Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 41 (12.10.1923)
- Date
- 1923-10-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41 JÜDISCHE PKC83E Seite 323 tfl... itn . ■»!!ntief empfundene Nachrufe. Am Grabe n.ihyn Im N.imen der ms hl reichen Freunde und Bekannten Herr Heinrich Sfcrineeies tiefbewegten Abschied. "גצנ.ת Das Heprecunodefaavs A. Barenstein. Wien, H., Hollandstrasse!0, hat in gleichem Hause eine K o n f e ktlonsabteilung neu eröffnet. Wir können diese als reell bekannte Firma, die ohne שעטנז ,arbeitet, bestens empfehlen. Ungarn. Rabbi N. N. Lmvy ״ל», Im hohen Alter verschied diese Woche Oberrabbiner Löwy von Sabogard (Ungarn). ר׳ נתן גמע בעל לוי מדל war ein Abkömmling von Wolf Boskowitz (Haschekel Machazis). Als Schwiegersohn des berühmten Abraham Abeies in Sarbogard bekleidete er nach Ableben seines Schwiegervaters die Rabbinerwürde in Sarbogard, wo er als treuer Hirt seiner Gemeinde sich stets grösster Beliebtheit erfreute. Durch seine Gelehrsamkeit und Milde war er weit über die Grenzen seiner Gemeinde geachtet. Seine tiefe Frömmigkeit machte sich besonders bei der Er- Ziehung seiner Kinder geltend, die alle in verschiedenen Positionen des öffentlichen Lebens, treu der väterlichen Tradition, wirken. Mit ihm schied eine markante Gestalt der alten Rabbinergeneration, die noch das Lehren und Wirken von Chassam Soffer kannte, aus dem Leben. DeutttMand. Anschlag auf eine Synagoge ln München. (München: Von unbekannter Seite wurden in $$!iiaohen jn einer Synagoge die Fenster eingeschlagen, fjüne ira Hofe eines jüdischen Hauses, errichtete Sukkoh wurde angezündet. Das Feuer griff auch auf das Haus über, konnte aber durch die heranrückende Feuerwehr bald gelöscht werden. In München hat sich auch ein weiterer Fall antliiklischer Anschläge ereignet. Ein Trupp junger Hakenkreuzier drang in einen jüdischen Betsaal ein und misshandelte mehrere jüdische Greise, die sich zur Andacht eingefunden hatten. Die Austreibung der Juden aus Bertiu. Berlin: In einer deutsdivölkischen Versammlung erklärte der Reich tagsabgeordnete Reinhold Wolle, der Tag sei nicht mehr fern, an dem die Völkischen mit Hitler die Oberhand in Deutschland erlangen. Dann würde Wolle steh treuen. Polizeipräsident von Berlin zu sein, und er wende dann einen ״Auszug der Kinder Israels” veransfcalben, gegen den der biblische ein reines Kinderspiel war. Die Juden müssten aber ohne jede Habe abziehen. Polen. Posen: In Posen .wurden am zweiten Roschhaschanatage abends die jüdischen Andächtigen, als sie die grosse Synagoge verlassen hatten, von einer Bande tiberfallen und mit Stöcken misshandelt. Man zählt mehrere Verwunjdete. Den Andächtigen wurden die Gebetbücher aus .den Händen gerissen und zerfetzt. Die Exzedenten gehören der Liga zur Verteidigung des Vaterlandes und des Glaubetis an. Es wurde festgestellt, dass sich das Posener SCHEITELN, PERÜCKEN a. Traaaformatloien la feinster a.eeder8״t#r AatfOhiuag! 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Nach neuerlicher Prüfung der Tatsachen. Einvernahme einer grossen Anzahl von Zeugen und dem Lakalaugenscheine ergriff das Wort der militärische Staatsanwalt, •der unter anderem sich dagegen verwahrt hat, dass dieser Prozess als politischer betrachtet werden soM. Es sei wohl wahr, dass auch einem Feldgerichte Fehler unterlaufen können, doch diesmal sei erwiesen, dass kein Fehler unterlaufen ist. Der Verteidiger, Sejmdeptitferter Dr. Hartglas, hielt eine rein sachliche Rede, in der er die Aussagen der Zeugen entkräftete und die Argumentation des Staatsanwailtes zerschlug. Nach einer Beratung von zwanzig Minuten verkündete der Vorsitzende das Urteil, wonach das frühere Urteil (Todesstrafe) als rechtskräftig besteht. Die Motivierung dieses Urteiies wird am 2. Oktober veröffentlicht werden. Dr. Hartglas meldete die neuerliche Revision des Urteiies an. Das Urteil hat auf die Bevölkerung einen stark deprimierenden Eindruck gemacht. (Wie erinnerlich, wurde Rabbiner Schapjra aus Plozk des Einverständnisses mit den damals feindlichen Bolschewiken angeklagt und zum Tode verurteilt. Da das Urteil von einem Feldgericht gefällt wurde, wurde es sofort ausgeführt.) Amerika. Präsident Coolidge für die Aufrechterhaltung jüdischer Traditionen. New York: Der Präsident der Vereinigten Staaten Calvin Coolidge hat an die jüdische ErziehungsgeSeilschaft (Jewish Education Association) einen Brief gerichtet, in dem er in warmen Worten der jüdischen Kultur seine Ehrfurcht bezeugt und die Juden auffordert, ihrer Vergangenheit treu zu bleiben. Präsident CooUdge schreibt unter anderem: ״Eine der Gefahren für Amerika ist der Umstand, dass die Juden, die hieher kommen, mit ihrer Vergangenheit brechen wollen. Die Menschen brauchen Immer etwas, woran sie gebunden sind. Sie brauohen eine Disziplin, der die Ehrfurcht entsteigt. Das Oefühl der Ehrfurcht kommt aber nur vom Selbstbewusstsein. Wir haben Raum in unserem Lande für alles, was gut ist. Nur das Böse stösst hier auf Beschränkt»!- gen. Diejenigen, die in unser Land kommen, sollen alles Gute, das sie besitzen, mitbringen und nie aufhören, es zu verehren. Macht die Juden vertraut mit der Vergangenheit! Die Lehre und die Weisheit, die die jüdische Rasse jahrhundertelang bewahrt •hat, muss zum Wohle der Menschheit erhalten bleiben. Die Jugend Ihres Volkes soll sich für dieses Ziel sammeln. Es gibt kein Ziel, das. patriotischer wäre als dasI" m. TSCHECHO- S L OWAKEI. Aguda-Delegiertentag*in Nitra. Die Einberufung des 'Delegiertentages der Aguda Orts- und Jugendgruppen in der Slowakei nach Nitre. hat allgemeine Befriedigung liervorgerufen. pje Entwicklung der Agudas Jisroel in der Slowakei bat während des letzten Sommers schöne Resultate aufgezeigt. Die Kenessio Gedaulo hat das Interesse auch derjenigen wachgemfen, die einer jeden ortho- ■doxen Aktion aus Mangel an Selbstvertrauen skepjtisch gegenüberstehen. Man fängt mm im ganzen Lande zu begreifen an, welche Stärkung die Orthodoxie auch in der Slowakei erfahren würde, wenn es gelänge, die Gemüter aufzurütteln und die wertvollen geistigen und materiellen Kräfte alle in den Dienst einer Organisation zu stellen, die die ״Lösung aller jüdischen Ge samtheltsf ragen im Geiste der ־ ״ת ו ר ח הקדשת zum Ziele hat. Für diejenigen, die ander כנפית גדולת persönlich teilgenommen haben, bleibt diese einzig dastehende Versammlung ein unvergessliches Erlebnis geistiger Erhebung von dauernder Wirkung. Wer die גדולת כגסית mit eigenen Augen gesehen, die Worte der dort anwesenen גדולים וצדיקים, ja ihren Befehl zum Anschluss an die Agudas Jisroel mit eigenen Ohren gehört hat, dem ist die Arbeit für die Ziele und Bestrebungen der Agudas Jisroel ein Unbezwingbares Bedürfnis geworden. Aber auch die vielen Tausende, die sich aus den verschiedensten Gründen die persönliche Anwesenheit an der grossen Tagung versagen mussten, stehen nun kn Banne der Tatsache, dass das orthodoxe Judentum durch die Agudas Jisroel seine Geltung in der jüdischen Ge- *amtheit wieder erlangt und sich durch die selbständige Organisierung von der Vormundschaft aller thorafremden Organisationen und Körperschaften endgültig befreit hat. Für uns, orthodoxe Juden in der Slowakei, bedeutet die Konstituierung der Agudas Jisroel unter der Führung der religiösen Oberhäupter dos Judentums aus aläen Ländern und die Wiederherstellung des traditionellen Begriffes von בלל ישראל, die durch die כנפית גדולת zur Wirklichkeit geworden ist, eine herrliche Bestätigung jener Anschauungen, für die unsere grossen Rabbiner זי״ע seit Jahrzehnten mit dem Aufgebot ihrer Kräfte fast allein gelitten und gestritten haben. Denn was!anderes bedeute i die grandiose Kundgebung yon Wien, was die Entfaltung des דגל ת תורת im ganzen Judentum, was die mit Begeisterung ausgesprochene Selbstständigkeit des thoratreuen Judentums, als das Bekenntnis zu den Prinzipien, auf die das gesamte Gemeinäeleben in der Slowakei eingestellt ist? — Das haben die meisten unserer orthodoxen Rabbiner שלימ״א begriffen, als sie sich schon vor der כגסית גדולת mit einem flammenden Aufruf -an die gesamte. Judenbeit des Landes wandten, und jeden guten Juden zum Anschluss an die Agudas Jisroel aufforderten. Der bevorstehende Delegiertentag ist berufen, dem Aguda-Gedanken in der Slowakei die konstitutionelle Form zu geben,‘ die unseren Verhältnissen angepasst ist. Ein Landes-Organisations-Statut soll die organisatorischen Richtlinien für die Slowakei festlegen. Den Beschlüssen der ננסית גדולת auf den drei ttauptgebieten der Aguda -Arbeit (לימוד ח תו דת וחיזוק תדח, — Erez Jisroel und Soziale Wohlfahrt im Sinne der תוח״ק) soll im ganzen Lande eine feste Basis geschaffen werden. Die Massnahmen zum weiteren Ausbau der Organisation selber, zur Gründung von Orts* •und J11gendgruppen in den Gemeinden, wo solche nicht existieren, zur Einleitung einer grosszügigen Propaganda, die den Gedanken der Aguda in alle Orte, in alle Häuser und in alle Herzen hineintragen soll, werden die Rabbiner und Delegierten, die sich in Nitra voraussichtlich in grosser Zahl einfinden werden, eingehend beschäftigen. Wenn nicht alle Zeichen trügen, so wird auch der Nitraer Delegierten tag בעזת״ י, wie bisher alle Tagungen der Agudas Jisroel. eine wichtige Etappe in der Erstarkung der Thoratreue in Israel werden. Die Rabbiner und Delegierten, die berufen sind, in Nitra über die zukünftige Gestaltung 3er Agudas Jisroel-L an des Organisation th der Slowakei und über ihre positive, zielbewusste, praktische Tätigkeit entscheidende Beschlüsse zu fassen, werden von dem Bewusstsein ihrer grossen Verantwortung vor dem Richterstuhle der Geschichte geleitet sein und im Vertrauen auf den שומר ישראל, den Lenker der Geschicke Israels, ihre Beratungen pflegen. Agudas Jisroel-Delegiertentag. Alle Orts- und Jugendgruppen in der Slowakei werden dringend gebeten, die Namen ihrer Delegierten sowie der Gäste dem Brat Islavaer Bureau sofort aufzugeben. Die Nitraer Agudagruppen sind bemüht, den Herren Rabbinern, die an der Tagung teilzunehmen gedenken, ln Privathäusern Wohnung zu verschaffen. Fs Ist daher dringend, erforderlich, dass alle Herren RahbIper sich rechtzeitig beim Bratislayaer Aguda-Bureeu anmelden. Verspätet anlangen.<M Wünsche werden wohl kaum erfüllt werden können. Tagesordnung des Delegiertentages der Agudas Jlsroed- Orts-und Jugendgruppen in der Slowakei. Beginn Sonntag den 11. Marcbeschwan, 3 Uhr nachmittags Im Prachtsaale der ortb. Gemeiude ln Nitra. 1. Eröffnung und Begrüssung. 2. Wahl des Tagespräsidiums. 3. Statu ten Vorlage. 4• Organisation und Propaganda. 5. Finanzfragen. 11״1•׳•“«!™ä™1״ BerranMM xxfiLcli HS/Iass. Neu eröffnet; Konfektions י• Abteilung. *«in שעטנח (Herrenwäsche, Krawatten etc.) Massige Preise. Herrenmodehaus A. BORENSTEIN .10 9 "■■I