Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 46 (16.11.1923)
- Date
- 1923-11-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 46 JÜDISCHE PRESSE Seite 363 Feinste Herrengarderoben üfiLctL nS^Ta.ss. Neu eröffnet: Konfektions - Abteilung« Sfi.xa.tli o lie Herrenmodeartikel (Herrenwäsche, Krawatten etc.) ga.s-j.8 isjs Preise. Herrenmodehaus A. BOREMSTEIM Wien, II., Hollandstr.10 1« Frankfurt hat eine Reihe wertvoller Pläne zur praktischen Betätigung im heiligen Lande ausgcarbeitet, zu deren Verwirklichung die einzelne}! Landesfcentralen die jüdischen Massen systematisch heranzuzSehen haben. Dienstag den 13. November fand etine von der österreichischen Palästlinazentraie einberaffene Beratung statt, der mehrere hervorragende Fachleute zugezogen wurden. Wie verbautet, soll dem-!rächst ein grosses Massenmeeting stattfinden mit Dr. Hhrmann als Hauptreferent. Rabbiner Tobias H 0 r o wii t z und Doktor Dei! t schiänder sind in Wien eingehängt, 11m an den Arbeiten im Zentralrate der Agudas Jisroel teil- «mebmen. Die ersten demokratischen Wahlen bei der Wiener jüdischen Gemeinde. Wien. Wie der Wiener 1• C. B.-Vertreter aus ««*ornnerter Quelle erfährt, werden im April 1924 Neuwahlen in die Wiener jüdische Kultusgenicinde stattfinden. Es werden die ersten Wahlen auf Grund des allgemeinen, gleichen Wahlrechtes sein. Es steht noch nicht fest, ob die auch in Wien wohnenden aus- ^irdischen Juden das aktive Wahlrecht erhalten werden. Es wild erwartet, dass, wenn die österreicfoischen Kultusgemeinden für das Wahlrecht der Ausländer sich entscheiden würden, die Regierung ihrerseits keine Schwierigkeiten machen wird. Wiener-Neustadt. Ueber חיי שיה ,D ש״ק weilte in Wiener-Neustadt Herr Rabbiner Benzion Jodler a׳us Jerusalem. Sein glänzender Vortrag fand unbeschreibifchen Beifall und dessen Wirkung ׳konnte man schon darin erkennen, ׳dass kein!Auge trocken blieb, als Herr Rabbiner Jadier die Lage unserer Brüder in Jeruscholajim schilderte. Unter dem Eindruck seiner ׳Ausführungen wurde eia Arbeitskomitee gegründet, in welchem sich besonders •dte Herren Siegmund Deutsch. Samuel Mandl, ׳Moses Ro s e n b e r % e r und ׳Armin R e,i;f hervorragend betätigten. Der erste Erfolg war, dass die :Herren ■R e i n i n- 2er für ■ein ganzes!Haus zeichneten. Ferner beteiligten steh die Herren Oberrabbiner ׳Dr. J. P o 11 a k, Kultusvorsteher Ungar, Schiff, Gebrüder Ko.ppel mit namhaften Beträgen. Auf allgemeines Verlangen musste Herr Rabbiner Jsdkr Sonntag ׳abends nochmals eine דרשה halten. M'itt- *noch abends ■wurde im ■Hause des!Tempelvorstehers, Herrn Sasnuef;Mandl, ein Abscibiedsfest gefeiert, wo Herr Rabbiaer Jadier köstliche דברי חורה sagte. ׳Mit einer Sammhing ■von■ 350 Pfund Sterling wurde ■die Aktion einstweilen geschlossen und es ist berechtigte Hoffnung vorhanden, dbss sich der Betrag in kürzester Zeit noch vergrossem wird. Deutschland. Dr. Schiller .זצ׳׳ל Karlsruhe-Baden. Jäh und unvermittelt trifft uns die erschütternde Nachricht von dem Ableben unseres al'lverehrten Rabbiners Dr. Schiffer. Sein ganzes Leben war ein erhabener Traum von allen Guten und Heiligen. Träumend giflg er am frühen Morgen seines letzten Lebenstages zu der liebgewohnten Stätte des Gebetes, da ergriff ihn das Rad des modernen Verkehrsmittels und warf ihn zur Erde. Et erwachte nicht mehr. — — Was er der Gemeinde Karlsruhe geleistet hat, gehört der Geschichte an. Als er ■an deren Spitze berufen ward, waren die geseiizestreuen Juden gezwungen, um ihrer Ueberzeugung leben zu könnea, aus dem Judentum auszutreten und als Dissidenten sieb mit unbeschreiblichen Opfern die Möglichkeit eines religiösen Lebens zu schaffen. Es ist das Verdienst unseres verewigten Rabbiners, dass selbst die grimmigsten Feinde im nealogen Lager das Widersinnige dieses Zustandes eingesehen und die Gewalttaten ihrer Ahnen, welche die Religionstreue aus• dem Judentum verwiesen, verabscheuen gelernt haben. Mit klarem Blick und zwingender Herzensgüte hat Dr. Schiffer seine Gemeinde geführt. Mit emsiger Hingabe und ehrlichem Forschen hat er das jüdisehe Wissen erfasst und bereichert. Mit unendlicher Liebe hat er für die Armen gesorgt und die Zweifelnden gefestigt. Rabbiner Dr. Schiffer ist als junger Studierender aus Ungarn nach Deutschland gekommen, wo er das Berliner Rabbinerseminar besuchte. Nach seiner Promotion mit einer gründlichen Arbeit über ״Koheleth“ wirkte Dr. Schiffer als Stiftsrabbiner in Hannover, bis ihn das Vertrauen der Karlsruher Religionsgesellschaft an die Stelle berufen hat, wo er seine segenbringen'de Tätigkeit entfalten konnte. Sein Angedenken ist ein Segen. Polen. Die Sonntagsruhe in Polen. Warschau. Das in Polen seit ungefähr zwei Jahren bestehende Gesetz ■der strengen ■Sonntagsruhe auch für jüdische Gewerbe und Geschäfte ׳war bis jetzt in einigen, meist von Juden bewohnten Gegenden Ostpolens, nicht in voller Wirksamkeit. Nunmehr hat der Arbeitsminister eine Verordnung erlassen, dass das Gesetz auch in den Städten Polens, Wolhyniens, und eines Teiles der!Biaiystbeker Gebietes, wo die Juden 90 Prozent der städtischen Bevölkerung ausmachen, mit aller Strenge durchgefiihrt werden soll. Die Explosion in W-tr,־schau. Im Zusammenhang mit der Explosion in Warschau werden fortwährend unter der jüdischen Bevölkerung Arretierungen vorgenommen. In der letzten Woche wurde unter anderen Rabbiner Maier Lern er aus ■Lubow arretiert. Rabbiner Lcrner hatte bis jetzt das Asylrecht des polnischen Staates genossen, da er seinerzeit aus Russland vor Verfolgungen geflohen ist. Auswsisüliftcn in Polen. Wilna. Die Polizei hat iu der letzten Wache allen denjenigen Juden, die aus Sowjetrussland geflüchtet sind und bismm die Aufenthaltsbewilfigung gehabt haben, die Bewilligung abgenommen und sie aus Polen ausgewiesen. Diese Massregel wird unsinnigerweise mit der Explosion in Warschau in Verbindung gebracht• Dtautn. Die erste Sitzung der neugewählten Kehillaverv/altung in Kowno. Kowno. Samstag nachts trat die neugewählte Gemeindeverwaltung zu einer Vollsitzung zusammen. Es Lagen Erklärungen vor von den Zionisten, ■die mit der bishörigen Führung der Autonomie unzufrieden sind. Die Handwerker beklagten sich über die Diktatur der Mehrheitspartei. Die Poale Zion warnten vor dem Geiste des alilweltlichen Imperialismus (?!)..Eine Erklärung der Kleinhandle!־ bittet um besondere Berücksichtigung der ökonomischen Interessen des Mittelstandes. Dann ■gibt David Lew in eine Erklärung im Namen des Achduth äb. Die Kehilla müsse der Bevölkerung in allen ihren Nöten beistehen, ihre materiellen wie geistigen Interessen wahren. Nach Verlesung ■der vielen Erklärungen setzt gleich ein Kampf ein zwischen Zionisten ubd ,,Achduth. Erstere überraschen die Versammlung mit ■einer Begrüssungsresolution der demnächst zusammentretenden sogenannten Nationalen Versammlung. Die Vertreter des Achduth protestierten dagegen mit dem Hinweis, dass die Nationale Pelzhaus!Gebrüder BR 4* ININ | Wien, II., Glockengasse 8 H Telephon: 45-4-33 ®Eigene WerkfiiäHen SCHEITELN, PERÜCKEN n. Transformatione■ in feinster u.moderrster Ausführung! DAUERWELLEN (gekochtes Haar) WASSERONDULATION nach dem neuesten Verfahren von 250.U00 Kronen aufwärts. Als besondere Spezialität: SCHEITELN AUF HAUT gearbeitet, gänzlich u«■ kenntlich Im Tragen. Sämtliche Reparaturen wie auch Wasserwehungen werden übernommen Provinzversand wird prompt etfektuiert Erste Wiener Werkstätte für moderne Haarkonfektloa FR. JEREMIAS M.LIPPEL Wien, II., SteVanlestrasse 7 (jetzige H« wißt■ Mit elnemGrlff סי modern frisiert Versammlung eine Parteisache sei und ausserdem die Begrüssung nicht auf der Tagesordnung stehe. Die Resolutfo* wird angenommen. Achduth hatte sich der Abstimmung enthalten. Ein zweiter Streit entsteht bei der Wahl des Präsidiums. Die Zionisten verlangen einen Präsidenten, Achduth dagegen ein dreigliedriges Präsidium. Die Absicht der Zionisten ist sehr durchsichtig: Sie wollen eine zionistische Zentralgewalt in der Gestalt eines zionistischen Präsidenten. Kleinhändler und Handwerker schliessen sich der Meinung des Achduth an. Unter diesen wenig günstigen Umständen hielt es die Leitung für ratsam, die erste Sitzung zu schliessen, ohne die Wahl und die Ab- Stimmung vornehmen zu lassen. Von der KehHlah. Kowno, 4. November. ln der letzten Sitzung der Gemeindeverwaltung kam nun endlich ׳die )Wahl des Präsidiums zustande. Es drehte s'ich wieder um die Frage: ■Präsident oder Präsidium? Die Zionisten wollten durchaus einen Präsidenten; Achduth, Handwerker und andere stimmten für ein Präsidium, und die letztere Meinung setzte sich durch. Es sind ins Präsi- ׳dium gewählt die Herren ■Schereschewsky (Achduth), Weitzimann (Misracivi׳) und Jadkunsky (Zionist). Die Wahl des Aktionskomitees wurde auf die nächste Sitzung vertagt. Das Los des jüdischen Ministeriums in Litauen. Kowno. Aus Kowno wird uns gemeldet: Bei der B11!d׳getberatung für d׳as Jahr 1924 wurde der Posten für das jüdische Ministerium von Lit 73.000 auf Lit 12.000 reduziert. Diese Tatsache bedeutet, dass ab 1• Jänner 1924 das jüdische ,Ministerium faktisch zu ־existieren aufhört. Der bewilligte Betrag reicht kaum aus, einen Sekretär und eine Maschinenschreibkraft zu bezahlen. Es wird auf diese Art das jüdische Ministerium in eine Kanzlei eines jüdischen Ministers ohne Portefeuille verwandelt. Diese Institution, in der die nationalistischen jüdischen Kreise ihren ganzen Stolz erblickten, und die nun durch eine Geste der antisemitischen Parteien von der Bildfläche verschwindet, ist als Opfer der unsinnigen Politik der nationalistischen Führer gefallen. Der ״Jüdische Nationalrat“ in Litauen will in dl» Jewish Agency. Kowno. Der jüdische Nata'onalrat in Litauen hat die Frage ׳der Jewish Agency auf die Tagesordnung seiner ׳dieswöchigen ׳Sitzung gesetzt. (Der Jüdische Nationalrat hat bei der zionistischen Exekutive in London angefragt, ob und wie der jüdische Nationalrat von Litauen tn der Jewish Agency vertreten sein ׳könne. Gesetzliche Drosselung des jüdischen Handels in Litauen. Kowno: Das Ministerium beantragte die Uebergäbe sämtlicher Heereslieferungen den nichtjüdischen Kooperativen. Sollte dieser Antrag angenommen werden, so wird die jüdische Kaufmannschaft von deh Transaktionen mit den Behörden vollkommen ausgeschalten. Die Telscher Jeschiwo. T e 1 s c h, 2. November. Die Telscher Jeschiwo, die neben Slabotko wohl als die bedeutendste Thoralehranstalt Litauens angesprochea werden darf, befindet sich in einer bedrohlichen Krisis. In einem Aufruf, unterschrieben vom bekannten Leiter der Lehranstalt, Rabbi Bloch, heisst es unter ■anderem: ״Just zur Zeit, da die Jeschiwo!ihren geistigen Höhepunkt erreicht, traten Zustände ein, die sie vor ■den materiellen Zusammenbruch stellten. Fünfzig Jahre lang spendete die Jeschiwa Licht und Lehre ׳an Tausende von Schülern, die heute zum Teil zu den Leuchten der Diaspora gehören. Ueber dreihundert! Schüler aus ■der geistigen׳ Elite der litauischen Jugend obliegen zur Zeit in Telsch Tag und Nacht dem Thorastudium. Heimatlos, geistig wie materiell, ׳werden!diese Jünglinge, wenn die Jeschiwo jetzt Ihre Pforten schliessen müsste, blühende Hoffnungen des lüdisehen Volkes werden für immer vernichtet.“ Die Not resultiert aus der Einstellung der amerikanischen Unter- Stützungen. Auch die anderen Einnahmequellen sind bei der kritischen Lage in Litauen!vollständig versiegt. Der Aufluf wendet sich an alle Glaubensgenossenschaften der Welt, die Jeschiwo vor dem Untergange zu retten. Spenden nimmt die Leitung oder Herr Oberrabbiner J. L. Bloch, Teisch, Litauen, entgegen. OH \ M Valept .Wohin eile Dich gründlich auf dem natürlichstenWege B Ax Bfcfe 1 gmrm m Heildurch Anwendung des elektro-galv. W ©pSfl i BVS U111 "apparate* Unterstützt jedes Heilverfahren Kräftigt Nerven und Organismus Bei fast allen Leiden — ohne Berufsstörung — in jedem Alter anwendbar Telephon 3943 Prospekte, Referensen und Auskünfte kostenlos durch Fördert den Stoffwechsel Wohlmuih-Mo!i!pI Vertrieb für Oesterreich. Provisorische Geschäftsstelle: Wien, VL Moriahilfergflrfei 14 Teiepln» 3945 Herr J. RSsler, Gab'oaz, Buron Wrazda Str 886 8, schreibt ■08 am 30. V. 1923. Nach zirka dreimonatigem Gebrauch Ihres Wohlmuth-Apparates föhie ich nrfch veranlasst, 1__ mitzuteilen, dass m r Ihr Apparat bedeutende Besserung gebracht hat. leb leide seit 16 Jahren an einem Rückenmarksleiden und wurde mein Zustand derart, dass leb as WeL nachten vorigen Jahres kaum mehr über das Zimmer laufen konnte, auch litt ich furchtbare Schmerzen und konnte Dicht schlafen. Seit Februar L J. benütze ich Ihr«■ Heilapparat{ schon nach kurzer Zeit besserte sich mein Zustand, so dass ich schlafen konnte, wieder Appetit bekam und bin ich Gott sei Dank jetzt imstande, längere Spaziergänge ן-*— wozu ich bemerke, dass ich bedeutend rubiger und zuversichtlicher geworden bin. Ich werde Ihren Apparat jedermann nur bestens empfehlen.