Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 9 (1923)
- Issue
- 33 (15.8.1923)
- Date
- 1923-08-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE : Seile 244__ V ז ז״זזי ״. and seine Kinder bewahren müsse. Diese Erkenntnis hat wenige Jahre später auch in Preussen zum Austritte geführt. Der praktische Erfolg ist der, dass in Ungarn die Zahl der Orthodoxen, der תלמיד־חכמים, der למדנים in dem letzten halben Jahrhundert ב״ח bedeutend zugenommen hat Dass in Deutschland, ganz speziell aber in Frankfurt a. M. תורה ויראה in hohem Masse sich verbreitet haben und im Zunehmen sind, ist bekannt. Die Neolögie ist zu einem saft- und kraftlosen Gebilde herabgeglitten, dessen Hohlheit und Prinziplosigkeit, da sie nur Negation des alten Judentums ist, aller Welt greifbar erscheint Vor 25 Jahren ist der jüdischen Olaubenstreue ein fast gefährlicherer Feind entstanden: Der Zionismus, der upserem Glaubensschatze eine Perle, die Liebe zu Zion, entnahm, um sie als Schlagwort zu gebrauchen und die jüdische Welt anzuziehen. t Theodor Herzls absolute Unkenntnis des jüdischen Schrifttums, des jüdischen Volkes und dessen Psyche, lies sich vom östlichen Masküim, ärgster Sorte falsch informieren und glaubte, es gebe nur intellektuelle antireligiöse Juden und fromme Binkeljüden. Dass diese letzteren ihm nicht imponieren, ist menschlich begreiflich, dass er aber sein ganzes Werk in direkten Widerspruch mit der Mentalität des weitaus grösst n Teiles der Judenheit setzte, dass seine Nachfolger die einzigen Erfolge nur auf dem Gebiete des Kulturkampfes erzwungen haben, da ihre politischen Erfolge Bluff, ihre Vertretung des jüdischen Volkes Anmassung, ihre Wirtschaftsmethoden Irrtum und Verschwendung, lässt erwarten, dass die ׳Welt klar sehen wird. Das gewalttätige Regime der zionistischen Leitung, die Palästina (Erez Jisroel ist derzeit eine Blasphemie) die autochtone jüdische Bevölkerung, teils durch Geld zum Schweigen gewinnt, teils durch rohe Unterdrückung drangsaliert, die es versteht, alle nach Palästina und Europa für jüdische Zwecke kommenden Gelder in ihre Hände zu bekommen und mit widerlicher Parteilichkeit zu verwenden, obwohl auf dem jetzt tagendem zionistischem Kongresse festgestellt wurde, dass die meisten Gelder von orthodoxen Juden stammen, wird der jüdischen Gesamtheit die Augen öffnen. Man wird nicht weiter Leuten seine Vertretung anvertrauen, die weniger jüdisch als die englische Regierung, den Schulchen Aruch in Ehesachen in ״Erez Jisroel“ durch das englische Gesetz Ersetzt sehen und unser Palladium, die Reinheit der Familie zerstören wollen; deren geistliches Oberhaupt einen Kulturkampf ankündigt, wenn die Aguda in Palästina arbeiten sollte. Die Misrachi-Rabbiner in Polen erklären es für eine grosse Gefahr, dass in vielen zionistischen Schulen die Thauro nicht gelehrt wird. Das hindert die Herren aber nicht, den Mossinsohn und Konsorten die Steigbügel zu halten. Das religiöse Judentum hat auch den Zionismus, respektive dessen antireligiösen Einfluss nicht zu sehr zu fürchten. Es hat den zweimaligen Ruin des Heiligtums und des Staates überdauert. Völkerwanderung, Kreuzzüge, Inquisition, blutige Verfolgungen, Austreibungen haben sie weder geistig noch leiblich zu schädigen vermocht Die Reform hat nur einen Teil der Judenschaft dem G־tte der Väter entfremdet. Die geistige und moralisehe Kraft, die das religiöse Judentum in sich birgt, der Emes, dessen Hüter es ist, wird die Jüdenschaft erhalten. Solange sie ihrer Religion treu bleibt und G-tt hat uns versichert ״und sie (die Lehren) werden nicht weichen aus Deinem Munde, dem Deiner Kinder und Enkel in Ewigkeit“. Um aber das Umsichgreifen des Libertinismus zu erschweren, unseren Bekennern zu ermöglichen, im Kampfe ums Dasein gegen den Ansturm der Leugnung gewappnet zu sein, dazu ist eine Organisation nötig, die alle Kräfte dazu vereinigt, all das vorzukehren, was zur Erhaltung und Betätigung des religiösen Gefühles nötig ist. Ein כגום לצדיקים der für למוד התורה sorgt, der שמירת שכת tatkräftig fördert, der dem Hilfsbedürftigen Hilfe im j ü d i s c n e n G ewände bietet, kann das, was die Organisation selbstständiger orthodoxer Vereinigungen für einzelne Länder zuwege gebracht hat, der Judenschaft auf dem ganzen Erdenrund bieten. Das soll die כנסיה נדולח ' leisten. Die Beratung der grossen Führer in ישראל, die den unverfälschten Geist der ישראל סכא der jüdischen Nachwelt überliefern, die Aussprache der יראים aller Länder über das, was allenthalben nottut, über die geistigen und materiellen Opfer, die die einen verlangen müssen, die anderen bringen können, wird, m. G. H., ein mächtiges Gefüge ergeben, das ebensosehr aufzubauen, zu erhalten geeignet sein wird, als kräftig alles abzuwehren, was von innen und aussen ' Juden und Judentum bedroht. Es werden zweifellos die Geister aufeinanderprallen. ״Wie ihre Figuren ungleich sind, sind auch ihre Ansichten verschieden,“ aber das Gefühl der Gemeinsamkeit zum Dienste G־ttes, zum Wohle seines Volkes, die reine Absicht wird die Verschiedenheit der Ansichten ausgleich, denn *תלמידי חכמים מרבים שלום בעולם• die G-ttesgelehrten mehren den Frieden auf Erden. Einigkeit und Frieden unter Allen, die dem Grttesgesetz als alleinige Richtschnur für das jüdische Privat- und Gemeindeleben erkennen, ist leicht her* zustellen. Dieser Friede ist der Grundpfeiler der jüdischen Existenz. Mit Elementen, die תורת משה leugnen, gibt es für uns keine Verbindung. So wie Feuer und Wasser nicht zu vereinigen sind, so können die orthodoxen Juden mit Läugnern der Thauro nicht zusammenkommen. Wenn die Kenessio Gedauio die Ralliierung der ihr angeschlossenen orthodoxen Judenschaft erreicht und sich die in den Grundsätzen geeinten Juden über den Weg einigen werden, der einzuschlagen ist, um gemeinsam mit den grössten Anstrengungen alles vorzukehren, was notwendig ist, das alte echte Judentum zu erhalten und wieder zur alten Blüte zu bringen, dann wird die Kenessio uns in den Stand gesetzt heben, kräftig daran zu arbeiten, dass wir vorbereitet d׳e Zeit erwarten,•da es G־tt gefallen wird, uns Zion wiederzugeben als heiliges Zentrum der reinen G-tteserkenninis. Dass wir Zion, das seit 2000 Jahren das Objekt unserer heissen Sehnsucht, unserer aufmerksamsten Fürsorge ist, auch fernerhin fördern werden, dass wir aus Palästina wieder Erez Jisroel machen werden, wenn die englische Regierung eihsehen wird, dass die Hegemonie antireligiöser, brutaler Gewalt nicht das richtige Mittel zum Aufbau Palästinas ist, bedarf nach unseren Antezedentien keiner Versicherung. Wir hoffen, dass die Kenessio Gedauio eine mächtige Renaissance echtjüdischen Lebens bringen wird und rufen ihren Teilnehmern aus vollstem Herzen zu: ,והי רצון שתשרה שכינה במעשה ידיכם Wolf Pappenhelm. Das ״Jüdische Hilfswerk“ in Wien. Es ist aus dem Kriege hervorgegangen, als ein ambulantes Hilfswerk für alle Arten des Massenelends, in erster Reihe für unsere ostjüdischen Brüder, die auf ihren erzwungenen Wanderungen in Wien Zuflucht gesucht hatten. Alter und Armut, Krankheit und Arbeitsmangel — diesen und vielen anderen Nöten, welche die Zeit mit sich brachte, wurde damals einstweilen abgeholfen. Die Rückkehr, zu ״normalen" Zuständen führte dann zu einer grundsätzlichen Wendung in der Auffassung und Verwirklichung sozialer Arbeit. Die gelegentliche Aushilfe für Einzelpersonen wurde nicht unterbrochen, alte Einrichtungen für Krankenpflege und Ausspeisung wurden unterstützt, ein grosses Mädchenheim für unsere Rituale gewonnen und zugleich mit einem maschinellen Strickbetrieb versehen —/ aber der neue Kurs lag anderwärts. Die Parole hiess jetzt: nicht Hilfe, sondern Rettung, nicht Flickwerk, sondern Aufbau — gründlicher Aufbau von der Wurzel an. Demgemäss schritt das Jüdische Hilfswerk jetzt an eigene Stiftungen, zunächst für Kinder, für Kriegs- und Pogromwaisen. Dem ersten Waisenhaus in Baden für Knaben folgte am selben Orte ein zweites für Mädchen, dann ein Knabeninternat im dritten Wiener Gemeindebezirk. Dadurch war die körperliche, geistige und religiöse Erziehung der Waisenkieder bis zur Vollendung ihres schulpflichtigen Alters in einer Weise gewährleistet, welche von allen Besucherri — zuletzt von denen des internationalen jüdischen Frauenkongresses — als musterhaft bezeichnet wurde. Einen wesentlichen Schritt vorwärts bedeutete die Errichtung der ״Jüdischen Werkstätten“ im zwölften Wiener Stadtbezirk. Denn diese Kolonie grossen Stiles war dazu bestimmt, die der Schule entwachsenen Zöglinge in den verschiedensten Handwerken heranzubilden, sie also zu tüchtigen, tätigen Gliedern der Gesellschaft zu erziehen und damit die antisemitische Fabel von der Untätigkeit des Juden zu entwaffnen. All das ist mit den geringsten Mitteln, durch die spärliche Hilfe des Auslandes, durch die stattliehe eine3 engen Wiener Kreises in nur wenigen Jahren geworden. Es ist noch keineswegs vollendet, befindet nich noch'imrner auf dem Wege zu weitergesteckten Zielen — und ist doch, da es an einem festen, ausgiebigen Fonde fehlt, tagtäglich in seinem Bestand^ bedroht Die Kenessio Gedauio konnte an dem ״Jüdischen Hilfswerk״ und an seiner prekären Situation vorübergehen, würde diese Einrichtung nur einen lokalen Charakter und nicht allgemeine Bedeutung für das in der Agudas Jisroel organisierte glaubenstreue Judentum besitzen. Aber eben das ist hier der Fall: Das ״Jüdische Hilfswerk" versorgt mindestens 80 Prozent ostjüdischer Existenzen, die sonst weiter wandern und irgendwo die Fürsoge der Aguda beschäftigen würden, und es stellt — was noch viel mehr heissen will — ein soziales Gebäude dar, welches für alle ähnlichen Unternehmungen der Aguda prinzipiell vorbildlich werden soll. Das ״Jüdische.Hiifswerk" fällt also schon jetzt in den Wirkungskreis der Kenessio Gedauio. Und sie wird sich diese Auffassung umso leichter zueigen machen, wenn sie hört, dass auf unserem Programm als nächster Punkt die Errichtung einer ausgebreiteten Lehrwerkstätte in Erez Jisroel nach dem Wiener Muster steht Aus allen diesen Gründen formulieren wir schon jetzt folgenden Antrag, den unser Sprecher *-• _Nr. 3» . auf der Tagung der Kenessio Gedauio näher da!*•{ legen soll: ‘ ״Die Kenessio Oedaulo erhebt das ״Jüdische Hiifswerk" in Wien zur Zentrale der sozialen Fürsorge der Agudas Jisroel. Die Kenessio Gedauio beschliesst die Gründung' von Fürsorgestellen in den einzelnen Ländern durch, die dortigen Landsmannschaften, welche der Wiener Zentrale untergeordnet werden. Die diversen Proponenten werden schon jetzt nominiert Das gemeinsame Ziel der Zentrale und der; Landsmannschaften ist der Aufbau des sozialen{ Rettungsweikes nach dem Wiener Programm, und: zwar sowohl für jedes Land wie für Erez Jisro^l-j Die nächste Aufgabe aller Fürsorgestellen ist׳ die Entfaltung einer planmässigen, intensiven und( andauernden Sammeltätigkeit für die programmatisch! festgelegten Zwecke unter der gemeinsamen Devise׳ ״Für das Jüdische Hilfswerk 1" Von dem Ergebnis: dieser Sammlungen werden in erster Reihe die> lokalen Bedürfnisse gedeckt, der Ueberschuss wird! in die Wiener Zentralkasse abgeliefert, weiche die: einlaufenden Mittel auf Grund ihrer allseitigen Informationen an die notleidenden Einrichtungen des: In- und Auslandes, nicht zuletzt an das soziale Hilfswerk in Erez Jisroel aufteilt und darüber öffent-' lieh Rechenschaft. legt."; Das ist unser Weg. Die Kenessio Gedauio׳ muss ihn milgehen. Denn nur so kann die Rege-| Iung der sozialen Frage ein Teil der Weltorganisation werden. M. E. * Nachschrift. Das vorliegende Programm wirdj den Delegierten der einzelnen. Länder eingehändigt! werden, damit sich diese rechtzeitig als Proponenten! der Fürsorgestellen in den Landsmannschaften anmelden können. Auch wird schon jetzt auf eine gemeinsame Führung durch die Wiener und Badener Institute des Jüdischen Hilfswerkes aufmerksam gemacht Die Teilnehmer mögen ihre Namen unverweilt im Empfangsbureau bekauntgeben, worauf ihnen der! Zeitpunkt der Führung mitgeteilt werden wird. Brautausstattungen Billigste Einkaufsquelle in Leinen- und Damastwaren, Chiffone, sowie in Taschen- und Tischtüchern etc. Leopold Lederer Xs Ä gties), Telephon 05-3-71 Kosohe1*-Wasohbeohe1* au? Rein-Aluminium (mit 2 Henkel), in jedem orth. Haushalt unentbehrlich, ist nun wieder in allen einschlägigen Detailgeschäften zu haben BEZUGSQUELLE FÜR WIEDERVERKÄUFER Sigmund Bpndy ft Bruder Haus- & Küchengeräte en gros WIEN, 1. BEZIRK, GONZAGAGASSE Nr. 12 Kaufet nur ßollinger Eiskasten Fabrik: Wien, XV. Staglgasse tO, Telephon 88.419 Filiale: Wien, VII. Burggasae 17, Telephon 33.572 1*0> .»*♦ז *oä j)ie schönst«« Geschenk« kaufen Sie in der Kunstu. Anticjuitätenhandlung Adele Hirsclilex*, Wien, I., Fleischmarkt 18j Feine UfleO, Vlln _ I3־־־ Wohnungseinrichtungen. (Ecke Karl Schweighofergasse) Möbelfabrik J. Spira Hähmasohinen■ Versandhaus * David STA8TNY Wien, II., Nordwestbahnstrasse 21 NShmaachinen mit Kugellager, 3jähr. 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