben beherrscht. Sabbatentweiher aus Prinzip und Ueberzeugung mag es in Amerika weniger •geben als sonstwo auf Erden. Aber leider sehr viel Sabbatschändüng aus Geschäftsgeist, aus materialistischem Empfinden, das ideale Empfindungen und Rücksichten gar nicht aufkommen lässt, aus dem Geiste -heraus, den wir schlechtweg den Amerikanismus nennen, ln dem vorzüglich geleiteten Wochenblatte ״Das jüdische Licht“ wird ein Weg gewiesen, auf dem Hilfe erstehen könnte. Eine direkte Einwirkung von Mann zu Mann und von •Mund zu Mund verspricht in Amerika schon deswegen Erfolg, weil hier erstens, wie schon gesagt, das Gefühl für den Sabbat und zweitens in den allerseltensten Fällen die Verletzung des Sabbat durch pekuniäre Verhältnisse bedingt ist oder nur entschuldigt wird. Die Propaganda für den Sabbat muss sich nach zwei Richtungen betätigen. Die Fabrikanten und Unternehmer müssen beeinflusst werden, am Sabbat ihre Betriebe zu schliessen, und dann müssen, was iwis noch wichtiger!erscheint, die sabbathaltenden Firmen dahin gebracht werden, dass sie aus dem Sabbat kein Kapital für sich in Form von Gehaltsreduzierungen schlagen. Ihre Angestellten müssen so besoldet sein, dass sie nicht gezwungen sind, anderweitige Beschäftigungen unter Verzicht auf den Sabbat zu suchen. Für diese Aufklärungs- und Propagandaarbeit werden besonders die eines grossen Einflusses sich erfreuenden englisch sprechenden!Rabbiner, wie Dr. Klein, Dr. Jung, Dr. Drachmann u. a. m., aufgerufen. Und soweit wir diese Herrren kennen, werden sie es an gutem Willen •und apfervüller Arbeit nicht fehlen lassen. Mau hört auch schon von einem Zusammenschlüsse der englisch sprechenden Rabbiner zum genannten Zwecke und wir wünschen ihrem Unternehmen von Herzen Erfolg! SCHEITELN! PERÜCKEN u. Transformationen in feinster u. modernster Ausführung! Mit elncmGrlff DAUERWELLEN Die Not der deutschen Juden. Die Lage in Deutschland. In Deutschland ist Ruhe eingetreten. Als die Not am grössten wurde, entschlossen sich die betreffenden Faktoren in Deutschland und in den anderen Staaten, dem unhaltbaren Zustande ein Ende zu machen. Man ersieht aus dem Beispiel in Deutschland, dass die Grösse der Not kein Grund zur Verzweiflung und untätigem Zuschauen ist. Der Anfang muss ge-!wagt werden, auch wenn der Ausgang aussichtslos scheinen sollte. Die Verhältnisse haben sich stabilisiert. Und schon darin, dass die Not nicht von Tag zu Tag wächst, dass!man den nächsten Tag ohne Grauen der Unbestimmtheit erwarten kann, ist als ein Zeichen der Besserung anzusehen. Es schallen nicht mehr die gellenden Rufe aus Deutschland. Die Menschen haben sich an das Elend gewöhnt, sind stumpf geworden, warten ab. Und doch ist dieses Stadium ein schreckliches. Die Kräfte sind aufgebraucht, eine geringe Inanspruchnahme derselben droht mit Katastrophen. Darum darf die Hilfe gerade in solchen Uebergangsstadien nicht ausbleiben. Heute ist sie notwendiger denn je. Denn heute gilt es das letzte Stadium zu überdauern. Wenn ׳im gegenwärtigen Momente die Hilfeleistung nicht nur nicht erlahmt, sondern im Gegenteil intensiviert wird, dann ist vielleicht der Zeitpunkt nahe,!wo Deutschlands Judenheit sich selbst zu helfen in der Lage sein wird. Was bis jetzt geleistet wurde, w!ar über Erwarten schön. Doch in solchen kritischen Momenten,;wie sie heute in Deutschland herrschen, ist Stützung am notwendigsten. Sonst wird das bisherige Werk gefährdet. Es ist hoffentlich die letzte Phase. Ein klein wenig Ausdauer und das Werk ist gelungen, das man sich zu leisten vorgenomimen hat: mit allen Kräften zu versuchen, die Not der deutschen Judenschaft nach Möglichkeit zu lindern. Spemtenausweis. (Fortsetzung.) Ortsgruppe der Agudas Jisroel, Jerusalem, Dollar 100; :Israelitische Kultusgemeiinde Topolcamy, Slo-!wakea tsch. K 7000; durch Rabb. Lewith an, Christian ia, ösfeerr. K!150.000. Summe •der Spenden österr. K 150.000, tsch. K 7000,!Dollar 100. Gesamtsumme der Spenden östesrr. K 572,837.544. Berichtigung.!Im vorigen1 Spendeniauswiöis der letzten Kummer so*liV es richtig heissen: Ortsgruppe der Agudas J'iisroel Dollar 60. (gekochtes Haar) WASSERONDULATION nach dem neuesten Verfahren von 250.000 Kronen aufwärts. Als besondere Spezialität: SCHEITELN AUF HAUT gearbeitet! gänzlich u«1kenntlich Im Tragens Sämtliche Reparaturen wie auch Wasserwellungen werden übernommen. Provinzversand wird prompt effektuiert Erste Wiener Werkstätte für moderne Haarkonfektlos FR. JEREMIAS M.LIPPEL Wien, II., Stafanlastrasse 7 (Jetzige Haiiaadst.) modern frisiert r Zur VeraenduDg gelangen folgende Pakettypen: (Die Preise der Pakete verstehen sich inkl. Porto, Verpackung, Expedition und Transportversicherung gegen alle Schäden.) Paket 1 (6 Kg.) K 44.000 1 kg Kristallzucker V, » Tomor (Fett) 11/g ״ Vollreis 1»/. ״ Mehl Paket II (6 Kg.) K 54.000 1/,kg holländ. Kakao 1 ״ raffinierter Zucker 1 ״ Tomor (Fett) 1 ״ Vollreis 1V4 n Weizenmehl Paket III (5 Kg.) K 77.000 17־» kg raffinierter Zucker V. 7. Paket 1Y (5 Kg.) K 69.000 1V, kg Kristallzucker 1 ״ Tomor (Fett) 1 ״ Vollreis Hfllsenfrüchte holländ. Kakao Paket V f5 Kg.) K 104.000 l1/, kg raffinierter Zucker l1/, ״ koscher Kunerol Reis Kakao / 4 V, 7, » ungebrannter Kaffee Paket VI (10 Kg.) K 144.000 2 kg raffinierter Zucker 2 ״ koscher Kunerol */4 ״ ungebrannter Kaffee V* ״ Kakao 2 ״ Vollreis 2 n Weizenmehl koscher Kunerol Vollreis HfilsenfrQchte ungebrannter Kaffee Paket YII (10 Kg.) Kl 15.000 2 kg raffinierter Zucker 2 ״ Tomor (Fett) 2 ״ Vollreis 2 » Weizenmehl V. ״ Kaffee V« ״ holländ. Kakao V, ״ Gries Bestellungen anf diese Pakete werden entgegengenommen u*!d Auskünfte erteilt beim Generalsekretariat des ״Jüdisch•■• Hllfawcrk“, Wien, II. Bezirk! Malzgasse Nr. 12 a, Telephon Nr. 49-0-54. Misrachi protestiert. Von Rabbiner Chaim Jecheskiel Mosesohn, New York. Der bekannte Führer der amerikanischen iMiisnacM ibrltiR‘״ unter obigem Titel in• der New Yorker Jüdiscihenf Wochenschrift «Dos jiddische Licht“ im Ansdüuss an die eben! jetzt stattgefundene Miisraahikonven<tiian im Rittsbürg eine Auseinandersetzung mit seinen Parteigenossen, •dlftj. ׳wegen der Fülle bisher unbeifoainnter Tatsachen auch allgemeünes Interesse erwecken dürfte: ,,!Vor Eröffnung der Miisraohikoniverttion •hat einer der Führer der MasrachS seinen Genossen׳ Vorwürfe!gemacht, dass die!Miiisnachii Ihre!ganze Energie mit Protesten ׳verzettelt, mit Protesten׳ gegen die Verletzungen! des Judentums, die •von. verschiedenen ziomlistisohen!und paale-zlioniistisühen!Insitutionen begangen wenden׳. Er hat auch in einer Zeitung •dien Vorschlag gemacht, d!ie •M'is־ raclii mögen endlich die iRolOe der Protestanten abschütteln und mit •ernster Arbeit in Brez Jisroel beginnen. Die Misrachikanvention bat,!wie es scheint, diesen Vorschlag angenommen und ׳nicht •protestiert;, obzwar unzähliiige Gründe für viele Proteste vorhanden sind. •Und vielleicht •war es!auch ■nicht am Platze, dass man all die sonderbaren Dinge nochmals •erwähnte, die man bereits auf dem zionistischen Kongress in •Kiartlsbad ziut Sprache gebracht hat. Doch gle'iclizeilig •dürfte man •die verschiedenen •unjüdlischen Handlungen, die z- B. vom gegenwärtigen Keren Haijessod •Office begangen werden, nicht verschweigen, da dieselben ein offenkundiger Ghi'fllul Häschern sind •und dem Keren Hajessod ungemein grossen Schaden bringen. M1a׳n müsste z.!B. die Oeffentlichkeit auf den Umstand aufmerksam machen, dass man sich nicht •scheute, im •vorigen• Jahre die Parade •zu Ehren!Weizmanns gerade an einem Freitag zu veranstalten, wodurch viele derr Sabbat entweihten, obzwar dieses ohne diesbezügliche!Absicht geschah; man müsste •einen Protest erheben, gegen die Veranstaltung von Banketten;in treffe geführten ׳Restaurants zugunsten des Keren Hajjessod; dabei (׳es geschal! in einigen •Provinzstädten) mussten fromme Juden■ auschauen, w!ie man •dort gut,!aber treffe gespeist hat and a׳li! dies •unter der Devise: Leschem iMizwath Bünjam Erez J'israe'l: ׳man könnte ebenso vielleicht den Keren Hajessod- Führern einen entsprechend guten Rait erteilen, damit der Präses 1 id'er allwieü blichen :zionistischen' Organisation während seines Aufenthaltes in Amerika ein koscheres •Restaurant finden könne, wenn er schon keine passendere •Wohnung gefunden 11a:, als das ahriistMch-arfstoknabisdוe!Hotel ״Kommodore“; ׳der Misrachi hätte gewiss ■seine iM'itgilieder Rabbiner!aufmerksam machen sollen!, dass, obwohl wir, •was die Gddsammlung für dien Keren Hialjessod •anbetrifft, Soldaten •einer!Armee mit gleichen Pflichten ׳und gleichen •Rechten sind, trotzdem die Rabbiner an diesen-!Banketten ■sogar!in den koscheren Gasthäusern nicht!teilnehmen!durften.!Denn dort sitzt!die •ganze Gesellschaft ohne Kopfbedeckung, speist ohne Waschung, steht vom iTTrscbe ohne iBensChen auf•!Man war so taktlos, einen alten Rabbiner zwischen ׳zwei sehr wenilg bekleidete ׳Damen zu placieren, oder eiinen!jungen Rabbiner zwischen ■zwei Damen׳, •die nur so eine Zigarette nach der anderen rauchten־ Man müsste erstens viieMeiicbt die Forderung aufstellen^ dass •im!Bureau des Keren Hajessod ®ich wenigsten ein Misrachi befinden soll. Zweitens ׳wäre!vielleicht efin »Misrachi-!Angestellter behilflich im!Schreiben •der hebräischen »Worte, damit nicht haarsträubende Verbali'Jhormtrtgen firn die OeffentliChkeiitt gelangen׳ ®ollen. Derselbe »würde!aufpassen, dass man die Werbeplakate für die Feiertage nicht erst׳ dann befestige, wenn die Juden die Schul verlassen; •auch diie Form und Ausstattung ׳der Plakate müsste lauiders •sein. Man muss!nicht das Bild eines ■abgerissenen Lümmels als das Symboll des Aufbatuers von Zion!benützen oder gar eünen Wüsten, baumlangen Kerl!abbilden, der den Schofer schel 1M׳usohiach!bläst und den Juden d׳ie Qeulah zuruft. Man müsste so vorsichtig gewesen sein, mahlt־ gerade einen!Mann!zum Präsidenten des •amerükanlischen Keren ׳Hajessod zu wählen, der eine Frau mach der anderen nimmt ,immer aber christliche» •und' •ihn lablösen, noch bevor er ®einen Tadhschiitt mit ®einer christlichen Frau zur Chuppe mit einer christlichen Kalle in die Kirche geführr hat.“ 11m ׳weiteren Teile des Artikels stellt Rabbiner Mosesohai •die budgetären Verhältnisse des Keren Hajessod dar- Der MisraclJft, wird behauptet, ■hätte an den Sammlangen des Keren Hajessod' den Löwenanteil und bekam nicht einmal den Ihm 'gebührenden Teil für die!Bezahlung der!Angestellten in Erez Jisroel. Rabbiner Mosesohn schliessl seinen Artikel1 mit folgernden׳ Worten: ״Chawerim! Misrachim! Wir sind gleichberechtigte Teilhaber aller zionistischen Gelder und besonders des Keren Hajessod. •W'ir brauchen nicht zu warten, bis man uns unseren Teil zuwerfen w!rrd. Wir müssen die Gelder, die wir schaffen, ■selbst verwalten, um dieselben zum Zwecke des Aufbaues des!heiligen Landes und der •Unter- Stützung unserer :Institutionen in Erez Jisroel ,im Geiste der Thora zu verwenden.“ Herrenmodehaus A. BORENSTEIN Wien, II., Hollandstr. 10 SeLza.ilio!b.e Herremnodeartikel (Herrenwäsche. Krawatten etc.) ~~ ■ Illässige Preise. ■ ׳■■««■■« Feinste Herrengarderoben x!ach. Ib/£a.ss- Neu eröffnet: Konfektion• - Abteil״•״״ (pF* Kein ftttyV “OO

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