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Jüdische Presse · 1923-12-07 · 49 (7.12.1923) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
49 (7.12.1923)
Date
1923-12-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 49 JÜDISCHE PRESSE Seite 38$ Interessen m Erez Jisroel schaute,!ist eine unberechtigte Beleidigung Abertausender orthodoxer Juden, weiche vor H e r z 1 und bevor der moderne Zionismus entstand, nach Jerusalem gingen, gerne alle Opfer ertragend für die ״Schöne Stadt“ und das verheissene Land .Diesen, allen anderen voraus, schulden wir unser wirkliches Anrecht auf Jerusalem als einer jüdischen Hauptstadt des Landes. •Diese wahren Pioniere unseres Volkes Hessen ein Vermächtnis ,/•;!rück, welches die Aguda!gerne übernahm. Im Kampfe rein und schön die Stadt unserer Vorfahren zu erhalten, dies ist ebenfalls ein Grosses, wofür wir kämpfen wollen. D':j Aguda schenkt den zionistischen ״Heldentaten" in Palästina keinen Glauben. Mr. Boyars leidet unter einem Missverständnis, wenn er glaubt, da ss Wir vom Ruhme seines ״verehrten Führers“ etwas v •־:gnehinen wollen. Die Zeit allein kann beweisen, ob N 0 r d a ti und Marmorek, Gaster und Z a n gw 111 recht haben, dass durch die ״Heldentaten“ W e i ztr. a n 11 s und S o k 01 o w s jedwede Hoffnung auf V/iedererrichtung einer jüdischen Heimstätte in Pa- J;irvti«a,.die wir hegen durften, auf Jahrhunderte hinaus /:.:!stört wurde. Ja, man denke, die Herren haben es . zustande gebracht“, dass mit ihrem ״Chinuch“ und der;׳hhtjüdfisrhen Atmosphäre, die י sie nach Palästina brachten, dort eine Generation von Am-Haarzim im c pikuräischen Geiste erzogen wurde. Wenn Mr. Boyars recht hat, dass der Zionis- «•׳־:iS das ganze Judentum rund um ״das einzige Ban-?:er, welches uns •heiligt“ — das ist der Wiederaufbau Palästinas — zu vereinigen bestrebt ist, dann ist es oben dieses, das die Wege der Agudas Jisroel und der zionistischen Organisation auseinanderbringt• Tin Banner und eines nur heiligt uns, De g e 1 Matorah, welches heute über Israel weht, wie es tausende Jahre vorher vom Berge Sinai geweht hat Hunderttausende von Agudaanhängern in der ganzen Welt, zusammen mit den G e d a u 1 e Had or, w'elche die Bewegung leiten, wünschen Frieden mit allen Juden und Frieden um jeden Preis. Wenn die Thora aber erniedrigt werden soll und ihre UÜberbringer mit Füssen getreten und verachtet werdm sollen, dann müssen war unseren eigenen Weg gehen, hoffend, dass jene, die heute nicht auf dem richtigen Wege' sind, eines Tages verstehen werden, dass nur mit Hakaudosch Boruch Hilfe Israel geheilt werden kann und ׳Erez Jisroel wieder aufgebaut werden wird. Harry A. Goodmann. Die Prophezeiungen vom kommenden Weltkrieg. In der letzten Zeit kann man oft in den Zeitungen und in den Meinungsäusserungen hervorragender kompetenter Politiker und Staatsmänner die Ansicht antreffen, dass die Entwicklung der europäischen politischen Verhältnisse durch eine Katastrophe — einen neuen Weltkrieg — geschlossen werden muss und mit apodiktischer Gewissheit durch einen Riesenkrieg beendet werden wird. Solche Prophezeiungen, die wohl in der Theorie liegen, manchmal sogar Existenzberechtigung haben, werden doch nicht ernst genommen. Es wiederholt sich dasselbe Schauspiel, wie bei Jeder Berechnung von nahenden Kataklysmen, Erdbeben und Weltuntergängen. Nicht immer jedoch waren derartige Prophezeiungen nur Stoff für Zeitungsartikel oder mehr oder weniger geschmacklose Witze. Wenn man sich an die furchtbaren Stürme, die die Jahre mit mystischen Ziffern hervorgerufen haben, erinnert, an das Jahr 1000, an die gewaltigen Erschütterungen, die hervorzurufen es den verschiedenen falschen Messiassen gelungen ist, so wird man zugeben, dass solche Prophezeiungen nicht immer spurlos von der Menschheit empfangen wurden, nicht immer als Produkte unausgegorener Hirne betrachtet worden sind. Es sind nicht die Prophezeiungen, die als un- •ernst betrachtet werden, 5sondern die Propheten. Die grosse Masse war und ist ätifnahmsbereit, ja sie wartet auf den Propheten, sie sehnt sich nach der Prophezeiung. Nur müssen beide, Prophet und sein Wort, weit hinein in die Seele der Menschheit greifen, weit aus der ewigen grossen Sehnsucht der Menschheit heraus ihr Wort erschallen lassen, um gehört zu werden und um zum Gehorsam zu zwingen. Wenn man heute das Gesamtbild der Welt zu erfassen trachtet, mit jenem Blick, der in das Wesentlichste durchzudringen vermag, so muss'-^man erschauern, muss man sagen, dass auf'Grund der Billicste Ei kaufsquell« in Leineomul Dama3twaren, Chiffone, sowie, in Taschen- und Tisc.htUcl1׳׳rn etc. Leopold Lederer atlogs» 5 (nächst Salz- -׳ griea), Telephon 66-871־ G-A-ILEIRIE HOLBEI^T Inb.: LEOP. KOHN und FRITZ LUNZER I. Bez.y Franz Josefs-Kai Mr. 41 / Telephon 65069 Ansstellnng EDMUND PiCK-MORINO sowie ~ Grosse Verkaufsausstellung aber m d moderner Meister Geöffnet täglich (auch Sohn tag) von 9 bis 6 L'hr. Samstag geschlossen. uns Beehre mich den p. t. Gästen be*| kanntzugeben, dass ich ab heute in meiner Restauration nebst vorzüglicher | Küche auch erstklassige eich- Wurst waren aus der bestrenommierten Fabrik EISEN & HÖNIGSBER zu den kulantesten Preisen führe. 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Doch ist der andere Teil die Beute jenes ewigen Bösen, der die Flamme schürt und sie zu Werkzeugen seiner Gier macht, damit sie die Qualen der heutigen Menschheit ins Unendliche vergrössern. Die Menschheit wäre bereit, die Zeit ist reif für jenen Propheten und dessen Wort, den Kampf mit dem Bösen, das heute die Welt beherrscht, aufzunehmen. Doch mutet es eben als die grösste Strafe, als das leidvollste Verhängnis an, dass dieser Prophet nicht da ist, und dass das belebende, rettende Pröphetenwort nicht erschallen kann. ' Und im kleinen Ausschnitt der Menschheit, im jüdischen Volke, ist es nicht besser. Auch hier der hin- und lierwogende Kampf der weltbeherrschenden Prinzipien, auch hier die Mattigkeit und Niedergeschlagenheit der lebenschaffenden Volksmasse. Im stillen gewaltigen Leidensmartyrium schreit aus Millionen von Herzen die Sehnsucht nach dem Propheten und dem erlösenden Prophetenwort. Vergeblich. Nur dass hier diese Vergeblichkeit nicht jene Verzweiflung an sich hat, wie sie in der grossen Welt herrscht. Ist die Zukunft dunkel, ist die Gegenwart schal und leer, hat doch die Vergangenheit Ewiges geschaffen, kann doch die Rückkehr zur Vergangenheit eine Brücke schlagen über das dunkle Chaos der Gegenwart. Deshalb sind die Rufe, die heute von einigen Beherzten in die Welt hinausschallen, so voll herzlichem und trotz der Traurigkeit so verhängnisvollem Klange. Rettet den jüdischen Geist, rettet die Thora, heisst es. Und die Prophezeiung: Wenn die Pflicht der Thora gegenüber erfüllt ist, wenn der Keren Hathora so stark geworden, dass er die Lehr- Stätten, die Schulen erhalten kann, wo der ewige jüdische Geist gepflegt und gehegt wird, dann ist das jüdische Volk gerettet und ist zum neuen Leben erwacht. Dies sind keine Prophezeiungen von kommendem Unheil. Aus diesen Propheten Worten spriesst ewiges Leben. —z. Die Agudatätigkeit für Erez Jisroel unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen Verhältnisse. ׳Laut Beschluss der ersten Kenessio GedauJo wurden von der Palästina-Weltzentrale in Frankfurt a. M• folgende zwei Aemter eingerichtet: 1, ״Keren Erez Jisroel“ zut Förderung von Thora, C hin u ch und Chisuk Hadass im Heiligen Lande. Hiefcu gehört in erster Linie: a) die Erhaltung und Organisierung von Chado- 11m und Jeschiwoth und sonstiger religiöser Institutionen des alten und neuen Jischuw; b) die vollständige Versorgung religiöser Ojlim; c) die moralische und materielle Unterstützung sdhmittohaltender Kolonisten; d) die Förderung agudistisdher Presse und Literatur; e) die Lösung sonstiger ideeller Fragen. 2. ״Keren Hajischuw“ zur Hebung der jüdischen Volkswirtschaft im Lande unserer Väter: a) durch selbständige Unternehmungen; b) durch Förderung der Privatinitiative, auf den! Gebiete von . 1. Bodenerwerb, 2. Häuserbau, 3• Landwirtschaft, 4. Handel, 5. Industrie. In den Rahmen dieser Gruppe gehören die verschtedenerr Konsortien, wie Binjan Hoorez, BajisWenachalo (Bne i Brak), N e w e j J i sroel, Jüdische Erez Jisroel-Bank usw. Diese beiden Aemter halben, wie in allen übrigen Ländern, auch in Oesterreich Filialen errichtet. Zur Schaffung einer gesunden finanziellen Basis wurde gleichzeitig die Durchführung einer grosszügigen Kampagne beschlossen, in der Oesterreich allein noch in diesem Jahre, sowohl für Keren Erez Jisroel aJs auch Keren Ha jischuw je 50.000 Dollar aufzubringen hat. Weiters sollen in B n 0 j Brak 200 Dunain als geschlossene österreichische Qruppe angekauft und kolonisiert werden. aus dauergewelltem ~ " Naturhaar, garantiert unsichtbar im Tragen, liefert kurzfristig Wien, 1. Bezirk, (nächst dem Stefansplatz, um die Ecke) 8

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