Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 44 (2.11.1923)
- Date
- 1923-11-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44 JÜDISCHE PRESSE Seite 347 marscJiaH Imt der Airfrage wenden, was in daesem Falle «ascbeben kann. Bis zur Einlangung der Antwort bieibt die Erledi&tmg dieser Anfrage verschoben. RumänUn. Orthodoxes Wochenblatt in Rumänien. Kischineff. Die bessarafeische Landesorganisation der Agudas Jisroel teilt mit, dass in allernächster Zeit ein orthodoxes Wochenblatt ״Der jüdische Klinke“ erscheinen wird. Russland. Die Panikkatastrophe in Kiew. Kiew. Nun werden die Einzelheiten der schrecklichen Katastrophe am Simcha׳t-Thoratage bekannt. Nach diesen Nachrichten wurde die Haupt-Synagoge von bewaffneten Banditen überfallen. Da diese die elektrische Lichtleitung durchschnitten, entstand eine Panik, in der 70 Personen den Tod fanden. Hunderte von Frauen und Kindern wurden schwer verletzt. Die Anwesenden wurden vollständig ausgeraubt. Den Frauen wurden die Ohrläppchen mit den Ohrgehängen abgeschnitten. Nach der Plünderung vcrliesscn die Banditen die Synagoge. Einer von ihnen fand im Gcdränge den Erstickungstod. Trankreich. Keine Teilnahme der Alliance Israelite Universelle an der Jewlsh Agency. Paris. Die jüdische Pressezentrale meldet: Die Zionistische Organisation bemüht sich gegenwärtig, eine Teilnahme der grossen jüdischen Korporationen Frankreichs an der Jewish Agency zu erlangen. Das Zentralkomitee der Alliance Israelite hat beschlossen, einem Vorschlag in dieser Richtung keine Folge z u g e b e n, da die Alliance in ihrer bisher eingenommenen neutralen Haltung dem Zionismuä'gegenüber verharren wolle. Das zentrale Konsistorium der französischen Juden habe bisher zu dieser Frage noch nicht Stellung genommen, doch sei angesichts der Haltung der französisch-jüdischen Kreise dem Zionis- TC e ma. «p jf 3» ft M. S Z 1elzwaren. aller Art, für Damen u. Herren, In eigener Werkstätte feinst ausgeführt ggp* zu billigen ElnffUhrungsprelsen A.Teitler, II., Schmelzgasse 6 Modernisierungen prompt und billig! 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A v 11g d 0 r G 0 1 d!s c h m i d statt, in welcher Referate iiebr aktuelle jüdische Fragen entgegengenommen wurden. Als erster Redner erstattete L u c i e n Wolf einen Bericht über die Tätigkeit des Joint in Polen. Die polnische Regierung beabsichtigte Abänderungen in dem Gesetz über die!Minoritäten vorzunehmen. Er berichtete über Schritte der jüdischen Organisationen beim Völkerbund. Ein weiterer Teil des Berichtes beschäftigte sich miit 1der Erklärung der Flüchtlinge in Bessarabien, wo die Militärbehörde am Jom Kippur in den Synagogen 4000 Juden hat festnehmen lassen, um sie unverzüglich über die Grenze zu setzen. Es wurden sodann Berichte aus pnderen Ländern erstattet. In Lugano (Schweiz) soll efn antisemitisches Propagandabureau eingerichtet worden sein, das auch in anderen Ländern seine Vertretungen hat. er« jnroti. Verbot Jeder Demonstration am 2. November. Jerusalem. Die Regierung hat für den 2. November, den Jahrestag der Balfour-Deklaration, die Veranstaltung von Demonstrationen verboten. Die zeitweise von Jerusalem zurückgezogenen britischen Truppen wurden dahin wieder zurückbeordert. Der arabische Kongress in Mekka. Jerusalem. Der arabische Kongress in Mekka forderte in einer Resolution die arabische Bevölkerung auf, die englischen, französischen und jüdischen Waren zu boykottieren. Statistisches aus Erez Jisroel. Auf Grund der letzten Volkszählung befinden sich in Palästina 1015 Ortschaften. Die Zahl der Gesamtbevölkerung beträgt 757.128 Seelen. In 104 Ortschaften wohnen Juden, das beideutet, dass in zirka 900 Ortschaften kein einziger Jude wohnt. Zwischen den von Juden bewohnten Ortschaften ,befinden sich Orte, wo die Zahl der Juden verschwindend klein ist: In Ramleh 8 Juden, in Jericho 6, in Lud 11, in Saronah bei Jaffa 7, in Sichern 16 Juden. Mehr als 657-000 Menschen!gaben arabisch als Muttersprache an. Die anderen gaben (mit Ausnahme des hebräischen und englischen) folgende Muttersprachen an: abbesiinisch, albanisch, armenisch, bulgarisch, chaldäisch, •tscherkessisch, vlämisdh, deutsch, griechisch, grusinisch, hindostanisch, japanisch, maltesisch, norwegisch, kurdisch, magyarisch, persisch, polnisch, portugiesisch, rumänisch, russisch, serbisch, sudanisch, spanisch, türkisch, schwedisch italienisch und jüdisch. Die Gesamtzahl der Juden in Palästina beträgt 83.004 Seelen. Davon haben 80.000 das Hebräische und 2000 das Jüdische als Mutterspräche angegeben. TJ2ST03EIDX3Sra־T I/ESEIST1 Infolge Anhäufung der Lagerbestände verkaufen wir für kurze Zeit komplette Küchen, und zwar: 1 Kredenz mit Ornamentverglasung, 1 Abwaschtisch mit 2 Zlnkschaffeln, 1 Kohlenleiste, 1 Mistkiste, 1 Stockerl, alles prima weiss emaiilackiert‘ statt K 1,800.000 zum äusserst billigen Preis von K 1,390.000. 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Auch die Herren Oberrabbiner Schreiber und Weber waren der Einladung gefolgt. Sie wurden vom Minister sehr herzlich begrüsst. Oberrabbiner Weber brachte die Glückwünsche der orthodoxen Gemeinden zum Ausdruck. Oberrabbiner Schreiber beglückwünschte den Minister zu seiner Genesung von dem Autounfall. Während des Abends unterhielt sich der Minister mit den beiden Herren Rabbinern ausführlich über die allgemeine politische Lage im Lande und informi-rte sich über Stellungnahme der Juden zu den schwebenden Fragen. Die Unterhaltung trug einen sehr freundschaltlichen Charakter. Aguda-Delegiertentag in der Slowakei. Der nach N i t r a einberufene Delegiertentag der Agudas Jisroel-Orts- und Jugendgruppen in der Slowakei hat unter grosser Beteiligung arn 11. und 12. Marcheschwan stattgefunden. Fast alle Aguda-Gruppen des Landes hatten Delegierte entsandt. Ein ansehnlicher Teil der orthodoxen Rabbiner war anwesend, die Gemeinden Bratislava und Nitra und zahlreiche kleinere Gemeinden waren offiziell vertreten und viele sandten Begrüssungsschreiben. Aguda-Mitglieder und Gäste aus Nitra und der Umgebung strömten nach Hunderten herbei, um deT Tagung beizuwohnen. Die Strassen in der Nähe des Gemeindehauses zeigten ein beiebtes festliches Bild. Der prachtvolle Prunksaal der orthodoxen Gemeinde erwies sich als vorzüglich geeignet. Die Mitglieder der Ortsgruppe und ganz besonders die tapfere Jugendgruppe hatten den Empfang und die Unterbringung der-Gäste grossartig organisiert und überbo.ten sich an Liebenswürdigkeit, um ■ihnen die Stunden in Nitra angenehm zu gestalten. Alles klappte aufs beste. Der geräumige Saal Ist eng gefüllt, als um 3 Uhr nachmittags der Präses der slowakischen Landesorganisation Rabbiner Aron Katz den Ddegiertentag eröffnet. Er richtet herzliche Begrüssungsworte an dre Erschienenen Rabbiner, Delegierten und Gäste, erwähnt besonders die Vertreter des G. A., die Herren Wolf P a p p e n h e i m, dem die Ver- Sammlung begeisterte Ovationen bereitet, und Dr. Ehr- ׳mann, den!Präses der orthodoxen Land'eskanzlei, Oberrabbiner Weber und die Abgesandten der Gemeinden Pr^ss•bürg und Nitra und entwirft anknüpfend an die Kenessio Gedaulo in markigen Sätzen ein Bild von der Bedeutung der Agudas Jisroel für das gesamte jüdische Volk und für das Judentum in der Slowakei im besonderen. Namens der orthodoxen Gemeinde Nitra begrüsst Präses Hermann Steiner die Tagung in einer formvollendeten Rede. Bankdirektor Ungar richtet in Vertretung der Pressburger Gemeinde eine mit < grossem Beifall aufgenommene Begrüssungsansprache an ׳die Tagung. In das Tagespräsidium werden gewählt: Oberrabbiner Moses Katz (Ehrenpräses), Rabbiner Aron Katz (Präses), Oberrabbiner U n g a r-Trnava, Ober- 1 abblner Trutze r־Negyed, 11. Steine r-Nitra und Leo!p. U n g a r-Bratislava (Vizepräsidenten), Ch. W e 1 s z- Nitra und Jul. L i n k־Tapolcan (Schriftführer). Wilhelm K 0 h n-Bratislava legt namens des Landeskomitees mit einigen erläuternden Bemerkungen den S t a t u t e n -E n twurf für die Landesorganisation vor. Um den Delegierten Zeit zum Studium des Entwurfes zu lassen, wird die Tagesordnung auf Vorschlag des Vorsitzenden diahin abgeändert, dass zunächst die Referate über לימוד התורה וחיזוק הדת und •über die Erez Jisroel-Arbeit der Aguda vorgetragen werden. Wegen verspäteten Eintreffens des Referenten zum ersten Punkte muss zuvor das Erez Jisroel- Referat behandelt werden. Rabbiner Kat z-Nitra hält hierauf ein in allen Teilen dem Standpunkt der Aguda entsprechendes Referat über die Bedeutung Erez Jisroels Im jüdischen Leben der Gegenwart und die geistigen, religiösen, organisatorischen, Wirtschaftliehen und politischen Aufgaben, die die orthodoxe Judenheit in Erez Jisroel erfüllen soll und durch die Agudas Jisroel zu erfüllen bereits begonnen hat. Er gedachte der aufopfernden Pionierarbeit des ישוב הישן und der Männer, die auch heute noch in unerschütterlicher Geskinungsireue als Bannerträger des alten Jischuw für die Erhaltung Erez Jisroels als heiliges Land dastehen. Bei deT Nennung des Namens R. C h a j i m Sonne nfe Id und seiner Mitarbeiter bricht die gesamte, nach Hund eiten zählende Versammlung;in minutenlange stürmische יחי-Rufe aus. Durch die Schaffung eines wirklich jüdischen ישוב חדש sei das Ziel, den Geist des ישוב הישן auf gesicherter materieller Basis im praktischen Leben und ln der gesamten Verwaltung des heiligen Landes unvermindert und unverdunkelt zu erhalten und fortwirken zu lassen. Der Referent fordert, dass die Tagung von den Aktionen der Aguda in Erez Jisroel neben der erhöhten Förderung des כולל und des orthodoxen Bes-din de» ועד העיר של חאשבמים die slowakische Landesorganisation ihr Interesse Im besonderen dem Sch!emita-Fonds, der ־^^ נפשSammlung und der ביני[ בתים Aktion widmen sollte. Als neue, von der slowakischen Aguda-Organisation gemeinsam mit der orthodoxen Landeskanzlei ins Leben zu rufende Aktion verliest er im Namen des Präses der orthodoxen Landeskanzlei, Oberrabbiner Weber, eine Resolution, in •der die Gründung einer tschechoslowakischen orthodoxen Kolonie in Erez Jisroel auf Basis von Amtellscheinen vorgeschlagen wird. In der Kolonie sollen fromme Landwirte und Gewerbetreibende aus der Slowakei auf einem geschlossenen Komplex angesiedelt werden. Die religiöse Aufsicht über die Siedlung soll dem RabbiiLate des Rabb 1 C h. So n ne nf e l!d ajjvertraut werden. Die wirtschaftliche Leitung wird von zuverlässigen Fachleuten ausgeübt werden. Die Organisation dies Unternehmens soll in Händen einer G r ü n d e r g e s e 11schaft liegen, die die PJäne unter Leitung der Erez Jisroel-Zentrale der Agudas Jisroel im Einvernehmen mit der orthodoxen Landeskanzlei und Aguda-Landesorganisatlon auszuarbeiten hätte. Dieser Vorschlag löst eine allgemeine Begeisterung ln der Versammlung aus, so dass sich die darauf folgende Debatte zunächst fast ausschliesslich mit Ihm beschäftigt. Oberrabbiner 'Weber Feinste Herrengarderoben xx&Lela IMIa.ss_ Neu eröffnet: Konfektions - Abteilung- SO* Kein שעטנז *ou! Sämtlioii© Herrenmodeartikel (Herrenwäsche, Krawatten etc.) ׳ Mässige Preise, ■■t״!• ־. Herrenmodehaus A. 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