Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 48 (30.11.1923)
- Date
- 1923-11-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Kr. 48 Seite 377 BrikJer Fischer, Frau Dr. Adolf Lakos Je 40; Frau Evelyn Burg׳, Eniö Munk, Jakob Follak. Oberr-abbiner M. Reich, Rafael Scihlesinge. Frau MathiM Tauber je 30; Sal. Welsz 35; Frau Isidor Erde! 25; Frau Adolf Baron, Philipp FeMtnann, Ludwig Figoher, Ferl Qoldner. Hermann Hutter. Alex. Kätscher, Emü Krebs. Frau J. Löwinger, Hermann Rosenberger, Frau Evelyn Weis® Je 20; Frau J׳amtoa Burg. N. N״ Berta Rosenberger Je 15; Frau M. Back. Hugo Baron. BertihoM Diamant, Dr. Vili Erde!, Edmund Feldmann Iignaiz Fischer, Alex. Gombos, Hermann Hertzka, Vili Hersky, F.rau J. L&wy. R. Popper, L. Reismann. Moritz Roth, Leopold Roth, Frau Hermine Sc'hönauer. J. Schlesinger, Samu Stahl, Simon Szekely, Adolf Welwart je 10; J. Holtoer. Kaufmann, Leopold Länger, N. N.. Lenke Roth. Frau Gisela Spitzer, Frau G. Schiwarz. Turteltaub. Weis®, J. Winterstein, zwei Angestellte Je 5; zusammen tsoh. K 1555. N;tra: H. Klein 30; Topolcany: Frau Risa BernfeW 75. Für Gemeinden: Nove Zamky: Hermann L&wy 50.__ Lebensmittelhilfe für Deatschland der Agudas Jisroel. Zur Verwendung gelangen folgende Pakettypen; (Die Preise der Pakete verstehen sich inkl. Porto. Verpackung, Expedition und Transportversicherung gegen alle Schäden.) Paket 1 (5 Kg.) K 57 000 1 kg raff nierter Zucker Vs ״ koscher Kuneroi l‘/a » Voll reis l*/4 , Weizenmehl Paket II (6 Kg.) K 67.0C0 1 kg raffinierter Zucker ®/4 n koscher Kuneroi 1 ״ Vollreis l1/« ״ Weizenmehl V4 ״ Kakao V* n ungebrannter Kaffee Pakot III (5 Kg.) K 77.000!,/«kg raffinierter Zucker 1 ״ koscher Kuneroi l ״ Vollreis 7* n Hülsenfrüchte ,/j ״ ungebrannter Kaffee Paket IV 5׳ Kg.) K 77000 1 kg rafffi nierter Z״cker 1 ״ koscher Kuneroi 1 ״ Voll'eis % . H tlsenfrüchte 7* ״ Kakao V8 ״ ungebrannter Kaffee Paket V 5 Kg.) K lOi.OOO 178 kg raffinierter Zucker 173 n koscher Kuneroi * 4 ״ Vol'reis 7# ״ Kakao V# מ ungebrannter Kaffee Paket VI (10 Kg.) K 144.000 2 kg raffini rter Zucker 2 ״ koscher Kuneroi ®/4 מ ungebrannter Kaffee 74 ״ Kakao 2 ״ Vollreis 2 ״ Weizenmehl Bestellungen anf diese Pakcrte werden *TSaa flgT* entgegengenonimen u d Auskü■ fte erteilt *l&a gSF" bpim (leneralsekretariat. des.״ »üdischan סי®׳'־ jpg- Hllfsw2rk״, Wien, II. Bezirk, Malz- ׳־<#% SJtST׳ gasso Nr. 12 a, Telephon Nr. 40-0-54. ״־EB® Die Reise des öerer Rebbe nach Erez Jisroel. Eine österreichische Abteilung der Kolonie in Bnei Brak. Das Pressebureaü der Agudas Jisroel verbreitet eine aus der Palästina-Weltzentrale in Frankfurt a. M. stammende Nachricht, dass sich der Gerer Rebbe zwei Wochen nach Chanuka auf längere Zeit nach Erez Jisroel begibt. Ein Stab von 40 Herren begleitet den gefeierten Rabbi, um an Ort und Stelle über die für das heilige Land notwendigen Arbeiten zu beraten. Ausserdem schliesst sich eine Gruppe von Indusfriellen und Grosskaufleuten unter Führung von Tobias Bialer aus Lodz an, um die begonnenen Arbeiten von ״Binjan Hooretz“ zu inspizieren und auszubauen. Unter diesem Namen wurde bekanntlich während der letzten Palästinareise des Gerer Rebben eine Gesellschaft gegründet, deren vornehmstes Ziel die Errichtung von Geschäftshäusern in Jaffa ist. Grosse Mengen von Rohmaterial wurden bereits hinübergeschifft und auch die Arbeit im Lande selbst ist erfreulicherweise bereits über das Anfangsstadiüm hinausgetreten. Die Aktionäre rekrutieren sichhauptsächlich aus polnischen Agudisten, doch sind noch eine Reihe deutscher Herren daran beteiligt und ein prominentes Mitglied der Wiener Orthodoxie ist Besitzer eines grossen Aktienpaketes. Der illustren Reisegesellschaft schliessen sich weiters zwei der aktivsten Mitglieder der Palästina- Weltzentrale an mit dem speziellen Mandate, die Verträge für ״Bajis Wen.achalo“ zu ratifizieren. Unweit von Jaffa auf der Strecke nach Jerusalem, in herrlicher Gegend und mit glänzenden Bahnverbindungen liegt Bnei Brak, die einstige Wirkungsstätte Rabbi Akibas. In dieser agrikulturell, kommerziell und industriell ideal gelegenen Gegend wurde von Agudas Jisroel ein grosser Bodenkomplex käuflich erworben, 1un unter der Devise ״B a j i s W e n a c h a 10“ eine agudistische Musterkolonie zu schaffen. Hier sollen die Vorteile des Jischuw Hajoschon mit jenen des Jischuw Hachodosch vereint werden. Die modernsten Errungenschaften der Technik sollen liier im Geiste unserer jahrtausendealten Tradition dem jüdischen Volke nutzbar gemacht werden. Unsere altjüdische Kultur soll da eine Insel haben, in die kein Bazillus der täglich zunehmenden europäischen Seuche einzydringen vermag. Die glückliche Lage von Bnei Brak entspricht dem von den agu- Galerie Holbein Inh.: Leon Kolm und Fritz Lurzer I., Franz Jose i Kai 41, Tel. 65.069 Qedäohtnifland Nachlasa Auastellung David Hohn] Schluss der Ausstellung: Sonntag 2. Dezember I Ab 2. Dezember; ■ Grosse Verkanfsansstel mg I alter und moderner Meister H Geöffnet täglich, auch Sonntag von 9—6 Uhr B Samstag geschlossen B -r w'w ytvf vvrw w wv w ftytfVT T.g.yyyy distischen Nationalökonomen aufgestellten Grundsatze, das Schwergewicht der Kolonisationstätigkeit nicht bloss auf Agrikultur, sondern ebenso auf Handel und Industrie zu legen. Die mit beispielloser Sorgfalt arbeitende Palästina-Weltzentrale hat auf diesem Gebiete Grossartiges geleistet. Sie hat über Bodenbeschaffenheit und Exploitationsmöglichkeit in jeder einzelnen Gegend Palästinas Untersuchungen angestellt und für zahllose Unternehmungen detaillierte Pläne ausgearbeitet. Von ihr wurde das Projekt zu ״B a j i s W e n a c h a 1 o“ gemacht. An allen Agenden ist der greise.Nestor Rabbi Chaim Sonnenfeld mit erstaunlicher Aktivität beteiligt, und es ist unglaublich, welche Fülle von Kraft von diesem Godel Bador ausgeht. Der schlichte, patriarchalische Rabbi ist zu erhaben über jedes Lob, so dass, jedes Ephiteton ornans fast wie Beleidigung klingt. Er kennt nur Arbeit für ein orthodoxes Erez Jisroel, die letzten Endes auch Kampf sein muss. Er, dessen Sinnen und Trachten Admas Hakaudosch in des Wortes höchster Bedeutung ist, hat seinen Enkel, wie leider auch viele andere Balebatim nach Frankfurt in die Schule geschickt, weil ihm Erez Jisroel nicht mehr genug Gewähr für religiöse Erziehung gegeben hat. Nichtsdestoweniger oder gerade deshalb wird er nicht müde, in die Welt hinauszurufen, kein Jehudi habe seiner Pflicht Genüge getan, wenn er nicht tätig Erez Jisroels gedenkt. In einem Schreiben, das er kürzlich an die Palästina- Weltzentrale richtete, forderte er neuerlich Kol Jisroel zur Mitarbeit auf und schloss in den erschütternden Worten, dass es ohne Agudas Jisroel keine Orthodoxie mehr in Erez Jisroel gäbe. ״ In knappen drei Wochen wird der Gerer Rebbe auf dem Wege nach Palästina durch Wien kommen. Einige prominente Mitglieder der Österreichi-, sehen Palästina-Zentrale werden sich der Reisegesellschaft anschliessen. Die Tschechoslowakei wird ihre Vertrauensleute mitschicken, um in Bnei Brak das erste Stück Land im tschechoslowakischen Teile der Kolonie in Besitz zu nehmen. Und Oesterreich? Es hat erst jetzt dem Leihfonds Ne weh Jisroel einige tausend Pfund zur Verfügung gestellt. Doch das genügt den stets gebefreudigen Juden Oesterreichs nicht. Es gibt genug Charedim in Oesterreich, die ein Stück heiliges Land ihr eigen nennen wollen. Und noch weit mehr wollen sie durch die österreichisc 11 en• Vertreter in des Gerer Rebben Reisegesellschaft,RabbiChaim Sonnenfeld ein Geschenk zu Füssen legen: die Botschaft vom Erwerb eines geschlossenen Gebietes, als österreichischer Teil in Bnei Brak. MÖBELHAUS 1 ANTON 5CHLESINQER übarsiedelt indenl.Boz^Wallnerstr.SfTel.l^l/IV) nächst Kohlmarkt. Wohnungseinrichtungen / Innendekorationen Reichassortiertes Lager / Billigste Einfiihrungspreise Billigste Eirkaufsqueile in Leinen- und Damastwaren, Chiffone, sowie in Taschen- und Tischtüchern etc. Leopold Lederer *tlegA & (nächst Salzgries), Telephon 6571*3־ KEREN H \TAURO Wien, 19. November 192t. d« 11. Kislew 5654. A?ndas Jisroel (Sabbath 0.) Wien, II., Malzgatse 19 a. An die gesetzestrene Jadenheit! Auf der ersten Kenessio Gedanlo der Agudas Jisroel haben die grossen Autoritäten unserer Zeit den Keren Hatauroh ins Leben gerufen; er soll den heiligen Schutz des jüdischen Volkes bilden zur Erhaltung und Pflege seines höchsten Lebensgutes der. Thora. Die grössten Thoragclehrten des Ostens, Litauens, Polens und Tschechoslowakei, die Führer zur Chassidim wie die der westlichen Länder haben uns durch die Exekutive des Rabbinischen Rates zugerufen: ״Brüder! Mit einem Herzen voll Kummer und Bitterkeit, mit tränenerfüllten Augen stehen wir bei dem betrübenden Zustande unseres heranwachsenden Geschlechts in Palästina und der Diaspora. Unsere Jugend ist dem Abfall preisgegeben. Unsere Lehrhäuser, die Jahrtausende allen Stürmen getrotzt und unser Volk vor Abfall und Verfall geschützt haben, befinden sich in furchtbarer Krisis. Die Zukunft des jüdischen Volkes ist bedroht, wenn nicht sofortige Hilfe elntritt. Darum Brüder, rettet Euer Vok vor Vernichtung seiner Seele.“ Rabb. Awrohom Mordchei Alter (Gerer Rabbi), Rabb. Meir Atlas, Schawli, Rabb. Salomon Breuer, Frankfurt a. M., Rabb. Mosche Mordchei Epstein, Slobotka, Rabb. Israel Friedmann (Czortkower Rabbi), Rabb. Je s. Fürst, Wien, Rabb. Chaim Q. Grodzenski, Wilna, Rabb. Meir Hakohen, Radin (Chofez Chaim), Rabb. Mosche Katz, Neutra, Rabb. Elia Klazkin, Lublin, Rabb. Mendel Landauer (Strikow), Rabb. Mordchei Jos. Leiper (Radziner Rabbi), Rabb. Jizchok Sei. Morgenstern (Sokolower Rabbi), Rabb. Meir Don Plotzki, Ostfow, Rabb. Meir Schapiro, Sanok, Rabb. Koloman Weber, Piestani. Dieser Ruf darf nicht ungehört verhallen. Zu Chanuka soll zum ersten Male unter der Flagge des Keren Hatauroh in grosszügiger Weise eine Aktion zur Linderung jener unbeschreiblichen Not unserer Thorastätten unternommen werden. Mit jedem Licht, ׳das allabendlich entzündet wird, soll ein neues Licht entbrennen, das seine Strahlen in. die durch die Not der Zeit beschatteten Lehrhäuser bringen soll. Ünser Ruf ergeht an alle, in welchen die Liebe zu unseren heiligen Gütern noch nicht erloschen ist, sich ihrer jüdischen Verantwortung bewusst zu sein und Abend für Abend beim Entzündet! der Chanukalichter eine Spende für den Keren Hatauroh bereitzustellen. Die bei der Chanukaaktion in Palästina, Litauen, Polen, Slowakei und Deutschland gesammelten Gelder sind im wesentlichen für die notleidenden Lehr- und Erziehungsstätten dieser Länder bestimmt; dagegen soll der grössere Teil der in den wesentlichen Ländem erzielten Spenden für Erez Jisroel und den Osten verwendet werden, damit im Sinne des Aufrufes der Gedaulei Hatauroh wenigstens eine vorübergehende Linderung der Not erreicht wird. ־ Für den Keren Hatauroh der Agudas Jisroel Die Zentralleitung: Rabb. I. Baumgarten, Rabb. Beer Friedmann, Dr. L. Deutschländer. Die Lage in Polen. (Unterredung mit Senator J. Deutscher;) Der polnische Staat ist im Werden. Durch eine glückliche politische Konstellation entstanden, durch eine noch glücklichere zu einem Grosstaate geworden, hat die Republik Polen jetzt im Stadium der Konsolidierung viele und grosse Schwierigkeiten zu beseitigen, Hemmungen und Hindernisse zu nehmen, um jenen Grad politischer und ökonomischer Ent- Wicklung zu erreichen, der ihrer Grösse und ihrer Bedeutung entspricht. Was heute in Polen vor sich geht, ist ein Kampf mit den Kinderkrankheiten eines jeden neu entstandenen Staatsorganismus. Wenn dieser Kampf bisnun nicht immer besonders glücklich und erfolgreich geführt wurde, so liegt es einerseits an dem Mangel entsprechender Männer, andererseits aber auch an der politischen Unreife, die sich auf vielen, äusserst wichtigen, verantwortungsvollen Stellen austobt. Gleichzeitig muss aber betont werden, dass dieser junge Staat eine gefährliche und verhängnisvolle Erbschaft mitbekommen hat: Nationalitiiten, verschiedene Gerichtsbarkeit, innere Grenzen auf politischem, wirtschaftlichem und auch geistigem Gebiete. Es ist äusserst schwer, aller dieser Uebel Herr zu werden, noch schwerer, weil die Psyche der Bewohner verschieden ist und eine verschiedcnartige Behandlung erfordert. Alles in allem steht Polen heute vor schweren Zeiten. Zeiten, in mm? En gros und Erzeugung Bauernmarkt 24 (Ecke Fleischmarkt) Tel, 67-302 DetaHverkaufs-Nii 1.* ßpxibQti 28 Filiale: K׳ ad, Alte Wiese. PAiraufüevrahrung n j «c ,*;.;äsruafl öfter 41• Sommer*?-• Mi ׳ /#