Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 49 (7.12.1923)
- Date
- 1923-12-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 386 JÜDISCHE PRESSE Nr. 49 Die Not der deutschen Juden. Die Deutschlandhilfe des Jüdischen Hilfswerkes der Agudas Jisroel im November. Wien Im abgelaufenen Monat November hat das ״Jüdische Hilfswerk der Agudas Jisroel“ 1250 Lebensmittelpakete im Werte von 92 Mill. Kronen versandt. Es sind in diesem Monate 130 Kinder nach!Wien und Oesterreich gebracht worden. Den Flüohtfingen aus Bayern wurde so weit als möglich Hilfe geleistet. Kinderaktion. Wie wir!bereits imitgebeilt halben, wurden die ihn ■Rahmen der DeutscMandihilfe ,aus Berlin!elngietraffenen Kinder durohw׳egs bei Familien in ßaldtert unbergdbraaht. Dem ׳rührigen Komitee,!das ■sich uim die klaglose lAibwiioklutig dieser Aktion׳ lin Baden besonders verdient1 gemacht hat, gehören unter anderen die Herren Sallo Perlstein (als Leiber), E׳rnö Ehensitiein, Direktor iPh. Friedman!und B. lAffenikraut an. Die Herren!Dr. Deutsch uind Dr. ׳Taussiig haben im liebenswürdiger Weise die unentgeltliche ärzifliehe Behandlung der Kinder übernommen. Mattersdorf: In Mattersdorf bat ein Komitee von Damen die Aktion zur Unterbringung von deutschen Kindern übernommen und sehr schöne Erfolge erreicht. Besonders verdient machten sich die Damen Körpel und Schön. Kinder aus Deutschland nach der Schweiz. Zürich. Letzten Sonntag wurden von der Agu- 'das Jisroel-Jugend- und Mädchengruppe die ersten Schritte unternommen, um unterernährte jüdische Kinder aus Deutschland zur Erholung nach der Schweiz zu bringen, wo sie bei Familien Unterkunft finden werden. Gleich am ersten Tage wurden Frei- Plätze für 30 Kinder gesichert. Ein verfieissungsvoller Anfang, dem der grösste Erfolg zu wünschen ist. Der Fasttag zum Andenken an die Vorfälle In München. München: (A. J. P. B.) Oberrafbbiner Dr. Ehrenfreu, Mitglied des Rabbinisohen!Rates der Agudas ׳Jisroel, hat den 1. November, an welchem Tage die Münchener Judensdhaft Opfer der bekannten traurigen Vorfälle gewesen ist, als einen Fasttag bestimmt. Die Abwanderungsbewegung der Juden aus Deutschland. Berlin. (J. T. A.) Die infolge der verstärkten! adligemeinen' Not in Deutschland schon Ende Auiguist eingesetzte iAbwander umigsbeiwegung der lin Deutschland leibenden Ost- Juden aus!diesem Lande hat sllah seit dem Zeitpunkt, da die jah'tijü'disabe Verfoigungsbewögiumig ׳ednen bedrohlichen Charakter amzunehmen begann, noch verschärft. Man schätzt in!informierten Kreisen׳ -diie Zahlt der seit Anfang September a11ll׳elin aus der Stadt Berlin!nach dem Ausland abgewanderten Juden taiuf 5000 bis 6000 Personen. Die Zahl der aus ganz Deutschland abgew änderten Juden wiind wohl «eit diesem Zeitpunkt die zehntausend erreicht, wenn nicht überschritten haben. Die weitaus grösste Zahl der!Abgäwnnderten wendet steh nach Polen und Frankreich,!indem die aus Polen stammenden Juden׳ mach ihrer Heimiat zurückkehren: während die russischen Juden meist nach Frankreich reisen. Eni grosser Teil der Abwandernden!wendet sich ,auch nach den Ueberseeländern, und' zwar nicht allein nach der menen Welt, sondern auch!in gerlingerem Masse nach den holländischen und belgischen Kolonien. Ein Kapitel für sich bilden die im Rulhrgelblieit1 besaliäftigt gewesenen1 ostj'üldischen Arbeiter. Es handelt sich um die während׳ des Krieges zwangsweise nach!den deutschen Arbeitsgebieten transportieilten Ostüuden). Von diesen sind seit Beginn der Ruhrbesetzung etwa 8000 bis 9000 nach den belgischen und französischen Kohlemgebieten, E. T. auch nach!dem französischen ׳Wiiiederaiufbauigelbieit lebensmittelhilie tiir Deutschland der ügudas llsroel. Zur Versendung gelangen folgende Pakettypen: (Die Preise der Pakete verstehen sich inkl. Porto, Verpackung, Expedition und Transportversicherung gegen alle Schäden.) Paket 1 (6 Kg.) K 57.000 1 kg raffinierter Zucker V* n koscher Kunerol 11/j ״ Vollreis l*/4 * Weizenmehl Paket II (6 Kg.) K 67.000 1 kg raffinierter Zucker */4 n koscher Kunerol 1 ״ Voilreis 1V4 n Wenenmehl 1/4 n Kakao 1/4 ״ ungebrannter Kaffee Paket III (5 Kg.) K 77.000 17« raffinierter Zucker 1 ״ koscher Kunerol 1 ,! Vollreis 8/4 n Hülsenfrüchte 7* » ungebrannter Kaffee Paket IY (6 Kg.) K 77 000 1 kg rafffinierter Zucker 1 ״ koscher Kunerol 1 ״ Vollreis 8/4 , Hülsenfrüchte % ״ Kakao V* n ungebrannter Kaffee Paket V (5 Kg.) K 104.000 IV, kg raffinierter Zucker l‘/8 ״ koscher Kunerol 8/4 ״ Vollreis V, n Kakao 1/t » ungebrannter Kaffee Paket VI (10 Kg.) K 144.000 2 kg raffinierter Zucker 2 ״ koscher Kunerol 8/4 M ungebrannter Kaffee 8/4 ״ Kakao 2 ״ Vollreis 2 » Weizenmehl D4T* Bestellungen auf diese Pakete werden *^Mg entgegeugenommen und Auskünfte erteilt beim Generalsekretariat des ״ lUdlschen -י•! Hilfswerk‘*, Wien, II. Bezirk, Malz- "WNU ggF"*?esse Nr. 12 a, Telephon Nr• 49-0-54. INH!abgCwartdeft. In dam glanzen Ruhngieblet und im Rheinland befindien sich gegenwärtig kaum noch 1000 ostjüldische Arbeiter. Die Hilfsaktion der Agudas Jisroel in der Slowakei. Die Hilfsaktion in der Slowakei gewinnt täglieh an Ausdehnung. Der für ויצא 'fi שבת festgesetzte ״Spendentag“ der orthodoxen Landeskanzlei wurde fast in allen orthodoxen Gemeinden des Landes (wie es scheint), mit Ausnahme der Gemeinden in Karpathoruss'lanid) zur Bekundung der brüderlichen Solidarität in der Not benutzt. Ueberall wunden recht hohe Beträge zur Erhaltung der reli׳gdösen Institutionen in Deutschland gespendet. Die gesammelten Beträge gehen auch schon bei ׳der Landeskanzlei ein. Der zweite Ausweis erscheint in der heutigen Nummer dieser Zeitung. Die Sammlung der Agudas Jisroel-Landes- Organisation zur Versendung von Lebenstn i 11 e 1 p a k e t e n wird ebenfalls mit gutem Erfolge fortgesetzt. Das Resultat in Bratislava kann in Anbetracht der drückenden wirtschaftlichen Verhältnisse als vorzüglich bezeichnet werden. Dieser Erfolg ist in der Hauptsache das Verdienst der rührigen J ׳u g e n d g r u p ■p e und des neukonstituierten ״D a ׳m e n k 0 m i11!e e s“ der ״Sozialen Wohlfahrts- Sektion“ der Agudas Jisroel, das siah ebenfalls mit dankenswertem Eifer der guten Sache widmet• Die Versendung der Pakete wird durch Vermittlung des G• A. in Wien pünktlich ׳durchgeführt. Mehr als t a usend Pakete sind bereits durch die Aguda in Bratislava nach Deutschland gesandt worden. Ein grosser Teil der Sendungen ist auch schon in Händen der Empfänger, wie eine Anzahl von Dankbriefen,!die an die Aguda gelangt sind, beweist. Die zur Verteilung bestimmten Pakete werden an Gruppen, Vereine, Gemeinden und Vertrauensmänner adressiert. Ausserdem wurden viele Pakete direkt an Einzel- Personen gesandt. In einzelnen Fällen haben die Spender selbst den Empfänger bezeichnet. Die Aguda kommt allen Wünschen im weitestgehenden Masse entgegen. Bis zur Stunde sind nach 124 Orten in Deutschland durch das Aguda-Bureau in Bratislava Lebensmittelpakete gesandt worden. Durch die allgemeine Hilfsbereitschaft, die sich gegenüber den Notleidenden in Deutschland offenbart, veranlasst, hat sich die Aguda entschlossen, ihre Aktion auf die Unterbringung von Kindern aus Deutschland in fromme Familien zu erweitern. Auch diese Aktion findet in den weitesten Kreisen grossen Anklang. In allen Bethäusern von Bratislava war letzte שבת ein ״Aufruf“ des Damenkomitees wegen der Kinderaktion affichiert. Ausserdem verbreitete der מן״!-Zettel“ der Aguda-Jugendgruppe am Freitag folgenden Appell: Hellei den Kindern! Die Hilfsaktion der Agudas Jisroel für die notleidenden Juden in Deutschland hat im ganzen Lande opferwillige und gebefreudige Herzen gefunden. In allen Orten und in allen Häusern, wo das mitfühlende Interesse für den notleidenden Bruder wach ist, ward die Sammlung von Spenden zur Versendung von Lebensmittelpaketen und zur Erhaltung der religiösen Institutionen mit gutem Erfolge weitergeführt. Diese allgemeine Hilfsbereitschaft veranlasst die Agudas Jisroel, ihre Hilfstätigkeit zu erweitern und auf die Unterbringung bei verlässlich frommen Familien auszudehnen. Aus zahlreichen Gemeinden des Landes (Nitra, Topolcany, Piestany, Nädas, Pezinek, Presov, Zlate Moravce u. a. m.) laufen Gesuche ein, worin jüdische SCHEITELN, PERÜCKEN u. Transformationen In feinster u. modernster Ausführung 1 Hit elnemGrlff DAUERWELLEN (gekochtes Haar) WASSERONDULATION nach dem neuesten Verfahren von 250.000 Kronen aufwärts. Als besondere Spezialität: SCHEITELN AUF HAUT gearbeitet, gänzlich unkenntlich Im Tragen. Sämtliche Reparaturen wie auch Wasserwellungen werden über- H*®*I®*H frisiert nommen. Provinzversand wird prompt effektuiert Erste Wiener Werkstätte für modernd Haarkonfektion FR. JEREMIAS M.LIPPEL Wien, II., Stefanlestrasse 7 (Jetzige Ho andst,) Familien sich spontan zur Aufnahme von Kindern anbieten. Welcher jüdischen Mutter presst sich nicht das Herz zusammen, wenn sie daran denkt, dass viele hunderte treuliebende Mütter in Deutschland seit Monaten der Möglichkeit beraubt sind, ihren pflegebedürftigen unterernährten Kindern die entsprechende Nahrung zu reichen? Wer möchte da nicht jede Anstrengung machen, um einer jüdischen Mutter die quälende Sorge um das Wohlergehen ihres Kindes für einige Wochen abzunehmen? Wir sind dessen sicher, dass Bratislava hinter den Provinzgemednden nicht Zurückbleiben wird. Wer ein jüdisches Kind, Knabe oder Mädchen (unter 14 Jahren), für die Dauer von zwei Monaten bei sich aufnehmen oder zu seiner Versorgung die finanziellen Mittel bieten will, melde sich sofort ira Bureau der Agudas Jisroel, Turnergasse 14-16, 1. Stock. Besondere Wünsche werden nach Möglichkeit berücksichtigt. Denken wär an die Not der jüdischen Mutter und helfen wir ihrem Kinde! Für die soziale Wohlfahrtssektion der Agudas Jisroel: Das Damenkomitee. Der Gruppen ver ׳band in Halberstadt übernahm Organisierung und Finanzierung der Kindertransporte bis zur slowakischen Grenze. Spendenausweis. {FoTifeetzuing.) Allgemeine Spenden. Durah Isr. Teimp&l und Schulvereiiin VI., Stuimperigas&e K 1,050.000, ׳Hermann Neümann K 20.000, durch Bethau׳s!v׳en0im ,jObel J'aikolb“ heim 1. Minjan K 560.000, Katizburg!diurch Heimlich iPleischmann K 30.000, Abraham Hochmann K 10.000, Gh,!L. Nüsse hbaivm K 50.000, B. Ghialilmaw'i'tsch K 36.000, R. Firiednua'nin K 161.000; Direktor Artur Feilten K 100.000, Direktor ׳N. N. K 200.000, Summe der Spenden K 2,217.000. Kinderaktion. Frau Greiner K 50.000, Leopold .Mayer K 300.000, Rabbiner J. Friedmann aus!Husiatyn K 600.000. Summe der Spenden׳ K 950.000. Lebensmittelpakete. Durch Landesarganliisation der Agudas Jisroel Bratislava, K 10,185.000, vom Voliksverband ׳der Juden, Slovakei, Bratislava tsch. K 2225, Aktion Frank und Strauss Dollar 5000. Summe der Pakete ■K 10,185.000, ׳tsch. K 2225. Gesamtsumme der Spenden K 469,782.344.!Im Spendenauswels der Hetzten Nummer (ist ׳ein Irrtum!im der Addition unterlaufem, und soll es ׳heissen anstaitt K 104,220.344 K 101,980.344. Eingänge bei der Landesorganisation der Agudas Jisroel in der Slowakei. (Fortsetzung.) IV. Ausweis. Für Lebensmittelpakete. Br!at 11 s 1 a v a: Durah diie Agudas Jiisroeil-Jiugendgruppe: M. Wasservogel 150; B. Hahn 75; Ignaz Koss 30; Wwe. S. Leuchter 50; Juda Grünwiald 30; N. N. 30; Ne+ti Flesah 30; Frau W. Steiner 75; Durch das Damenkomitee: Sammlung der FrJ. Walter und Reichfeld: Fressburiger Allgemeine Bank A.-G., Donaubank A.-G. Je 100. Sammlung ׳der Frll. Dora Ungar und Irön Prossnitz: Kanola Lustig 50; R. F. 50; Rosa Deutsch. Soma Röizsa, Jaräbeik je 30; A. L. Möller ftrnd Sohn und Michael und Franz Messiinger, F. W., U. B., F. F. je 20; Unleserlich, Weinberger, S. S. je 10; kleinere Spenden 137.50; ■zusammen, il'so'h. K 437.50. — Sammlung der Fd. Lilii KoihJlmann und Aranka Fischer: Kaibelfaibnik 200; Eiisengiesserei und ßma׳i!lliierwerike, M. Kann, Jute-Seileinwarentfabrik, Foo A.-Gv, K. C. Menzel, Dachpappenfabriiik, ■Interkontinentale!, Brüder Stein, Bierbrauerei, H. Kliinger, Oskar Risahiinger und Camp., Apollo, M׳i׳n eralölraffiner!ie je 100; Vereinigte Sodawasserführten, Dir. Rüihl, Slow. LederwarenSabnik, Mödicamemta', Frau Ww!e. Fleiisohner je 50; ׳zusammen tsch. K. .1300. Dun. S t r e d a: N. N. tsch. K 75. V e d k y M!e d ׳e r: M. Klein tsch. •K 70. ׳R u 1z 0 m b e r o k: Dr. Ludwiiig Lieben .tisch. K 30. Gut a: M. Fleischmann tsch. K 75. Stupava: Durch Se. Ehrw. Herrn Oberrabbiuer M. S. Herzog 3. Rate von ׳den Herren Br. Weiisiz, Guts- Pächter, Mato Leväre tsch. K 200. Nitria: Durch Rabbiner Aron Katz (2. Rate) ■tsch. 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