Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 43 (26.10.1923)
- Date
- 1923-10-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE Seite 338 Feinste Herrengarderoben nach 3v/£a.ss. Neu eröffnet: Konfekiions - Abteilung״ 0er Kein שעטנז -eur SfiLmilic]□.© Herrenmodeartikel (Herrenwäsche, Krawatten etc.) ־׳־. ■ ■ Mässige Preise. sa■ a.! _ _Nr. 43 Herrenmodehaus A. BOREHSTEIN Wien, ll.v Hollandstr. 10 7T\ yiv yjv «*1 ✓Tv 3Die Woche. Berl'n. Nach Telegrammen, die aus dem Hauptort ',des deutschen Teiles Oherschlesiens. Beuthen, in Berlin eingelaufen sind, war diese Stadt am vergangenen Freitag abends wieder der Schauplatz pogromartiger Ausschrcitungen. Kowno. Das litauische Hanptstatistischc Bureau veröffentlich[ das Ergebnis der allgemeinen Volkszählung in den folgenden vier Rayons: Stadt Kowno, Stadt Schaden, Kreis Kretingen und Kreis Troki. Danach befinden sich in Kowno unter 91-302 Einwohnern 42.961 Juden, das sind 27!Prozent der Gesamtbevölkerung. 111 •der Stadt Schauleti unter 20.987 Einwohnern 5251 Juden. Im Rayon Troki 77.233 Einwohnern, davon 4331 Juden. Die Resultate von weiteren 20 Rayons stehen noch aus. Jerusalem. Demnächst sollen die Ausgrabungen der Davidstadt auf dem Berge Opliel beginnen. Die zu diesem Zwecke ausgerüstete wissenschaftliche Expedition ist von dem ״Palästine Exploration“ (Forschungsfand für Palästina) sowie von der Londoner Zeitung ״Daily Telegraph“ organisiert worden. Es wird erwartet, dass ׳die Ausgrabungen die Auffindung der Gräber der alten jüdischen Könige sowie andere wichtige Entdeckungen aus der Epoche David und Sa'lomon zutage fördern werden. Als Leiter der Ausgrabnngen ist in Jerusalem Prof. Macalista, der Dubliner Archeolöge, eingetroffen. Wien. Seit voriger Woche erscheint in Wien ein misrachistisches Wochenblatt unter dem Namen ״Jüdische;Wochenschrift“. Warschau. Im Revisionsprozess betreffs der Erschiessung des Rabbiners Schaplra hat, wie gemeldet, der Präsident des Plocker Stadtrates, Kucharski, günstig ausgesagt und darauf hingewiesen, dass während der bolsche- •wikfschen Invasion die jüdische Bevölkerung nicht weniger als die polnische zu leiden hatte. Nach einer soeben erlassenen Verordnung ׳wunde der Plocker Stadtrat aufgelöst und Kucharski seiner Funktion enthoben. Im politischen Kreisen sieht man darin eine Massregelung für das Verhalten des Stadtpräsidenten Kucharski im Schapiraprozess. New York. Die jüdischen gewerkschaftlichen Verelnigungen, sowie der Orden ״Brith Abraham“ haben beschlossen,'einen scharfen Kampf gegen das von dem Senator Johnson entworfene neue Einwanderungsgesctz, das besonders die jüdische Einwanderung benachteiligt, zu eröffnen. Es wird die Einberufung einer Konferenz geplant, welche die zu eröffnende Kampagne einleiten soll. Jaffa. Die Eisenbahn, die zwischen Petah Tikwah und Res-el-Ain vor einigen Jahren durch eine Anleihe des Baron Edmond de Rotschild im Betrage von Pfund 20.000 ermöglicht wurde, hat schon im ersten Jahre der ,Regiejrtmg einen Reingewinn von Pfund 2000 gebracht. Die Kolonisten von Petah Tikwah verlangen nunmehr das Geld zur Verteilung unter sich als Kompensation für das Land, das man bei ihnen für den Bau der Linie konfisziert hat. scAvntduWdscAc. ö*$tweidn Wien. Würden wir eine Alltagsbetraclitimg zu deni Ergebnis der Wahlen vom 21. Oktober 1923 schreiben wollen, so würden wir mit den schönen Worten beginnen: ״Die Würfel sind gefallen“ und in diesem l'on das Fazit ziehen. Das läge natürlich nicht auf der Linie des Standpunktes, den wir von vornherein (man vergleiche unseren Artikel ״Bilanz“ in der vorigen Nummer) zu den Ereignissen eingenommen haben, auch heute möchten wir unsere Leser bitten, von höherer Warte aus sich mit dem Ergebnis und Ereignissen des Wahltages zu beschäftigen.' Da wäre zunächst zu registrieren, dass diejenige Partei, die programmatisch gar nichts anderes zu bringen vermochte, als einen gedankenarmen Antisemitismus, die schlimmste Niederlage erlitten hat. Das legt beredtes Zeugnis dafür ab, dass die ideelle Sanierung Oesterreichs auf dem Marsche ist, und dass denn doch zum politischen Erfolg etwas mehr gehört, als öde Negation und wilder Hassgesang; daraus erwächst aber ferner für jeden Juden die ernste Pflicht, an dem ideellen Sanierungswerk mit voller Hingabe mitzuarbeiten, jedes unpassende Triumphgefühl zurückzuhalten und dem Augenblick Gehör zu schenken, der, im Interesse des Ganzen die in jeder Seele schlummernden Kraft an Güte und Treue wachrufen möchte. Wie nun einmal die Mehrheitsverhältnisse im P:׳.(;!•!׳Mente des Staates Oesterreich, sowie im Pariament des Landes Wiens gelagert sind, darf die Orthodoxie erwarten, dass, wenn jemals die Notwendigkeit sich ergeben sollte, dieses Parlament mit jüdischen Fragen zu befassen, bei den beiden Parteien, die den Wahlsieg an ihre Fahne geheftet haben, volles Verständnis für unsere Notwendigkeiten vorhanden ist. Es wird freilich in jedem Stadium die Aufgabe de! Orthodoxie darin bestehen, ihre Forderungen so zu motivieren, dass sie die Billigung einer religiös-konservativen Weltanschauung, und auch eines solchen Gedankenbereiches erwarten können, dem die Ge- Wissensfreiheit des Individuums oberstes Gesetz ist. Viel Anlass zuj^ Nacliden^n sollte der Wahlausgang der Liste ׳der jüdischen Wahlgemeinschaft geben. Vielleicht liegt eine Erklärung darin, dass abgesehen von dem Personertkreis auch sachlich eine jüdische Gemeinschaftslinie nicht angestrebt und nicht gefunden wurde. Wir glauben, dass, wenn zu den anderen Impulsen auch noch der Impuls des religiösen Grundgedankens hinzugefügt worden wäre, das Resul-. tat günstiger sich gestaltet hätte. Es zeigt sich auch hier, dass jüdische Dinge niemals vom rein politischen Standpunkt aus betrachtet werden können. Wir hoffen, dass die schmerzliche -Stunde der Keim einer für alle Teile beglückenden Wandlung ist und dass in Zukunft alle Fragen von dem von uns angedeuteten Stand- Punkt aus betrachtet und einer heilsamen Lösung entgegengeführt werden. Nur hüte man sich etwa jetzt in einer Stimmung der Verärgerung, nach Schuldigen zu suchen, denn im Grunde genommen liegt in ge- Schichthöhen Dingen die Schuld niemals an Personen, sondern an der Vergeitungskraft nicht richtig erkannter oder nicht richtig vertretener Ideen. Es ist von unbeschränkter Heilwirkung, einen solchen Irrtum einzugestehen. Wir glauben, dass dies erspriesslicher ist als eine wenig anmutige Betrachtung, die sich in gegenseitigen Vorwürfen erschöpfen müsste. Es ist Pflicht der Führer, die nun einmal geschaffene parlamentarische Situation zu würdigen und aufklärend dafür zu sorgen, dass jüdische Dinge auch in ihren feinsten Verästelungen im Staate Oesterreich als wohlgeborgen ׳sich betrach־ ten können. Die Hoffnung darauf ist begründet. Frauenkirchen. Diese Woche verschied in Frauenkirchen Herr Sigmund Rechnitzer s. A. Ein vorbildlicher Familienvater, ein treuer Jude und ein edler Mensch, war Sigmund Rechnitzer ,ein leuchtendes Beispiel seiner Gemeinde — trotz seines hohen Alters arbeitete der Selige unermüdlich ׳ für die Chewra Kadisclia, deren Vorstand er 20 Jahre lang war — die ׳in ׳ihm eines ihrer besten Mitglieder betrauert. Die Lewajah, an der sich die ganze Stadt beteiligte und bei der Herr Oberrabbiner S. L ö w y in einem tief empfundenen Nachruf die Persönlichkeit des Verstorbenen würdigte, bewies, wie hoch verehrt und innig geliebt Sigmund Rechnitzer bei seinen Mitbürgern gewesen ist. תנצב״ה Wien. Das Kuratorium der Eduard von Bauernfeldschen Prämiemstiftung hat in seiner jüngsten Sitzung am 22. d. M. einstimmig beschlossen, dem unseren Lesern wohl bekannten Dichter und Maler U r i e 1 Birnbaum in Würdigung seines Sonettenwerkes ״I n Gottes K r i e g“ einen Bauernfeldpreis zu verleihen. Zur Klärung. Nichts gelernt und nichts vergessen, das wäre die richtigste Bezeichnung für den Grad von Logik, Gerechtigkeit und Intelligenz, mit dem einzelne Herren und einzelne Organe sich zu den Bestrebungen der Agudas Isroel, das allernotwendigste Mass der Bewegungsfreiheit zu erlangen, zu verhalten scheinen. Man kann zwar eine Zeitlang, gestützt auf die Staatsgewalt, die Orthodoxie unterdrücken und doppelt besteuern, aber die Vorgänge in den einzelnen Ländern haben eben doch bewiesen, dass Thora nizehis, dass die Treue zur Thora sich Geltung zu erringen versteht. Haben eben die Juden nach dem Muster der alten Barjoni kein Verständnis, dann muss man an denselben Staat, der seinerzeit, schlecht beraten, den Herren der Seitenstettengasse das Recht zum Knebeln gegeben hat, sicli mit klaren lnformationen und der Bitte um Aenderung des unerträgliehen Zustandes wenden. Wir haben jedenfalls alles versucht, um dieses zu vermeiden und werden zunächst in diesen Versuchen nicht erlahmen. Wie man nun gar auf der einen Seite von einer ״strafferen Zusammenfassung“ der Juden Oesterreichs, hatürlieh unter Führung der Jüdischnationalen, träumen kanh, die doch selbstverständlich zu einer noch grösseren Knechtung der selbständigen Orthodoxie angewendet würde und auf der anderen Seite mit der billigen Ironie der Demagogie che ״Schiffschulkreise“ verkleinern und verleumden kann, das bleibt uns unerklärlich und ist im übrigen eine sehr schlechte Ouvertüre. Wir sind gerüstet. Rumäni«n. Czernowitz. Am 11. d. M. ist Sr. Ehrwürdeu Rabbiner Benzion K a t z in Czernowitz eingetroffen und hat sein Amt angetreten. An der Landesgrenze wurde Sr. Ehrwürden von einer Abordnung der ׳Kultusgemeinde feierliehst begriisst. Am Hauptbanhhofe in Czernowitz erwarteten den Gast der Kultusvorstand, die Vertreter der Bethausvereinigungen und Abordnungen verschiedener jüdischer Vereine. Nach dem äusserst!herzlichen Empfange wurde!Herr Rabbiner Katz in das Jüdische Nationalbaus geleitet, in dessen Festsaal die Begrüssumgsfeier statbfand. Nach den Begrüssungsansprachen vieler Vertreter der jüdisohen Institutionen ergriff!das ׳Wort Sr. Ehrwürden, um in einer äusserst ׳wirkungsvoll und inhaltsreichen Rede sein Programm zu entwickeln. Die Rede Sr. Ehrwürden wurde vom übervollen Saale mit grossem Beifall quitlert und hat allgemeine. Zufriedenheit ausgelöst. ()öffentliche Rabbinatschule in Klausenburg. Die Grosswardeiner orthodoxe jüdische Gemeinde hat noch im vorigen Jahre von der Regierung die Kon- Zession zur Gründung einer Rabbinatschule mit Oeffentlichkeitsrecht erhalten. Da aber die Gemeinde mit Gründung dieser Rabbinatschule zögerte, hat das Kultusministerium die Konzession entzogen und selbe an die orthodoxe jüdische Gemeinde in Klausenburg verliehen. Wahl. Bei den ■am ר״ח Cheswan scattgeftmdenen Wahlen in der יסודי חתוררן in Grosswardein ist Herr Marton Meisner zum Präsidenten und die Herren Ignatz Strasser und Jakob Mittelmann zu Vizepräsidenten gewählt worden. Telephon 3945 g| ■ gründlich auf dem natürlichsten Wege ■Ah Heildurch Anwendung des elektro-galv. ■I1111M •■■®apparates Unterstützt jedes Heilverfahren Kräftigt Nerven und Organismus ■ Bei fast allen Leiden — ohne Berufestörung — in jedem Alter anwendbar Prospekte« Referenzen und Auskünfte kostenlos duroh Fördert den Stoffwechsel Vertrieb fflr Oesterreich. : Wien, VL Moriahdfergttrte[ 14 Tdepta 3945 Herr J. Röaler, Gablonz, Baron Wrazda-Str see 8, schreibt uns am 30. V. 1923. Nach zirka dreimonatigem Gebrauch Ihres Wohlmuth-Apparates fühle ich mfhfc. verwieset, Hünen mitzuteilen, dass mir Ihr Apparat bedeutende Besserung gebracht hat. Ich leide seit 16 Jahren an einem Rfickenraarksleiden und würde mein Zustand derart, daee leb an Web» nachten vorigen Jahres kaum mehr über das Zimmer laufen konnte, auch litt ich furchtbare Schmerlen und konnte nicht schlafen. Beit Februar I. J. ben&txe ieh Ihren Heilapparatf schon nach kurzer Zeit besserte sich mein Zustand, 80 dass ich schlafen konnte, wieder Appetit bekam und bin ieh Gott •ei Dank jetat imstande, lingere Spadetgtaf• gu-w— wozu ich bemerke, dass ich bedeutend ruhiger und zuversichtlicher geworden bin. Ich wer»» Ihren Apparat jedermann nur bestens empfehlen. A10/:++^39D