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Jüdische Presse · 1923-11-16 · 46 (16.11.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
46 (16.11.1923)
Date
1923-11-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 364 JÜDISCHE PRESSE Nr. 46 RtinädUn. Kongress der orthodoxen Gemeinden in Rumänien. Da das!Mandat der auf dr-eti Jahre gewählten orthodoxen Leitung ׳Transsylvaniens aibgelatrfen ist, wurde der Kongress der orthodoxen Gemeinden für Ende November nadh Grosswardein einberufen, bei welcher Gelegenheit die neue Leitung der txanssylvanischen Orthodoxie gewählt werden wird. Seitens der Gemeinden bekundet sich hiefür lebhaftes Interesse und wird die Teilnahme an diesem Kongress, jene des ersten Kongresses voraussichtlich weit übertreffen. Dies /folgt auch aus der neuen Wahlverordnung, nach welcher die Zahl der Delegierten von der Zahl der Gemeindemitlglieder abhängig ist, so dass die grösseren Gemeinden durch mehrere Delegierte vertreten sein werden. Von׳ ganz nahestehenden Kreisen des bisherigen Präsidenten!Herrn Oberrabbiner Ulhnann ׳aus löistritz wird erklärt, dass er die!Präsidentenstelle weiterhin unter keinen Umständen!anzunehmen geneigt ׳ist, da die!Landeskanzlei nicht •die nötige Unterstützung seitens der Gemeinden genossen hat, um ■die Angelegenheiten der Orthodoxie mit Erfolg vertreten zu־ können. Der Klausenburger Raw und die Aguda. In einem dem Mitarbeiter des ״Uj Kelet“ gcwährten Interview über däe Wichtigkeit orthodoxer GemeirKle'atitonomie sagte Oberrabhiner Gleisner, dass die ■g 1 au׳bens treue Judenheit alle jü d i- ,sehen Angelegenheiten selbständig führen müsse. Sie habe durch die Keness io Ged a u 10׳ ׳ hinlängliche Beweise ihres p o 1 i t isehen organisatorischen und geistigen Könnens geliefert. Gegen Ende dieses Monats soll in Grosswardein ein e Versammlung aller Siebenbü rgen er Oemedndedelegierten stattfinden, in der Sitz und Arbeitsplan der orthodoxen Landeskanzlei beschlossen werden soll. Wie verlautet, soll der Klausenburger und Grosswandeiner Raw an der Führung der Geschäfte künftighin hervoragenden Anteil nehmen. Dies bedeutet gleichzeitig einen ernsten Schritt zum Ausbau des Agndagedankens. Schulwesen. Bekannt Vieh kann in den rumänischen Staatsschulen an Samstagen und Feiertagen für jüdische Zöglinge — einer ministeriellen Verordnung gemäss — keine Enthebung von schriftlichen Arbeiten gegeben werden. Trotz aller Anstrengungen׳ gelang es nicht, diese Verordnung ausserkraft setzen zu lassen- Nun sind die jüdischen Rcligionslehrer in Marosvasarhely vor dem Direktor der dortigen Staatlsschule erschienen und haben erklärt, dass in einer Schule, wo jüdische Zöglinge zur Entweihung des Sabbat gezwungen werden, sie keinen Religionsunterricht leisten können und!wollen. Zu den, den jüdischen Unterrichtswesen erschwerenden ministeriellen Verordnungen, ha# Sich übrigens in den letzten Tagen ein neuer Erlass gereiht. Demgemäss •darf Brautausstattungen Billigste Einkaufsquelle in Leinen- und Damastwaren, Ghiffone, sowie in Taschen- und Tischtüchern etc. Leopold Lederer stiege 5 (nächst Salzgries), Telephon 65-3-71 «s g *M. »m t> l _Pelzwaren— 1 aller Art, für Damen u. Herren, in eigener Werkstätte feinst ansgeführt I |gr zu billigen EinffUhrungsprelsen ׳־^Rl ן A.TeHler, II., Sdimelzgasse 6 B Modernisierungen prompt und billig! jüdischer Religionsunterricht in allen Staats- und kortfessioneÜen Schulen nur in rumänischer oder in hebräischer Sprache ■unterrichtet werden. Das die jüdischen Schüler Transsylvaniens grösstenteils weder Rumänisch noch Hebräisch kennen, wurde dadurch dem jüdischen Sehrt 1wesen eine nette Hemmung geschaffen. .« €r« }isrotl. Arabische Protestkundgebungen am Jahrestage der Baffour-Deklaration. Jerusalem. Auf einen Aufruf der arabischen Exekutive in Palästina ׳hin, versammelten sich am Jahrestage der Balfour-Deklaration die arabischen Muselmannen nn ganzen Lande in den Moscheen, um gegen die BaMourdektaration und •die!Politik einer jüdischen nationalen Heimstätte zu protestieren. Die Protestresolutionen waren an die Adresse Sir!Herbert Samuels und die britische Regierung gerichtet. Die Araber fordern nationale Erziehung. Jerusalem. Die arabische Exekutive entsandte eine Delegation zum Oberkommissär von Palästina, Sir Herbert Samuel und stellte die Forderung, dass die ganze Erziehungsarbeit unter den Arabern in die Hände arabischer Männer übergeben solle. Der Obenkommissär verlangte die Zustellung eines ausführlichen Memorandums in dieser Frage. Eröffnung des siebenten arabischen Kongresses. Jerusalem. Der siebente palästinensisch-arabische Kongress ist am 8. November eröffnet worden. Der sechste palästinensich-arabische Kongress fand bekanntlich im Juni ׳vorigen Jahres unter dem Präsidium Musa-Kasjm Paschas kurz vor Sir Herbert Samuels Reise nach London in Nablus statt. Der damalige Kongress setzte seine Dclegation ein, die sofort nach London abreiste, um tfie arabische Sache vor das Kabinett zu bringen. 00000030 TS CHECHO-SLOWAKEI. 00000000 Gründung einer Landesorganisation in Böhmen, Mähren and Schlesien. Brünn. (A. J. C. B.) Am 28. Oktober hat sich in Brünn d׳ie Landesorganisationder A g tidas Jisroel für Böhmen, Mähren und Schlesien konstituiert. Bisher gab es nur eine lose Vereinigung der Gleichgesinnten und Vertrauensmänner- Zum Obmann der neuen Organisation wurde Direktor Gustav Springer in Boskovitz, zum Kassier Dr. Salomon Lieben in Prag gewählt. Die ׳neue Organisation wird für die Erriillung der von der Kcnessio Gedaulo in Wien aufgestellten Aufgaben arbeiten: 1. Förderung des Sozialen ttilfswerkes in Wien, 2. Förderung des Thora- Studiums, 3. Förderung der jüdischen Institutionen, 4. Förderung des Jischuws in Erez Jisroel auf religäöser Grundlage. Agudas Jisroel in Zabokreky (Zsambokret.) Sannüag den 25. Cheschiwan fand in der Gemeinde Zabokreky (Zsambokret) ׳unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder der Mutter- und Filialgemeinden die Gründungs- Versammlung der Agu das Ji sroe l-Oirtsigru ppe statt. Zur Versammlung fanden sich auf Einladung in Vertretuuig der benachbarten Tapolcsaner Ortsgruppe die Herren Kornfein, Zarkower urtd Krojnlk sowie mehrere Mitglieder der Jugendgruppe ein. Eine besondere Bedeutung gewann die Versammlung diirch die Anwesenheit! unseres sonst in stiller Zurückgezogenheit ausschliesslich dem Limud Hatauroh lebenden Oberrabbiner ttagaon R. Mosche Neuman שליט״א Im Auftrage des Herrn Oberrabbiners begriisste . Herr Harry UIJma nn die Erschienenen und ׳besonders die auswärtigen Gäste herzlich. Herr Korn fein hielt sodann ein ausführliches Referat, über die Ziele und die Notwendigkeit der Aguda. Er berichtete über die bisherfge Tätigkeit der Organisation auf dem Gebiete des Limud Hatara, der Erez Jisrael-Arbeit! und der sozialen Wohlfahrt. Zum Schlüsse kam er auf die KenesSio Gedaulo zu sprechen und schilderte den gewaltigen Eindruck, /den diese grosse Kundgebung des orthodoxen Judentums hinterlassen hat. Seiine von grosser Begeisterung getragenen Ausführungen fanden den׳ ■ungeteilten!Beifall der Versammlung. Unter dem Eindrücke dieser ׳Rode schloss sich als erster Sr. Enw. Herr ׳Oberrabhiner Neumann und seinem Beispiele folgend, die ganze Versammlung der Agudas Jisroel an. Hierauf sprach Herr Zarkower über die ureigentliche Hauptaufgabe deT Aguda, Förderung des Lfmud Hatora, und hob dabei die ׳Verdienste unseres Oberrabbiners — Verfassers des epochalen Werkes הלכה למשה als eines der bedeutendsten Talmidej Chachonim unseres Landes 'in grosser Verehrung hervor. Als Vertreter der Jugend sprach Herr Eugen S c h 1 e s i in g e r ׳in gleichem Sinne mit beredten Worten. ׳Herr U11 mann schloss hierauf ׳d׳ie Versammlung, die eine gute Leistung zur Verbreitung der Agudas Jisro-el-Idee war. Chevra Kad?!scha, Bratislava. Die Chevra Kadischa der orthodox israelitischen Kultusgemeinde in Bratislava hat an sämtliche Kultusgeme'inden ׳in der Slowakei und Karp. ׳Russ ein Rundschreiben gerichtet und selbe aufgefordert für ihre mittellosen Kranken an das hiesige Spital entweder einen Ausschuss (Pausohalgebühr) zu be- \ zahlen, oder sich zu verpflichten, von Fall zu Fall die i Spitalsgebühren laut Krankenkassatarif zu vergüten. Viele ' Gemeinden haben in der einen oder anderen Weise dieser Aufforderung Folge geleistet, doch zahlreiche Gemeinden haben dieser Aufforderung nicht Folge geleistet. Die Gemeinden werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, dass sie selbst daran schuld sind, wenn Kranke und mittellose ׳Leute im elenden Zustande nicht! ausgenommen werden können. Aguda-Jugendgruppe in Tmava. Am 28■ Oktober fand die Generalversammlung der Jugendgruppe statt. Präses Alexander Beck: begrüsst die Erschienenen. Die Delegierten an der Nitraer Tagung bertobten über den Verlauf und die Beschlüsse derselben. Es wird beschlossen, mit aller Energie an die Durchführung der dort den Gruppen gestellten Aufgaben zu schreiten. Die wegen Wegzuges erfolgte Abdankung des verdienstvollen bisherigen Präses und Gründers der Gruppe wird mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Die Neuwahl ergibt folgendes Resultat: Alexander Weisz (Präses), Albert Halle (Kassier), Samuel Spitzer (Kontrollor), Arthur Salamon (Schriftführer), David Praiger, Hermann Weingarten, Josef Goldmann, B61a Beck, Salomon Müller, Nändor Herzog, Andor Herzog, Alex. Bernfeld,!Max Weismandl, Armin Deutelbäum und N. Donnenbaum (Ausschussmitglieder). Zur Sammlung des Kojfer Nefesch wurde eine besondere Sektion gebildet, die ihre Arbeit bereits begonnen hat. Talmud Thora in Brünn. Rabbiner Hermann Sc ha tt i u veröffentlicht einen Aufruf zur Gründung einer den religiösen Anforderungen entsprechenden Talmud Thora- Schule in Brünn. Auch dort zeigen sich also bereits Spuren der erwachenden Erkenntnis, dass es auf dem bisherigen Wege nicht weitergehen kann. Soll die Gemeinde Brünn nicht dom vollständigen Verfall preisgegeben werden, müssen sich die wenigen Treugebliebenen zu einer Tat aufraffen und die Worte des Rabbiners Schattin beherzih«*****«***«»«»*+*++++**++++++++++++*b « ♦ Grand-Sanatorium : und Wasserheilanstalt : ♦ Bratislava Tiefer Weg : ♦ Erstklassige diagnostische, diätetische und phy- ♦ ♦ sikalische Heilanstalt für Innere u. Nerven« * ♦ kranke // Chirurgie, Frauenheilkunde // Abtei- ♦ ♦ lungen für Augen*, Ohren-, Nasenu. Halskranke ♦ Röntgentherapie // Chemisches Laboratorium , ♦ Pauschalpreis von cK 55, für Entbindung * ♦ (8 Tage) öK 1100 bis 1800 ♦ . Monats ׳־ Pauschalpreis für Innere und ♦ ♦ Nervenkranke öK 1600 bis 2400 t ♦ Wasserkur für Auswärtige (Bad mit Ab■׳ ♦ t reibung und Wäsche) öK 12 ♦ ♦ Freie Aerztewahl * ♦ ■ ♦ ♦ Rituelle כשל Verpflegung unter Aufsicht ♦ des Pressburger orthodoxen Rabbinates. * .,«♦♦♦♦♦♦♦*♦♦♦♦♦♦♦♦י♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ ♦ ♦ R gen. Eine vollständig auf orthodoxer Basis wirkende Schule allein, vermöchte die hera »wachsende Generation für das Judentum wiederzugewinnen. Vor den Gefahren der Reform der vergangenen Generation und des jungfrödldischen Fussballzionisrmis der Gegenwart kann die Jugend einzig und allein die intensive Beschäftigung mit dem wahren, dem Thora-Judentum, bewahren. ׳Rabbiner Schattin!verdient Anerkennung für sein Bestreben, die Eltern darauf hinzuweisen. Es fragt sich nur, ob die Eltern reif genug sind, die Gefahr heute schon im vollen Umfange zu erkennen. •Wie uns berichtet wird, haben einige Nationalisten bereits Schritte getan, um auch diese erst im Werden begriffene orthodoxe jüdische Schule unter Ihren geistigen Einfluss zu bringen und sie im Hatfdumdrehen zum Umgekehrten dessen zu verwandeln, was sie sein soll :eine Pflanzstätte für תורה und יראת שמים. Seiet auf der Hut, ihr wenigen Frommen von Brünn! Joch. Bürgermeisterwahl In Munkäcs. ln Mivnkäcs ist ei» junger Zionist namens Dr. Spiegel als Vertrauensmann der Juden zum Vizebürgermeister gewählt worden. Zionistische und chrisfFchsoziale ״Freundschaft“. Unseren Zionisten ist bekanntlich alles erlaubt. Sport und Spiel überbrücken alle Prinzipien, zumal wenn den Söhnen dadurch so herrlich gute Gelegenheit gegeben wird, den ״alten“ Juden, den ״fanatischen“ Orthodoxen, den ,,zurückgebliebenen“ Eltern zu zeigen, welch ganz ״anderes“ Judentum die Brust ekles strammen, stolzen und selbstbewussten, für die ״Ehre“ seines ״Stammes“ kämpfenden ״nationaljüdisohen“ Jünglings weitet. Die ,vH a k a o h“ in K o s i c e fühlt sich als k r a f tstrotzenxkr Pionier dieses neuen Judentums. Aus tiefwurzelndem ,;Selbstbewusstsein“ ■des zionistischen! Nationalstfühls weisen es seine tapferen ״Kämpfer“ weit von sich, den Feinden des Judentums auszuweichen, wie dies die ,Alten“ tun. Nein, das wäre feig und röche nach Vorurteil und religiösem Fanatismus. ■Sport und Spiel kennt keine Judenhasser. Wer immer mit seinem (Bein kräftig aus־־ stossen kann, ist in Mann von tadelloser Gesinnung; im ״Match“ erst zeigt sich der Meister! ln aufrichtiger Herzensneigung wurde denn auch vorigen Sonntag (ausnahmsweisc, wohl nur den christlichen Freunde» zuliebe am Sonntag, sonst geschieht dies mit Vorzug am שבת קודש ein ״Fr e׳u<n d sch!a׳f ts-Footba,! 1 m a t ch“ zwischen der Kosicer ״Hakoah“ und dem Christiichsozralen ״K. S. C.“ veranstaltet. Während dieses freundschaftlichen Wettspieles auf zionistisch-ohristiichsozialer Basis gerieten die ״Freunde“ so eng aneinander, dass zwei ..Hakoabner“, Dunyi und Lippner, wochenlang im Krankenbette mit blutiggeschlagenen Köpfen darüber nachdenken können, ob es denn nicht endlich am Platze wäre, auch mit der ״J ü d i s c h k e i t“ Freundschaft zu schliessen: Blutige Köpfe würde es dabei sicher nicht geben. Talmud Thora-Feier in Nove Zamky. Vor vier Jahren haben Arnold Braun und seine Frau Susanna Fuchs für die Talmud Thora in Nove Zamky ein Oebäude, mit zwei Lehrsälen und allen Einrichtungen versehen, gestiftet. Aus Anlass der Kencssio Gedaulo der Agudas Jisroel haben sie einen Fonds angelegt, welcher ״Kencssio Gedaulo- Fonds“ heisst, mit der Bestimmung, dass vom Erträgnisse dieser Stiftung ספרים für die Talmud Thora gekauft werden. Diese Gelegenheit benützte der Vorstand des T. T.-Vereines, um den seinerzeit gefasste■ Beschluss, für Arnold Braun und seine Frau eine Gedenk-

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