Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 43 (26.10.1923)
- Date
- 1923-10-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 JÜDISCHE PRESSE Seite 339 Lehrer-Kongress. Der Verein der jüdischen Lehrer Transsylvaniens hat unlängst seinen Jahreskongress in Grosswardein abgehalten, auf dessen Tagesordnung nebst IJepreclumg der materiellen Lage der Lehrer sehr wichtige Probleme zur Verhandlung gelangten. Bei Besprechung der materiellen Lage kam die Erbitterung der Lehrer in scharfen Worten zum Ausdruck gegen jene Gemeinden — unter diesen auch grosse, vornehme Gemeinden — welche ihre Lehrer unter dem schweren Joch der materiellen Sorgen schmachten lassen und diese in wahrem Sinne des Wortes mit einem Hungerlohn bezahlen. Der Kongress beschloss, diese Gemeinden eitergisch aufzufordern, die Gehälter ihrer Lehrer jenen der Staatslehrer gleichzuinachen, sonst werden die Lehrer ihre Posten verlassen oder eventuell die Intervention der Verwaltungsbehörde in Anspruch ׳nehmen müssen. Ein wichtiger Punkt der Tagesordnung war die Beratung über den Mangel an Schulbüchern. Die Regierung verlangt, dass die jüdischen Schulen die rumänische Unterrichtssprache einführen, aber es wird mit Bedauern konstatiert, dass solche rumänische Unterrichtsbiichcr, welche für jüdische Schulen geeignet wären, nicht vorhanden sind. Der Kongress hat beschlossen, Konkurse zur Verfassung solcher Schulbücher auszuschreiben. Hierauf kam zur Beratung die Erage der Lehrerausbildung. Es ist dies heute eine der wichtigsten Fragen des transsylvanischen Judentums. Infolge Mangel an einer jüdischen Lehrerpräparandie ist der Mangel an Lehrkräften schon heute stark fühlbar. Die Konkursaussclireibungen der jüdischen Schulen bleiben resultatlos, da sich keine Öfterenten melden• Der Kongress hält es für seine moralische ׳Pflicht, die Gemeinden auf diese Situation nachdriicklichst aufmerksam zu machen, und ersucht diese, im Interesse des jüdischen Unterrichtswesens ernste Schritte zur Errichtung einer jüdischen Lehrerpräparandie ehestens einzuleiten. Hoffentlich werden die Gemeinden den Ernst dieser Aufforderung erfassen und danach handeln, da sonst mit der Tatsache gerechnet werden muss, dass nach einigen Jahren die jüdischen Schulen in Transsylvanien wegen Mangel an Lehrkräften gesperrt werden müssen. Die rumänischen Faszisten wollten die Judenfrage mittels Pogromen lösen. Bukarest: Die Aufdeckung der geheimen staatsfeindliehen Faszistenorganisation in Rumänien brachte einige interessante!Details ׳zutage. Zwischen ׳den Faszisten und den aktiven Antisemiten herschte ein enger Kontakt. Dieser war ein ״Verdienst“ des berüchtigten Prof. Cuza.. Die Direktiven dieser ,Organisation ׳wiesen in ׳bezug auf die luden!rage den Punkt >vauf, wonach d ׳fe Juden a u sgemerzt und die Mohammedaner ersäuft werden sollten. Geld bekamen die Faszisten von der deutsehen ״C-Onganisation“ und von den ״Erwachenden Magyaren“.. Für den Versöhmmgstag ■wurde ein Ueberfall auf die Synagogen vorbereitet. Die Mitglieder der Organi- Satöon bestehen grösstenteils aus jungen Gymnasiasten, die zum Kampfe gegen die Juden durch Versprechungen reicher Beute und Schnaps gewonnen werden. Unter dem Einfluss des Alkohols arbeitete auch der ״Generalstab“ die Pläne zum!Pogrom in Marmaros-Sziget und zum!Ueberfall auf ׳Oberralbbiner Teftefbaum aus. In Rumänien sollte dann eine ׳Militärdiktatur eingeführt ■werden, die auf Generälen und Universitätsrektoren {sic!) beruhen sollte. Cttiland.. Riga. Die jüdischen!Deputierten!des lettischen Sejm besuchten den Innenminister B i r z e n e k und führten bei ihm Klage über die in ׳Riga und anderen Orten!Lettlands sich häuienden Ausschreitungen huliganischer Elemente gegen die ■jüdische!Einwohnerschaft. Der Minister ver- ׳sprach, ■alle erforderlichen Mittel zur Bekämpfung dieser Erscheinungen, die das Ansehen Lettlands schädigen, In Angriff zu nehmen. Russland. New York. Für die Fortsetzung der Hilfsarbeiten in der Ukraine. Die Vorstände des amerikanischen Joint, Felix War bürg sowie Mr. Julius Rosen wald, haben das Sensationelle Umwälzung in der dauergewellten Perücken- und Scheitelmode durch die Neuschaffungen der Firma OTHMAR SCHIFF Wien, I., Kärntnerring 6 (gegenüber dem Hotel Bristol) welche den Damen kostenlos :: vorgeführt werden :: En gros En detail Billigste Einkaufsquelle Die grösste internationale Kunstwerkstätte für Perücken, Scheitel und Transformationen Liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmsten orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialist in Braut-Scheiteln. Diese werden der Mädchenfrisur mit verblüffender Täuschung nachgemacht. Um vor Irreführung zu sohützen, bitte den Vornamen Othmar und die Adresse genau zu beachten I folgende von den in Russland weilenden Senatoren King und Lod und von den Deputierten Fried und Albert Jonson, gezeichnete, aus Moskau datierte Telegramm erhalten: ״Wir sind eben aus der Ukraine nach Moskau zurückgekehrt.. Wir haben in der Ukraine die amerikanische Hilfsarbeit einer Prüfung unterzogen und müssen sagen, dass die Einstellung dieser Hilfsarbeit in der gegenwärtigen Zeit soviel bedeuten würde, dass 3 0-0 00 Kinder dem Hunger airsgesetzt sei!n werden. Nachdem die Americain Relief 'Administration (Ara) ihre Arbeit in Russland eingestellt hat, ist man dort umsomehr auf die Hilfe des Joint angewiesen. 1Die Hilfe für die Kinder ist auch in der Zukunft eine dringende Notwendgkeit. Ramsay Macdonald über die Lage der ukrainischen Juden. London: Mr. A. J-osef wandte sich an den bekannten Führer der Arbeiterschaft im englischen Pariamente R. M!acdonalid und hat dessen Aufmerksamkeit auf die schreckliche Lage der ukrainischen Juden gerichtet. Mr. Josef richtete an Macdonald die Bitte, derseihe möge durch seinen Einfluss die Schwierigkeiten der Immigration* nach| Palästina zftVbeheben helfen, damit die Unglücklichen eitie neue Heimat finden können. Mr. Maddonald antwortete: Ich habe die Verfdgungen der Juden in der Ukraine genau betrachtet und werde sehr gerne alles machen, um die Lage der Vertriebenen zu lindern, indem sie ein sicheres Heim entweder in den benachbarten Ländern oder in Palästina finden können. Doch ist die Lage in Palästina so, dass man mir eine geringe Zahl von Emigranten ins Land bringen kann, da sonst die Arbeistlosigkeit s!tark steigen würde. ■Sie können versichert, sein, dass ich alles machen werde, um den hässlichen, einen Schandfleck der Menschheit bildenden Rassenhass zu beseitigen. £i)(0a. New York. Der gegenwärtig in Amerika weilende chinesische Professor Dr. Monroe Tang, der an der in Detroit stattfindenden!Konferenz der Kwa-min-Tang, der nationalen Volkspartei Chinas, teilnimmt, teilte über die Lage der Juden Jn China »folgendes mit:!Die Zahl der Juden, die heute in China ׳wohnen, ist nicht genau bekannt, ohne Zweifel ist sie aber sehr gering. Jüdische Gemeinden gibt es in Shanghai,!Peking und vielleicht noch an zwei oder drei anderen Orten. Die Juden sind in China zumeist Kaufleute. Das Verhältnis zwischen Juden und der chinesischen Bevölkerung ist ein sehr freundliches; der Chinese kümmert sich nicht darum, ob jemand Jude ■ist oder einer anderen Religion angelvört. Mischehen kommen häufig vor. In China gibt es auch eine verhältnismässig grössere Zahl jüdischer Flüchtlinge, deren Lage im Zusammenhang mit der allgemeinen Unsicheren politischen und finanziellen Lage des Landes keine günstige ist. Unser Lamd, so schloss!Professor Kwa-min-Tang, kennt keinen (Rassenhass und alle sfeine Bewohner, mögen sie Eingeborene oder Ausländer sein, finden gleiche Behandlung. Die Rede Israel Zangwills. New York. Die Rede Israel Zangwills auf dem jüdisch-amerikanischen Kongress machte einen grossen Eindruck. Zangwill sagte unter anderem: Er verstehe nicht, wie diejenigen, welche das ״We'issbuch“ in bezug auf Palästina von England empfangen, sich Zionisten nennen können. Die einzige Art, Zionist zu sein, ist der Aufenthalt in Zion. Die nationale Heimstätte in Palästina kann nur durch die Emigranten errichtet werden, die in der jüdischen nationalen Heimat wohnen wollen. Der Glaube, dass der ״Keren Hajessod“ den finanziellen Grundstein Palästinas bilden könne, sei ganz unproduktiv. Es sei nicht notwendig, dass das Kapital jüdisch sein soll, und noch weniger sei es notwendig, dass das Kapital durch Spenden aufgebracht werden soll. Die beste Basis sei eine nationale Anleihe. Hierauf griff Israel Zangwill die Politik Weizrnanns und Herbert Samuels an. Die zionistischen Führer, sagte er, opferten die jüdische Autonomie, ohne die arabische Anerkennung und Freundschaft zu gewinnen. Ein grosser Moment traf ein kleines Volk an. Weizmann sei ein guter Chemiker, aber ein schlechter Politiker. Er verdiene es, Ehrenbürger von New York zu werden, aber nicht von Jerusalem. Er würde es niemals glauben wollen, dass der Präsident der zionistischen Organisation sich zu einem ״König der Schnorrer“ wandeln werde. £rc2 Isroel. Jerusalem. Die Forderung nach einer arabisehen Regierung in Palästina. Der Sekretär der palästinensisch-arabischen Exekutive, Jamel, hatte eine Besprechung mit Sir Herbert Samuel, in der derselbe auf die Forderung Jamels, in Palästina eine nationale Regierung zu bilden, erklärte, dass Palästina für eine solche noch nicht reif sei.• Darauf rief die palästinensisch-arabische Exekutive eine Sitzung ein, um über diese Antwort zu beraten. Es verlautet, dass der Präsident der Exekutive, Musa Kasim Pascha, eine neuerliche Unterredung mit Sir Herbert Samuel haben wird, dem er auch ein Memorandum mit der Forderung auf Bildung einer nationalen Regierung in Palästina überreichen wird. Staatsbürgerschaftsgesetz in Palästina. Aus Jerusalem wird gemeldet, dass nach der er-' reichten Verständigung zwischen Frankreich und Italien bezüglich der italiertischen Interessen in Syrien, wodurch das Palästinamandat in Kraft getreten ist, nunmehr in zwei Wochen die Veröffentlichung des Oeseitzes über die Staatsbürgerschaft in Palästina erfolgen soll. Der Gesetzentwurf ist in London bereits fertiggestellt worden. Ebenso sollen demnächst die Wahlen in die Gemeindeverwaltung von Palästina stattfinden. Jerusalem. Die Regierung hat auf Ersuchen des Waad Leumi, den jüdischen Eisenbahnern das Recht der Sabbatruhe zu gewähren, eine ablehnende Antwort erteilt. Die Regierung hat dabei ihre Erklärung wiederholt, dass in Palästina nur der Sonntag als Tag der öffentlichen Ruhe zu gelten habe. (!Die unglaubliche Nachricht, dass jüdische!Angestellte bei staatlichen!Betrieben׳ ln Palästina ' am Sabbäth zur Arbeit gezwungen werden, wirft ein grelles Schlaglicht auf die Verhältnisse in der sogenannten Heimstätte der Juden. Also nicht einmal das einzig wirkliche Kulturelement hat ■dort eine Heimstätte. Wir •glauben nicht, dass die Araber so etwas verlangen. Hier wäre wirklich einmal das Suchen nach dem!Schuldigen am Platz.) Jerusalem: Der Bürgermeister von Jerusalem, Rayhub Bey Nashashibi ist aus dem Aldvisory Council ausgetreten. Es sind somit nur hoch drei arabische Mitglieder im Advisory Council. TSCHECHO״ SLOWAKEI. Anton Beck s. A. Aus Uug.-Brod schreibt man uns: Sonntag den 9. September wurde der 75 Jahre alte Kaufmann Anton Beck zu Grabe getragen und nach seinem tesfcamentari- ׳sehen Willen vorschriftsmässig beerdigt. Anton Beck war ein vorzüglicher Schüler des Sav- Sojfer und ein hervorragender Talmid Chochom, Er galt als sehr klug und war Jedermann ein guter Freund und Berater. In der Kultusgemeinde hat er bis an sein Lebensende als Ausschussmitglied fungiert. Seinem Worte 'wurde in bezug auf die religiösen Einrichtungen der Gemeinde gerne gefolgt. Als Kaufmann erwarb sich Anton •Beck einen sehr guten Ruf. Die orthodoxe Religionsgemeinschaft von Ung.-Brod verliert an ihm eine Stütze, zumal diese Religionsgemeinschaft von seinem Va!t,er, Herrn!Markus Beck, und von seinem Onkel, Herrn Leopold Beck, gegründet war und diesem separaten Betlokale ist es zu verdanken, dass In Ung.-Brod noch teilweise das jüdische Leben pulsiert. Bedauerlich ist nur, dass die Gemeinde Ung.-Brod dem Verfälle entgegensieht, soweit, dass der Tempel sogar an Simchas Thora fast leer war und sich ■niemand als Chosen aufrufen lassen wallte. An Wochentagen ist kaum Minjan und an Samstagen schwacher Besuch. Jetzt ist eine Agitation wegen der Ermöglichung des hebräischen Unter- ■richtes eingeieitet worden, die Gemeinde verhielt sich jedoch passiv und die paar Leute, weiche ihre 14 Kinder gründlich jüdisch ausbilden lassen (wollen, sind auf sich selbst angewiesen. Die Kosten erscheinen für sie aber unerschwinglich. Auch die jüd.-nat.!zionistische Partei, welche mit drei Stimmen!im Ausschuss vertreten ist, hat nichts Entsprechendes geleistet. Es ist wohl in Ung.-Brod eine jüdische Schule mit einigen Kindern erhalten geblieben, aber diese jüdische Schule ist noch ■lange nicht die jüdische Schule, wie sie sein soll. Das Hinscheiden Anton Becks reisst eine ,Lücke in die ohnehin stark gelichteten Reihen der religionstreuen Männer von Ung.-Brod.שנצב״ה Aguda-Jugendgruppe Presov. Am 1. Tage DT1TI fand unter reger Beteiligung der Mitglieder die diesjährige Generalversammlung unserer Jugendgruppe statt. Präses D. Ackermann erstattete den Bericht über ■die Tätigkeit der ׳Gruppe im verflossenen Jahre, spricht den eifrigen Mitgliedern den Dank der Gruppe aus und fordert zu weiterer erspriesslicher Arbeit ■auf. Kassier H. Heller legt den KassaberiCht vor• An Stelle des abgedankten Vorstandes •werden folgende Mitglieder in die Leitung der Gruppe gewählt: E. Heller (Präses), D. Ackermann (Vizepräses), H. Herz (Kassier), Moritz Heller (Kontr.), I. Arenstein (Schrlftf.), I. Neumann (Verwalt.), S. Reinitz (Bibliothekar),!Mich. Heller, Heinr. Lenz, Mano Herz, S. Berkovits, I. Goldfinger, D. Müller, Max Trattner und M. Goldberg (Repr.). Als Leiter der div. Sektionen wurden D. Ackermann, H. ׳Herz und Mor. Heller gewählt. Aguda-Tätlgkeit in Stupava. . Unser Ehrw. Herr Oberrabbiner M. S. Herzog hat letzten שבת שובה in seiner דרשה auf die חס^^כופר נפש der -Agudas Jisroel aufmerksam gemacht und in warmen Worten auf die Bedeutung der Aguda hingewiesen. Letzten Sonntag fand in unserer Orts- und Jugendgruppe die Generalversammlung statt. Der Gruppenpräses Se. Elhrw. Herr Oberrabbiner Herzog hielt bei dieser Gelegenheit ein ausführliches Referat über die Kenessio Gedaulo und schilderte die tiefen Eindrücke, die er von dieser Veranstaltung des orthodoxen Judentums gewonnen hat. In überzeugender Weise betonte der Referent die Notwendigkeit, die ■Bestrebungen der .Aguda mit׳ allen Kräften zu fördern. Seine Ausführungen wurden von den Anwesenden mit Begeisterung aufgenommen. Die Versammlung fasste sofort Beschlüsse, um seine'Anregungen durchzuführen. Die Sammlung der מפר נפש -Abgabe ist bereits eingeleitet und wird in kurzem abgeschlossen sein. Darauf wurden die Delegierten für die Nitraer Tagung gewählt. Die Neuwahl des Gruppenvor- ■■B fl® ״״ Bf m , ■ £elc>׳e Auswahl neuester Pelzmodelle in säiutl• Felzarten — Pariser nn ך lAIOfl Pralerstrasse 9-11 M ■ ■B* V ttn(l Wiener Geschmack vereint — erzenst nur in eigenen Werkstätten jp 7 |R||V jprx Sr. Meta. 2-9, ftt9UMB nflQESBo&^riFB B S unter nersttnl. Lei taug■ des bestre nominierten Inhabers der Firma 1B L lullt) niiBiu 1)1*11|,