Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 45 (9.11.1923)
- Date
- 1923-11-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Seite 356 Nr. 45 fätim der WeUorgaftisajion Bsvei Brit feierlich begangen. Die Bnei Brit belltet jetzt 500 FlHafen in def ganzen Welt• Die JZahL der,Mitglieder beläuft;#fqh *«1000;75יי. Das• erste twllu ■der BheFBrft in Erez Israel wurde fm Jahre 1880 hi J€n1salem1geg1fü«äfet. » Reims. An Stelle der während des Krieges zusaännengescJ10$senen alten Synagoge in Reims Wurde dieser Take eine neue feierlichst eingeweiht. 'An der Feier nahmen der Qrandraibbiner von Frankreich Israel Levy und die Spitzen der Behörden sowie der Gesell- Schaft in Reims teil. Oesttrrtlcb. Diener und Doller. Die ursprünglich als Demonstration gegen das Judentum geplante Einführung des neuen Rektors in der Universität, gestaltete sich zu einer gewaltigen wissenschaftlichen Demonstration für das Judentum. Während man noch kurz vor der Feier Bedenken trug, sie zu veranstalten, weil man Störungen durch antisemitische Studentenkreise befürchtete, während es sich der abtretende Rektor Diener nicht nehmen Hess, das Scheitern der Bestrebungen auf eine Beschränkung der Zahl der jüdischen Studenten wehmütig zu beklagen, das heisst also, während das jüdische Individuum auch bei dieser Feier zum Gegenstand wenig freundlicher Betrachtungen gemacht wurde, hat der neue Rektor D Ö1 le r das jüdische Denken, das Judentum zum Oegenstand seiner Antrittsrede gemacht, in der breitangelegten Einführungsrede: Das Alte Testament und die neuen Forschungen. Es ist ja bekannt, dass unter der gönnerhaften Genugtuung des einstigen Kaisers Wilhelm unter Führung von Professor Delitzsch ein förmlicher Feldzug!gegen die Bibel eröffnet wurde. Da wurde versucht, die heilige Schrift als ein sol- Ches Buch hinzustellen, das fetzenweise aus alten Urkunden zusammengestoppelt wäre und den Gedankeninhalt der Bibel, als eine verschlechterte und vergröberte Wiedergabe des alten babylonischen Gedankenkreises zu kennzeichnen. Nun haben die Forschungen von gewissenhaften Gelehrten wissenschaftlich klar ergeben, dass das tempelschänderische Beginnet), die Bibel ,als einen schlechten Abklatsch von Babylon aufzufassen, wissenschaftlich unhaltbar sei. In den Ausführungen von Rektor Doller feiert das Judentum einen Triumph, den Triumph der Wahrheit und gleichzeitig ein Beweis der Offenbarung, denn Doller sagte, dass das Judentum keinem anderen Volk seine Idee zu verdanken habe, dass es dagegen der ganzen Welt die höchste von Menschen erreichbare AnSchauurtgsphäre des Monotheismus^ gegeben habe• Wir/.|i|id äfferikdit, däss^SMinäbi Machen, die sich 6ifimal zu dem erhabenen gesclucft fliehen Stand- Punkt, welcher in der Rektoratsrede zum Ausdruck kommt, durchgerungen haben, getragen von Achtung für das Judentum, auch ihren Standpunkt zur Judenheit einer genauen Prüfung unterziehen, und so kann es sein, dass sich die Rede des Herrn Rektors Döller zu einer beglückenden Tat entwickelt. Die Schule der Krawalle. Wien. Während die deutschnationalen Studenten an der Wiener Universität den neuemanhten Professor Kappehnacher m seiner Lehrtätigkeit störten und die ganze, Universität mit dem kül tu retten!R»e ,ätük'torttfa!יי!*#ו3י" ■!*mto..*י#« iidi^chhätiöMte JMtföns ah *diesem Trelberf lhe nfüHs Geschmack und haben in einem Bethaus auch zu randalieren versucht. Die Polizei musste hier und dort "gegen 'die urir£if6t1 MtscMh einschreiten. Wir bringen diese träurtge Episode der Oeffentlichkeit zur Kenntnis und gleichzeitig richten wir an die Adresse der jungen Jüdischnationalen die Mahnung, derartige Skandale, die wohl an der Wiener Universität gang und gäbe sein mögen, in Zukunft zu unterlassen. D i e gesamte jüdische Oeffentlichkeit wird, welchen Anlass es auch geben möge, eine derartige Entweihung eines Bethauses nicht dulden. Hit eln«m<3rlff SCHEITELN, PERÜCKEN n. 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Es ist unwahr, dass an der Talmud Thora- Schule keine Thora gelehrt wird, im Gegenteil ist ein grosser Teil der Lehrstunden dem ThoraunterHchf gewidmet. 2. Bei der Vakanz einer Lehrkraft für die Volksschule zu Beginn des 'laufenden Schuljahres musste mangels passender jüdischer Bewerber ein Christlieber Lehrer provisorisch für ein Jahr bestellt werden. Es ist unwahr, dass dieser den jüdischen Kindern gegenüber antisemitische Allüren gezeigt' hat. 3. Es ist unwahr, dass die Kinder der Schule auch nur ein einziges Mal in die Stephanskirebe geführt wurden. 4• Es ist unwahr, dass den Schulkindern 'das Tragen des Mogen-Dowid verboten wurde. \#ährend des Schulbesuches ist sowohl den Lehrern als auch den Schülern nach den gesetzlichen Vorschriften das Tragen der Vereinsabzeichen verboten. 5. Nach gepflogenen Erhebungen ist es! uifwähr, dass der christliche Lehrer das Hakenkreuz trägt. Hochachtungsvoll Markus B0ndi m. p. Rabb• Dr. Joel PoIIäk m. p. Präses. Schriftführer. TSCHECHO - S L O W AK EL פך/יחח an der Pressburger Jeschi wob. Am 2b. Marcheschwan fand an der Pressburger Jeschrwoh die Er- Öffnung des Lehrsemesters statt. In Gegenwart sämtlicher Bachurim und zahlreicher Tahnidej Hachomini aus der Gemeinde hielt Se. Ehrw. der Herr Öberrabbiner נ" י die übliche פתיחת. Er wandte sich mit eindringlichen Worten an seine Schüler und ermahnte sie zu fleissigem Lernen und frommem Lebenswandel. Den Saale Batitn legte er ans Herz, die Jesohiwoh und ihre Zöglinge materiell zu unterstützen, damit sie freudigen Herzens ihre Zelt und ihre jugendliche Kraft der תוה״ק widmen können. Die Rede ׳hinterliess bei allen Zuhörern einen mächtigen Eindruck. Vortrag Dr. Ehrmann in Nitra. Aus Anlass des Deiegier tentages veranstalteten die Agudas Jisroel- Orts- und Jugend gruppe in Nitra eine ausserordentlieh gut besuchte Massenversammlung. Die zum Delegfertentag in Nitra weidenden Rabbiner und sonstigen Gäste waren alle anwesend. Ausserdem erschien eine nach hunderten zählende Menge, um sich über Bestrebungen und Ziele der Agnda-Bewegung zu informieren. Der Vorsitzende, Herr Lipmann Kohn, begrüsste!in einer kurzen Ansprache die Versammlung und legte den Zweck der Veranstaltung dar. Als der Hauptredner des Abends, Dr. SaJomon Ehr mann aus Frankfurt a. M., die Tribüne betrat, begrüsste ihn die ganze Versammlung mit grossem Jubel. Im Anschluss an den Bericht der תוה״ק über dk Lossagung Awrohoms von seinem Neffen Lot schilderte er das Verhältnis des Thor.ajudentums m den Brüdern, die in Verkennung ihrer •jüdischen Lebenspflichten auf Irrwegen wandeln. In geradezu faszinierender Weise verband er mit seinen Darlegungen die Erörterung fast aller Zeit- Probleme des Judentums der Gegenwart und erläuterte dabei das Programm der Agudas Jisroel im einzelnen. Er zeigte, was Agudas Jisroel in der kurzen Zeit seit der גדולה כנסיה bereits zu leisten begonnen hat und eröffnete damit Ausblicke •in die Zukunft, wenn die gesamte orthodoxe Judenhe.it den Wert einer Gesamtorganisation in vollem Masse erkannt haben wird. Redner richtet einen warmen Appell an die Anwesenden, den קרן התורה der Aguda eu unterstützen und besonders der Aufgaben eingedenk zu sein, die der Agudas Jisroel im heiligen Lande erwachsen sind. In spannender Weise wusste er seine persönllchen Wahrnehmungen in Erez Jisroel — wo er mehrere Monate im Aufträge der Aguda geweilt hat — m schildern. Wiederholt wurde der Redner von rauschendem Beifall unterbrochen und als er nach eiinstündigem Vor-!( trage seine geistreichen und rednerisch vollendeten Ausifihrungen schloss, waren die Versammelten von der Rede als von einem wirklichen Erlebnis erhabenster Art aufs tiefste bewegt. Hundert Hände streckten sich ihm zum Danke entgegen. In seinem Schlussworte forderte der Vorsitzende die Erschienenen auf, das Gehörte zu beher- \!/ ST/ lnTa ST/ yiv yiv VIV Die Vorstände der Gemeinden, der Aguda-Orts- und Jugend- Gruppen werden daran erinnert, dass in der Woche פרשת ויצא in allen Gemeinden des Landes eine allgemeine Sammlung zur Erhaltung der religiösen Institutionen in Deutschland —— mgmmmaBatmmsssm3BM1MmmmamaaamBmammmaasam»KSBmmam 1■ «m ,11 ■«afl■——a«a61 veranstaltet wird. Kein Jude versage seine Spende! Sämtliche Spenden sind auf das Konto des Orth. Isr. Zentralbureaus bei der Böhmischen Industrialbank, Filiale Bratislava, für ״Hilfsaktion“ zu überweisen. ST/ \Y> vT/ VIV yiv VIV yiv « »To»!« : zigen und mit Taten zu beweisen, dass die Erez JisVbel- Arbeit der Aguda ihnen am Herzen Hegt. Neue Fälschungen. Einige Tage vor ראש השנה wurde eine neue, bei Meiseis in Munkacs gedruckte Schmähschrift gegen die Agudas Jisroel versandt. Das Flugblatt is׳t in dem Tone der früheren, von Munkacs verbreiteten Pairtphlete geschrieben und trägt auch jetzt unverändert dieselben, längst teils zurückgezogenen, teils als plumpe Fälschungen erkannten Unterschriften einiger Rabbiner neben mehrere■ neuen Unterschriften, deren Echtheit ebenfalls mjt gutem Grunde bezweifelt werden kann. Der Inhalt besteht abermals aus wüsten und sinnlosen Beschimpfungen der Kenessio Gedaulo und Flüchen und Verwünschungen gegen jeden und gegen alles, •was zur Agudas Jisroel hält. Wir dürfen es uns wahrlich versagen, über derlei ״Kämpf- Schriften“ .auch nur ein Wort zu verlieren. Man kennt Uwe Verfasser und weiss, was man von •ihnen zu!halten hat• Der neue Wutanfall gegen •das in der Aguda organisierte orthodoxe Judentum stützt sich aber auf eine dort abgedruckte, in gleichem Stile gehaltene Zuschrift, die der edle Verfasser von gleichgesinnten Kampfgenossen ln Jerusalem erhalten haben will. Diese Zuschrift ist von zwei Leuten im Namen des bekannten Vereines הקודש אנודת" unterzeichnet und enthält nichts als lächerliche, dumme Lügen, die jedes Kind als solche erkennen muss. Trotzdem hielt mau die Zuschrift für echt. Den beiden Unterschriebenen durfte so etwas schon* zugemutet werden. In der soeben angelangten Nr. 3 des Jerusalemer ״Kol Jisroel“ veröffentlicht jedoch der aus Papa• stammende Rabbi M. J. Hof mann, Präsident der אגודת הקודש ein scharfes Dementi, worin er nicht mir den Inhalt der Zuschrift als durchwegs Lug und Trug bezeichnet, sondern auch erklärt, dass der genannte Verein eine solche Zuschrift niemals a!b geschickt habe und dass die Vereinsstampiglie, die sie tragen soll, wohlverwahrt in seinem Besätze ist. Das genügt! Rabbi Mandel Deutsch an Rabbiner Splra von Munkäes. In Nr. 4 des ״Kol Jisroel“ veröffentlicht der frühere ראב״ד von Tapolcsany, Rabbi Mandel Deutsch, einen ״Offenen Brief“ an den Rabbiner von Munkäcs woge■ seines neuen Ausfalles gegen die Agudas Jisroel. Rabbi Deutsch zeichnet den offenen Brief als Präses des de» Rabbinat Rabbi Chajim Sonnenfelds angegliederten הישן ו^זד מחזיקי חינוך und erklärt alle Behauptungen des Munkäcser Rabbiners über die Tätigkeit der Aguda in Erez Jisroel als unwahr und als Ausstreuung der Gegner des orthodoxen Erziehungswesens. Der eigentliche Schreiber des an den Munkäcser Rabbiner gelangten Brieiea, dessen Inhalt er in seinem verblendeten Hasse eh■« jede P r ä f u n % «1» bare Münze genommen hat, »ei daun gekauft worden. . . . Von der Wahrheit «her