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Jüdische Presse · 1923-11-09 · 45 (9.11.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
45 (9.11.1923)
Date
1923-11-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 4 ר Seite 355 JÜDISCHE PRESSE Feinste Herrengarderoben nach JS/Eslbb- Rfi lohe Herrenmodeartikel Neu eröffnet: Konfekiions - Abteilung. jKftin שעטנז (Herrenwäsche, Krawatten etc.) ,.jj,. jjui Hässige Preise. ..י•«■ lichkeiten in Wirklichkeiten zu wandeln durch Aufbringung der finanziellen Mittel, Bereit- Stellung der geistigen Kräfte und Herstellung und Erhaltung des stetigen Zusammenhanges zwischen der gesamten Diaspora und der jüdischen Siedlung im Lande. Sie hat insbesondere ihre Aussen- und Innenpolitik danach zu orientieren, dass die unter Ziffer IV, 3 a—f aufgeführten, die Mizwah-iErfüllung gefährdenden Momente ausgeschaltet werden und bleiben. Ueber die hiernach sich ergebenden Einzelheiten des politischen, Wirtschaftliehen, kulturellen und Organisator isehen Palästinaprogrammes ist im Rahmen dieser ״Grundzüge“ nicht zu sprechen. 5. Aus den unter 1—4 entwickelten Grundsätzen ergibt sich, dass die Triebkraft des Erez Jisroel- Interesses des thoratreuen Judentums in dem sicheren Grunde eines für alle Zeiten gültigen G6t setzes wurzelt. Agudas Jisroei erwartet die Erlösung des jüdischen Volkes inmitten der Brudermenschheit nicht von diplomatischen Verhandlungen, nicht von der, Zufälligkeiten der politischen Machtkonstel'ation, sondern rein und lediglich vom sittlichen Aufschwung der Menschheit und v 0 1־ a 11 e m von der unbedingten Unterordnung des gesamten jüdischen Volkes unter die Majestät des Gotteswillens. Allein Agudas Jisroel hat nichtsdestoweniger weder diplomatische Verhandlungen noch die — im Sittlichen verharrende — Anpassung an die massgebende politische Konstellation zu verwerfen, wenn, es gilt, auf diesem Wege die umfassende Erfüllung von Mizwath Jischuw Erez Jisroel ohne jeden Seitenblick auf ferne und verhüllte weltgeschichtliche Ziele zu sichern. © © © © © © © Pelzhaus Gebrüder BRÄINIH Wien, II., Glpckengasse 8 TVlephoh: 454-38־ © Eigene Werkstätten © © © © © © © H erren m odehaus A. BORENSTEIN Wien, II., Hollandstr. 10 V. 1. Die Erez Jisroel-Politik der Agudas Jisroel hat mit dem Vorhandensein anderer einflussreicher Strömungen im Schosse der zeitgenössischen Judenheit zu rechnen. Als Verkörperung des überlieferten jüdischen Voliksgedankens, die Autorität des göttliehen Gesetzeswillens als einzige Autorität über sich anerkennend, kann Agudas Jisroel logischerweise auf dem Gebiete der Erez Jisroel-Politik weniger als irgendwo sonst irgendwelche ideelle Anpassung an den Zionismus oder an die Assimilation vollziehen. 2• Die Tatsache schliesst die Möglichkeit praktischer Zusammenarbeit sowohl bei der Vertretung genau präzisierter jüdischer Interessen nach aussen als auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Arbeit nach innen keineswegs aus. Bedingung dabei ist, dass weder nach aussen noch nach innen die ideele und organisatorisehe Selbständigkeit der Agudas Jisroel in Frage gestellt wird. Diese Selbständigkeit ist auch nach aussen nicht nur wegen der Rückwirkung auf die religiösen Verhältnisse im Innern notwendig, sondern auch mit Rücksicht auf die unter II, 1 und 2 dargelegten besondern Gesichtspunkte der Agudas Jisroel-Politik. w NACHRICHTEN. Vom Tage vT/, Der gekränkte jüdische Vater. Auf den Trümmerfeldern, die der!Hass bereitet, entstehen seltsame Kranikheitserscheinungen.!Sie sind vom pathologischen Standpunkte aus!nicht uninteressant. Wir!möchten vor allem den Krankheitsprozess kurz rekapitulieren. Die Leitung der Talmud T׳h0ra-80hule ist gezwumgen, mangels jüdischer Bewerber christliche!Lehrer anzustellen. Im Zusammenhang mit dieser, sicherlich sehr bedauerlichen, aber unvermeidlichen Tatsache treibt die krankhafte Phantasie eines Agudagegners gespensterhafte Blüten, z. B. dass diese christlichen Lehrer nur ׳mit!Hakenkreuz unterrichten und, da bekanntlich das Hackenkreuz mit dem Mogen-'Doiwid sich nicht ׳gut verträgt, lässt man die Kinder das Mogen-Dowid-Zeichen entfernen ,und führt sie nooh obendrein in die Stephanskirche. Es wäre vielleicht vollendeter gewesen, noch eine geheime Abtaufung ,der Kinder dazuizudiahten. Allein es ist nicht ׳Sache des ärizth'chen Beobachters, das krankhafte Phantasiebild des Patienten!weiter auszubauen, er!hat sich!bloss mit den tatsächlichen Erscheinungen des Psychopathen zu beschäftiigen. Also bildet der Gang in die Stephanskirche einstweilen den Gipfel- und Schlusspunkt •agudistisdher Greueltaten.!Dieses verworrene!Märchen wird!von Mlsraohi- •ührern mündlich solange erzählt und wieitergegcben, bis sie selbst daran glauben und, Gefangene ihrer eigenen Lügen, sich bemüsslgt fühlen, es Im offiziellen Parteiorgan (dank der mutigen Redaktion bloss in der Form der Binsendumg eines ״Gekränkten Vaters“) der Druckerschwärze anziuvertrauen. Da für diese Einsendung!niemand die Verantwortun׳g ׳überne'hrpen will, können wir wiederum nur den kranken Vater, der scheinbar von bösen Träumen gequält wird, der ärztfiohen Beobachtung zuführen. Es soll von vornherein zugegeben werden, dass ein Vater, der heutzutage seine Kinder jüdisch erziehen will, schwer besorgt sein ׳muss. Man würde jedoch von einem normalen Menschen erwarten, dass er, bevor er sein Kind einer Schule anvertraut, Erkundigungen einholt. Er geht etwa zu der Schulleitung, er sohaut sich einmal den Unterricht ׳an, er erkundigt sich bei den Eltern gewesener Schüler ie v£Uo \Zird pur geklebt!. Verlsn.Mi Sie v.. tfcrem Schuhmadiermeister die facngemäBe Befestigung und Sie werden keine Sdiihe ebne BERSON-Gummlaehien mebr tragen! Sie ersparen teure Reparaturen, erhalten Ihr Schuhwerk dauern« elegant, schützen die FüBe vor Nässe und ermüden nicht beim Gehen. KfLtnt . rf & •A der Schule; all dies würde ein normaler, besorgter Vater vornehmen. Ein Psychopath? macht es anders. Der geht izu eiugeiweihten Misrachiführern, die ihm die Mitteilung machen, dass ׳die Schule, der er s!ein Kind anv׳ertrauen will, ׳auch von Amerika Unterstützung bekommt, noch ■dazu von ׳einem Komitee, in dessen Mitte auch hervorragende Mtsrachisten sitzen. Da ׳hätte'■! unser ,,Gekränkter!“ stutzig werden müssen, denn ■es ist ihm sicherlich!noch nicht untergekommen, dass Misrachisten, diese Fanatiker der ״Einheit des Judentums“, auch dort mitarbeiten, wo Agudisten tätig sind. Wenn dies bei .!der Talmud Thora-Schule der Fall ist, so muss ׳das wirklich eine Wund er schule sein. Und so sdhickt denn der so., beratene Vater seine Kinder in die Talmud Thora. Doch welch herbe ׳Enttäuschung! Vor allem der Schwindel mit dem Namen. Von Talmud Thora keine Spur. Bloss..ein« ganz gewöhnliche Volks- und Bürgerschule, wie sie Kommune Wien soviel« 'hat. Doch mit einigen Unterschieden. Die Kommune Wien duldet sicher keine LelhreT, die das Hakenkreuz tragen. In ihrer Verzweiflung flüohten diese Judenfresser in die Talmud Thora-Schule, wo sie von den Agudisten bereitwilligst begrüsst und ■mit .Doppelgehalt angestellt werden. Die Kommune, mindestens ihre!jetzige rote Majorität führt einen Kampf gegen die kirchlichen Uebumgen ׳der Kinder; die einzige Schule, von wo äus ׳die Kinder in die Stephanskirche geführt werden, ist somit nur die Talmud Thora. Die Kommune Wien lässt aber mindestens den Unterricht unentgeltlioh erteilen; die Talmud ^Thora-Schule verlangt von den Eltern für Hakenkr euz und ־' Kirchgang ein ziemlich!hohes Schulgeld, da die Unterstützung der amerikanischen Misrachisten doch!nidbt ganz die Kosten des Sahulbudgets deckt. Enttäuschung über Enttäuschung! Ein normaler Vater würde unter solchen Umständen seine Kinder sofort aus der Schule nehmen. Willi!er aber als gesinnungstüchtiger Misraahist nicht nur für sich, sondern auch für die Gesamtheit sorgen, so ihat er noch viele Instanzen, ־wo er Abhilfe auch für die ׳übrigen armen Kinder, die so unter dem Hakenkreuz leiden und zur Kirche geführt werden, verlangen kann. Da ist z. B. der Eiternrat, wo die Eltern der Kinder mit dem Lehrkörper und der Schulleitung sich über den inneren Betrieb der Schule ausspreohen und an der Abschaffung etwaiger Mängel mitarbeiten können. Da ist ferner der Lehrkörper. Wenn sich audh etwa ein, zwei judenfresserisdhe Hakenkreuzler in ihm befänden, so zählt er doch noch ungefähr 15 andere Mitglieder, von denen fünf, die ausschliesslich jüdische Disziplinen in ungefähr 150 Wochenstunden unterrichten. Und dann endlich die höchste Instanz: der Vorstand. Es befinden sich woihl unter ihm einige Agudisten, denen jedes Verbrechen zuzumuten ist, von denen!man ruhig an nehmen kann, dass sie am Leibzidakel im geheimen ein Hakenkreuz tragen und vor ׳dem Tefilimlegen nooh schnell zu der Frühmesse in -die Stephanskirche laufen; doch der Vorstand in seiner Gesamtheit bringt schliesslich und endlich 30 Millionen monatlich .zur Erhaltung des in seiner Art grössten jüdischen Schulwerkes Wiens auf. Dieser Vorstand in seiner Gesamtheit würde vielleicht doch dem von schweren Sorgen ge- ׳drückten Vater Erleichterung schaffen können. Sicherlich, wenn unser gekränkte Vater ein normaler Mensch wäre. Er ist aber ein ׳armer Narr, dem der letzte armselige Rest an Verstand abhanden gekommen ist. Und so schickt er denm sein ,,Eingesandtes“ dem offiziellen Organ des Misraöhi, das woihl jede Verantwortung für Form und Inhalt der Einsendung ablehnt, jedooh sich willig heibeilässt, der gesamten jüdischen OeffentJichkeit das Bild eines bis ins Groteske gesteigerten Hasses gegen alles, w׳as mit der Aguda zusammenhängt, zu »eben, selbst wenn es auf Kosten einer Anstalt vom Range der Wiener Talmud Thora-Schule geschieht. Ist dies, ״gekränkter Vater“ למען חי&ם jüdisch? Die Woche. S3S3S3 Damaskus. In der jüdischen Gemeinde in Damaskus herrscht grosse Erbitterung wegen des Beschlusses des Waad Haohinuch der zionistischen Exekutive, alle hebräischen Schulen wegen Geldmangel zu sch Hessen. Warschau. Wie aus Moskau gemeldet wird, wurde der berüchtigte General Tiutunik, der aktiven Anteil an den Jüdensohlächtereien in der Ukraine gehabt ׳hat, in die ׳Dienste der Sowjetrepublik genommen. Vor Uebernahme seines Dienstes übergab Tiutunik der Behörde sejn ganzes Archiv. Detroit. Henry Ford, der Millionär und Führei* der Antisemiten in Amerika, hat öffentlich erklärt, dass er als Kandidat bei der nächsten Präsidentenwahl auftreten werde. ■Ein Komitee .Tord zum Präsidenten“ hat einen Kongress der Anhänger Fords für den 12. Dezember einberufen. Auf diesem soll auch die neue Partei gegründet werden, als deren Kandidat Ford am Wahlkampfe teilnehmen wird. London. In Beantwortung zweier iBegrüssungsadrdssen, die Lloyd George während seines Aufent- 1haltes in Kanada von den dortigen jüdischen Organisationeft überreicht wurden, erklärte Lloyd George: ״Ich danke Ihnen herzlich für die Gefühle, die Sie mir entgegenbringen. Meine Stellung ist heute dieselbe, wie sie in der Zeit meiner Ministerpräsidentschaft war. Das gilt in den allgemeinen Fragen, das gilt auch in bezug auf die Judenfrage.“ Washington. In Verbindüng mit der verbreiteten, zum grossen Teil von den Professoren unterstützten Propaganda an .verschiedenen amerikanischen Universi-!täten, die Zulassung jüdischer Studierender zu beschränken, verdient eine Rede des Staatssekretärs Hughes, die sich entschieden gegen solche Beschränkungen wendet, grosses Interesse. Staatssekretär Hughes erklärte auf einem Universitätsbankett folgendes: ״Sollte es tatsächlich an den amerikanischen Universitäten an Platz mangeln, so wird man neue Universitäten bauen.“ Bukarest. Der gegenwärtig in Rumänien weilende 'Delegierte des Völkerbundes, Graf Saint C r o i x, empfing die jüdischen Vertreter Dr. F i e 1 d e r m a n!1 und Dr. M a g d e r und informierte sich bei ihnen ■über die jüdische Lage in Rumänien. Jerusalem. Am 13. Oktober wurde hier das 80. Jubisefteni M&WäscAe. i;& וויי* 8111 liiim lilM

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