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Jüdische Presse · 1923-11-02 · 44 (2.11.1923) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
44 (2.11.1923)
Date
1923-11-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 346 JÜDISCHE PRESSE Nr. 44 rubereften. Professor Cuza hatte aber im letzten Moment seine Reise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, da er vernommen hatte, dass sich in Oradea mare ein jüdischer Selbstschutz «egen eventuelle Unruhen gebildet hatte. Johannesburg. Oberrabbiner Landau, aus Galrzren stammend, der bereits mehrere hebäische Dramen verfasst hat, Hess soeben ein aufsehenerregendes Schauspiel ״Vorwärts und Rückwärts" erscheinen, das in Lemberger Jüdischen Gesellschaftskreisen vor dem Kriege spielt. Oberrabbiner Landau ■ist auch!Professor für jüdische Literatur an der Universität Johannesburg. Tripolis. Oberrabbiner Dr. S. Artom hat seine Stelle näedfergelegt. Turin. In Turin ist am 6. Oktober der Senator Pio Foä, ein Jude, gestorben. 0<st«rrtici>. Die jüdische Erez Jisroel-Bank. Wien. (A. J. P. B.) Ein leitendes Mitglied der Erez Jisroel-Bank begab sich diese Woche über Deutschland und Holland nach Amerika, um dort einen Teil der Aktien der Bank zu placieren. Deutschland. Die Ausschreitungen in Ostpreussen. Plünderungen und Tätlichkeiten. Ostpreussen hat jetzt die ersten gewalttätigen Ausschreitungen gegen die Juden zu verzeichnen. In Orteisburg zogen am Sonnabend den 13. Oktober grössere Mengen radaulustiger Elemente vor die Geschäfte jüdischer Inhaber und raubten dort Kleidungsstücke, Schuhe und Zigaretten. Ja selbst Herrenartikel, wie Krawatten und seidene Kragenschoner, liess man bei diesen angeblichen ״Hungerkrawallen1‘ mitgehen. Tatsache ist, dass bei den Unruhen nicht ein einziges christliches Geschäft geplündert wurde und dass die zwischen den Geschäften jüdischer Inhaber liegenden Geschäfte christlicher Besitzer von der Menge vollkommen verschont wurden. Tatsache ist weiter, dass die Ortspolizei gegenüber diesen Plünderungen gänzlich versagt hat und dass sogar teilweise Polizeibeamte dem Treiben munter zuge• schaut haben. Ja, ein Postbeamter fuhr auf seinem Dienstrade während der Plünderungen auf und ab und stachelte die Menge dadurch auf, dass er rief: ״Hängt die Juden auf, schlagt die Juden tot und holt euch, was ihr braucht, aus ihren Läden.“ Die Agitationszentrale für die pogrom-antisemitische Hetze ist N e i d e n b u r g, ein Städtchen von 3000 Einwohnern. Hier sitzt der masurische Adolf Hitlet, der Apothekenbesitzer K e y d e 1, ein Mann, der die schlimmste Hetze gegen die dortigen Juden, aber auch gegen den preussischen Staat betreibt. Nach der Auflösung der Deutschvölkischen Freiheitspartei hielt er unter Teilnahme einer ganzen Reihe von Beamten des Neidenburger Zollamtes und des Finanzamtes geheime Sitzungen der Partei ab, so dass gegen ihn vor dem Staatsgerichtshof ein Verfahren wegen Geheimbündelei eingeleitet worden ist. Herr Keydel liess sich aber dadurch keineswegs abschrecken. Er und seine Freunde, wie der Oberzollsekretär F r a nkenberg und der Leutnant der Reserve Ehlert, Geschäftsführer des Land- und Forstwirtschaftsverbandes, gründeten nunmehr die deutschvölkischeil Kampfgewerkschaften, die als wirtschaftliche Organisationen überhaupt nicht angesprochen werden können, sondern lediglich politischen Charakter tragen und neben der •Hetze gegen den Staat, die sich unter anderem darin äussert, dass man den Minister Severing des Hochverrates beschuldigte, auch eine ausgesprochen pogrom-antisemitische Hetze treiben. Es ist in Neidenburg nicht nur vorgekommen, dass jüdische Deutsche auf das schwerste bedroht und angegriffen worden sind, sondern auch, dass objektiv denkende Christen und christliche Angestellte jtidischer Geschäftsinhaber von den Hakenkreuzlern a u f offener Strasse am hellen Tage verprügelt worden sind. Minderwertige Subjekte aus der Arbeiterschaft hat man betrunken gemacht und sie in jüdische Geschäfte geschickt, wo sie den teilweise betagten Inhabern sagen mussten, dass sie in nächster Zeit totgeschlagen werden würden. Es hat erst erheblicher Anstrengungen der in Frage kommenden Behörden bedurft, um wenigstens in den letzten Tagen einigermassen Ordnung in Neidenburg zu schaffen. Waren die antisemitischen Exzesse bisher im ,wesentlichen auf die masurischen Kreise beschränkt, so haben sie in letzter Zeit sich auch auf andere Landkreise Ostpreussens ausgedehnt. Die jüdischen Einwohner der Grenzstadt Eydtkuhnen מצבות Grabsteine מצבות aus Marmor, Granit und wette •festem Kunststein sowie Grabtafojn aus Marmor samt Eisengestell . in jeder Ausführung Solid und billig in jeder Preislage Max Kessler, Wien ”LU!*8”39 ״1™׳ Billigste Einkaufsquelle in Leinen- •und Damastwaren, Chiffone, sowie in Taschen- und Tischtüchern etc. Leopold Lederer?5Ä1; gries), Telephon 6^-3-71 UND KANADA ScmFFEDER'WiLf'! FILIALEN: - WIEN / IV. ARGENTINIERSTR.62״ GUUSSING / STEFAN KLEE GRAZ/ AUSKÜNFTE WERDEN STETS GERNE ERTEILT. An unsere P. T. Abonnenten! Wir ersuchen diejenigen Abonnenten, die mit ihrer Abonnementgebühr noch im Rückstand sind, dieselbe umgehend begleichen zu wollen, da sonst die Zusendung der ״Jüdischen Presse“ eingestellt werden müsste. Administration der ״Jüdischen Presse“. x V ■r V V TT־V V VTT VTVVTT▼▼ m T » werden in letzter Zeit durch die Angehörigen des Bundes ״Grenz-Preussen“, einer Organisation, die sich auch nach ihrem Hauptmann Ammon (Tilsit) die ״Ammonite r“ nennt, in Schrecken gesetzt. In Stallupönen ist ähnliches passiert, im Insterb u r g e r Kreise hetzt der deutschnationale Agitator J a e ni c k e die bis jetzt ruhige Bevölkerung antisemitisch auf, und auch ifi anderen Kreisen ziehen die Agitatoren von Ort zu Ort. München. Diktator Kahr leitet nun die Judenaus- Weisungen grossen Stiles in Bayern ein. In den allernächsten Tagen sollen 700 jüdische Familien aus Bayern ausgewiesen werden, darunter befinden sich Personen,!die seit Jahrzehnten in München ansässig sind und produktive Berufe innehaben. Vergangene Woche wurde der bekannte Uebersettzer und Schriftsteller .Alexander Eliasberg, der zurzeit schwer herzkrank ist, zum sofortigen Verlassen Bayerns in einem Zeiträume von 24 Stunden gezwungen. Ferner fordert das Organ Hitlers, •der ״Völkische Beabachter", die Enteignung sämtlicher Juden in Bayern, Bad Homburg. Herr Dr .N. Birnbaum schreibt uns: Wie ich höre, hat eine zionistische Korrespondenz die Nachricht verbreitet und verschiedene Blätter bereits gebracht, dass ich zur Pessacbzeit ,die Leitung der kulturellen Arbeit der Agudas Jisroel in Palästina übernehmen werde. Diese Naohrlicht' ist frei erfunden. Schliesst Eure Betriebe am Freitag pünktlich i Wir werden um Aufnahme nachstehender Notiz gebeten: Schliesst Eure Betriebe am Freitag pünktlich! •Auf eine Angabe des^ Angestelltenausschüsses der Agudas Jisroel-Jugendgruppe Frankfurt an das Rabblnat der Israelitischen Religionsgesel 1 schaft erwiderte unter dem 17. Sept. Herr Rabbiner Dr. •Salomon Breuer: ״Ich bestätige Ihnen den Empfang Iihres w. Schreibens vom Ende voriger Woche und nehme gerne Kenntnis von Ihrer dankenswerter Tätigkeit zur Vertretung der Interessen der jüdischen Angestellten, insbesondere auf dem Gebiete der Sabbatheiligung. Es ist selbstverständlich, dass die Ihnen angeblich in meinem Namen gemachte Aeusserung, als ob •das Schläessen des Geschäftes Zedt hätte bis 30 Minuten nach Synagoigenbegänn, niemals von mir getan wurde, weder in diesem Sinne noch in einem ähnlichen Sinne. Es •ist vielmehr Pflicht eines jüdischen Arbeitsgebers, dafür Sorge zu ׳tragen, dass zu Beginn •der Gebetzeit am Freitagabend seine Angestellten d׳i!e Möglichkeit haben, in der Synagoge zu sein.“ Mit vorzüglicher Achtung Rabbiner Dr. Breuer. Polen. Die Explosionskatast^ophe in Warschau. Warschau. Die Bestattung des jüdischen Soldaten Katz, der während der Ex^osion in der Zitadelle getötet wurde, fand unter milfitärischen Ehren und sehr zahlreicher Beteiligung der jüdischen Bevölkerung statt. Die in mehreren polnischen Städten mit in Verbindung mit der Katastrophe vorgenommenen Massenverhaftungen unter den Juden, haben ■in der jüdischen Bevölkerung peinliches Aufsehen und Entrüstung hervorgerufen. Soviel bekannt ist, wurden bis jetzt 150 Juden •verhaftet. Der jüdische Sejmklub hat in der Sitzung vom 18. Oktober eine Interpellation eingebracht, in der festgestellt wird, dass der Aufruf •der Regierung, ahne eine vorherige Untersuchung albzuwarten, von einem Attentat polenfeindlicher Elemente das Ziel verrät, einen Verdacht auf dlie Juden zu werfen. Die Subventionen der jüdischen Schulen in Polen. Warschau. In einer der letzten Sitzungen der polnisehen Sejmkommissionen für Unterricht stellte Abg. Oberrabbiner Lewin (Sambar) den Antrag auf Erteilung von Regierungssubventionen den jüdischen Schulen in Polen. In der Abstimmung über diesen Antrag konnte weder pro noch kontra eine Stimmenmehrheit erzielt werden. Da die Geschäftsordnung einen solchen Fall nicht vorsieht, erklärte der Vorsitzende, er werde sich am den Sejm- Zur Saison! Reiche Auswahl neuester Pelzmodelle In sämtl. Pelzarten ־ Pariser nud Wiener Geschmack vereint — erzenst nur ln eigenen Werksiätten unter persSnl. Lei taug• des bestrcn״mmierten Inhabers der Firma Praterstrasse 9-11 Gr. Mabrena. 2-6 gründlich auf dem natürlichsten Wege ■ __ - ■ Ak Heildurch Anwendung des elektro-galv. W■IIV11U•■1 *apparate» Unterstützt jedes Heilverfahren Kräftigt Nerven und Organismus Bei fast allen Leiden — ohne Berufsstörung — in jedem Alter anwendbar Telephon 3949 Prospekte, Referenzen und Auskünfte kostenlos disreh Fördert den Stoffwedud Wohlmuth-Monspol Vertrieb für Oesterreich. Provisorische Geschäftsstelle: (Nen, OL Harlahllfergflrtel 14 Itieehei 3945 Herr J. Röster, Gablonz, Baron Wrazda-Str •se 8, sobrslbt uns am 30, V. 1923. Hach zirka dreimonatigem Gebrauch Ihre« Wohlmuth«Apparates ftUd• feh ■riMi ־nusnjnnH, Oman mitxuteUea, dass mir Ihr Apparat bedeutende Besserung gebracht hat. leb leide •eit 16 Jahren an eines* Rückenmarksleiden arid wurde mein Zustand derart, dass ich m Wefifcnachten vorigen Jahies kaum mehr über das Zimmer laufen konnte, auch ütt ich furchtbare Schmorten und,konnte nicht schlafen. ffait Februar LT. henütse Ich Ihres BMhppsnh schon nach kurzer Zeit besserte sich mein Zustand, so dass ich schlafen konnte, wieder Appetit bekam und bin iehfiSott •ei Dank jetat Unstande, langer* “—*—־-־־־־* wosu ich bemerke, dass ich bedeutend ruhiger und *uversichüicher gewordeo birihleb werde Ihren Apparat jedermjum jnht bestens empfehlen.

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