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Jüdische Presse · 1923-11-30 · 48 (30.11.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
48 (30.11.1923)
Date
1923-11-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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fl■1 flfl ■ fl Belobe Auswahl ne«e«ter Pelzmodelle In sämtl. Pe'zarten Pariser IIa JwUUWß ^916 All 1 «ad Wiener Oegehmack vereint — erzenst nar in eigenen Werkstätten 1ßU dflfaivHfl fl fl nnter nersö•»!. LrltaMg des bestrenomm erten Inhabers der Firma 1 iS P man, 11״ nra 1 denen nur geniale Köpfe, tatkräftige Hände und für das Land aufopferungsvolle Herzen ein gutes Ueberstehen der Entwicklungsjahre garantieren können. Der Besuch Senator J. Deutschers war nun willkommene Gelegenheit, sich Über die Situation Im Lande und besonders im jüdischen Polen zu informieren. Die allgemeine wirtschaftliche Situation glaubt Senator Deutscher nicht als sehr rosig bezeichnen zu können. Die wirtschaftliche Krise hat besonders stark die jüdische Bevölkerung in Mitleldenschaft gezogen, hauptsächlich aus dem tieferen Grunde, dass die jüdische Einwohnerschaft viel zu wenig Erwerbs zweige zur Verfügung habe. Und da ist Senator Deutscher gleich bei selbem Hauptziele, bei der Schilderung der Aufgaben und des THtigkeltsprogrammes der orthodoxen Bewegung unter der Judenschaft Polehs. Die Kenessio Ged au! 0 hat in der Juden* schaft Polens ein gewaltiges Echo hervörgerufen. Die der Orthodoxie ganz fernstehenden jüdischen Kreise haben auf offensichtlichste Art ihre Sympöthien dieser Veranstaltung gegenüber kundgegeben, in dem begründeten Bewusstsein, dass eine solche Veranstaltung Wie die Kenessio nicht nur der jtidlschen Orthodoxie, sondern dem G e s a m t j u d e n* turne Ersjiriessliches und Nützliches bringen könne. Auch die politischen F a k 10 r e ri* haben für dieses Ereignis ein starkes Interesse bekundet, wie es die eingehende Information des Sejmmarschall RataJ durch Senator Mendelsohn bewiesen hat, Von der die ״Jüdische Presse“ seinerzeit berichtete. Was die parlamentarische Arbeit der orthodoxen Abgeordneten und Senatoren betrifft, so sind wohl Erfolge zu buchen, die jedoch, so Wie bei allen anderen jüdischen Parteien, nicht allzu hoch einzuschätzen sind. Trotz der numerischen Stärke ist der jüdische Klub doch zwischen der Majorität und der Opposition eingekeilt, ohne im Plenum eine erfolgreiche Tätigkeit entfalten zu können. Die Aktionen sind auf die einzelnen Kommissionen beschränkt, und auch hier wurde manches erreicht. So hat Abgeordneter K i r s c h b r a 11 n in der Militärkommission die Gleichstellung der Behandlung der Schüler höherer Jescliiwos mit allen geistlichen Personen erwirkt. Ebenso wurde die Anerkennung des Lehrplanes der Jessode-Hatauroh- Schulen durchgesetzt, die, wenn sie auch noch kein Oeffentlichkeltsrecht besitzen, das jüdische Kind doch vor dem Schulzwange bewahren. Auf die Chinuch-Frage wird besonderes Gewicht gelegt. Trotz der schlechten valutarischen Verhältnisse sind alte Schulen modern ausgestatte tf neue Schulen gegründet worden. Aus der früher erwähnten Notwendigkeit der Ueberleitung der jungen jüdischen Geschlechter in produktive Berufe wurden analog dem Programme des ״J üdischen Hilfswerk“ der Agudas Jisfoel, in grösseren jüdischen Zentren Werkstätten errichtet, die glänzend besucht sind urtd ihren Zweck vollauf erfüllen. Die Organisation der Orthodoxie Polens hat sich eine ganze Reihe ven Aufgaben gestellt, an deren Aufarbeitung rastlos gewirkt wird. Das Bureau fiir Polen wurde unter der Leitung des Herrn Pinchas Lewin reorganisiert und funktioniert bereits tadellos. Der Mitgliedsbeitrag wurde mit einem polnischen Zloty im Werte eineä Schweizer Franc pro Kopf festgesetzt, und die Rohaufstellung verspricht einen guten Erfolg. In Verbindung mit der Sanierung der orthodoxen Schulinstitute wurde eine grosszügige Aktion des ״Keren Ha tau roh“ in Angriff genommen, die nach momentanem Stande ebenfalls gute Erfolge verspricht. In den Gemeindeangelegenbeiten hatte die Orthodoxie besonders grosse Erfolge zu buchen. Diese Erfolge Sind umso höher einzuschätzen, als der Kampf besonders stark getobt hat und leider von gegnerischer Seite mit allen Mitteln geführt wurde. So hatte die Orthodoxie in vielen Orten mit einer geschlossenen Front von Misrachisten und (so ist esl) Sozialisten zu kämpfen gehabt, und schon die Zusammenstellung und Alliierung dieser Kampfgenossen beweist, wie scharf die Kampagne geführt wurde. Trotz dieser Allianz hatte die Orthodoxie bei den R a b b 1 n e r w a h 1 e n in vielen Gemeinden, So besonders in den ättsserst wichtigen, wie Pabianice und Tornas choW elften VöllStändigen Sieg errungen. Senator Deutscher ist sich, in seiner kühlen, jedoch von immensem Ernst und Verantwortungsgefiihl getragenen Art, der grossen Aufgaben der Orthodoxie in Polen bewusst. Doch eben die erwähnteil Momente sind auch Gewähr, dass die Orthodoxie in Polen die Männer besitzt, die diese Aufgaben lösen können und so der Idee der Erneuerung des thoratreuen Judentums zum Siege verhelfen werden. —z. ©©g®3®@sa@es NACHRICHTEN. ®®@®9 9030000 Vom Tage Agudlstlsche Gehässigkeit In Woh’tätigkeHsdtngen. ■ Wahrlich abscheulich, mit welcher Gehässigkeit diese Agudlsten selbst in Wohltät!igkei ts׳d׳ln1gen vor׳ge)!1en. S׳k» halben die Unverfrorenheit gehabt, schon vor vier Jahren 8(18 aMes van den uikraiwisohen Pogrotnopfern sprach, ein Waisenhaus In Baden zur Aufnahme von Kriegs- und Pagnxmapfern zu errichten, 43 unglückliche Mensohenjgesdhäpfe haben hier ein wunderbares Heim gefunden, ahne Rücksicht auf die Meinung Jener, die in der Errlohtung dieses Helmes bloss agudistische Bhnfifpropagandia erblickt haben. Dann haben sich diese Agudisten nicht gescheut, in Wien du Internat für verlassene Kinder, die, unve«nsorg1t, sowohl physisch wie geistig zugrunde gegangen wären, zu schaffen. Sie waren rücksichtslos genug, diesbezüglich nicht die Meinung Jener zu befragen, die zur Rettung des jüdischen Volkes ein Monopol zu besitzen dam jüdischen Volke unermüdlich vorgetäuscht haben. Aber dies bloss der Anfang. Sie gingen in ihrer verdrängen, zur Errlohtung der Jüdischen Werkstätten, verdrängen, zur Errichtung der jüdischen Werkstätten, die nach Ihrer Anlage und Grösse in!her Konzeption ganz eigenartig dastehen. Wohligemerkt, jüdische Werkstätten zu schaffen halben sioh diese gehässigen Individuen zu gründen vermessen, obwohl da׳s Programm der Um- Schichtung und Erziehung der jüdischen Jugend zur Arbeit von jeher das Manopalgebi-et anderer war. Und all d!tes war noch nicht genug. In ihrer Gehässigkeit gehen düöse unverschämten Agudlsten noch weiter. Sie nehmen auf erworbene Rechte gar keine Rücksicht. Sie nisten sich in grossen Woblfaihntsanstalten ein, die bis jetzt bloss dem Namen nach Jüdische waren, aber in ihrer Einrichtung und Führung auf Jüdische Tradition und auf Jüdisches Gesetz gar keine Rücksicht nahmen, und schon nach kurzer Zelt ge&fngt es diesen ungestümen Agudiislen, mindestens ln der Anstalt selbst, dlie rituelle Führung der Küche und die HeJfligbaltung des Sabbat tag es durchzusetzen, ein Erfolg, um welchen unsere mlsraah Ist Ischen Brüder bei ihren zionistischen Alliierten seit 20 Jahren sich vergebens bemühen, Dass diese ständige Arbeit auf dem Wahlfahrtsgebiete den Agudlsten eine Schulung verschafft hat, die fluten bei Durchführung temporärer Wo 1!l-fahr׳;saktionen zugute kommt, ist nicht wunderlich. Nach der grossen russischen Hilfsaktion hn vorigen Jahre wurde die deutsche Hfifsatoüion mW eineT expedltiven Rasohheit in rfch'ige Wege geleitet. Wo andere Wohlfahrtsamstalten erst Aufrufe verfassen, hat dias ״Jüdische HJlfswerk“ der Agudas JlOrod ungefähr 200 Kinder u nt engebrach t und 1000 Lebensmittelpakete naoh Deutschland geschickt. Es ist nur aJteu selbstverständlich, dass überall, wo agudiistUsch angehauchte Funktionäre irgendwo Einfluss besitzen, sie sich rasch zur Arbeit gestellt haben. Sie haben nicht er9t Unterschriften gesammelt, deren Echtheit und autoritative Geltung erst Im nachhinein festgestclit werden müssen. SUe haben nicht .gewartet, bis die Komitees so anwachsen, das« sie von einer Stelle m ein anderes Lokal übersiedeln müssen. Sie haben nicht gezögert, bis die Personenfragen soweit gediehen sind, dass die Leitung durch eine andere ersetzt werden muss. Sie haben in ihrer gewohnten Gehässigkeit rasch zugegriffen und ohne Rücksicht auf das Missfallen Jener, die erst aufrufen, übersied ein und sich eh* Leitung geben, notleidenden Kindern ein gastliches Helm gewährt und hungernden Brüdern Lebensmittel gereicht. Um aber von dieser hastigen a'gudlstlschen Arbeit selbst den Schein der Gehässigkeit fernzuhalten, erlauben wir uns unseren misraahistiisehen Brüdern einen ebenso ungebetenen wie wohlmeinenden‘Rat zu geben. Es setzt• jetzt in Oesterreich die grosse Keren Hajessod-Kampagne ein. Wenn sie dort m׳i׳t voller Kraft m׳i׳arbeiten, da werden sie sicher keine unangenehmen Ü berraschungen , erleben. Sie sind von lange her an das Tempo der ziionlstisehen Arbeit gewöhnt. Wenn sie »ich rasch zur Arbeit nehmen, ״ werden sie die Statistik der mlsrac'histilschen Leistung In richtiger Proportion bringen und hoffentlich wird dann die rieh 11ge Proportion sie zum Ziele führen, danach sich die besten Misrachisten seit Anbeginn an sehnen. Bei einer grossziigigen Beteiligung am Keren Hajessod wird es ihnen gelingen, die IastHutionen, die vom Keren Hajessod gespeist werden, den Forderungen der jüdischen Tradition näherzubringen als es leider bis zum heutigen Tage der. Fall v/ar. Wenn wir uns die Welt so verteilen, da können wir in friedlicher Distanz ohne Gehässigkeit brüderlich zusammen leben. TW «* «» I aUer \rt, für Damen u. Herren, In e)f׳en«r.Werkstatt* feinst ausgeführt pf* xu billigen Eittlilhningspreisen gflaay• Modernisierungen prompt und billig! MÖBEL - SPEZIAL-FABRIK ,KÜCHENFEE“ KA!;L KLIMBERGER & CO. WIEN, XX. BEZ., ENGELSPLATZ NR. 6 Sohluf-, Vornod SXädohen- Zimmer xu bill gatan Pre<8־m. TXnr ©te׳» ־ e Erzaufjuue•. Gol I«08 SS 'daillo 1913. 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Die jüdischen Führer in Südafrika haben beschlossen, eine Farm und eine technische Schule ctouiflchten. um dort die jüdischen Waisenkinder, die aus der Ukraine näah Südafrika gebracht wurden, für eine praktische Lebönsextstenz ,zu erziehen. München. Der Münoheher Rabbiner Dr. Ehrentreu, Mitglied des RabMnlschfen Rates der Agudas JIsrael, hat mit Rücksicht auf die traurigen Erlebnisse in der Münchener Jüdischen Gemeinde einen Fasttag eingesetzt. Weiter hat er ungeordnet, dass in Zukunft der 1. Kislev, an welchem Tage die Judenhelt Münchens in besonders grosser Pogramgefahr geschwebt •hat. zunächst auf zehn Jahre Im Gottesdienst durch Dankpsalmen hervorgeboiben werden soll. Jerusalem. Der von der palästinensischen Regierung eingeladerte Sachverständige Palmar, der die Aufgabe hake, äffe Lage in Palästina im Hinblick auf den Bau eines Hafens zu studieren,, hat in seinem Bericht an die Regierung vorgeSc'hflagen, den Hafen ln Haifa zu bauen. Nach seiner Schätzung wand der Bau eine Summe von 1.500,000 Pfund Sterling erfordern. Warschau. Die Regierung hat die van dem früheren Mintsternim des General Slfcorsky eingeb rächte Note üiber die Amtüillerutiig der gegen die Juden aus der Zareftzeit noch fortbestcheniden Beschränkungen aus der Seymkämief wieder zurückgezogen. Warschau. In Warschau erschoss sich der 24fähnigc Student Nathan Salomo. In einem zurückgelassenen Schreiben gibt er als besonderen Grund seine N ich taufnähme in diie Universität auf Grund des Numerus clausus an. Jerusalem. (J. T. A.) In der Nacht des 21. November passierte in der Jaffaer Hefefabrik, die dem ungarischen Juden Salpeter gehört, eine Kesselexplasion, Ern Arbeiter wurde auf der Stelle getötet, sechs wettere Personen söhwer verletzt. Vier der Verletzten: Herr Salpeter (der Besitzer), seine Frau, Dr. Fish und ein Anbei‘er namens Hernian sind am folgenden Tage ihren Verletzungen erlegen. Oe*f«rre!c!L Gedächtnisausstellung Maler David Kohn s. A. Wien. In der Oalerie Holbein am Franz Josefs- Kai wird zurzeit der künstlerische Nachlass des Malers David Kohn s. A. ausgestellt. Der künstlerische Wert der Werke D. Kohns braucht nicht nochmals festgestellt zu werden. Ein auf den Höhen der Kunst Wandelnder schuf ganz Grosses. Mit Wehmut wird man erfüllt, wenn man des Menschen und Juden gedenkt. Der Besuch der Ausstellung fahnt sich sehr. Die Chanukahfeler der Talmud Thora-Schule, Die diesjährige Chanukahfeier der Talmud Thora-Schub findet Mittwoch dem 27• Kislew, 5. Dezembsr, um 5 Uhr nachmittags im grossen Saale , des ״Bayerischen Hof“ statt. Sowohl die Schulleitung wie der Eltemrat und das Grosse Damenkomitee geben sieh redliche Mühe, um die diesjährige Fefer» an der die notleidenden deutschen Kinder als Gäste der Talmud Thora teitoehmen. ׳ •־זders grossZUgig zu gestalten. An der Feier 1״.* au der anschliessenden

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