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Jüdische Presse · 1923-09-07 · 36-37 (7.9.1923) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
36-37 (7.9.1923)
Date
1923-09-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 296 JÜDISCHE PRESSE Nr. 36/37 gierten und Qästen die Institute der Agudas Jisroel sowie die von der Aguida unterstützten Anstalten wie das weitberühmte Taubstrnnmeninstitu t, Blindeninstitut, die Waisenhäuser usw. Die Delirierten und die Qäste waren erstaunt über den hohen Zustand in dem sich diese mit Recht berühmten Anstalten befinden und gaben ihrer Meinung einstimmig Ausdruck, dass das Gesehene allen Ansprüchen genügt und dass dfe Leistung gewaltig ist. Der Gerer Rebbe besucht die Lehrwerkstätten der Agudas Jisroel. Wien. (A. J. P. B.) Der Gerer Rebbi besuchte an einem der Nachmittage die Lehrwerkstätten der Agudas Jisroel und gab seine grösste Zufriedenheit in bezug auf die technische Seite der Werkstätten sowie in bezug auf die strenge jüdische Führung der Anstalt kund. Pädagogen in der Talmud-Thora. Wien (A. J. P. B.) Die an der Kenessio Gedaulo in stattlicher Anzahl anwesenden jüdischen Pädagogen besuchten die in Wien sich befindenden Chadorfm und orthodoxen Schulen. Besonders die Talmud-Thora, Volks- und Bürgerschule in der Malzgasse 16 fand uneingeschränktes Lob und Anerkennung seitens der Fachmänner. Die Anerkennung steigerte sioh, als die Besuchenden erfuhren, wie trotz der grossen Valuta- Schwierigkeiten die Anstalt auf so eine imposante Höhe gebracht wurde. Die Aussprache mit den Vertretern der Agudas Harabonim aus Amerika. Wien. (A, J. P. B.) Angesichts der grossen Bedeutung der Agudas Harabonim in Amerika, wurde deren Delegation in einer gesonderten Sitzung des Rabbinischen Rates empfangen, wobei die Geschäftsleitung Herrn Dr. Kohn übertragen wurde. Nach einer Auseinandersetzung, die sich auf bedeutender geistiger Höhe hielt, wurde den Herren dargelegt, dass nach den Prinzipien der Aguda nur mit einer entschlussfähigen Steile verhandelt werden könne und deshalb von Verhandlungen mit dem Misrachi solange nicht die Rede sein könne, als derselbe nicht eine Organisation sei, die sich der gleichen Selbständigkeit erfreue wie die Agudas Jisroel. Jedoch wurde einmütig dem Wunsche der Herren Oberrabbiner Chaim Ojser, Grodzenski eiligesetzt, um mit den Herren gemeinsam zu beraten, wie namentlich die Behandlung durch die Presse, künftige Angriffe vermieden werden können. Schon die Tatsuche, dass Herr Oberrabbmer Chaim Grodzenski an die Spitze der Kommission trat, zeugt davon, mit welehern Ernste, Agudas Jisroel die Delegierten empfangen und nach jeder Richtung zur Klärung der Atmo- Sphäre beigetragen hat. (Den Wortlaut der hebräisch abgefassten Abmachung werden wir nächstens in der Uebersetzung veröffentlichen.) Generalversammlung des Zabner Klaus. Sonntag den 2. September יד״ .אלול hielt der Bethaus-Verein ״Zabner Klaus“, II. Leopoldsgasse 16, seine alljährliohe Generalver- Sammlung ab. Der Obmann.!Herr Markus Kamm, begrüsst die erschienenen Mitglieder, besonders die Delegierten Herrn Wolf Pappenheim als Vertreter der ״Adas Isroel“ und Herrn Dr. Freudmann als Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde. Vom Obmann wurde ein warmer Nachruf an den letztens hingeschiedenen א״דמ״ור und Ehrenpräsident הרב הגאה הצדיק הקדוש מרה שלם דור אונגאר אב״ד דה״ק זאבני dem Zabner Rebben ausgesprochen mit den Worten:ןכלבית ישראל יבכו את השרפה אשר שרף ד jeder Jude ist verpflichtet, den grossen Verlust zu betrauern und zu beweinen!או לני כי נפלה עטרת ראשנו Unser Haupt, unser Stolz, unser Alles ist uns unerwartet entrissen worden. (Kein Auge blieb bei diesem Nachruf an den heiligen אדמו״ר trocken.) Der Obmann ermahnt die Anwesenden, naohdem das gfosse Haus des Verstorbenen mit der fünfzehngliedrigen, unversorgten Familie in sehr traurigen Verhältnissen geblieben ist, nach Möglichkeit für die Erhaltung desselben Sorge zu tragen. Auf Antrag des Vorsitzenden wurde ein Fond zur Unterstützung der Familie geschaffen und werden Freunde und Verehrer dieses grossen Mannes gebeten, sich diesem Fond durch Geldspenden aneuschliessen. Der Rechenschaftsbericht pro 1922 und 23 wurde von der Generalversammlung durch Erteilung des Äbsolutoriums einstimmig angenommen. Es wurden auf Antrag des Obmannes, Sr. Ehrwürden Herrn Rabb. S. Fürst (Schiffschul) für seine aufopfernde Leistung bei der לויה das Verstorbenen אדמו״ר der wärmste Dank ausgesprochen. Es wird auch auf Antrag des Vorsitzenden, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Lazar U n g e r, der Sohn und Nachfolger des אדמ״1ר zum Ehrenpräsidenten ernannt. Bei der vorgenommenen Wahl des Vorstandes wurden folgende Herren einstimmig gewählt: Obmann Markus Kamm, Obmann-Stellvertreter Elias Schlosser, Kassier Leib Pipes, 1. Schriftführer Josef Weiss, 2. Schriftführer Leopold Lederer, Kontrollor Juda Gossbart. Im Vorstand: 1. Wolf Pappenheim, 2. Osias Frankel, 3. J. M. Horowitz, 4. Herz Franzos, 5. S. Hochberg. Als Revisoren: Wolf Rosner, Lipe Geldwert, Abr. Aopenzähler. Der Obmann dankt für seine Wahl und besonders den verschiedenen Vertretern und schliesst hiemit die Generalversammlung. Bad Hall. In Bad Hall fand kürzlich zugunsten der Kriegswaisenhäuser in Baden eine Vorstellung statt, die seitens des Publikums grossen Zuspruch hatte und ein Reinerträgnis von über 4,000.000 österr. K und 20.000 ung. K abwarf. Dass diese Veranstaltung einen so schönen Erfolg zeitigte, ist wohl in erster Linie ein unvergängliches Verdienst des Herrn Bankiers Adolf Raab in Baden, über dessen Anregung der genussreiche Abend zustande kam. Herr Bankier Raab verstand es auch, in liebenswürdiger Weise den Leiter des Kurtheaters in Hall. Herrn Direktor Rollet, für dieses Werk der Wohltätigkeit zu interessieren und ihn zu veranlassen, nicht nur den Saal zur Verfügung zu stellen, sondern auch die künstlerische Leitung der Darbietungen zu übernehmen. In unermüdlicher, rastloser Arbeit bemühten sich Herr Heinrich und Frau Stella Schiff um das finanzielle Gelingen der Veranstaltung. deren reiches Ergebnis einen unanfechtbaren Beweis für die Arbeitslreudigkeit aller Beteiligten darstellt. Es ist ein erhebendes Gefühl, festzustellen, dass in den Herzen unserer Glaubensbrüder ein so ausgeprägter Opfersinn wohnt, und wir vermitteln gerne an die Initiatoren dieser Wohltätigkeitsvorstellung den herzlichsten Dank der Verwaltung des Waisenhausfonds. Danksagung. Wir erhalten folgende Zuschrift aus Gleichenberg: ״Das Unterstützungskomitee Wien, II. Czerningasse 4, hat in dieser Saison dreissig kranke Leute hieher nach Gleiohenberg geschickt, die ich als behandelnder Kurarzt des Hospitals der Wiener Kultusgemeinde in meine Behandlung und Ueberwachung übernommen ׳habe. Es ist mir ein tiefempfundenes Bedürfnis, der Oeffentlichkeit die edle Sache b&kanntzugeben. Die Kranken, die behandelt wurden, bedürfen äusserst dringend des Kuraufenthaltes in Gleiohenberg. Tatsächlich habe ich vor der Abreise der Kranken derartige Erfolge gesehen, dass man sagen kann, dass viele dieser wirklich Armen noch im letzten Moment, von den schweren Erscheinungen ihrer Krankheiten gerettet worden sind. Der Aufenthalt in der Villa Franzensburg, in der bestgelegenen klimatischen Situation Gleichenbergs, ringsum von herrlichen Parkanlagen umgeben, der Sonne am besten exponiert, gepaart mit der äusserst sorgfältigen Verpflegung, die ich selbst wahrgenommen habe und von der ich mioh wiederholt persönlich überzeugt habe, haben diese Erfolge gezeitigt. Herr S. Komet, der Besitzer der Villa, hat mit Herz und Hand aufs humanste die Aktion behandelt und dadurch wesentlich zur Förderung der Aktion beigetragen. Die Führer des Komitees verdienen für die Frucht ihrer ernsten Arbeit die Anerkennung und Unterstützung der jüdischen Welt und ihre Segnungen, was sie für die leidende Menschheit geleistet haben, dürfen der Judenheit nicht unbekannt bleiben. Dr. Leo Werdisheim, Kurarzt in Gleichenberg.“ Jugoslawien. Das erste jüdische Spital in Jugoslawien. Am 15. d. M. wurde das erste jüdische Spital1 Jugoslawiens in Subotica ׳eröffnet. Die ׳Einweihungsfeier, an welcher über 6000 Personen teibahmen, gestaltete sich sehr imposant un׳d erhebend. Zur Einweihung erschienen einige Regieruhgsvertreter, Vertreter der Staidt- und Militärbehörden, zahlreiche Rabbiner mit dem Grandrabbiner D1*. A1 c a!1 a y ־ Beograd an der Spitze und Delegierte der jüdischen Kultusgemeinde des Landes. Die Einweihungsfeier begann noch um 10 Uhr vormittags durch die im Tempel gehaltenen Festpredigten und endete erst spät abends mit dem Festbankett, an welchem auch die obgenannten Persönlichkeiten teilnahmen. Gesteigert wurde die feieerliche Stimmung des grossen Publikums durch die begeisterten und schönen Reden der erschienenen!Rabbiner,!die die Bedeutung dieser so schönen und humanen Institution schilderten, und die grosse Leistung des geschäftsführenden Präses des Spitals Vereines, des Herrn Ludwig Pollak, der an;das Errichten des Spitales den Löwenanteil hat, würdigten. Es soll bei dieser Gelegenbeit nicht uper^ähriLbreiben, dass die Leitung des Spitalvereines,. i>esbnd^rsי •aber die Herfen Ludwig P 011 a k, Gemeindepjr'äses Dr. Adolf K1 e i n, Vize- Präses Moriz Spit'ze.r!und die Herren Oberärzte des Spitales, besonderes Verständnis.■und Wohlwollen den orthodoxen Ansprachen entgegenbringen, und bei Verfassung der Statuten des Spitalvereines sämtliche von den Orthodoxen verlangten Massnahmen akzep- Kaufet nur ßollinger Eiskasten Fabrik: Wien, XV. Staglgasse 10; Telephon 38.419 Filiale: Wien, VII. Burggasse 17, Telephon 32.380 <•¥*<•** Koscher-Waschbecher aus Rein-Aluminium (mit 2 Henkeln), in jedem orth. Haushalt unentbehrlich, ist nun wieder in allen einschlägigen Detadgeschäften zu haben BEZUGSQUELLE FÜR WIEDERVERKÄUFER Sigmund Bondy & Bruder Hausu. Küchengeräte en gros WIEN, 1. BEZIRK, GONZAG ASSE Nr. 12 Grand Sanatorium Wasserheilanstalt Bratislava (Pressburg), tiefer Weg Erstklassige diagnostische, diätetisehe u. physikotherapische Anstalt für Nerven- und innere Krankheiten. Chirurgie, Geburtshilfe. Orthopädie. Abteilungen für Äugen-, Ohren-, Kehlköpfu, Hautkrankheiten, Röntgenbehandlung. Chemische u. bakterio* // logische Laboratorien. // Täglicher Pauschalpreis v. öK 55 aufw. Pauschalpreis für Entbindung v. cK 1100 bis 5K 1800 (8 Tage). Wasserkur auch für Auswärtige ÖK 15 FREIE ARZTEWAHL. Rituelle כעזר Verpflegung unter Aufsicht des Pressburger orthodoxen Rabbinates. tterten und so zum Beispiel der Küchenverwaltung der von den Orthodoxen gewählte Verwalter angehört!und der Oberaufsicht des orthodoxen Rabbinates untersteht. O s b e d. £itau<n. Kowno. In den nächsten Tagen tritt!die Konferenz der jüdischen Gemeinde Litauens zusammen, welche die Wahlen zur jüdischen Nationalversammlang vorbereiten soll Amerika. New York. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Calwin Coolidge, hat ein Neujahrsschreiben an das amerikanische Judentum erlassen, in dem cs unter anderem heisst: Das Herannahen des jüdischen Neujahrstages, der diesmal auf den 11. September fällt, erinnert die moderne Welt an die grosse Sohuld und den Dank an das jüdische Volk, für dessen wunderbare Kultur. Diese Gelegenheit hat eine grosse Bedeutung nicht nur für die Menschen jüdischen Glaubens und jüdischer Rasse, sondern für alle, die Erben sind eines Teiles der prachtvollen Hinterlassenschaft der jüdischen Leistung und Geistesreinheit die die Juden der Welt und dem allgemeinen Wohle gegeben haben. Gründung einer Jeschiwah im New-Haven. New H a v e n. (A. J. P. B.) Im New-Haven wurde durch Rabbiner Löwenberg eine Jeschiwah nach Slobotker Vorbild gegründet. In den ersten Wochen haben sich bereits einige Hundert Schüler inskribiert. Im Lehrpläne wurde ein grosser Raum für Mussar bestimmt. Der Jugenddelegierte aus New York, H. G 011 e smann, teilte folgendes über die Entstehung und Ent- Wicklung der Agudas Jisroel-Jugendgruppe mit: Die Jugendgruppe wurde durch die Herren Rabbiner Haiberstamm a׳us Rudnik und Rabbiner N. Garf>unkel gegründet. Aus den kleinen Anfängen entwickelte sich die Gruppe in kurzer Zeit zu einem Zentrum geistiger Arbeit der thoratreuen Jugend. Gegenwärtig gehören der Grupps zirka 350 Mitglieder an. Allabend־ lieh werden Schiurim abgehalten, die sich eines sehr guten Besuches erfreuen. Als Vortragende fungieren Rabbiner G a r f u n ke 1 und Herr Hermann. Die Jugendorganisation rüstet sich bereits zum grosszügigen Empfange der europäischen Delegation, die von allen thoratreuen Juden Amerikas sehnlichst erwartet wird. Man erwartet von dieser Delegation grosse Wirkung und Einfluss auf das amerikanische Judentum und dessen Jugend. Grosse Verdienste erwarb sich um die rasche Entwicklung der Jugendgruppe der Prästdent der New Yorker Aguda, Mr. Abrahm Goldstein. Palästina. Jerusalem. Am 22. August fand eine Konferenz arabischer Vertreter aus allen Teilen Palästinas statt, die von der christlich-mohammedanischen Gesellschaft einberufen wurde. Der Sönderdelegierte König Husseins Said Äbbas el Maiki, erklärte, König Hussein verlange ein unabhängiges Palästina, dass der arabischen Konföderation angehören soll. Der englisch-arabische Vertrag werde daher geändert werden müssen, da ihn König Hussein sonst nicht unterzeichnen werde. König Hussein werde die Antwort, die aus England eintreffen wird, mit den Arabern Palästinas beraten. Jerusalem. Die arabische Exekutive in Palästina teilt mit, dass von der arabischen Delegation in London die Verständigung einlangte, dass 110 konservative Unterhausmltglieder sich bereit erklärt haben, die Forderungen der arabischen Delegation zu unterstützen. Aufruf. Wien, im Eiul 5683. Die Teuerug latstet noch immer schwer auf uns allen. Unsere Speisehallen waren seit 16 Jahren Tausenden eine Stütze. Jetzt wirkt besonders unsere Mittelstandsküahe für den am meisten leidendien Mittelstand. Wir geben gutes und billiges Essen, und sehr viele speisen wir unentgeltlich aus. Diese Tätigkeit aber hat uns einen so grossen Gebaforungsabgang gebracht, dass Wir in grösster Sorge sind, wie wir unsere Speisehailen werden erhalten können. Nur kräftige Unterstützung unserer Mitbürger wird da helfen. Um diese bitten wir. Es ist heilige jüdische PfJicht, sich der hungernden Nebenmenschen anzunehmen. Mögen daher an den hohen Feiertagen jeder Mann wk} jede Frau der Unglücklichen gedenken, denen es versagt ist, sich am häuslichen Herde zu erfreuen, und möge die ״Einheit“, Wien, II., Mafzgasse 12, wissen, dass jüdische Nächstenliebe, jüdische Opferbereitschaft fortbestehen zum Wohle der Armen und Bedrückten. Der Allvater wird ie frommen Spender segneit und schützen. Der Vorstand.der ״Einheit“: Dir. Dr. Krenberger Adolf Fischer Schriftführer. Vorstand. Bernhard Hofbauer Obmann. Richtigstellung. Wir werden von dem Restaurateur Max Lazar, II., Untere Augartenstrasse 19, ersucht, festzustellen, dass bezüglich seines Inserates in unserer letzten Nummer infolge Versehens der Administration sich ein Fehler eingeschlichen habe. Es sollte darin richtig heissen: Sämtliche Selchwaren, Fleisch und Geflügel beziehe ich von Firmen, die unter Aufsicht der Adass Jisroel (Schiffschui) stehen.

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