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Jüdische Presse · 1923-12-21 · 51 (21.12.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
51 (21.12.1923)
Date
1923-12-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 402 JÜDISCHE PRESSE Nr. 51 lebensmiltellfe lür ‘ ׳ " ' der flgodas Tisroel. Zur Versendung gelangen folgende Pakettypen: (Die Preise der Pakete verstehen sich inkl. Porto, Verpackung, Expedition und Transportversicherung gegen alle Schäden.) Paket 1 (5 Kg.) K 57.000 1 kg raffinierter Zucker 1/s n koscher Kunerol l‘/s ״ Vollreis 14/י n Weizenmehl Paket II (5 Kg.) K 67.000 1 kg raffinierter Zucker 8/4 « koscher Kunerol 1 ״ Vollreis 1V4 ״ Weizenmehl 1/4 ״ Kakao V« tt ungebrannter Kaffee Paket III (5 Kg.) K 77.000 178 kg raffinierter Zucker 1 ״ koscher Kunerol 1 ״ Vollreis 8/4 ״ Hülsenfrüchte 7t « ungebrannter Kaffee Paket IT (5 Kg.) K 77.000 1 kg rafffinierter Zucker 1 ״ koscher Kunerol 1 ״ Voll ־׳eis */4 ״ HOlsenfriichte 7» ״ Kakao 1/j מ ungebrannter Kaffee Paket Y (b Kg.) K 104.000 173 kg raffinierter Zucker l’/j ״ koscher Kunerol 1/4 ״ Vollreis 78 n Kakao 7® n ungebrannter Kaffee Paket VI (10 Kg.) K 144.000 2 kg raffinierter Zucker 2 ״ koscher Kunerol V4 מ ungebrannter Kaffee 7, ״ Kakao 2 ״ Vollreis 2 ״ Weizenmehl PT Bestellungen auf diese Pakete werden *TRo jC entgegengenommen und Auskünfte erteilt HEF" beim Generalsekretariat des ״lUdischen pjT* Hllfnwerk“, Wien, II. Bezirk, MalziT gasse Nr. 12 a, Telephon Nr. 49-0*54. *׳GHSI In stillen dunklen Nächten flammt das feurige Kreuz, das Wahrzeichen der Ku-Kux-Klans aiif und beleuchtet eine geisterhafte Schar ־schneeweisser Kobolde. Bekümmert sieht der friedliche jüdische Nachbar auf die schreckhaften, unheilverkündenden Feuerzeichen. In manchen kleinen Städten des Westens hat das feurige Kreuz seine Wirkung vollbracht. Eine unbemerkte, unverzeichnete Judenaits- Wanderung hat begonnen. Dasselbe Lied, dasselbe Leid, wie in Europa. Erst überlegener Spott, daun Protest, dann Resignation, wie um 1820 in Deutschland, wie um 1860 in O e s t e r r e i c h, um 1880 in Frankreic h und 1910 in Ungarn, überall dieselben Skeptiker, die an der Grube nicht glauben wollten, bis sie nicht hineingefallen waren. Hier aber .sausen sie zu Hunderttausenden froh ihren Geschäften nach, über, auf und unter der Erde, auf der Höhe nie geahnter Freiheit und Prosperität... ungeheure Summen von Energien, die geeinigt stark genug wären, sich und die anderen stark, gross und geehrt für alle Zeiten zu machen, wenn der grosse Rechenmeister unter ihnen entstehen könnte, der alle diese Kräfte addieren könnte, die sich jetzt subtrahieren und dividieren. Allerdings das komplizierteste arithmetische Problem, dem augenscheinlich auch Einstein bei seinem Besuch in Amerika, nicht gewachsen sein konnte. Osterzucker. Die Velk6 Sur&nyer Zuckerfabrik und Raffinerie A.-G., Velkä Suräny, erzeugt auch heuer raffinierten Osterkristallzucker in Säcken und Kartons unter persönlicher Aufsicht des Suränyer Oberrabbiners M. Frey. Genannte Fabrik erzeugt seit mehr als 60 Jahren Osterware, und zwar unter strenger Beobach* tung der seinerzeit durch Oberrabbiner Pb. Plauth 8. A. eirgeführten rituellen Vor- Schriften. Bestellungen werden durch die hiezu autorisierten Agenten der Suränyer Zuckerfabrik und auch durch die Fabrik direkt entgegengenommen. © NACHRICHTEN 000 Vom Tage 00© Schmirat Schabbos. Oer gmss/c As0Jmilat,io׳nsp.P0׳zess des vorigen Jahrhutidierts wurde wesentlich von wirtschaftlichen Mometiten ibeeHnfluisst. Dieser Einfluss machte sich hauptsächlich bei der He'ilJglialtitmg oder Niditheilighailtung des Sa oha■. 11־ tagies geltend. Die Preisgabe des Sabba׳tlht׳ages bezeichnet durchaus!nicht ׳den Anfang, sondern ein bereits sehr vorsesahiriittenes Stadium der Assimilation. Man kann ohne Uebertreibumig feststeilen, dass der Salbbatlh durch kein Surrogat!zu ersetzen ist. ׳Wenn ein Jude den Saibbatih entweiht, so stiebt er unter so ׳grossem Druck der wärtsoliaftii'dhen Verhältnisse oder :ist er der jüdischen!Lebensansabauunig bereits 111 dem!Masse •fremd geworden, dass er kaum naah als gesundes Glied des jüdischen Volkes be-!trachtet werden׳ kann. ,Was aber ist seitens der orgiaimisierten orthodoxen Judienlhelit geschehen, um die SabbatihhaHtung vor allem für die gesetzes treuen• Juden, dann aber für!jeden! Juden zu ermögjliahen? Uinter allen :Internationallen (Problemen!, ׳wd׳ahe idlie׳ thoraitreuen Organisationen besdhäftigen, nimmt dlüe äiusserst brennende Sabibathfrage überhaupt!keimen od׳ar!sidhertidh nicht •einen ihrer Bedeutung entspreeflienden Platz ein. Es slind!zwei Hauptgebiete, iwo man die Lösung ׳dies Problems versuchen sollte. Erstens bei der Schule. Und wir sind, schon!m!i!t der •Antwort ,zufrieden, ׳wenn m׳a׳n uns sagt, ׳dass die Lösung der Sabbathfrage mit •der!richtigen Lösung des Erziehungsproblems der Schuljugend erledigt •ist. Es •bleibt dann aber!noch das gewaltige Gebiet des ■WirtsChaftsleibens übrig. Es wurden* Vielfach Versuche gemaclht, auch auf diesem Gebiete zum Schutz des Sabbatbtages etwas zu ׳unternehmen!. Diese Versuche waren wähl vom guten IWiElen beseelt, aber mit u!naulä׳ngl׳iChen!Mitteln;in Angriff genommen worden. Das!Höchste, was auf diesem־Gebiete bisher unternommen wurde, war die Gründung von •lokalen Vereinen, die über die primitivsten Anfänge nie hinauskamen׳. Dass zur Regelung ׳dieser Frage die wChloriganlsierte Kraft der ganzen jüdischen Welt nötig wäre!, ist bisher der fromme ׳Wunsdh Einzelner!und!nicht die ,zur Tat reifende Erkenntnis der ,grossen׳ Weltorganisation!geworden. Die Kenessio der Agud׳a׳w׳elf Organisation hat wOhl e'inige Resolutionen!auch zu dieser überaus ■sdhw‘ie:ri- ׳gen Frage ׳mit!grosser Begeisterung angenommen, aber van Taten auf diesem Gebiete haben w!ir bisher keine authentische ,Naaliriahtt erhalten. Dabei wird die Frage Einuner dringender(. Die wiirtschaftUjiche!Notlage wird!überall •immer grösser, der iSanlierungsipnozess, der überall iglüciklicheweise eingesetzt hat, bringt׳ ׳efi'n Abflauen der wiirtschaftllichen Konjunktur mit Sich, ■das vor allem auf dem Gebiete des geringeren Widerstandes seine Opfer verlangt, nämlich b׳e|!den sabbathhaltenden Angsteillten und Arbeitern. Es soll in diesem Zusammenbange nicht unerwähnt bleiben׳, dass die!mächtigen Kaufherrn und die grossen1 JndUstriieuiagnaten! der Orthodoxie eine ausgesprochene Antipathie ,gegen jene Angestellten lind Arbeiter halben, die ihnen mit •der Forderung für die Respektierung Ihres Sabbatlbtages eine KomipHikation bedeuten. In dem unleugbar vorhandenen Seeieukam׳pfe der sabbathhaltenden Arbeitgeber sind vor allem die sabbathhaltenden Arbeitnehmer ׳jene, die den Verlust tragen. Die ׳Schwierigkeit, die für die ׳sabbathhaltenden Arbeitgbar die Sabbathfrage bedeutet, ׳ist für die Arbeitnehmer eine Frage der Existenz. Entweder Ihne materielle oder!ihre jüdische •Existenz geht in diesem u׳ngleichen Kampfe verloren. Das Ist das währe Bi 1^1 des Problem es, das wOhll •allgemein bekannt ist. Diese Erkennt- ׳n׳i׳s ׳sollte sich bei dien Führern ,:in kraftvolle Tat u!m-!setzen. Diese Erkenntnis sollte alle ׳verantwortlichen ׳thoriatreuen1 Juden solange nicht rulhen lassen, bis nicht dlie ,grossen; Rlntennationailien;Organisationen einen Weg gefunden haben, der zur endgültigen Lösung dieser Frage führt.; Die Woche. HelsCngfors. Hier ist eine!telegraphische Nachricht aus Zy!tomlr (Wolhynien) eliugetroffen׳, dass dort Infolge Explosion eines grossen iMunitions- und iPu;l:verm!agaziLns der Roten׳ Armee der grösste Teil des ׳in der Nähe liegend!en Viertels von Zybamiiir wrniChfcett worden 1ist.-Man zählt bis jetzt 20 Tolle ,u׳nd!zahlreiche Verwundete. Lodiz. Die Lodzer Partei1 der christlichen Demokraten!forderte!die Regierung ׳auf, ׳den aus Bayern ausgeiwüesenen־ polnischen Juden!nicht!zu gestatten, dass sie nach Polen zuriüaklkehren. Konstantinopel. Der frühere Gberrabbiner der Türkei Gbaüm Naihuim Effendi, der bekanntlich ׳mit Kemäl PaisCha sehr befreunde! 1ist, .und von ,demselben mit Frliedensaufgaben ,betraut worden war, hält sich jetzt •auf •seiner Reise nach Angora in Konstantlnopel auf, wo er :Besprechungen miit Regiiernngsivertretern haben wlind. Von Angora ,wird er nach Kairo 1re!i׳s*en, u'm dort ׳als lOberrabbinetr von Aegypten seinen ׳dauernden ׳Wolhns'itzt1 zu nehmen. Es ist schon eine längere Zelt ■her, seit dii!e ׳jüdische Gemeinde vom Kairo Rabbiner Niahuim Effenid! einstimmig elnge'laden bat, ׳den 0,berrabbinerposten iiri Kairo. zu 1übernehmen. Erst jetzt ha!t siich Rabbi Ghahm Nähum, entschlossen, dieser Einladung Folge ,zu leisten•. Warschau. Dais offizielle Emiilgrlatliansamit (gibt bebannt, dass dlie amerikanische Quote ׳für polnische Ein- Wanderer für dieses Jahr ׳erschöpft Ist. Die Inzwischen e* im treffenden Affidavits der amerikanischen Verwandten w!erd׳en als unerledigt zurüakgescihicfct ׳werden. New York. (J. ׳T. A.) D!e!r s׳aeben in Amerika ׳elngetrafifeme spanische Dichter, dieir bekannte Verfass eir der ״Vier Reiter ׳der Apokalypse“, Vicente Bliaiseo Ibaneiz, äusserte sich ln einem interview mit dem Vertreter der jüdischen Telegraphen-Agentur: ״leih weiss, dass mein Temperament. d!i׳e Leldienschaftllalikeffit meines Blutes, die Mit elnemGrlff SCHEITELN, PERÜCKEN u. Transformationen in feinster u. modernster Ausführung l DAUERWELLEN (gekochtes Haar) WASSERONDULATION nach dem neuesten Verfahren von 250.000 Kronen aufwärts. Als besondere Spezialität: SCHEITELN AUF HAUT gearbeitet, gänzlich unkenntlich Im Tragen. Sämtliche Reparaturen wie auch Wasserwellungen werden übermodern frisiert nommen. Provinzversand wird prompt effektuiert Erste Wiener Werkstätte für moderne Haarkonfektion FR. JEREMIAS M.LIPPEL Wien, II., SteVanlestrasse 7 (jetzige Ho aadei Le!bI1 afftiiglkeit meiner Vorstellung jüdiischen ,Ursprungs sind, loh bin1 fest davon überzeugt, dass mindeste ras fünfzig P!r o z e n 1t d ׳e •r S p ׳a u i c ׳r S!e m 11 e!n ׳sind. N־atfi rlicfh m׳e!in.e •ich, dia׳ss wir Nachkommen der sepbardfschen1 Juden Sind, idle :ich als die echtesten Kinder ■der ursprünglichen jüdischen׳ Rasse amsehie;, die also die jüdische Aristokratie d!a!r st eilen,!während die aiskenasiisohien Juden vom Bl:ute poilnisdher und russischer Elemente gemischt sind; die zmni Judemtum iiberge treten sind1. W!enn man die spartisdliie Gesahidht'ie a1!1fm>erksam studiert. w׳dss ma!u, w׳elch grossen Einfluss!di!e Juden und Araber!während des Mittel alters r« Spanien haben; dann muss!man ׳auch zur Uiebertzeugnug gefangen, d!a!ss die Sp׳an׳i,er zu!einem grossen Teiill Semiten sitnld.“ Der spanische Schrittstetlller erinnerte dianan, d!a!ss er als erster ln!einem im Jahne 1910 geschriebenen Buche dar- Igetain 1habe!, dass Coluimibus hin spanischer Jude gewesen! sei. Diese Tatsache wundie kürzlich auch in der amer'ikanjseihen Presse er!örte!rt und als eine neu׳e ״Eintideckung“ bebandelt, oh,ne ,auf seine 1Beweise zurückzukoim'men, da sei■ 1Buch ,eben; •noch «iaht Ins Englische . übersetzt. sei Herr Lba,n:e1z führte weiter a'uis: ״Es list kein einziges Dokument voirhänden', w!el׳ch׳es beweist, dass Cclümbus je!im Gen!u:a ׳gelebt bat. Es!gibt d!a •ein׳ Geheimnis ln dem Leben׳ des Entdeckers. Es scheint, dass Columbus, als e!r sich über seine Herkunft äussern sohl te. etwas hat v׳crb!e!rg!en woillen. Sehn ,wlrklldheir Name war nicht Columibus, sandlern Colon. Kein!einziges Scihrifhstüok Ist mit dem Namen Calumbus gezelah:ne׳t. sandiern einzelne traigen den Namen Ghrlstobal Colon. Es ist!au׳ch Interessant, dass die einzigem, d!i!e Columbas* Pläne bei dem spanischen Königshoffe befürworteten;, zwei Männer jüdischer Herkunft waren: der eine der Schatzmeister des Herzogs von Anaganliien• Santangöl,!der zwe'iTe der Sekneitär der Königin v׳on Kastilien Coiioma. Zum Schluss äusserte sich Herr Ibanez über •die von י- Semäbor Angel Puliido ‘geleitete Baweigung zur Förderung der Rückkehr der Juden1 nach Spanien!. ״Es!ist natür,13011 nicht das Ziel dieser lB1efw׳egung, eine Masse mein׳Wanderung von Juden zu bewirken. Dafür würde heute i11׳ Spaniern, das oihmeidiiles e!in schweres nationales Bi!n1wande!riungs!pr10ble1m ,zai lösen hat, kein Rau'm sein, Alber wir würden es ׳mit Freuden sähen׳, wenn einzelne Juden Spanien ׳wieder izm lihrteim Aufenthaltsort ׳wäiilen •würden.“ Prag; ׳In!der vergangenen Woche fand Jn Prag die Tagung ׳der jüdischen Kulltusgemeinden Böhmens statt, in welcher 30 itschecibiscihspraahlilge Kulbusgeimainden viertreten waren. Im Namen dier Regierung begniisste Sektionsrät Dr. ׳Eduard Ledere,r die Tagung. Der Präsident der ■Praigeir Kultusgeimelnde. der Maigistratsrat Dr. August Ste?n, hielt ein Referait über Religionsunterricht, sodann erstattete Herr Ministerialrat Dr. E. Wiiesmeyer Bericht über die Aufgaben der jüdischen Fürsorgezemtrale. Es wurden die entsprechenden Beschlüsse gefasst. 0t$t<rreicb. Kopfsteuer der Agudas Jisroel für das Jahr 5648. Dis Einziehung der Kopfsteuer für das Jahr 5684, welche laut Beschluss der Kenessio Gedaulo in der Höhe von einem S c h i 1!1 i n g von jedem Mitgliede an die Zentralkassa abzuführen ist, hat mit Erfolg in allen Ländern begonnen. Für Oesterreich ist die Kopfsteuer mit . 20.000 Kronen festgesetzt worden. Doch ist bei dem Verständnis unserer Mitglieder für die Fülle der Aufgaben, die Agudas Jisroel zu leisten hat, zu erwarten, dass jedes Mitglied, Dieses Jahr ist ein S c h m i 11 o j a h r! In Erez Isroel herrscht Wohnungsnot! All dies wird behoben, wenn Ihr für die Häuserbauanleilue der Gartenstadt 99 ZEICHNUNGEN NEHMEN ALLE ORTS- UNO JUGENDC3RUPPEN DER AGUDAS ISROEL ENTGEGEN I Neweh Isroe £ £ zeichnet

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