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Jüdische Presse · 1923-08-15 · 33 (15.8.1923) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
33 (15.8.1923)
Date
1923-08-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr . 33 JÜDISCHE PRESSE Seite 241 Das waren die Informationen an unsere Delegierten. Es ist Sache der Kenessio Oedauloh dem geschäftsführenden Ausschuss für diese klare, eindeutige Stellungnahme Indemnität zu erteilen. Weil in keinem Stadium die drei oben genannten Voraussetzungen von der Gegenseite erfüllt waren, mussten alle Versuche scheitern. Im übrigen waren dies auch unsere Maximen bei allen Unterhandlungen über die Jewish Agency. Indem wir noch hervorheben, dass einzelne Zweige der Oesamtleitung, wie der Kriegswaisenfonds und die Palästina-Zentrale gesonderten Bericht erstatten werden, unterbreiten wir diesen Rechenschaftsbericht dem Urteil der Kenessio Oedauloh. Die bisherige Leitung ist sich bewusst, unter den furchfc barsten Schwierigkeiten, unter dem denkbar ungünstigsten Bedingungen mit( schwacher Kraft die Agudas Jistoel in das Leben eingeführt und ein gutes) Stück vorwärts gefördert zu haben. Für das, was sie nicht erreicht hat, bittet sie die Kenessio Oedauloh um gütige Nachsicht in der Hoffnung, dass es der neu zu wählenden Leitnng, getragen vom Vertrauen der Oesamt-Aguda, gelingen wird, in der Aguda Klall Jisroel zu verkörpern bis zur Stunde der Welterlösungr "ובלנ ב״ב״א". Glaubens, die Führer des Volkes, die Träger und Vermehrer des ewigen jüdischen Geistes. Da Ihr in unserer Mitte seid, wird diese Versammlung gross sein und bedeutungsvoll und Früchte tragen in alle Ewigkeit In Euch, Ihr Boten unseres Volke, , die Ihr von allen Teilen der Welt hierher zusammenkamet, begrüssen wir das ganze heilige jüdische Volk. Wir begrüssen Euch und legen vertrauensvoll in Eure Hände unser Schicksal und unsere Zukunft. Wien, am 3. Eiul 5683. Die grosse Stunde. Endlich, endlich. Nach vielen Erwartungen, nach angestrengtem, ungeduldigem Ausblick, versammelt sich die Kenessio Oedaulo, der Kraftreservoir des allweltlichen orthodoxen treuen Judentums. Von Osten und Westen. Norden und Süden, aus verschiedenen Ländern des alten und modernisierten Europa, von fernem Osten, Bagdad und Jemen und vom nahen, dem Herzen nahen Eiez Jisröel, von dem glutheissenden, wie ein Kessel kochendem Amerika und dem eiskalten Sibirien, von überall, i allüberall wo Juden wohnen kommen sie, die Boten; des Volkes. Und alle zusammen wollen ein Mittel der Heilung, und des Schmerzes Linderung für das alte Volk in seiner jugendlichen Schwäche, finden. Das ganze in allen Farben schillernde Judentum In seiner ausserlichen Teilung und Uneinheitlichkeit wächst vor unseren Augen in dieser Stunde aus zu seiner vollen Gänze. Um wie ein Stück das aus dass die zerrissenen und zersplittertem Teile, doch ein einheitliches geistiges Zentrum haben und dass alle Grenzen verschwinden, die sie auseinanderbringen, dass zunichte werde» alle Scheidemauern und dass es ersteht vor unseren Augen das Volk als ein Ganzes. Altjung und riesenkräftig mit allen Gefühlen und Gliedern lebensfähig, als Volk das ewig lebt — weil sein G־tt lebt lind nicht ruhen lassen alle Unseren hier, die Glücklichen und Selbstzufriedenen, die wahrlich zufrieden sein können mit sich und mit dem eigenen glücklichen Schicksale. So möge es auch dort gehört werden; vielleicht wird es auch sie selbst erreichen, dann wird vielleicht ihr Schmerz gelinder werden, wenn wie ihn mit ihnen teilen werden. Arme, elende Brüder. Wir sind mit Euch in Euerem Unglück. Wir fühlen ihn trotz der Feme. •* * * Noch einen Gruss schicken wfr in dieser grqssen Stunde. Den heiligen Bergen des heiligen Landes urid den sich selbstopfernden Brüdern, die mit dem ganzen Eifer kämpfen, damit die Heiligkeit des Landes so bleibt, wie es uns heilig versprochen wurde, durch die Thora, durch die Propheten, Weisen und Schriftgelehrten.! Zion! Du fragest sicher nach deinen treuen Söhnen. Wie schauen sie gleichgültig auf Deine Ruinen? Und wie lange werden eigene Fremdlinge Deinen Boden entweihen? Und Deine Treuen werden aus der Ferne Deiner Schande und Lästerung zuschauen? Höre einen Gruss 1 Es grüssen dich Deine Kinder. Dein Schmerz ist ihr Schmerz. Deine Schande, und dein Weh das ihrige. Trage doch ruhig das Leid! . * * Es Ist eine grosse Stunde für die Gegenwart und die Zukunft. Es ist ein Anfang einer langen Fortdauer für ,uns und für die kommenden Geschlechter. Wir dürfen aber die Stunde nicht vorbei gehen lassen ohne den Geist׳ der grossen Stunde in sich aufzunehmen. Damit er für uns; und zukünftige Geschlechter reichen möge. M. G. Baharaz. 5ie Kaufen Juwelen Der ersten Kenessio Oedaulo. ברך הבא בשם ה*. Eine grosse Hoffnung wird erfüllt. Nach Jahrhunderten tritt wieder eine grosse Versammlung jener Männer zusammen, die gewillt sind, das Leben des jüdischen Volkes, die ganze jüdische Welt auf Grund der Glaubensgesetze aufzubauen. Jahrhunderte erfüllt, von Elend und Leid, machten mürbe und schwach, untergruben das Fundament, höhlten die stützenden Grundpfeiler aus. Da nun die Gefahr gross ist, da bald die Wogen zeitgeborenen Verfalles über dem Volke zusammenzuschlagen drohen, wird die Hoffnung frischer Blüte wach, tritt die Kenessio Gedaulo, die Grosse Versammlung der Abgesandten des dem jüdischen Geiste treu gebliebenen Teiles des jüdischen Volkes zusammen. Der Augenblick ist ein Wendepunkt. Nach Jahrzehnten mühevoller Belebungsversuche, nach langem fruchtlosem Harren auf Lösung und Hilfe, nach dem schrecklichsten Abschnitt kultureller Menscheitsgeschichte — dem Weltkrieg, tritt eine Grosse Ver- Sammlung, der Boten desjenigen Teiles des jüdischen Volkes zusammen, der das Wesentlichste dieses Volkstums, den Glauben und das Glaubensgesetz, trotz mächtigster Vernichtungsattentate vor der Ge-, fahr des Unterganges errettete und nun zur neuen Entfaltung emporhegen will. In jenen schrecklichen Tagen furchtbarer Hoffnungslosigkeit, in denen es schien,• als ob die letzte Stunde der ganzen Mensch• heit und mit ihr des jüdischen Volkes gekommen sei, in denen im Bewusstsein schwerer Versündigung und der folgenden gerechten Strafe, jeder Hoffnungsstrahl des Entrinnens vom unabwendbarem Untergange ervielen Teilen zusammengeschmolzen als ganzer losch, im grauenvollsten aller Kriege, dem Weltkrieg, ן Inniger Körper dazustehen mit einem einheitlichen verlor das jüdische Volk die besten Söhne auf den Geist und Seele. Es genügte, das eine bloss, Schlachtfeldern, ging auch ein grosser Teil der Hoff- ־ '־־־ ־־•• * * ־* ־ nung des Volkes verloren: Der Geist der jüdischen Jugend geriet auf Abwege, um in finsterer Wirrniss vom ewig blühenden Stamme des Volkes abzusterben. Und als endlich der blutige Kampf, der für das jüdische Volk im wahrsten, schauderhaftestem Sinne des Wortes, ein Bkuderkampf gewesen, unter den Völkern ausgetobt hat, da begann der noch schrecklichere Kampf einer ganzen, hasserftillten Welt gegen ein einziges Volk, gegen das Jüdische. Tausende neue Wunden wurden geschlagen, neues Blut vergossen, jüdische Menschen, Jüdisches geistiges und leibliches Gut vom l^rdboden vertilgt Und doch ist heute der grosse Tag da, der Tag, an welchem die Vertreter des ganzen G-ttesgläubigen jüdischen Volkes zusammehkommen und von welehern an das Schicksal des glaubenstreuen Volkes wieder von Berufenen gelenkt werden wird. Profanation wäre es, heute zu fragen, wer uns gerettet! Schlimmste Entweihung jüdischen Geistes, das Vergessen jüngster Vergangenheit! So wollen wir heute, wir — denen es beschieden ist, den Tag der Sammlung, der Grossen Sammlung zu erleben — Aller Derjenigen gedenken, die für uns von Hinnen gegangen sind,׳ und Aller Derjenigen, die Opfer wurden für Kidusch Haschern und für Kidusch Haam. Gesegnet sei ihr Andenken für ewige Zeit Wir aber, die wir blieben, wollen unseren inbrünstigsten Dank..zum Himmel senden: .mn שהחיינו וקיימנו וחיניענו לזמן Ehrliche Freude erfüllt uns alle- Doch ebenso gross, wie unsere Freude, ist unser Ernst in diesem Augenblicke und das Gefühl der Verantwortung. Der Mahnung bedarf es nicht Diejenigen, die heute hier zusaminenkamen, sind getragen vom Willen und Vertrauen, des Volkes. Sie sind sich bewusst der ungeheuren Last die auf ihren Schultern ruht und tragen sie in freiwilliger Q-ttergebenheit Am Sinai wurde uns unser Gesetz und unsere Lehre gegeben. Dies ist auch heute das Programm. Nicht, um es zu beraten, kamen die Abgesandten des glaubenstreuen Judentums zusammen, sondern um es zu erfüllen. Und dem ganzen Volke die Mittel zu schaffen, es in dieser unserer Zeit des Verfalles, erfüllen zu können. Der Glaube ist unser Leitstern, unser Ziel das heilige Land. In Demut nähern wir Euch, Ihr Grossen unserer heiligen Thora um Euch in Ehrfurcht ein herzliches שלם zu entbieten. Wir begrüssen in Euch die Leuchten des 1J1^רעJךJרJרעJרAJזLru^חJרJnהrרו^דו‘ורי^^^*A*^mr^^רrודורודוv^**»***«***‘«^«*«*«*«*«^^»*‘*■«‘“*‘ * "** **׳********^**,‘^*^*^**דד..־ ״ ■ ״ * ■; Brillanten, Perlen, Uhren, Gold-und Silberwaren zu den billigsten Preisen beim Gesinnungs- Und wir sind die Glücklichen, die es erlebten, j genossen Salo Eck, Wien, VIII., Alserstrasse 37 deren es vergönnt war, es mit eigenen Augen zu schauen. Es wird der Traum vieler, vieler Jahre verwirklicht. Ein goldener Traum aller Grössten und Besten, die wir besassen. Das heilige Streben, das ein Ideal gewesen ist für aV<* diejenigen, die die : Gefahr gesehen haben, wie da Volk ertrinkt und j versinkt Und heute ist der Tag da, ein grosser Tag. Doch in dieser grossen Stunde müssen wir uns diejenigen in Erinnerung bringen, die das Unglück hatten, die Sünde des Geschlechtes büssen zu müssen, für sich, für uns, für alle anderen — und am heutigen Tage nicht mit uns sein können, nicht zu uns heute kommen können. Weit, weit von uns weilen sie. Millionen Brüder im Unglück, hungerleidend und geistig bedrückt, die keine Möglichkeit haben, ihre Boten zu senden und ihren Schmerz und ihr Weh der ganzen Welt zu offenbaren. Millionen Brüder in Russland, die abgerissen vdn uns sind und abgeteilt durch unzählige Grenzen, bekämpft und niedergeschlagen, materiell ruiniert und geistig vergewaltigt und sie bleiben stumm und machtlos ohne irgendwelche Möglichkeit ihr herzbeklemmendes Leid im Schosse weiter, naher Brüder zu beklagen, denen G־tt half freizubleiben — so zu leben auf G-ttes Erden, wie sie es wollen. Dies ist das Traurige in unserer Freude. Der giftig bittere Tropfen im süssen Kelch des Segens, (den wir am heutigen Tage ausneigen! Und wenn s i e es nicht können, so müssen wir es für sie tun. Wenn Tausende von Schlössern ihren Mund sebüessen, wenn Hunderte von Grenzen sie umzäumen und zu uns nicht lassen, dann soll i h r stummer Schrei aus unserem Munde tönen, damit die ganze Welt es vernehmen soll und damit die steinernen Herzen erzittern, die. Herzen ihrer Vergewaltiger. So möge es gehört werden von einem Ende der Welt zum anderen. So möge der Schrei wecken ItNl ־ WIEN!..GRABEN 30. 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