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Jüdische Presse · 1923-12-14 · 50 (14.12.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
50 (14.12.1923)
Date
1923-12-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 50 JÜDISCHE PRESSE Seite 395 Herrenmodehaus A. BORENSTEIN Wien, II., Hollandstr. 10 SfiJDatliolie Herrenmodeartikel (Herrenwäsche, Krawatten etc.) Mdsslge Preise. ■■=:■■■■!׳ ״יי Feinste Herrengarderoben m.a.aiL HMIa.ss.. Neu eröffnet: Konfektions - Abteilung. BiF* Kein י*- שעטגן• Dr. Leamdro Tomarkrn. Die A'erzte jedoch!wagten es nicht, eliti unbekanntes Mittel bei einem so hochgestellten Kranken anzuwenden. Nach dem Tode des!Papstes setzte siah jedoch ׳einer der Aerxte, Professor Marohiaisarva, mit dem jungen Tam׳arkin :in Verbindung und lud ׳ihn in das von 'iihm :geleitete Hospital! S. Spirito In!Rom ein. Hier gab ׳er ihm Gelegenheit, seine Versal die!fortousetzen, die ein sehr ermutigendes Ergebnis gebracht halben!. Von 25 im Mai behandelten Kranken, die ׳an Bronchia 1-Lungenentziindung Kitten,!worden 24 geheilt. Bei dem einen Patienten, der gestorben׳ :ist:,!waren schon vor Seiner Einliieiferuing in •d׳as Hospital schwere!Komplikationen!eingetreten. Bisher!hatte d!ie Sterblichkeit ■an dieser Krankheit in ׳Rom 40 Prozent aller Krankheitsfälle betragen. Wilna. In der ׳Nähe!der russisch-orthodoxen Kirche Wlllnas wohnt eine grössere!Anzahl!jüdischer Familien. Oie Häuser gehörten früher der Kirche,!die׳ schon seit J!al1rthundierten ׳die jüdischen Familien! als Nachbar geduldet bat. :Da׳ nun diese Angelegenheiten an den1!polnischen Staat!gegangen ׳sind, erhielten ,die jüdischen Einwohner dieser Hausier ׳eine Verordnung «׳ugeschlakf, dass sie binnen drei!Monaten ihre Wohnungen zu räumen haben. Von dieser Verordnung sind hunderte jüdische Familien betroffen worden,!die nun obdachlos werden. Jerusalem. Die Regierung hat die!Mitteilung von privater Seite ׳erhalten׳, dass :im Laude Koblenifuinde gemacht worden sind. Dile :Sachverständ'igenprüfunigen haben ergeben, ׳dass die gefundene Kohle von guter Qualität ist. .Der Entdecker hat!bereits Verhandlungen!mit Finanz- ■teilten!zwecks Finanzierung der FörderungsaTibeiten ein- 'geleitet. Im allgemeinen׳ •nahm!man an, dass In Palästina wenig Aussicht für!Erzfeinde besteht, besonders •niaht i׳m Süden und Noridosten, trotzdem ist es möglich,, dass der Reichtum ׳an Erzen!grösser Ist als •in der Theorie angenommen׳!wird. Warschau. Der wegen antlpolnls aller Untennehinungen Angeklagte ,ehemalige ukrainische Ataman M!a c h 110 wurde samt seinen ׳Mitangeklagten von!dem Warschauer Gericht frieiigesproohen, ׳M!achno und Anhang wurden nicht auf freien ,Fuss gesetzt, sondern sie!blieben weiter interniert. Während der mehrtägigen Verhandlungen׳ war von den furchtbaren!Pogromen, deren sich Machno und seine Untergebenen schuldig!gemacht haben, nicht ׳die Rede gew׳esen. Einzig die Fälle, wo christliche Palenl duroti iMaichno zu Schaden gekommen sind, wurden erörtert. Budapest. In der NaCht!auf den 1. Dezember expfod'ierte In. der Budapestler iiauptsyuagoge!i;n der Tabakgasse ׳eine Bombe, die׳ Sachschaden anriahtete. Da siali!niemand mehr im Synagogenraum befand, sind keine Menschen! ziu Schaden gekommen. Jerusalem. Die palästinensische Regierung teilt mit, dass dais Handelsabkommen zwischen Orossbriitannien1 und Litauen• auch!auf •Palästina ausgedehnt worden ist!. Palästina ׳.wird demgemäss iin Litauen Meistbegünstigungsrecht mit ״Bezug auf den Austausch von Handelsgütern geniiessen, Oesterreich. Chanukafest im Kindergarten der ״Jessod-Hathora“. , Sonntag, ׳den1! ׳. Tieibeth fand das Gbamukafest des :'Kinderigantleras!der ,,J'eissod-Hatihöra׳“ statt. Obmannstell- ־.Vertreter Herr Emil Kritzler ׳!begrüsste die!zahlreich erschienenen1 Gäste und hob mit besonders beredten. '׳Worten•!die Leistungen des Schulleiters!Herrn Rabbiner Nieiuwiiirth hervor,, unter!dessen!Leitung!der Kindergarten׳ gegründet worden' und!die ,,J:essoid-Ha.thora‘‘ durch seine eliel'biewu'sste Arbeit •einen1 ungeahnten Aufschwung nahm. 'Bin!reichhaltiges und :in der!schönsten Art zur ׳Aufführung gebradhtes Programm legte das ׳schönste ׳Zeugnis!ab vom .Filelss deir Kinder und von der .aufopferungsvollen! ׳Tätig- 'irietiit!der beiden׳ Kindergärtnerinnen, Fräulein Nassau und ׳׳Goldbalber. Nachdem!alle Kinder mit Spielzeug und sonsti-!gen!Geschenken׳ :reichlich (betellt ׳wurden, sahliesst Herr Rabbiner S. Neuwiinth das!Fiestl, ׳indem er den beiden Lehr'krälfiteni im Namen1!des Vorstandes!und!der Schul- •leitung für!ihre Mühe dankst.!Besonderer Dank gebührt dem unermüdlichen Vorstandsmitglied!Herrn!Leoipold Lederer, der durch ,seine überaus rege1 Tätigkeit sehr viel zum •Geistigen dieses!schönen Festes ■beitrug. Chanukafest im Badener Waisenhaus. Sonntag!abends זוה חנוכה fand!in den •Räumen des 'K׳riegs1waisenha!uses!der Aguda .in Baden1 ein Gh!an׳u)ka!fest staft, «Jas einen glänzenden Verlauf nahm. Schon vor Be- ®ihn 1w!ar der grosse /Lehrsaal!derart überfüllt, ׳dass kein ,Stehplatz mehr!übrig blieib. Knapp ׳nach 6 Uhr!eröffnete Herr Direktor Friedmann den Abend, beigrüsste die :.Erschienenen und wies darauf hin, dass das Qhanukaffest wieder Gelegenheit gibt, mit den Zöglingen, dile sich musterhaft auffiühren und allgemeine Beliebtheit gemessen, wieder!in Fühlung zu kommen. Indem Herr Dir. Friedmann die Gäste •nochmals willkommen ibiiess und!das Wohl des Waisenhauses der 0.Öffentlichkeit!ans!Herz legte, ■erklärt ׳er!den Abend als eröffnet. Hierauf erfolgte das Anzünden der Chanukaliahter durch!das Anstaltschor, ׳das von einem Waisenknaben!dirigiert wurde. Sodann haben Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Reich das Wort. Der Ehrw. Festredn'er idefcailllientle die Bedeutung von Chanulka in einer längeren und geistreichen Rede, ermahnte die Kinder •der Aguda ob der erwiesenen Wohl taten immer dankbar eingedenk zu sein, lindem sie!als gute jüdische und ehrliche Mitglieder 'der jüdischen Gesellschaft :sich ,ansdhliessen mögen. Vergass aber auch •nicht zuletzt, das verdeinsttvolle Winken׳ des Herrn Dir. Friedmann zu erwähnen, der mit rührende Hingabe sich mit Leib und Seele den Kindern widmet. Sodann hielt Herr!Oberkantor Irrtzer (jMödlmg);einen Gesangsvortag, der allgemeinen!Beifall fand. Hierauf sang das Waisenkimder-Ghor das ״Adaain- Auforn“ und das ,Ahawas-'Aulom“, das mit stürmischem Applaus belohnt!wurde. Um das nützliche mit dem prak- •tis'Ohen zu verbinden, veranstaiitete die Direktion den Kindern eine ,,Jause“. Rabbi Josef Pressburger s. A. Mattersburg. Dieser Tage verschied der gewesene Daijam der •jüdischen Gemeinde zu Mat׳t׳er sburg, J o ׳s e if P r e s s b u ׳r g!e :r. Der 1V eriblidiene, eine Koryphä'e auf dem Gebiete der talmudischen Literatur, vereinigte iin seiner Person eine immense Wüssenstflülile, gepaart ׳miiit tiefinniger Frömmigkeit. Bescheiden׳ an seinem ׳Auftreten,!leutselig ihn Verkehr miiti seinen!MlStmemschen׳, erfreute sich!der Pähfihgegangene, auch weit ׳über die!Grenzen seines engeren ׳Wirkungskreises hinaus, innerhalb (weiterer Kreise allgemeiner!Achtung und Wertschätzung. Eine überaus zahlreiche iTrauergemeiinde gab!ihrem grossen Toten auf seinem letzten Wege das Geleite. An seiner Bahre!widmeten ׳Seine Ehrw'ürden 1H׳err :Oberra'bbiner S. Ehrenfeld, Rabiblinatsassessor J. ׳Tauss■Lg, ׳ein Schwiegersohn des DahlngeChiedienen, dessen beide Söhne, 1d׳ie Herren Rabbiner A. und •M. Pressburger, sowie Rabbi Josdf Weiss idem Verblichenen ׳tiefempfundene Nachrufe. Zum Schlüsse;nahm!seitens ׳der jüdisahen Gemeinde Präsident Heinrich Trebitsüh ln ׳ergreifenden Worten tiefbewegten Abschied. תגצ׳ץ D«ut$cbland. Sonntagsarbeit in einem jüdischen Grossbetrieb. Berlin. Die ״Deutsche Zeitung“ meldet aus Halberstadt, die dortige Firma Hirsch, Kupfer- und Messingwerke A.-G., habe bei dem Regierungspräsideuten in Magdeburg die Genehmigung erwirkt, an zehn Sonntagen im Jahre Sonntagsarbeit von ihren Angestellten verrichten lassen zu dürfen, weil sie als jüdische Firma am Sonnabend in ihrem Betriebe nicht arbeiten lässt. Michael Munk .זצ״ל Kur.z mach Vollendung seltnes 70. ■Lebensjahres Ist einer de׳r Besten! ׳au!s unserer ,Mitte geschieden: Nach ׳kurzem Krankenlager bal; Rabbi Michael Munk ׳sehne reibe Seele ansgebaucht. Er w׳ar der Soh׳n des Rabbi Ella!Munk •aus Altona, seine!Mutter w.ar ׳eiin!e Schwester vom Rabbi' Israel Hildesheimer. Getreu der Traditionen seines 11m Juden!turne festgewurzelten! Hauses bat er sein reiches Wissen, seine Erfahrungen 1s׳tlets in den •Dienst der Heliligfiümer unseres Volkes ׳gestellt. •Nicht nur seine Gemeinde Köln!, verliert iin liihim!den unermüdlichen Helfer und Benater, :au!ah .alle die Institutfouen, ׳die ■über ■die Interessen ׳des Ortes hinaus, ■die Sorgen!der Allgemeinheit! ׳zu den׳ Ihrigen machen1, ׳die ,,Freie Vereinigung ׳für die ׳Interessen des gesetzestreuen Judentums“, •die Weltorganisation Agudas Jiisrael. Der ׳einzige Trost, 1de׳r bei dem Hinsdheiden dieses seltenen iMensahen uns 'erfüllt Ist, dass er seine Kinder und viele ׳Ihm nabestende Freunde so ganz mit dem Geiste des wahren Judentums erfüllt,!sie ׳gelehrt bat, wie ־JX&wtL eröffnet! , Pelzwaren— aller Art, für Damen u. Herren, ln eigener Werkstätte feinst ausgeführt zu billigen ElnfUhrungsprelsen *BQ A.Teitler(ll.vSchmelzgasse6 Modernisierungen prompt und billig! 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Dr. Auerbach- Halberstadt, dtie ׳Vertreter ,der unabhängigen gesetzestreuen! Organisationen Deutlsclilands zu 'einer Besprechung nach Frankfurt!eingeladen. In ׳der heutigen׳ Sitzung waren vertreten: Onuppenvenband für A. J. für Deutschland, A. J. Jugendorganisation, Bund der gesezestreuen Gemeinden, Freie Vereinigung für Interessen!des orthodoxen Judentums, Lehreraind Rabbinerverbände. Aus ׳der Fiüil'e der Anregungen amd!Beschlüsse seiien aiur!die folgenden erwähnt: Eine Kommission aus Mitgliedern der Freien! Ver- ׳eimigung ׳wurde beauftragt, für die im'iindeibiemilttel'tien Kreise Mazzos zu beschaffen. Audi ׳sollen schon jetzt Vorhereiitlungen für ׳die Miazzosversorgung 1925 ׳getroffen!werden. Um ׳d׳eT ungeheuren Not!Sn! 1T e f!111i!n und׳!M 0s us a׳us zu steuern, wurde die A. J. Jugendorganisation beauftragt, ׳sofort!eine Konsumgenossenschaft f ii!r Ritualien!ins ׳Leben ,zu rufen1,!die den Bin- und Verkauf von Ritualien :übernehmen׳ soll. Vielfach wurde iin der!Sitzung der!Mangel!an iMohellm beklagt. Auf Anregung!des Herrn ■Hugo Bandi-Frairikfunt! sollen alle Agudagru'ppen!aufgetfordert ׳werden, Mitglieder, die •sich zur Ausbildung van Molhefiim eignen, namhaft zu machen. Die Mazzosaktion der Jugendorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland. Köln. (A. J. P. B.) Die ׳deutsche Jugen'dorganisation der Agudas Jisroel hat eine erfolgreiche Aktion eingeleitet und abgeschlossen, die den Minderbemittelten ermöglicht, ein Pfund Mazzos für 45 Gold- Pfennig per Pfund zu erhalten. Polen. Andachtsübungen in den polnischen Eisenbahnen gestattet. Warschau. (J. T. A.) Vor kurzem hatte in einem polnischen Eisenbahnzug der Schaffner einen Juden beanstandet, der, mit Gebetutensilien angetan, seine׳ Morgenandacht im Kupee verrichtete. Der zufällig anwesende Dr. Rappaport machte den Schaffner aufmerksam, dass er nicht das Recht habe, den Juden in seiner Andacht zu stören. Daraufhin erstattete der Kondukteur gegen Dr. Rappaport die Anzeige wegen Behinderung einer behördlichen Massnahme. In der vor dem Warschauer Friedensgericht stattgehabten Verhandlung wies der Verteidiger Dr. Rappaports, Deputierter Hartglas, nach, dass keine Verordnung besteht, wonach es verboten sein sollte, im Kupee die Andacht zu verrichten. Das Gericht befreite daraufhin den Angeklagten von der Beschuldigung der Störung einer behördlichen Massnahme und verurteilte ihn wegen Störung der öffentlichen Ruhe zu einer Geldstrafe. Einführung der Zwangssonntagsruhe in Wilna. Wilna. Soeben wurde hier ein Gesetz veröffentlicht, wonach das seinerzeitige Dekret des Generals Zeligowski, dass die jüdischen Unternehmungen im Wilnagebiet an den Sonntagen den Betrieb aufrecht erhalten dürfen, aufgehoben Wird. Vom 23. Dezember an wird im ganzen Gebiet von Wilna strenge Sonntagsruhe eingeführt werden. Eifauen. Konferenz der litauischen Landesorganisation der Agudas Jisroel. Kowno. (A. J. P. B.) Bei einer Vorkonferenz der Führer der litauischen Orthodoxie wurde beschlossen, im Laufe des nächsten Monats eine Landeskonferenz der litauischen Agudas Jisroel abzuhalten, die sich mit der Ausarbeitung der Arbeitspläne zur Realisierung der Beschlüsse der Kenessio Gedaulo in Litauen befassen wird. Ausschluss der Juden von staatlicher Bodenpacht in Litauen. Kowno. Das offizielle Reigfleningsorgan bringt!eifere! Mitteilung über d׳i!e Exploitienung staatlichen Bodens fen Kreise Telsdh. Eis werden weite Strecken Landes zur!Pacht aaisgefeoten; dabei wird bemerkt,!dass die Pächter Nabionallitajuer sein müssen. In jüdischen Kreisen!hat diese Meldung Aufsehen erregt, da dieselbe sowohl mit der Landesverfassung!als auch mit den entsprechenden Be- Stimmungen der von der litauischen Regierung untersahriebemen Völkerbunddeklaration In Widerspruch stiebt. Zur Saison I Reiche Auswahl nenester Pelzmedelle in sämtl. 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